Brokedown Palace (DVD) Testbericht

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ab 12,95
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Erfahrungsbericht von Myhnegon

Gefangen im Land der Illusionen

Pro:

spricht viele Gefühle an, schöne Bilder und Musik, interessante Infos

Kontra:

teilweise vorhersehbar

Empfehlung:

Ja

Heute möchte ich Euch mal wieder einen Film vorstellen, der kürzlich im Fernsehen lief – genaugenommen auf VOX...

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Die Story
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Nach dem Higschool-Abschluss wollen die ungleichen Freundinnen Alice und Darlene eine letzte Reise gemeinsam machen, bevor sie das erste Mal in ihrem Leben getrennt sein werden. Ihre Wahl fällt auf Thailand, obwohl sie Darlenes Dad denken lassen, dass sie nach Hawaii fliegen, aber Alice wollte etwas ganz besonderes für ihren Abschied. Jedenfalls lernen sie in Thailand prompt einen Typen kennen, der bei beiden zu landen versucht und sie auf einen Trip nach Hongkong einlädt.

Alice ist zunächst gar nicht so begeistert von der Idee, lässt sich aber von Darlene überreden, was sich als großer Fehler herausstellt, da sie am Flughafen festgenommen werden und man in ihrem Gepäck eine große Menge Heroin findet. Zunächst glauben sie noch, dass sie schnell wieder frei sein werden, doch mit einem Trick wird Darlene dazu gebracht ein Geständnis zu unterschreiben, sodass bald klar wird, dass ihre einzige Chance auf Freiheit in dem etwas heruntergekommenen Anwalt Yankee Hank liegt...

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Weitere Infos
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Der 1998 von 20th Century Fox in den USA produzierte Film ist etwa 100 Minuten lang und ab 12 Jahren freigegeben. Die DVD kostet bei Amazon € 17,99, während der Film dort nicht auf Video erhältlich ist. Originaltitel: „Two Girls“.

Alice.............…......Claire Danes
Darlene...................Kate Beckinsale
Yankee Hank..........Bill Pullman
Regie.......................Jonathan Kaplan
Musik......................David Newman

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Meine Meinung
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Wie man ja leider schon öfter feststellen musst, ist ein großes Staraufgebot nicht immer ein Segen, aber in diesem Falle war ich angenehm überrascht. Kate Beckinsale wirkte zwar etwas blass, was aber nicht schlecht zu ihrer Rolle passt, da sie ja die Unschuld darstellen soll. Dennoch hätte ich etwas mehr von ihr erwartet. Im krassen Gegensatz dazu steht Claire Danes, die wie für ihre Rolle gemacht zu sein scheint. Am meisten verblüfft hat mich allerdings Bill Pullman, da ich ihn immer als den lustigen, romantischen Typen aus „Während Du schliefst“ vor mir sehe und ihn mir bisher nicht als gerissenen, wenn auch etwas gestrandeten Anwalt hätte vorstellen können. Das hat sich nun allerdings geändert, da er eine solide Leistung gebracht hat, die von seiner ebenso hübschen wie überzeugenden Filmfrau noch unterstützt wurde. Am überzeugendsten fand ich allerdings zum einen den hohen Beamten, der alle reinlegt, und zum anderen Darlenes einerseits liebevollen und andererseits ziemlich harten Vater.
Dieser ist nämlich einerseits unglaublich besorgt um seine Tochter und geht andererseits mit einer unglaublichen Arroganz an die Sache, die die Situation im Prinzip nur verschlimmern kann, aber auch Alice Unbeherrschtheit lässt sie den ein oder anderen Fehler machen, der die Situation nicht gerade verbessert. Trotzdem tut sie einem Leid, weil keiner ihr glauben will, dass sie nichts von den Drogen wusste, und man kommt nicht umhin, immer wieder ihren Mut und ihre Stärke zu bewundern. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass die Musik wunderbar die Emotionen verstärkt und das während des ganzen Films. Ganz nebenbei ist es auch schön zu sehen, dass es Freunde gibt, die in dieser prekären Lage zu ihnen halten, auch wenn es mich überrascht hat, hier auf Paul Walker zu stoßen. Doch wo es Freunde gibt, muss es auch Feinde geben und so bleibt auch die obligatorische Gegenspielerin nicht aus. Allerdings muss ich sagen, dass sie zwar ein, zwei kleine Siege zu verbuchen hat, aber nicht so sehr ausgespielt wird, wie man erwarten würde, was ich sehr angenehm fand.

