Chucky und seine Braut (DVD) Testbericht

ab 16,88
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Erfahrungsbericht von TheBabz

Morden nach Martha Stewart

Pro:

lustig und ein wenig skurril, Teil einer klasse Filmreihe, nette Splattereffekt

Kontra:

Kleinigkeiten

Empfehlung:

Ja

Neulich habe ich mich ein wenig durch Ciao geklickt und bin dabei mal wieder über viele schlechte Kritiken zum fünften Teil der Chucky-Reihe, "Chucky's Baby", gestolpert. Daraufhin habe ich dann entdeckt, dass es zu allen anderen Teilen dieser Filmserie noch gar keine Berichte gibt - und da habe ich mir gedacht: Das sollte sich ändern! Hiermit präsentiere ich also meinen höchsteigenen Bericht über den vierten Chucky-Teil "Chucky und seine Braut". Viel Spaß beim Lesen - und bei genügend Motivation folgen auch noch Berichte zu den anderen Teilen. Aber ich garantiere für nichts.


-> Technisches Vorgeplänkel

Originaltitel: Bride of Chucky
Regisseur: Ronny Yu
Drehbuch: Don Mancini
Jahr: 1998
Genre: spaßiger Horror
Laufzeit: ca. 85 Minuten
Altersfreigabe [D]: ab 18
Darsteller: Jennifer Tilly, Katherine Heigl, Nick Stabile, John Ritter


-> Die Chucky-Historie

Alles begann im schönen Jahr 1988, als die von Don Mancini erfundene "Mörperpuppe" Chucky das Licht erblickte und somit den Auftakt für eine bislang fünf Filme umfassende Reihe bildete. Hauptcharakter der Serie ist der Serienkiller Charles Lee Ray, der vor seinem eigenen Tod noch schnell seine Seele per Magie in eine Puppe namens Chucky transferiert hat. Die ersten drei Teile (von 1988, 1990 und 1991) handeln nun allesamt davon, dass Chucky versucht, einen neuen menschlichen Wirt für seine Seele zu finden - auserkorenes Opfer ist hierbei ein gewisser Andy Barclay, der im Laufe der ersten drei Teile älter wird und sich immer irgendwie gegen Chucky erwehren kann. Zum Schluss von Teil 3 wird Chucky (mal wieder) erledigt - und nach einer Filmpause von sieben Jahren ist Chucky wieder da...


-> Die Handlung von "Chucky und seine Braut"

Alles beginnt damit, dass Tiffany (eine ehemalige Geliebte von Charles Lee Ray) sich die Überreste der von ebenjenem Serienmörder besessenen Puppe beschafft. Sie flickt die zerstörte Puppe zusammen und erweckt sie durch das altbewährte Voodoo-Ritual wieder zum Leben - in der Hoffnung, dass die beiden endlich heiraten und eine gemeinsame Zukunft haben können.
Da Chucky leider kein Interesse an einer Hochzeit hat, wird Tiffany wütend und sperrt den Armen ein. Er schafft es jedoch, zu entkommen und bringt Tiffany um - jedoch nicht ohne ihre Seele ebenfalls in eine Puppe zu transferieren. Die beiden wollen jedoch lieber ein Leben als Menschen führen - dazu brauchen sie jedoch erstens das magische Amulett, mit dem Ray damals beerdigt wurde und zweitens menschliche Wirte.
Diese finden sich schnell in Tiffany's Nachbarn Jesse und seiner Freundin Jade. Tiffany überzeugt den jungen Mann telefonisch, für sie zwei Puppen auf den entfernten Friedhof zu bringen, wo Ray's Leiche bestattet ist. Er und Jade finden dies zwar merkwürdig, doch sie brauchen das ihnen angebotene Geld, um ein neues Leben zu beginnen. Auf dem Weg ereignen sich einige Mordfälle - und Jade und Jesse beginnen, sich gegenseitig zu verdächtigen. Sie ahnen ja nicht, dass die Puppen alles andere als nur Spielzeuge sind...


