American Psycho (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2011
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Erfahrungsbericht von Bjoern.Becher
Rot-Weißes Farbenspiel!
Pro:
komisch und brutal zugleich, großartige Darsteller, hervorragende DVD
Kontra:
kein Vergleich zum brillanten Buch, für Nichtkenner des Buches in seiner Gesamtheit nicht oder nur schwer erfassbar
Empfehlung:
Ja
Bret Easton Ellis Romane gehören zum umstrittensten, was in den letzten Jahren auf dem Büchermark veröffentlicht wurde. Während sein erster Roman „Unter Null“, den Ellis 1984 als gerade einmal zwanzigjähriger Student schrieb, von den Kritikern begeistert bejubelt wurde (und 1987 von Marek Kanievska verfilmt wurde), stieß er mit seinem zweiten Roman alle vor den Kopf: American Psycho, ein blutiger Schlag ins Gesicht der materialistischen Elite Amerikas!
Eigentlich unverfilmbar, wie alle nach „Unter Null“ bisher erschienen Bücher von Easton Ellis. Doch im Jahr 2000 versuchte mit Mary Harron gerade eine Regisseurin den, vor allem auch von Frauengruppen hart attackierten Roman, zu verfilmen. Dazu noch ein auf der Kinoleinwand relativ unerfahrene Regisseurin, die nicht viel mehr als das halbdokumentarisch Drama „I shot Andy Warhol“ veröffentlicht hatte.
I N H A L T
°°°°°°°°°°°°
Patrick Bateman (Christian Bale) könnte ein glücklicher Mann sein. Mit gerade einmal siebenundzwanzig Jahren ist der Havard-Absolvent einer von unzähligen Vizepräsidenten eines großen Finanzhauses, und er hat mit Evelyn (Reese Witherspoon) eine schöne Verlobte.
Doch der neurotische Yuppie, ein Sauberkeitsfanatiker, der außer Ekel und Ehrgeiz keine anderen Gefühle kennt, ist gelangweilt und getrieben von einer Sucht nach Blut. Er fängt an zu morden, Obdachlose, Frauen und einen Arbeitskollegen, der einfach erfolgreicher ist.
M E I N U N G
°°°°°°°°°°°°
Weiß und Rot, zwei Farben, die sich schon durch die Eröffnungssequenz und auch durch den ganzen Film ziehen. Bateman ist ein Sauberkeitsfanatiker, er wäscht sich gründlicher als jeder andere, er kann keinerlei Schmutz in seiner Wohnung ertragen, die fast komplett in weiß eingerichtet ist. Ihn zieht aber noch eine andere Farbe an: Rot, die Farbe des Blutes. Er genießt es, wenn diese ihn vollspritzt (aber nur ihn nicht seine Kleidung), wenn er seine Opfer mit Axt, Kettensäge und anderem schweren Gerät ermordet.
Mary Harron hat es sehr gut geschafft im Zusammenspiel mit diesen beiden Farben dem Buch ein Bild zu geben. Dabei hat sie aber eins gemacht: Sie hat sich von dem genialen Buch gelöst. Man kann sogar sagen, dass sie an der Umsetzung des Buches gescheitert ist. Der Film erreicht nie die Genialität und Klasse des Buches.
Aber Harron erkannte wohl, dass dieses Buch so nicht verfilmbar ist und setzte anderer Schwerpunkte. Das Buch ist keine Story über einen Serienkiller, das Buch ist ein Portrait einer Yuppie-Gesellschaft in den achtziger Jahren und eine Abrechnung mit dieser. Es ist eine sozialkritische Satire. Doch diese Zeit ist nun schon lange vorbei und so tut sich der Film auch gut daran, dieses bedeutende Element des Buches etwas in den Hintergrund zu drängen.
Das Buch beschreibt exzessiv die Charaktere durch die Schilderung ihrer Umwelt. In dieser Art macht es der Film nur ein einziges Mal: Als Bateman zu Beginn des Films sein tägliches Reinigungsritual vollzieht.
Sonst lässt Harron diesen Aspekt der Geschichte fast völlig weg. Der Mantel der Geschichte des Buches wird beiseite geschoben und sie konzentriert sich ausschließlich auf das darunter. Auf die zu Beginn kaum merkliche Veränderung des Patrick Bateman, auf den gleichgültigen Wechsel zwischen langweiligen Konferenzen und Essen am Tag und Morden in der Nacht.