Besonders mutig fand ich übrigens, dass die beiden Mädchen eine solche Reise ganz alleine machen, auch wenn ich nicht sagen würde, dass mich dieser Film ermutigen würde, es auch mal auszuprobieren. Allerdings bin ich – glaube ich zumindest – nicht so anfällig für den charmanten Mann, der rein zufällig genau im richtigen Moment auftaucht, da er mich eher misstrauisch machen würde. Mit anderen Worten: schon bei seinem ersten Auftauchen beginnt der geneigte Zuschauer etwas zu ahnen. Dazu kommt, dass ich den Schauspieler schon mal in einer unsympathischen Rolle gesehen zu haben glaube, ohne allerdings genau zu wissen, in welchen Film. Jedenfalls schüren die Eifersüchteleien, die er zwischen den beiden Freundinnen entfacht, weiter das ungute Gefühl des Zuschauers, sodass man nicht mehr wirklich überrascht ist, als sie mit Drogen verhaftet werden – selbst wenn man nicht vorher die Inhaltsangabe gelesen hat. Somit kann man wohl sagen, dass der Film schon hier durchaus vorhersehbar ist.

Immerhin ist eine ebenso gute Idee wie ein guter Anfang, dass Yankee Hank ein Band von Alice bekommt und man von hier aus einen Rückblick auf die Geschehnisse bekommt und anschließend das Geschehen einfach weiterläuft. Außerdem kann ich trotz der Vorhersehbarkeit sagen, dass man wie immer trotz besseren Wissens hofft, dass das nicht nach hinten losgeht und dann im weiteren Verlauf des Films, dass alles gut wird, egal wie unrealistisch das sein mag. Dies gilt vor allem für die Spannung, die bei dem Fluchtversuch aufkommt, obwohl einem durchaus bewusst ist, dass das eigentlich nur nach hinten losgehen kann. Deshalb finde ich den Untertitel „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ausgesprochen passend gewählt, obwohl man sich letztlich nur noch fragt, was diesmal wieder schief geht. Dabei fällt mir ein, dass das Ende schon einigermaßen überraschend ist, aber sehr gut zu dem Film passt und einem auch die ein oder andere Träne abringt.

Es ist aber auch ein sehr heftiger Weg, den die beiden beschreiten müssen und man kann es nur als gemein bezeichnen, wie sie hereingelegt werden. Darüber hinaus ist es ziemlich interessant, wie der Vollzug in Thailand dargestellt wird, wobei man sich fragt, ob das wirklich so läuft, und ob wirklich ein einzelner Mann die Macht hat, einen zu begnadigen oder schlicht verrotten zu lassen. Hierbei kommt eine ebenso unbändige Wut auf das System auf wie bei den fiesen Manövern mit denen versucht wird, den Mädchen Geständnisse abzuringen. Darüber hinaus kann man kaum glauben unter was für schrecklichen Umständen die Haft dort vonstatten geht, da unsere Gefängnisse vergleichsweise 4*-Hotels sind. Allerdings fragt man sich bei dem kurzen Blick, den man auf eine Drogensüchtige erhält, die ebenfalls als Kurier tätig war, dennoch, wer schlechter dran ist. Hierbei muss ich gestehen, dass ich nicht erwartet hatte, dass dieser Film so anrührend und tiefgehend ist. Somit ist der Film zwar unblutig und mit sehr wenig Action versehen, aber dennoch hart und teilweise eklig.

Etwas irritiert hat mich anfänglich übrigens, dass mal wieder Buffys Synchronstimme dabei war, woran ich mich aber recht schnellt gewöhnte. Ansonsten ist mir an der Synchronisation ehrlich gesagt nichts besonderes aufgefallen, sodass ich sie weder positiv noch negativ werten würde. Ähnliches gilt für Regie und Kameraführung, wobei ich sagen muss, dass einiges schon recht gekonnt eingefangen wurde und besonders die Thailandbilder vor dem Gefängnisaufenthalt der Mädchen einen besonderen Reiz. Dieser Reiz wird noch durch die spielend einfließenden Informationen über interessante Gebräuche und teilweise die Geschichte des Landes unterstützt, sodass man ganz nebenbei etwas Wissen vermittelt bekommt. Ernüchtert hat mich hierbei besonders, dass vieles Illusion ist, was auch der Grund für meine Überschrift ist.

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Fazit
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Da mich der Film sehr positiv überrascht hat, es viel zu sehen und auch etwas zu lernen gab und überdies eine ganze Palette von Gefühlen angesprochen wurde, bekommt der Film schon mal ein klares Empfehlenswert, aber da er doch recht vorhersehbar ist, „nur“ vier Sterne.

35 Bewertungen, 1 Kommentar

  • hjid55

    10.03.2007, 20:38 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lg Sarah