-> Die Darsteller

All zu viele auffällige menschliche Darsteller gibt es in "Chucky und seine Braut" nicht, und besonders die jungen Darsteller von Jade, Jesse und ihrem gemeinsamen Freund David hinterlassen bei mir eigentlich keinen bleibenden Eindruck. Nicht, dass sie sonderlich schlecht spielen würden - sie sind einfach weder wesentlich bekannt noch herausragend begabt.
Um einiges interessanter ist wohl die 1958 Jennifer Tilly, welche in "Chucky und seine Braut" die Rolle der Tiffany verkörpert. Es ist kein Geheimnis, dass Jennifer Tilly optisch recht wandlungsfreudig ist und zudem oftmals irgendwo zwischen glamourös und burschikos schwankt. Hier tritt sie mit blonder Haarpracht und perfektem Makeup auf, ein wenig verführerisch, aber trotzdem eine eiskalte Killerin. Jennifer Tilly ist mit Sicherheit nicht die begabteste Schauspielerin aller Zeiten, aber sie passt einfach in die Rolle der Tiffany. Als Randbemerkung sei noch gesagt, dass sie im fünften Teil der Reihe ebenfalls mitspielt: Diesmal allerdings als sie selber.
Desweiteren möchte ich noch kurz John Ritter erwähnen, der als Jade's unsymphatischer Onkel zwar keine Hauptrolle hat - aber John Ritter war einfach ein klasse Schauspieler. Den 2003 Verstorbenen kennt man unter anderem als J.D.'s Vater in der Serie "Scrubs" oder auch als lustigen Roboter Ted aus "Buffy - Im Bann der Dämonen". Auch seine Liste an Filmrollen ist nicht kurz, unter anderem hat er in der klassischen Steven-King-Verfilmung "Es" mitgespielt.


-> Regie und Drehbuch

Wie bei allen fünf Teilen der Reihe stammt das Drehbuch zu "Chucky und seine Braut" aus der Feder von Don Mancini. Trotz des immer wieder kehrenden Grundmotivs schafft es Mancini immer wieder, die von ihm entwickelten Figuren neu zu charakterisieren und in neue Verwicklungen zu stürzen. Den Platz auf dem Regiestuhl übernahm diesmal der Chinese Ronny Yu, der unter anderem auch 2003 "Freddy vs. Jason" verbrach. Hier scheint er seine Arbeit jedoch um einiges besser zu machen.


-> Meine Meinung zum Film

Ich sollte vielleicht vorneweg nehmen, dass ich ein großer Fan der ganzen Chucky-Reihe bin, und somit auch vom vierten Teil äußerst begeistert bin. Die ganze Story ist zwar wirklich nichts besonderes, aber durch besessene Puppen bekommt das ganze Thema des irren Serienmörders eine ganz besondere Art von Flair. Auch hier schwingt natürlich immer noch das Irritationsmotiv mit: Etwas prinzipiell niedliches und harmloses entwickelt sich zur unberechenbaren Gefahr. Zugegebenermaßen fällt der mittlerweile zerstörte und wieder reparierte Chucky mit all seinen Nähten und angetackerten Haaren nicht mehr unbedingt in die Kategorie "niedlich", aber er ist und bleibt ein Spielzeug.

Auch schon die früheren Chucky-Teile konnten mit einer gewissen Menge Humor aufwarten, aber Teil vier setzt hierbei völlig neue Maßstäbe. Es gab tatsächlich Szenen, in denen ich richtig lachen musste - dazu trugen einerseits Handlungsverwicklungen und andererseits auch diverse skurrile Nebencharaktere dar. Einer dieser Kandidaten ist der von Alexis Arquette gespielte, unglaublich karikiert dargestellte 'Gothic-Freak' Damien, der scheinbar gerne der Liebhaber von Tiffany wäre - allerdings hat er es noch nicht so recht geschafft, sie zu beeindrucken, da er noch nie jemanden umgebracht hat. Diese Chance wird ihm auch ein für alle mal genommen, denn er fällt als erstes Opfer der Mörderpuppe zum Opfer.

Chucky selber bleibt ebenfalls ein merkwürdiger Charakter, welcher sich neben seiner Lust zum Morden durch sexistische Kommentare auszeichnet. Ihm zur Seite steht Tiffany, welche gerne mit Weisheiten ihrer Mutter sowie mir Tipps von Martha Stewart ("Amerikas Vorzeigehausfrau") aufwartet, parallel dazu jedoch eine genauso eiskalte und irre Mörderin ist wie Chucky selber. Die beiden sind sich zwar öfters am streiten, aber im Prinzip gehören sie wohl irgendwie zusammen - womit ich auch um das zweite bedeutende Pärchen des Films umleiten kann: Jade und Jesse.

