Ben Hur (DVD) Testbericht

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Ben-hur-dvd-historienfilm
ab 5,28
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Erfahrungsbericht von Gemeinwesen

1959 A.D. (41 Jahre vor "Gladiator")

Pro:

Hollywood-Klassiker auf einer DVD mit prima Bild und Ton

Kontra:

nix

Empfehlung:

Ja

Wenn Charlton Heston dereinst das Zeitliche segnet, werden Filmfans ihn wohl vor allem in der Rolle des Titelhelden in der 1959er Verfilmung des Romans Ben Hur Erinnerung behalten.



From my cold dead hands ist zwar kein Zitat aus dem großen Sandalenfilm, aber der Spruch der US-Waffenlobby NRA („National Rifle Association“), für die Heston notorisch Stellung bezieht, könnte sich bestimmt auch aufs römische Kurzhandschwert gladius beziehen oder auf den Speer, den Heston zu Beginn des Films wirft.

Jedenfalls ist Ben Hur einer dieser Filme, in denen Männer noch richtig kernig sind. Jawoll, hier sind Männer noch echte Männer. Immer mal wieder packen sich Waffenbrüder gegenseitig an die Unterarme, und gleich zu Beginn stimmt der Film das Hohelied auf die Freundschaft von Mann zu Mann an. Juda Ben Hur, Fürst aus israelitischem Hause, verbindet eine Freundschaft aus Kindertagen mit dem römischen Hauptmann Messala. Nun, da beide erwachsen sind, kreuzen sich ihre Wege nach Jahr und Tag erneut. Und obschon der eine Besetzter und der andere Besatzer ist, scheint die Freundschaft der beiden über den Dingen zu stehen.

Die Unterschiede zwischen den beiden jungen Männern werden schnell offenbar, als Messala Juda auffordert, sich ihm anzuschließen: Warum dem jüdischen Volk und seinen Traditionen loyal bleiben, wenn doch die Zukunft römisch ist? Davon, dass dem so ist, ist Messala jedenfalls fest überzeugt. Genauso unverbrüchlich treu wie der Römer zu Rom und seinem Gottkaiser steht, steht Juda allerdings zu seinem Volk und seinem Glauben. Was als Meinungsverschiedenheit unter Freuden beginnt, wird schnell zum ernsten Zerwürfnis. Und ein dummer Zufall führt dazu, dass aus dem Zwist offene Feindseligkeit wird: Als der neue Statthalter Gratus mit seiner Garde am Haus der Familie Ben Hur vorbeireitet, löst sich ein Ziegel. Die hinabstürzende Dachpfanne verschreckt das Pferd des Statthalters. Der stürzt schwer, Soldat Messala wertet den Unfall als Attentat auf den römischen Beamten.

Das Perfide: Messala ist durchaus klar, wie die Dinge in Wirklichkeit liegen, nutzt den Unfall aber als Vorwand, dem jüdischen Volk gegenüber Unnachgiebigkeit zu demonstrieren. Mit anderen Worten: Messala statuiert ein Exempel an der Familie Ben Hur. Mutter und Schwester werden verhaftet, die Bediensteten der Familie entlassen und aus Fürst Juda Ben Hur wird Galeerensträfling Nummer 41. Die nächste Wendung lässt nicht lange auf sich warten, und diesmal ist es eine positive: Im Verlauf eines Seegefechtes mit phönizischen Angreifern rettet Juda dem Kommandanten der Galeere das Leben. Der zeigt sich dankbar, nimmt Juda an Sohnes statt mit nach Rom. Dort erwirbt Juda sich Verdienste als Wagenlenker, bevor es dann irgendwann Lebewohl heißt: Juda muss in Erfahrung bringen, welches Schicksal die leibliche Verwandtschaft erlitten hat, und dann gibt es da ja auch noch die ehemalige Sklavin Tirzah …

Vor vielen Jahren habe ich „Ben Hur“ schon einmal gesehen, und vor nicht ganz so vielen Jahren habe ich während eines Urlaubs, in dem mir der Lesestoff ausgegangen war, eine Reader’s Digest-Ausgabe der Romanvorlage von Lewis Wallace gelesen. Bezeichnenderweise ist mir von beidem, Film wie Buch, nicht so arg viel im Gedächtnis haften geblieben. Ich weiß, dass es im Film irgendwann ein ziemlich langes und mit ordentlich Aufwand inszeniertes Wagenrennen gibt, das Filmgeschichte geschrieben hat – was Vom Winde verweht das brennende Atlanta ist, ist Ben Hur das Wagenrennen: eine großartige, groß angelegte Szene, die dem geneigten Publikum Schauwerte in XXL bietet.