Natürlich kann Harron auch nicht die banalen Gedanken, welche die ganze Zeit in Batemans Kopf vor sich gehen, und dem Buch eine sehr komische Seite verleihen, im Film umsetzen. Darauf muss sie verzichten und das beraubt die Geschichte eines wichtigen Aspekts. Trotzdem schafft es Harron noch, dass ganze hervorragend umzusetzen.
Und dabei kann sie auf großartige Schauspieler zurückgreifen. Christian Bale ist die Idealbesetzung für Patrick Bateman, besser besetzt könnte man sich Bateman nicht vorstellen. Er schafft es auch sehr subtil die etwas trottelige Art von Bateman darzustellen und die Komik, die sich (siehe oben) im Buch hauptsächlich in Batemans Gedanken abspielt, auf den Film zu übertragen. Auch die Nebenrollen wissen zu gefallen. Vor allem Willem Dafoe und Chloe Sevigny verstehen es in ihren kurzen Auftritten mit fast schon übertriebener Spielweise dem Film einen leichten Komödientouch zu geben, was den Kern des Films, die Gleichgültigkeit des Mordens unterstreicht.
Bei einer Empfehlung für Harrons Verfilmung muss man sich aber schwer tun. Buchkenner werden vom Film mitunter enttäuscht sein, da der Film einfach nicht die Tragweite des Buches erfassen kann, doch ist dies möglich? Roger Avary hat es mit seiner Verfilmung des Easton Ellis Roman „Rules of Attraction“ geschafft! „American Psycho“ ist aber mindestens eine Stufe schwerer zu verfilmen und deswegen kann man Mary Harron in dieser Hinsicht nur schwer einen Vorwurf machen. Nein, sie hat es wirklich geschafft, das Buch so gut es geht auf die große Leinwand zu bringen. Und das sollten Anhänger des Buches beachten.
Noch schwerer muss man sich mit einer Empfehlung für Nichtkenner des Buches tun: Können diese den Film in seiner Ganzheit erfassen? Ich glaube nicht! Diese werden vielleicht verstört zurück bleiben. Der Film spielt in einigen Szenen zu sehr darauf an, dass der Zuschauer das Buch kennt, dass er weiß das Bateman ein Killer ist und das er weiß wie der Film endet und wann man Bateman wiedersehen wird. In einem anderen Buch von Bret Easton Ellis. Das kann der Zuschauer, der das Buch nicht kennt, selbst nicht erfassen.
D V D
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Technische Informationen:
Bildformat: 1,85 : 1
Tonformat: DTS 5.1, Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0 Surround
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras:
- Original US- und deutscher Kinotrailer
- Interviews mit den Darstellern und der Regisseurin am Set
- Filmo- und Biografien der Darsteller und der Regisseurin
- Produktionsnotizen
- Behind the Scenes - Szenen vom Set
- Goofs - filmische Ungereimtheiten
- Featurette
- Deleted Scene(s)
- Trailer weiterer Kinofilme auf DVD
- Buch zum Film
- Music of the 80s
- DVD-Rom-Applikationen: Screensaver und Weblinks
Concorde hat den Streifen zum Glück würdig auf DVD umgesetzt. Das Bild ist erste Sahne und ohne jeglichen Makel. Beim Ton muss man filmbedingt leichte Abstriche machen. Die deutsche DTS-Tonspur bietet keine Vorteile gegenüber der DD 5.1 Spur und richtiger Raumklang ist nur selten vorhanden. Zur großartiger Qualität entwickelt sich der Ton aber wenn Bateman sich Musik anhört und Monologe über die Bedeutung dieser Musik vor seinen baldigen Opfern hält.
Hervorragend umgesetzt wurde das DVD-Menü, welches die beiden wichtigen Farben des Films rot und weiß wiederspiegelt. Allein schon die Eröffnungssequenz der DVD in der ein ganz weißes Bild plötzlich von unzähligen Kettensägenblättern durchzogen wird, die eine rote Spur hinterlassen, ist ein Hochgenuss.