Im Vergleich zu den beiden Puppen kommen die menschlichen Darsteller was die Charakterisierung angeht verhältnismäßig schlecht davon. Jade leidet unter dem Terrorregime ihres Onkels und will diesem zusammen mit Jesse entkommen. Während die beiden zunächst noch ein Herz und eine Seele sind und sogar zwischenzeitlich noch heiraten, wird ihre junge Beziehung bald durch Misstrauen geprägt. Die beiden werden verdächtigt, die Morde verübt zu haben, welche ja eigentlich das Werk von Chucky und Tiffany sind. Sowohl Jade als auch Jesse verdächtigen im Folgenden den jeweils anderen, woraufhin der gemeinsame Freund David als Mittler eingeschaltet wird - was allerdings niemanden weiterbringt, denn kurz vor seinem Ableben glaubt dieser, dass BEIDE völlig irre geworden sind.

Wie man schon bemerkt hat, wird in "Chucky und seine Braut" der ein oder andere um die Ecke gebracht. Es handelt sich zwar um keinen klassischen Splatterfilm, aber die ein oder andere Szene rechtfertigt - vorsichtig ausgedrückt - die "ab 18"-Freigabe durchaus. Wenn beispielsweise ein Pärchen im Wasserbett von Spiegelscherben durchbohrt oder das Gesicht von Jade's Onkel mit Nägeln beschossen wird, sieht das alles schon recht nett aus und weist auch ein gewisses Maß von Kreativität auf. Wie sagte schon Martha Stewart: "Improvisiere!"

Wie bereits am Titel des Films zu erkennen ist, handelt es sich bei "Chucky und seine Braut" auch in Ansätzen um einen Liebes- bzw. Beziehungsfilm. Es wird öfter die frische, wahre Liebe von Jesse und Jade mit der doch eher farcigen von Tiffany und Chucky gegenübergestellt. Zum Schluss gibt es sogar eine Art Plädoyer für die "wahre Liebe": zu guter Letzt hilft Tiffany den beiden Teenagern.

Insgesamt betrachtet ist auch dieser Chucky-Teil wieder ein wenig trashig, absolut nicht gruselig, stellenweise skurril und in höchstem Maße unterhaltsam. Aber es gibt natürlich wie bei fast allem im Leben auch die ein oder andere Schwäche: Während die Splattereffekte durchaus ansehnlich sind, sieht alles, was irgendwie blitzt, einfach schlecht aus. Auch deutet der Schluss des Films bereits sehr deutlich die - mittlerweile ja erschienene - Fortsetzung an. Kurz vor ihrem eigenen Ableben gebärt Tiffany noch ein angriffslustiges und hässliches Puppenkind. Aber dies ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Das Einzige, was mir persönlich negativ aufgefallen ist, sind einige Unstimmigkeiten gegenüber den vorangegangenen Teilen, besonders in Bezug auf den Ablauf der diversen Voodoo-Rituale. Aber solche Kleinigkeiten passieren bei längeren Filmreihen gerne mal und sind auch nicht wesentlich schlimm wie ich finde.

"Chucky und seine Braut" ist sicher mal wieder nicht für jeden was, aber mir hat er hervorragend gefallen. Die Verbindung aus dummen Sprüchen, Anspielungen auf andere Werke der Horrorgeschichte sowie dem ein oder anderen chicen Splattereffekt hat einfach einiges für sich. Vier Sterne mit starker Tendenz zu fünf für "Chucky und seine Braut".