„Ben Hur“ (Untertitel: „A Story of the Christ“) ist womöglich der Monumentalfilm par excellence – in der gleichen Liga spielen sonst nur noch „Quo vadis“, „Cleopatra“ und „Spartacus“. In der Vergangenheit wurden Filme des Genres zuweilen auch schon mal ironisch als „Sandalenfilm“ bezeichnet, und tatsächlich gibt es eine Flut von Filmen, die das etwas abschätzige Etikett durchaus nicht zu Unrecht tragen. Die „Ursus, Rächer vom Rom“-Filmchen aus den Cinecitta-Studios etwa, in denen Bodybuilder Steve Reeves die Muskeln spielen lassen durfte, sind eben nicht mehr als flott heruntergekurbelter, vergleichsweise billig produzierter Abklatsch. Und „Ben Hur“, über den man natürlich denken kann wie ein Dachdecker, ist eines sicher nicht: ein B-Movie.

„Ben Hur“ ist ganz großes Kino – oder anders gesagt: Kino der großen Gefühle, Gesten, Worte und Bilder. XXL-Kintopp mit doppelt Geigen, sozusagen; und als solches Teil eines Genres, das eigentlich längst tot geglaubt war. Bis zum Jahr 2000, als der großartige Ridley Scott („Blade Runner“, Alien“) sich erfolgreich an die Wiederbelebung machte: Seit seinem Gladiator erleben Filme, die sich mit der Antike beschäftigen, eine Renaissance – kein Wunder also, dass vor einiger Zeit auch „Ben Hur“ in einer hübschen Sammler-Edition mit vier Discs neu veröffentlicht worden ist.

Wer beide Filme miteinander vergleicht, wird Parallelen entdecken, die sich nicht allein auf Sandalen beschränken, und wer – vielleicht, weil er Gladiatortoll fand – Lust dazu bekommen hat, einen der ganz großen, in Ehren ergrauten Beiträge des Genres für sich zu entdecken. Zumal das Ergrauen sich wirklich nur auf den Stil des Films beschränkt, der für heutige Verhältnisse arg pathetisch daherkommt: Bild und Ton der DVD vom Verleih Warner Brothers sind nämlich wirklich astrein – man merkt dem Bild wirklich nicht an, dass der Film bald ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat.

In meiner Sammlung gelandet ist der Film als Teil einer Box mit Warner-Klassikern aus den Fünfzigern. Und weil die komplette Box mich 9,97 EUR gekostet hat, moniere ich natürlich auch nicht, dass es sich bei meiner Ausgabe nicht um die Doppel- oder gar Quadrupel-DVD handelt. Für umgerechnet 2 Euro, die ich fürs Wiedersehen bezahlt habe, ist die DVD ein echtes Schnäppchen. Neben dem Hauptfilm in der bereits erwähnten guten Bild- und Tonqualität bietet die beidseitig bespielte DVD sogar einen Audiokommentar von Charlton Heston und weiteres Zusatzmaterial – angesichts des günstigen Kaufpreises ist das für mich eine willkommene und wirklich nicht selbstverständliche Zugabe.


R e s ü m e e

Blitzblankes Bild, beeindruckend guter Ton und interessantes Bonusmaterial machen den Vater aller Sandalenfilme auch in der Single Disc-Ausgabe schon zu einem großen Vergnügen – zumindest für Filmfans, in deren Herzen auch ein kleines Eckchen für monumentalen Edelkitsch-Kintopp reserviert ist.

25 Bewertungen, 8 Kommentare

  • Engelchen0109

    25.10.2007, 14:43 Uhr von Engelchen0109
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und LG Nadine

  • papaonline

    25.10.2007, 01:02 Uhr von papaonline
    Bewertung: sehr hilfreich

    und wieder ein toller bericht von dir nur weiter so, lg papa

  • Tut_Ench_Amun

    25.10.2007, 00:32 Uhr von Tut_Ench_Amun
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG vom Ollen :-)

  • alge52

    24.10.2007, 21:03 Uhr von alge52
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super - das Buch habe ich 3 Mal gelesen!

  • Miraculix1967

    24.10.2007, 00:44 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Den habe ich schon zigmal im Fernsehen gesehen - ist aber immer wieder ein Gucken wert - vor allem das Wagenrennen am Schluss! SH und LG Miraculix1967

  • Mondlicht1957

    23.10.2007, 21:48 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr informativer Bericht und deshalb sehr hilfreich für den Verbraucher. LG

  • bea1502

    23.10.2007, 21:36 Uhr von bea1502
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg bea

  • swissflyer

    23.10.2007, 16:47 Uhr von swissflyer
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein echter Kultfilm. Zu oft gesehen und jetzt kann ich ihn nicht mehr ab...