American Psycho (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2011
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Erfahrungsbericht von Flavius
Edelstahlkalt
Pro:
faszinierende Kälte, gute Austattung, tolle Nebendarstellerin
Kontra:
verstörend, brutal, abstoßend, krank
Empfehlung:
Ja
Die Eröffnungssequenz ist hervorragend. Edles weißes Porzellan, auf eine affektierte Weise kunstvoll und ÜBERSICHTLICH angerichtete Leichenteile. Nein, keine Angst, es handelt sich hierbei lediglich um delikate tote Tierchen samt Beilagen.
Gespeist wird in den angesagtesten Nobelrestaurants, gekokst in den hipsten Nachtclubs, gewohnt in den teuersten Wohnungen, gearbeitet wird an der Wall Street.
Ja, es hat sich eigentlich nicht viel verändert, seit den späten 80ern. In dieser Zeit spielt die Handlung des Films.
Hauptfigur: Patrick Bateman (Christian Bale). Yuppie, von Haus aus mörderisch reich, einer der üblichen „Vice-Presidents“ in Papas Consulting-Firma. Nach außen hin makellos, perfekt, verführerisch.
Innen (und in seinem Terminkalender) sieht es da ganz anders aus. Da werden Morde perfekt geplant, celebriert oder auch nur im Affekt, immer eiskalt gleich reihenweise verübt.
Mal ist es ein störender Obdachloser, dann wieder ein konkurrierender Kollege oder Blondinen von der Straße oder Modellagentur.
Motorsägen, Äxte, Messer und Pistolen kommen zum Einsatz, zuvor wird die Kommerzpopkultur der 80er Jahre doziert, gelegentlich ganz ordentlich kopuliert (bei laufender Videocamera) und bei allem darf nichts schmutzig werden. So wird dann schon mal vorsorglich der Boden mit Zeitungspapier ausgelegt und ein teurer Regenmantel über den maßgeschneiderten Valentino-anzug gezogen.
Das Buch, auf dem der Fim basiert, habe ich nicht gelesen. Es galt gemeinhin als unverfilmbar, aufgrund seiner detaillierten Gewaltszenen.
Aber da Stoffe über perfide Serienmörder insbesondere die Menschen in den USA in der Regel finaziell erfolgversprechend sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich jemand an den Film zum Buch heranwagte.
Herausgekommen ist ein faszinierender und zugleich abstoßender Streifen. Beklemmend und belustigend.
Allerdings nie bewegend, alles ist perfekt gestylt und von einer verstörenden, zynischen Kälte durchzogen. Selbst die Momente zum Filmende hin, in denen Batemans Verweiflung über sein krankes Gehirn zum Ausdruck kommt, lassen einen völlig kalt.
Einzige Ausnahme: Batemans Sekretärin. Sie wird von Chloe Savigny verkörpert. Und das in einer so wunderbaren Weise, daß ich mir damals sicher war, dass sie bei der nächsten Oscar-Verleihung unter den Nominierten zur besten Nebendarstellerin zu finden sein würde. Hat aber wohl nicht ganz gereicht, aber der Oscar ist ja nicht immer ein Maßstab. Jedenfalls: Die wirklich nur zarte Röte in der blassen, unscheinbaren Sekretärin strahlt in der edelstahlkalten Welt des Patrick Bateman so eindringlich, daß Beschützerinstinkte (zumindest bei mir) geweckt werden.
Allein schon deswegen lohnt ein Besuch des Films.
Er ist streckenweise verstörend und schont nicht gerade die Nerven. Er wird nie langweilig, und es gibt nicht wenige Stellen, die so bitter sind, daß sie schon wieder zum Lachen anregen.
Der Fim transportiert eine Menge Gesellschaftskritik, bedient sich aber (und schon irgendwie leider) ähnlicher Stilelemente, die schon bei Hannibal Lecter funktionierten. Das Ende läßt Raum für Interpretationen.
Die Bestzung der Hauptfigur ist eine gute Wahl gewesen. Christian Bale bewältigt die sicher nicht einfache Rolle recht ordentlich Und wenn es denn mal zu schwierig zu werden drohte, hat man einfach sein Gesicht zwar in Großaufnahme, aber nur bei schwacher Beleuchtung gefimt.
Die Ausstattung ist aber sicher für die Wirkung des Films noch wichtiger. Es geht zwar inhaltlich um das Innere des kranken Hirns, aber die zentrale Botschaft die dieses Hirn verarbeitet ist: „Auf das Innere kommt es nicht an. Nur das Äußere zählt“.
Und so hat man dem Set-Design eine immense Bedeutung zukommen lassen, es ist sehr überzeugend und gelungen.