-> Die DVD

Noch bevor man die DVD überhaupt einlegt, begegnet einem bereits eine positive Überraschung: Die Innenseite der Hülle enthält neben einer Übersicht über die dreizehn Kapitel nämlich Infotexte zu einigen der Schauspielern. Somit gleich schon mal ein kleiner Pluspunkt.
Legt man die DVD nun ein, wird man mit einem Menü konfrontiert, das mich persönlich an diese uuuuralten Horrorfilme erinnert, von denen wir einige auf Super8 haben - dunkle Bilder und eine 'reißerische' Schriftart. Die DVD enthält neben dem eigentlichen Hauptfilm in zwei Sprachen (deutsch sowie englisch mit deutschen Untertiteln) auch das ein oder andere Extra. Zunächst kann man sich eine wirklich verdammt trashige Einführung zum Film mit Jennifer Tilly ansehen, in welcher eigentlich nichts Wichtiges gesagt wird. Etwas interessanter ist das knapp zehn Minuten lange Making Of, in dem Darsteller und Macher ihre Meinung kund tun. Es wird einiges über die Charaktere und auch die Puppenspieltechnik gesagt - ganz informativ eigentlich. Abgerundet wird das Gesamtbild von einigen Trailern, unter anderem zu "Chucky un seine Braut" selber und zu "Detroit Rock City" und "The Blair Witch Project".
Die Qualität von Bild und Ton sind absolut in Ordnung. Die DVD ist kein überragendes Meisterwerk an Information und Unterhaltung, aber im Großen und Ganzen ist sie ganz gelungen und passt sich durch lächerliche Menüaufmachung und die trashige Einführung auch ans Niveau des Films an. Drei Sterne für die DVD!


-> Abschließendes Urteil

Durch den Mix an Genres und Ideen, der einem hier präsentiert wird, ist "Chucky und seine Braut" mal wieder kein Film für jeden - das will er jedoch auch nicht sein. Für mich ist das Konzept jedoch bis auf die ein oder andere Kleinigkeit aufgegangen. Deshalb gibt es auch wohlverdiente vier Sterne für den vierten Auftritt der vermutlich berühmtesten Mörderpuppe der Welt und natürlich eine Empfehlung.


Danke im Voraus für alle Lesungen, Bewertungen und Kommentare :)

28 Bewertungen, 19 Kommentare

  • Michaela2015

    24.01.2009, 16:45 Uhr von Michaela2015
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, viele grüsse michi, ps. über gegenbesuche freue ich mich natürlich immer !

  • ingoa09

    19.07.2008, 14:04 Uhr von ingoa09
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr ausführlich und hilfreich! Gruß Ingo

  • Puenktchen3844

    16.10.2007, 00:47 Uhr von Puenktchen3844
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ist ja mal wieder ein sehr guter und ausführlicher Bericht von Dir. Von mir bekommst Du 5 *****. LG

  • lassie222

    28.08.2007, 10:03 Uhr von lassie222
    Bewertung: sehr hilfreich

    Den haben wir auch! Sh!

  • Kjeldi

    29.07.2007, 11:53 Uhr von Kjeldi
    Bewertung: sehr hilfreich

    KLASSE BERICHT

  • annemone62

    27.07.2007, 13:33 Uhr von annemone62
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und LG - ANNEMONE

  • campino

    27.07.2007, 12:53 Uhr von campino
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, Andrea

  • strubbine

    27.07.2007, 12:53 Uhr von strubbine
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner Bericht, liebe Grüße

  • Puppekaa

    27.07.2007, 00:12 Uhr von Puppekaa
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh - lg Karsta

  • larshermanns

    27.07.2007, 00:11 Uhr von larshermanns
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der erste Satz ist bei Yopi ja wohl mal grottenpeinlich...

  • Mondlicht1957

    27.07.2007, 00:01 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich liebe ihn - - SH LG Pet - Lesen und gelesen werden - so macht es Spaß -

  • morla

    26.07.2007, 22:36 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    l.g. petra

  • winki36

    26.07.2007, 22:27 Uhr von winki36
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht

  • Vicky

    26.07.2007, 21:45 Uhr von Vicky
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh - Vic

  • Clarinetta2

    26.07.2007, 21:18 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    nicht so mein Fall

  • waltraud.d

    26.07.2007, 21:15 Uhr von waltraud.d
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • Gemeinwesen

    26.07.2007, 21:01 Uhr von Gemeinwesen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ja, Mensch - zwar nur eine Kopie mit Ciao-Stempel, aber immerhinque --- ein Babz-Beitrag mit Datum von heute. Da schau her. Beste Grüße vom Gemeinwesen.

  • imglas

    26.07.2007, 20:34 Uhr von imglas
    Bewertung: sehr hilfreich

    Öhm... SH und LG, oder wie geht das? xD

  • agitated

    26.07.2007, 20:32 Uhr von agitated
    Bewertung: sehr hilfreich

    supi wie immer *gg*