Auch die einzelnen Menüpunkte sind liebevoll gestaltet, so verbergen sich die Werbetrailer in Batemans Badezimmerschränkchen. Deren Anzahl gibt es zwei und zwar einen zu „Lara Croft - Tomb Raider“ und einen zu „Die Wonderboys“.
Deutlich wichtiger sind aber die Extras zum Film: Wenn man sich diese anschauen will, zoomt die Kamera erst einmal in einen Sektkübel und zwischen den ganzen Eiswürfeln dort, findet man dann die Extras:
Einmal sind das sowohl der deutsche als auch der amerikanische Kinotrailer. Zum anderen verbirgt sich hinter dem Menüpunkt Besetzung / Stab nicht nur platte Film- und Biografien zu den Darstellern Christian Bale, Reese Witherspoon, Willem Dafoe, Chloe Sevigny und Jared Leto sowie zu Regisseurin Mary Harron und Autor Bret Easton Ellis, sondern auch mit fast jedem ein Interview. Einzige Ausnahme bildet leider der Autor Easton Ellis, der zurückgezogen lebt, und von dem es deswegen auch kein Foto gibt. Interessant ist vor allem das Interview mit Bale, der kritisiert, wie stark Buch und Film von Leuten kritisiert werden, die beides überhaupt nicht kennen und nur die wenigen Horror-Szenen des Buches gelesen haben, die in Zeitungen veröffentlicht wurden. Die aber gar nicht wissen, dass sowohl Film als auch Buch mit ihrem satirischen Unterton sehr witzig und sehr kritisch sind. Insgesamt sind die Interviews alle höchst interessant, da sie über das übliche PR-Gelaber hinausgehen, sondern sich stark mit dem Film und den Personen und den Hintergründen beschäftigen. Die Interviews sind von sehr unterschiedlicher Länger, in ihrer Gesamtheit aber sehr umfangreich, so dass man hier viel für sein Geld geboten bekommt.
Hinter den Menüpunkt „Produktionsnotizen“ finden sich auf insgesamt elf Textseiten interessante Infos zum Ablauf der Dreharbeiten, zur Vorbereitung von Bale auf seine Rolle, zur Auswahl von Musik und Ausstattung etc.
Zudem bieten sich noch für fünf verschiedene Szenen, dem Zuschauer Einblicke in die Dreharbeiten zu diesen. Wie die Szenen geprobt werden und wie Regisseurin Harron Details verändert. Kennt man zwar schon von anderen DVDs, aber trotzdem immer wieder interessant.
Hinter dem Menüpunkte „Featurette“ findet sich ein kleines Making Of, bestehend aus Filmszenen, Szenen von den Dreharbeiten und kleinen Ausschnitten aus Interviews mit den Darstellern, die man aber schon in seiner Gesamtheit kennt, wenn man sich die ganzen Interviews angeschaut hat.
Zudem befinden sich noch unkommentiert fünf kleine Goofs auf der DVD, also Filmfehler, wobei ich zwei schon bei der Sichtung des Films bemerkt habe und bei einem auch nach mehrmaligem Anschauen der Szene nicht weiß, was daran falsch sein soll.
Hinter dem Menüpunkt „Deleted Scenes“ verbirgt sich allerdings nur eine einzige Deleted Scene, diese allerdings aus drei verschiedenen Einstellungen. Des weiteren befindet sich ein kurzer Werbetext von Elke Heidenreich für das Buch zum Film und die Übersicht über alle sechszehn Musikstücke aus den Achtzigern, die im Film vorkommen, versehen mit der Möglichkeit sich einen Ausschnitt anzuhören.
Den Abschluss bildet ein DVD-Rom-Part und ein Hidden Feature. Wenn man im Extra Menü ganz nach oben blättert, erscheit über dem Wort „Extras“ ein Blutfleck. Wenn man nun bestätigt, kann man zwei Psycho-Tests absolvieren. Ein Test fragt nach Details aus dem Film und ein Test zeigt einem Bilder, die man zu Begriffen zuordnen muss. Eine schöne psychoanalytische Auswertung gibt es am Ende gratis.