Akustisch geht\'s einmal quer durch die Hits der 80er, war schon keine schlechte Musik, die wir damals hörten, nicht war? Aber ob die Zeiten gut waren, bezweifelt man nach diesem Film.
Und man fragt sich: Sind sie inzwischen besser geworden?
Gespeist wird in den angesagtesten Nobelrestaurants, gekokst in den hipsten Nachtclubs, gewohnt in den teuersten Wohnungen, gearbeitet wird an der Wall Street.
Ja, es hat sich eigentlich nicht viel verändert, seit den späten 80ern. In dieser Zeit spielt die Handlung des Films.
Hauptfigur: Patrick Bateman (Christian Bale). Yuppie, von Haus aus mörderisch reich, einer der üblichen „Vice-Presidents“ in Papas Consulting-Firma. Nach außen hin makellos, perfekt, verführerisch.
Innen (und in seinem Terminkalender) sieht es da ganz anders aus. Da werden Morde perfekt geplant, celebriert oder auch nur im Affekt, immer eiskalt gleich reihenweise verübt.
Mal ist es ein störender Obdachloser, dann wieder ein konkurrierender Kollege oder Blondinen von der Straße oder Modellagentur.
Motorsägen, Äxte, Messer und Pistolen kommen zum Einsatz, zuvor wird die Kommerzpopkultur der 80er Jahre doziert, gelegentlich ganz ordentlich kopuliert (bei laufender Videocamera) und bei allem darf nichts schmutzig werden. So wird dann schon mal vorsorglich der Boden mit Zeitungspapier ausgelegt und ein teurer Regenmantel über den maßgeschneiderten Valentino-anzug gezogen.
Das Buch, auf dem der Fim basiert, habe ich nicht gelesen. Es galt gemeinhin als unverfilmbar, aufgrund seiner detaillierten Gewaltszenen.
Aber da Stoffe über perfide Serienmörder insbesondere die Menschen in den USA in der Regel finaziell erfolgversprechend sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich jemand an den Film zum Buch heranwagte.
Herausgekommen ist ein faszinierender und zugleich abstoßender Streifen. Beklemmend und belustigend.
Allerdings nie bewegend, alles ist perfekt gestylt und von einer verstörenden, zynischen Kälte durchzogen. Selbst die Momente zum Filmende hin, in denen Batemans Verweiflung über sein krankes Gehirn zum Ausdruck kommt, lassen einen völlig kalt.
Einzige Ausnahme: Batemans Sekretärin. Sie wird von Chloe Savigny verkörpert. Und das in einer so wunderbaren Weise, daß ich mir damals sicher war, dass sie bei der nächsten Oscar-Verleihung unter den Nominierten zur besten Nebendarstellerin zu finden sein würde. Hat aber wohl nicht ganz gereicht, aber der Oscar ist ja nicht immer ein Maßstab. Jedenfalls: Die wirklich nur zarte Röte in der blassen, unscheinbaren Sekretärin strahlt in der edelstahlkalten Welt des Patrick Bateman so eindringlich, daß Beschützerinstinkte (zumindest bei mir) geweckt werden.
Allein schon deswegen lohnt ein Besuch des Films.
Er ist streckenweise verstörend und schont nicht gerade die Nerven. Er wird nie langweilig, und es gibt nicht wenige Stellen, die so bitter sind, daß sie schon wieder zum Lachen anregen.
Der Fim transportiert eine Menge Gesellschaftskritik, bedient sich aber (und schon irgendwie leider) ähnlicher Stilelemente, die schon bei Hannibal Lecter funktionierten. Das Ende läßt Raum für Interpretationen.
Die Bestzung der Hauptfigur ist eine gute Wahl gewesen. Christian Bale bewältigt die sicher nicht einfache Rolle recht ordentlich Und wenn es denn mal zu schwierig zu werden drohte, hat man einfach sein Gesicht zwar in Großaufnahme, aber nur bei schwacher Beleuchtung gefimt.
Die Ausstattung ist aber sicher für die Wirkung des Films noch wichtiger. Es geht zwar inhaltlich um das Innere des kranken Hirns, aber die zentrale Botschaft die dieses Hirn verarbeitet ist: „Auf das Innere kommt es nicht an. Nur das Äußere zählt“.
Und so hat man dem Set-Design eine immense Bedeutung zukommen lassen, es ist sehr überzeugend und gelungen.
Akustisch geht\'s einmal quer durch die Hits der 80er, war schon keine schlechte Musik, die wir damals hörten, nicht war? Aber ob die Zeiten gut waren, bezweifelt man nach diesem Film.
Und man fragt sich: Sind sie inzwischen besser geworden?
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