Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Kathie28

Schonungslose Realität...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Schon als Jugendliche habe ich diesen Film auf Video gesehen und auch das Buch habe ich mehr als einmal gelesen. Jetzt habe ich zum Geburtstag diesen wirklich schockierenden Film auch auf DVD bekommen und möchte heute hier darüber schreiben.

VORGESCHICHTE
Christiane ist gerade sechs Jahre alt, als sie mit ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester vom Land in die Großstadt Berlin zieht.

Sie ist anders als die Anderen, ist die Kleine vom Dorf, kennt weder die Spiele der Großstadtkinder noch hat sie die \"richtigen\" Klamotten an. In der Schule lernt sie dann ein Mädchen kennen, dessen Freundin Christiane gerne wäre: Kessi.

Kessi ist älter als Christiane und geht regelmäßig in die Discothek \"Sound\", zu der Zeit Europas modernste Diskothek. Christiane schafft es tatsächlich in die Clique, zu der auch Kessi gehört Kontakt zu bekommen.

DER FILM
Christiane ist glücklich. Sie hat Freunde gefunden, die sie verstehen. Alle haben, wie Christiane selbst, eine schwere Kindheit hinter sich und immer noch Probleme im Elternhaus. Dass in der Clique Trips geschmissen werden und Haschisch konsumiert wird stört Christiane nicht. Um dazu zugehören, probiert sie selbst aus wie es ist, \"breit\", also auf Droge zu sein.
Christiane geht regelmäßig in´s \"Sound\" und lernt hier Detlef kennen, einen niedlichen Jungen, der sich um sie kümmert. Die beiden werden ein Paar, sind unzertrennlich. Dann kommt der schlimme Abend im Sound: Detlef sitzt mit einer Frau zusammen. Zuerst denkt Christiane, Detlef hätte eine Andere - bis sie merkt, dass Detlef Heroin gekauft hat. Verzweifelt versucht sie ihren Freund von dem Versuch \"H\" zu nehmen wegzubringen - vergeblich.
Ein einziger Druck hat die Liebe zwischen den beiden zerstört, hat sie meilenweit voneinander getrennt.

Verzweiflung macht sich in Christiane breit, bis zu dem Tag, an dem Plakate in ganz Berlin geklebt werden: \"DAVID BOWIE KOMMT NACH BERLIN!!!\". David Bowie, das ist der Star von Christiane und ihrer Clique. Sie bekommt Karten für das Konzert und nimmt einen befreundeten Fixer mit, Hühnchen. Der ist auf Turkey und braucht dringend einen Druck. Ein Freund besorgt Heroin und geht mit Hühnchen in sein Auto, um sich einen Druck zu setzen.

Hier ist eigentlich Christianes Schiksal besiegelt.
Denn damit sie nicht alleine ist, geht sie mit den beiden in das Auto. Sie probiert zum ersten Mal Heroin.

Hier wird also mit dem Klischee gebrochen, dass man von Dealern angefixt und abhängig gemacht wird. Im Grunde bereiten sich viele Jugendliche systematisch auf Heroin vor, machen sich innerlich regelrecht bereit dafür. Weiche Drogen wie Haschisch oder Trips geben irgendwann nicht mehr den richtigen Kick, etwas \"Besseres\" muß her - das ist dann leider in sehr vielen Fällen das Heroin.

So war es auch bei Christiane. Sie wollte auch auf einer Ebene mit Detlef sein, den sie nicht vergessen konnte. Und seit diesem Abend nach dem David Bowie Konzert sind die zwei wieder unzertrennlich.

Um das Geld für die Droge zu beschaffen, geht erst Detlef anschaffen - es dauert aber nicht lange, da reicht das Geld nicht mehr für beide. So geht auch Christiane regelmäßig auf den Strich.

Dieses Doppelleben muß unheimlich anstrengend gewesen sein. Christiane ging ja nach wie vor relativ regelmäßig zur Schule und lebte noch zu Hause.
Niemand hat etwas von der Drogensucht Christianes gewusst, bis zu einem Sonntag

Christiane hatte sich im Bad eingeschlossen, um sich eine Druck zu setzen. Nach dem Schuss hat sie einen Kreislaufzusammenbruch, kippt um und hat keien Kraft meht aufzustehen. Ihre Mutter und deren Freund finden Christianes Fixerutensilien und wissen natürlich sofort Bescheid.

Christiane und Detlef entziehen zu Hause.

Diese Szenen sind im Film wirklich hammerhart nachgestellt. Schonungslos und vollkommen realistisch wird gezeigt, welche Schmerzen die beiden aushalten müssen, wie dreckig es ihnen während des Entzuges geht.

Nach dem Entzug dauert es keinen Tag, bis die Beiden dem Heroin wieder verfallen sind.
Es geht wieder nur darum Geld für die Droge zu beschaffen und sich einen Druck zu setzen.

Wie der Film endet, was für schreckliche Dinge noch passieren und vor Allem, ob Christiane es schafft, den Kampf gegen die Drogen zu gewinnen, das sollte sich jeder selbst ansehen.

Dieser Film ist alles Andere als beschönigend oder relitätsfremd. Er ist einfach nur schockierend, weil man merkt, wie leicht man in die Gefahr kommen kann, selbst Drogenabhängig zu werden.

Die DVD enthält den Film sowie Informationen über die Hauptdarstellerin Nadja Brunckhorst, über die \"wahre Christiane\" un düber den Darsteller Uli Edel.

Diese DVD hat eine Spielzeit von ca. 135 Minuten - und jede Minute hat es in sich !!! In einer wirklich schonungslosen Offenheit wird verdeutlicht, wie Jugendliche an Drogen geraten und sich opfern und quälen müssen, um immer wieder neuen Stoff zu esorgen. Mich hat vor allem betroffen gemacht, dass sich das Schiksal der Christiane F. in fast jeder Stadt und auch auf den sogenannten Dörfern immer und immer wieder wiederholt, dass man nicht sagen kann, das war mal so, sondern dass man eher sagen muß, das wird immer mehr und es wird immer schlimmer. Der Film macht betroffen, ist aufrüttelnd un dteilweise in seiner Art sehr brutal dargestellt. Da stirbt z.B. ein Freund von Christiane an einer Überdosis Heroin, liegt tot in der Wohnung, und der erste Schritt von Christiane und Detlef ist es, sich einen Druck zu setzen. Wie weit geht so eine Sucht, wie weit geht man selbst innerhalb der Sucht ? Das Alles soll der Film vermitteln, und er schafft es auch.

Wer sich für dieses Thema interessiert, sollte diesen Film auf jeden Fall gesehen haben.

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