F A Z I T
°°°°°°°°°°
Mary Harron hat etwas großartiges geschafft. Sie hat zwar sehr viel elementares aus dem Buch herausgelassen (zum Beispiel auch die Folterszene), aber trotzdem den Kern getroffen und damit einen guten Film gemacht, der zwar nicht die Qualität des Buches erreichen kann, aber in diese verdammt nahe herankommt.
Der DVD-Kauf lohnt sich auf jeden Fall, denn die DVD ist vollgepackt mit sehr interessanten Extras.
Auf ein Wiedersehen mit Patrick Bateman kann sich der geneigte Kinozuschauer vielleicht schon freuen. Denn 2004 ist Roger Avarys Verfilmung des vielleicht am schwierigsten umzusetzenden Buches von Ellis fertig: Glamorama! Und auch in diesem taucht Bateman auf. Er reicht Victor Ward (einer weiteren Ellis-Figur, die sich durch ein paar Bücher zieht) die Hand. Auf seinen Manschettenknöpfen sind Blutreste. Hoffentlich lässt sich Avary diese kurze Szene nicht entgehen.
Film: 8 von 10 Punkten!
DVD: 5 von 5 Punkten!
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Gesamt: 9 Punkte auf meiner 10er Skala!
D A T E N
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Titel Deutschland: American Psycho
Originaltitel: American Psycho
Genre: Satire / Thriller / Horror / Drama
USA 2000, FSK 16, Laufzeit: 101 Minuten
Darsteller: Christian Bale (Patrick Bateman), Justin Theroux (Timothy Bryce), Josh Lucas (Craig McDermott), Bill Sage (David Van Patten), Chloë Sevigny (Jean), Reese Witherspoon (Evelyn Williams), Samantha Mathis (Courtney Rawlinson), Matt Ross (Luis Carruthers), Jared Leto (Paul Allen), Willem Dafoe (Donald Kimball), Cara Seymour (Christie), Guinevere Turner (Elizabeth), Stephen Bogaert (Harold Carnes), Monika Meier (Daisy), Marie Dame (Victoria), Patricia Gage (Mrs. Wolfe), Krista Sutton (Sabrina), Park Bench (Stash), Catherine Black (Vanden), Tufford Kennedy (Hamilton), Mark Pawson (Humphrey Rhineback)
Regie: Mary Harron
Produzenten: Christian Halsey Solomon, Chris Hanley, Edward R. Pressmann
Drehbuch: Mary Harron, Guinevere Turner nach dem gleichnamigen Roman von Bret Easton Ellis
Musik: John Cale
Kamera: Andrzej Sekula
Schnitt: Andrew Markus
W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://german.imdb.com/title/tt0329216/
Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=1565
© Björn Becher 2003
Eigentlich unverfilmbar, wie alle nach „Unter Null“ bisher erschienen Bücher von Easton Ellis. Doch im Jahr 2000 versuchte mit Mary Harron gerade eine Regisseurin den, vor allem auch von Frauengruppen hart attackierten Roman, zu verfilmen. Dazu noch ein auf der Kinoleinwand relativ unerfahrene Regisseurin, die nicht viel mehr als das halbdokumentarisch Drama „I shot Andy Warhol“ veröffentlicht hatte.
I N H A L T
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Patrick Bateman (Christian Bale) könnte ein glücklicher Mann sein. Mit gerade einmal siebenundzwanzig Jahren ist der Havard-Absolvent einer von unzähligen Vizepräsidenten eines großen Finanzhauses, und er hat mit Evelyn (Reese Witherspoon) eine schöne Verlobte.
Doch der neurotische Yuppie, ein Sauberkeitsfanatiker, der außer Ekel und Ehrgeiz keine anderen Gefühle kennt, ist gelangweilt und getrieben von einer Sucht nach Blut. Er fängt an zu morden, Obdachlose, Frauen und einen Arbeitskollegen, der einfach erfolgreicher ist.
M E I N U N G
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Weiß und Rot, zwei Farben, die sich schon durch die Eröffnungssequenz und auch durch den ganzen Film ziehen. Bateman ist ein Sauberkeitsfanatiker, er wäscht sich gründlicher als jeder andere, er kann keinerlei Schmutz in seiner Wohnung ertragen, die fast komplett in weiß eingerichtet ist. Ihn zieht aber noch eine andere Farbe an: Rot, die Farbe des Blutes. Er genießt es, wenn diese ihn vollspritzt (aber nur ihn nicht seine Kleidung), wenn er seine Opfer mit Axt, Kettensäge und anderem schweren Gerät ermordet.
