Clockers (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von trampastheo

Gutes Drama mit Harvey Keitel

Pro:

Lehrreich, Schauspieler, recht gute Handlung

Kontra:

Etwas mehr Spannung hätte dem Film gut getan, manche Dialoge, Regiefehler

Empfehlung:

Ja

Vor wenigen Monaten hatte ich die Freude den Film die Wiege der Sonne zu sehen, in der neben Sean Connery auch Harvey Keitel mitwirkte. Damals verlor ich eigentlich wenige Worte in meinem Bericht über Harvey Keitel, was auch zu Recht bemängelt wurde. Heute jedoch werde ich mit Sicherheit mehr zu ihm sagen, denn er ist der Protagonist in Clockers, einem Drama aus dem Jahre 1995, den ich mir vor ein paar Tagen angeschaut habe.

Handlung
Strike (gespielt von Mekhi Pfifer) verkauft täglich den Tod: er ist Drogendealer in seinem Ghetto. Doch er ist mit seinem \"Arbeitsplatz\" - der Strasse - nicht zufrieden. Deshalb bittet er seinen Oberboss, ihm eine bessere Stelle zu verschaffen. Der ist ihm bereit seinen Wunsch zu erfüllen, mit der Voraussetzung, dass er einen Menschen, den Eigentümer einer Cafeteria, ermordet. Kurz danach ist dieser Mann dann wirklich tot. Doch wer hat ihn getötet. War es wirklich Strike oder vielleicht sein Bruder Victor, der vorher mit ihm auf einen Drink war? Victor gesteht, den Mann mit vier Kugeln getötet zu haben, doch es soll Notwehr gewesen sein. Ein Polizist (Harvey Keitel), zweifelt jedoch an der Schuld von Victor. Er setzt Strike unter Druck, um die ganze Wahrheit von ihm rauszubekommen. Dabei gerät Strike zwischen den Fronten: von der einen hat er andauernd die Polizei auf den Kopf und von der anderen wird er von seinem Drogenboss in die Enge getrieben. Wie wird das ganz ausgehen?

Meinung und Gedanken zum Film
Ob Drama, Thriller oder Komödie - Harvey Keitel ist einfach mit allen Wassern gewaschen. Er hat es bereits mit Vampiren (from Dusk Till Down), Gangster-Komplotten (wie in die Wiege der Sonne) oder sympathischen Nonnen (Sisters Act) aufgenommen. In diesem Film hat er es mit dem dreckigen Geschäft der Drogendealer zu tun. Er wird in Clockers als besonders ausgefuchster Cop dargestellt. Obwohl die ganze Mordgeschichte einfach abgehackt werden könnte und Victor als Täter feststeht, kommen Keitel Zweifel auf. Und hier wird seine Menschenkenntnis in den Vordergrund gestellt: kann solch ein anständiger Familienmensch so einen Mord begangen haben? Weniger haben mir Keitels Dialoge am Anfang des Films gefallen, als man fast respektlos über dem Ermordeten steht und mit Humor und guter Laune das ganze von der Nähe betrachtet (kein schöner Anblick). Mekhi Pfifer, ein ausgezeichneter Schauspieler, ist in der Hauptrolle des Films zu sehen. Er ist gutaussehend, darstellerisch überzeugend und mit einem besonderen Charisma. Seine tragische Rolle in „Ich weiß noch immer was du letzten Sommer getan hast“ ist mir noch in Erinnerung. Doch hier ist seine Rolle ganz anders. Er ist einer der erfolgreichen Drogendealer seines Ghettos, der sich jedoch von den anderen Jungs seiner Bande unterscheidet. Er scheint feinfühliger zu sein. Seine große Liebe zu den Zügen (er hat sogar zu Hause eine elektrische Rieseneisenbahn mit Zügen vom 2. Weltkrieg) und sein Benehmen gegenüber einem kleinen Jungen, der am Ende eine wichtige Rolle im Film spielen wird, zeigen, dass er letztendlich zumindest etwas Mensch geblieben ist, wenn man so etwas überhaupt sagen kann, bei einem Wesen, dass täglich den Tod in Form von kleinen, weißen Päckchen verteilt!

Clockers ist ein recht gutes Drama, dem jedoch ein Hauch zusätzlicher Spannung nicht geschadet hätte. Aus der Sicht der Schauspieler kann man eigentlich nur gutes sagen, doch in Sachen Regie scheint Spike Lee einiges misslungen zu sein! Ich müsste lügen, wenn ich diesem Film, trotz recht guter Handlung, ausgezeichneter Schauspieler und lehrreichem Ende fünf oder vier Sterne geben würde. Einige der Dialoge, wie bereits erwähnt, passen einfach nicht in den Film. Weniger hat mir auch der Anfang des Films gefallen, als man die Namen der Protagonisten und des ganzen Teams, das für den Film gearbeitet hat sieht und gleichzeitig dahinter den einen oder anderen leblosen Körper eines Menschen, von Pistolenkugeln fast zermetzelt, wahrnimmt. Schreckliche Bilder, die in der ganz nahen Kameraperspektive dem Zuschauer gezeigt werden! Einer der Fehler der Regie, die fast jedem Kind auffällt, ist das Zerstören des Wagens von Strike von seinem Drogendealerboss. Nur geschieht das ganze vor dem Polizeirevier der Großstadt. Auf einmal sieht man Strike aus dem Revier mit den Polizisten herauskommen und sie sehen das demolierte Auto. Dahinter sieht man weitere Polizisten, die anscheinend vom Zerstierungswahn des Drogenbosses nichts mitbekommen haben! Klarer Regiefehler von Spike Lee! Der Film selbst ist in meinen Augen lehrreich. Strike, bekommt aufgrund des Mordes mit, wie gefährlich er lebt. Seine Entscheidung, sich von seinem Job zu trennen, macht den Jungen beim Zuschauer recht sympathisch. Wieder einmal wird klar gemacht - und das ist in meinen Augen das Resümee des Films - dass Drogen jeden Menschen zur Katastrophe führen!

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