Crazy (DVD) Testbericht

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ab 5,33
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von muckelPu

"Ich heiße Benjamin, bin 16 Jahre und ein Krüppel..."

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Benjamin ist 16, behindert und hat überhaupt kein Faible für Mathematik. Aus diesem Grunde schicken ihn seine Eltern auf ein Internat – für Benjamin einfach wieder nur eine neue Schule. Doch diesmal soll alles anders werden. Der schüchterne, aber aufgeweckte Junge schließt rasch Freundschaft mit der College-Clique und erlebt in den nächsten Monaten so einiges.
Abgesehen davon, das es mit der Mathematik auch in diesem Internat nicht weit her ist, geht´s Benjamin aber aus zahlreichen anderen Gründen nach und nach immer besser. Der halbseitig gelähmte Junge hat schon so einige Dinge erleben müssen, die er am liebsten wieder schnell vergessen würde. Klar, das er angesichts der recht skurrilen Clique, in die er nach und nach immer weiter hineinwächst, anfangs eher skeptisch beäugt. Doch wirklich: nach einem recht derben „Aufnahme-Streich“ ist er mit dabei – und findet auch schnell einen sehr guten Freund unter den Jungs.
Für Benjamin brechen rosige Teenager-Zeiten an. Die erste Liebe (wenn auch aus der Ferne) lässt nicht lange auf sich warten, Alkohol fließt in Strömen und selbst ein Besuch im Striplokal wird möglich. Bis Benni feststellt, das sein bester Freund und er selbst sich in dasselbe Mädchen verliebt haben...

„Crazy“ wurde nach dem gleichnamigen Roman des Erfolgs-Autoren Benjamin Lebert gedreht. In diesem Überraschungshit des letzten Jahres geht es im Grunde um all die schönen (oder weniger schönen) Dinge, die wohl jeder deutsche Teenager so oder ähnlich ebenfalls miterlebt hat. Kumpels, Clique, Freunde, Girlies, Mädels, Freundinnen, Tee, Bier, Schnaps und natürlich auch Faulenzen, Schule und Baggersee sind nur einige der (oberflächlicheren) Themen. Wesentlicher wird´s dann, wenn es plötzlich um Erwachsenwerden, Liebe, Sex oder gar Verantwortungsbewusstsein und die eigene Zukunft geht. Eben all die Bestandteile eines jugendlichen Lebens, die so unendlich viele Erlebnisse und Erfahrungen mit sich bringen, sind in „Crazy“ zumindest am Rande (meistens aber zentral) enthalten.
Ganz besonders eindrucksvoll wirkt „Crazy“ während des Ansehens übrigens keineswegs. Allein schon aufgrund der eher ruhigen und nur gelegentlich stramm pointierten Erzählweise wird schnell deutlich, das wir es hier weniger mit einem „ausgelassen-banalen 90-Minüter“ zu tun haben, sondern mit einem Film mit Charakter. Der eigentliche cineastische „Kick“ kommt trotz zahlreicher Gags und einigen überraschenden, emotionalen Schwerpunkten erst ein ganzes Stückchen später. Denn während der Film an sich zwar gut und humorvoll unterhält, dabei aber keine deutlichen, packenden oder gar pompösen Maßstäbe setzt (besser: setzen will!), entfaltet er seine volle Wirkung auf ganz subtile Weise. Eine Weile später ertappt sich der Zuseher (zumindest das männliche Geschlecht, denn „Crazy“ ist wohl eher ein „Jungen-Film“) nämlich dabei, wie er in Gedanken in seiner eigenen Jugend angelangt ist.
Und genau dann wird „Crazy“ zum starken Film. Völlig unspektakulär in Szene gesetzt, aber mit einem enormen hohen Potenzial an Glaubwürdigkeit und sehr nachfühlbaren Emotionen unterhält „Crazy“ weitaus tiefsinniger und realer als so mancher Teeny-Kram a la „Eis am Stiel“ – freilich ohne sich dabei je über Gebühr zu ernst zu nehmen oder moralisch-drohend den Finger zu erheben. Überhaupt wirkt „Crazy“ erstaunlich real und keineswegs so weltfremd wie dass, was viel zu oft als „Film für Jugendliche“ bezeichnet wird. „Crazy“ ist nämlich auch für Erwachsene (oder die, die es unbedingt werden wollen) höchst interessant.
So lebt der Film neben einer sehr sorgfältig angelegten Inszenierung ganz besonders von der Glaubwürdigkeit seiner Darsteller. Der bunte Mix querbeet durch alle Sorten Teens wurde dazu nicht etwa ausschließlich nur aus Schauspielschulen oder Agenturen bezogen, sondern mitunter direkt vom Schulhof weg engagiert. So entwickelt die Handlung dann auch aus dem Stand und ganz leicht eine besondere Glaubwürdigkeit und einen ganz eigenen Charme.
Fein auch, dass das Thema „Filmmusik“ eine besondere Würdigung erhielt – zwischendrin und nebenher gibt´s so manchen Song zu hören, der einfach Spaß macht. Allerdings ebenfalls, ohne dass das Thema Filmmusik dabei zur oberflächlichen Notwendigkeit verkommen wäre. Beispielsweise führt nahezu jeder Darsteller ein ganz eigenes musikalisches Thema mit sich. Und das macht Spaß.

Neben all den Streichen („Keks-Wichsen“!), Parties („Rotwein-Alarm“) und Erlebnissen fasziniert „Crazy“ dann aber auch durch seine Botschaft, wie sie normaler und selbstverständlich kaum sein kann: das Leben zu leben, so lange es geht und sich nie vom eigenen Weg abbringen zu lassen, sofern die eingeschlagene Richtung wenigstens annähernd die richtige ist. Benni, der sich anfangs durch Scheu, Scham und eine gehörige Portion Ängste auszeichnet, wächst so nach und nach zu einem sichtlich gereiften Teenager auf. Mit klaren Perspektiven und (endlich) auch wirklichen, greifbaren und für ihn wichtigen Erinnerungen und vor allem: Zielen.

22 Bewertungen, 4 Kommentare

  • _jana

    12.08.2005, 00:59 Uhr von _jana
    Bewertung: sehr hilfreich

    habe den film auch grad im TV gesehen, er ist toll :)

  • XoceansoulX

    12.08.2005, 00:49 Uhr von XoceansoulX
    Bewertung: sehr hilfreich

    den film hab ich vor etwa einer stunde beim durchswitchen im tv gesehen, mir aber nicht angeschaut. naja, wie es scheint hab ich da wohl was verpasst... lg

  • anonym

    12.08.2005, 00:43 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    ... auch wenn er wohl eher über die TV-Version als über die DVD ist ... ;-)

  • paschsolo

    12.08.2005, 00:35 Uhr von paschsolo
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich fand diesen Film sehr schön und Du hast in Deinem Bericht nichts vergessen!