Mary Harron hat es sehr gut geschafft im Zusammenspiel mit diesen beiden Farben dem Buch ein Bild zu geben. Dabei hat sie aber eins gemacht: Sie hat sich von dem genialen Buch gelöst. Man kann sogar sagen, dass sie an der Umsetzung des Buches gescheitert ist. Der Film erreicht nie die Genialität und Klasse des Buches.
Aber Harron erkannte wohl, dass dieses Buch so nicht verfilmbar ist und setzte anderer Schwerpunkte. Das Buch ist keine Story über einen Serienkiller, das Buch ist ein Portrait einer Yuppie-Gesellschaft in den achtziger Jahren und eine Abrechnung mit dieser. Es ist eine sozialkritische Satire. Doch diese Zeit ist nun schon lange vorbei und so tut sich der Film auch gut daran, dieses bedeutende Element des Buches etwas in den Hintergrund zu drängen.
Das Buch beschreibt exzessiv die Charaktere durch die Schilderung ihrer Umwelt. In dieser Art macht es der Film nur ein einziges Mal: Als Bateman zu Beginn des Films sein tägliches Reinigungsritual vollzieht.
Sonst lässt Harron diesen Aspekt der Geschichte fast völlig weg. Der Mantel der Geschichte des Buches wird beiseite geschoben und sie konzentriert sich ausschließlich auf das darunter. Auf die zu Beginn kaum merkliche Veränderung des Patrick Bateman, auf den gleichgültigen Wechsel zwischen langweiligen Konferenzen und Essen am Tag und Morden in der Nacht.
Natürlich kann Harron auch nicht die banalen Gedanken, welche die ganze Zeit in Batemans Kopf vor sich gehen, und dem Buch eine sehr komische Seite verleihen, im Film umsetzen. Darauf muss sie verzichten und das beraubt die Geschichte eines wichtigen Aspekts. Trotzdem schafft es Harron noch, dass ganze hervorragend umzusetzen.
Und dabei kann sie auf großartige Schauspieler zurückgreifen. Christian Bale ist die Idealbesetzung für Patrick Bateman, besser besetzt könnte man sich Bateman nicht vorstellen. Er schafft es auch sehr subtil die etwas trottelige Art von Bateman darzustellen und die Komik, die sich (siehe oben) im Buch hauptsächlich in Batemans Gedanken abspielt, auf den Film zu übertragen. Auch die Nebenrollen wissen zu gefallen. Vor allem Willem Dafoe und Chloe Sevigny verstehen es in ihren kurzen Auftritten mit fast schon übertriebener Spielweise dem Film einen leichten Komödientouch zu geben, was den Kern des Films, die Gleichgültigkeit des Mordens unterstreicht.
Bei einer Empfehlung für Harrons Verfilmung muss man sich aber schwer tun. Buchkenner werden vom Film mitunter enttäuscht sein, da der Film einfach nicht die Tragweite des Buches erfassen kann, doch ist dies möglich? Roger Avary hat es mit seiner Verfilmung des Easton Ellis Roman „Rules of Attraction“ geschafft! „American Psycho“ ist aber mindestens eine Stufe schwerer zu verfilmen und deswegen kann man Mary Harron in dieser Hinsicht nur schwer einen Vorwurf machen. Nein, sie hat es wirklich geschafft, das Buch so gut es geht auf die große Leinwand zu bringen. Und das sollten Anhänger des Buches beachten.
Noch schwerer muss man sich mit einer Empfehlung für Nichtkenner des Buches tun: Können diese den Film in seiner Ganzheit erfassen? Ich glaube nicht! Diese werden vielleicht verstört zurück bleiben. Der Film spielt in einigen Szenen zu sehr darauf an, dass der Zuschauer das Buch kennt, dass er weiß das Bateman ein Killer ist und das er weiß wie der Film endet und wann man Bateman wiedersehen wird. In einem anderen Buch von Bret Easton Ellis. Das kann der Zuschauer, der das Buch nicht kennt, selbst nicht erfassen.
D V D
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Technische Informationen:
Bildformat: 1,85 : 1
Tonformat: DTS 5.1, Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0 Surround
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras:
- Original US- und deutscher Kinotrailer
- Interviews mit den Darstellern und der Regisseurin am Set
- Filmo- und Biografien der Darsteller und der Regisseurin
- Produktionsnotizen
- Behind the Scenes - Szenen vom Set
- Goofs - filmische Ungereimtheiten
- Featurette
- Deleted Scene(s)
- Trailer weiterer Kinofilme auf DVD
- Buch zum Film
- Music of the 80s
- DVD-Rom-Applikationen: Screensaver und Weblinks
Concorde hat den Streifen zum Glück würdig auf DVD umgesetzt. Das Bild ist erste Sahne und ohne jeglichen Makel. Beim Ton muss man filmbedingt leichte Abstriche machen. Die deutsche DTS-Tonspur bietet keine Vorteile gegenüber der DD 5.1 Spur und richtiger Raumklang ist nur selten vorhanden. Zur großartiger Qualität entwickelt sich der Ton aber wenn Bateman sich Musik anhört und Monologe über die Bedeutung dieser Musik vor seinen baldigen Opfern hält.
Hervorragend umgesetzt wurde das DVD-Menü, welches die beiden wichtigen Farben des Films rot und weiß wiederspiegelt. Allein schon die Eröffnungssequenz der DVD in der ein ganz weißes Bild plötzlich von unzähligen Kettensägenblättern durchzogen wird, die eine rote Spur hinterlassen, ist ein Hochgenuss.
Auch die einzelnen Menüpunkte sind liebevoll gestaltet, so verbergen sich die Werbetrailer in Batemans Badezimmerschränkchen. Deren Anzahl gibt es zwei und zwar einen zu „Lara Croft - Tomb Raider“ und einen zu „Die Wonderboys“.
Deutlich wichtiger sind aber die Extras zum Film: Wenn man sich diese anschauen will, zoomt die Kamera erst einmal in einen Sektkübel und zwischen den ganzen Eiswürfeln dort, findet man dann die Extras:
Einmal sind das sowohl der deutsche als auch der amerikanische Kinotrailer. Zum anderen verbirgt sich hinter dem Menüpunkt Besetzung / Stab nicht nur platte Film- und Biografien zu den Darstellern Christian Bale, Reese Witherspoon, Willem Dafoe, Chloe Sevigny und Jared Leto sowie zu Regisseurin Mary Harron und Autor Bret Easton Ellis, sondern auch mit fast jedem ein Interview. Einzige Ausnahme bildet leider der Autor Easton Ellis, der zurückgezogen lebt, und von dem es deswegen auch kein Foto gibt. Interessant ist vor allem das Interview mit Bale, der kritisiert, wie stark Buch und Film von Leuten kritisiert werden, die beides überhaupt nicht kennen und nur die wenigen Horror-Szenen des Buches gelesen haben, die in Zeitungen veröffentlicht wurden. Die aber gar nicht wissen, dass sowohl Film als auch Buch mit ihrem satirischen Unterton sehr witzig und sehr kritisch sind. Insgesamt sind die Interviews alle höchst interessant, da sie über das übliche PR-Gelaber hinausgehen, sondern sich stark mit dem Film und den Personen und den Hintergründen beschäftigen. Die Interviews sind von sehr unterschiedlicher Länger, in ihrer Gesamtheit aber sehr umfangreich, so dass man hier viel für sein Geld geboten bekommt.
Hinter den Menüpunkt „Produktionsnotizen“ finden sich auf insgesamt elf Textseiten interessante Infos zum Ablauf der Dreharbeiten, zur Vorbereitung von Bale auf seine Rolle, zur Auswahl von Musik und Ausstattung etc.
Zudem bieten sich noch für fünf verschiedene Szenen, dem Zuschauer Einblicke in die Dreharbeiten zu diesen. Wie die Szenen geprobt werden und wie Regisseurin Harron Details verändert. Kennt man zwar schon von anderen DVDs, aber trotzdem immer wieder interessant.
Hinter dem Menüpunkte „Featurette“ findet sich ein kleines Making Of, bestehend aus Filmszenen, Szenen von den Dreharbeiten und kleinen Ausschnitten aus Interviews mit den Darstellern, die man aber schon in seiner Gesamtheit kennt, wenn man sich die ganzen Interviews angeschaut hat.
Zudem befinden sich noch unkommentiert fünf kleine Goofs auf der DVD, also Filmfehler, wobei ich zwei schon bei der Sichtung des Films bemerkt habe und bei einem auch nach mehrmaligem Anschauen der Szene nicht weiß, was daran falsch sein soll.
Hinter dem Menüpunkt „Deleted Scenes“ verbirgt sich allerdings nur eine einzige Deleted Scene, diese allerdings aus drei verschiedenen Einstellungen. Des weiteren befindet sich ein kurzer Werbetext von Elke Heidenreich für das Buch zum Film und die Übersicht über alle sechszehn Musikstücke aus den Achtzigern, die im Film vorkommen, versehen mit der Möglichkeit sich einen Ausschnitt anzuhören.
Den Abschluss bildet ein DVD-Rom-Part und ein Hidden Feature. Wenn man im Extra Menü ganz nach oben blättert, erscheit über dem Wort „Extras“ ein Blutfleck. Wenn man nun bestätigt, kann man zwei Psycho-Tests absolvieren. Ein Test fragt nach Details aus dem Film und ein Test zeigt einem Bilder, die man zu Begriffen zuordnen muss. Eine schöne psychoanalytische Auswertung gibt es am Ende gratis.
F A Z I T
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Mary Harron hat etwas großartiges geschafft. Sie hat zwar sehr viel elementares aus dem Buch herausgelassen (zum Beispiel auch die Folterszene), aber trotzdem den Kern getroffen und damit einen guten Film gemacht, der zwar nicht die Qualität des Buches erreichen kann, aber in diese verdammt nahe herankommt.
Der DVD-Kauf lohnt sich auf jeden Fall, denn die DVD ist vollgepackt mit sehr interessanten Extras.
Auf ein Wiedersehen mit Patrick Bateman kann sich der geneigte Kinozuschauer vielleicht schon freuen. Denn 2004 ist Roger Avarys Verfilmung des vielleicht am schwierigsten umzusetzenden Buches von Ellis fertig: Glamorama! Und auch in diesem taucht Bateman auf. Er reicht Victor Ward (einer weiteren Ellis-Figur, die sich durch ein paar Bücher zieht) die Hand. Auf seinen Manschettenknöpfen sind Blutreste. Hoffentlich lässt sich Avary diese kurze Szene nicht entgehen.
Film: 8 von 10 Punkten!
DVD: 5 von 5 Punkten!
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Gesamt: 9 Punkte auf meiner 10er Skala!
D A T E N
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Titel Deutschland: American Psycho
Originaltitel: American Psycho
Genre: Satire / Thriller / Horror / Drama
USA 2000, FSK 16, Laufzeit: 101 Minuten
Darsteller: Christian Bale (Patrick Bateman), Justin Theroux (Timothy Bryce), Josh Lucas (Craig McDermott), Bill Sage (David Van Patten), Chloë Sevigny (Jean), Reese Witherspoon (Evelyn Williams), Samantha Mathis (Courtney Rawlinson), Matt Ross (Luis Carruthers), Jared Leto (Paul Allen), Willem Dafoe (Donald Kimball), Cara Seymour (Christie), Guinevere Turner (Elizabeth), Stephen Bogaert (Harold Carnes), Monika Meier (Daisy), Marie Dame (Victoria), Patricia Gage (Mrs. Wolfe), Krista Sutton (Sabrina), Park Bench (Stash), Catherine Black (Vanden), Tufford Kennedy (Hamilton), Mark Pawson (Humphrey Rhineback)
Regie: Mary Harron
Produzenten: Christian Halsey Solomon, Chris Hanley, Edward R. Pressmann
Drehbuch: Mary Harron, Guinevere Turner nach dem gleichnamigen Roman von Bret Easton Ellis
Musik: John Cale
Kamera: Andrzej Sekula
Schnitt: Andrew Markus
W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://german.imdb.com/title/tt0329216/
Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=1565
© Björn Becher 2003
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