Dahmer (DVD) Testbericht

Dahmer-dvd-thriller
ab 12,43
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Erfahrungsbericht von LilithIbi

Mahlzeit ~ und gute Nacht

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Da ich mehr oder minder bekanntlich begeisterter Serienmörder-Chronologie-Fan bin (wie das nun wieder klingt....) habe ich mir fast ein Loch in den Bauch gefreut, als mir eine mir sehr lieb gewonnene Person ihre DVD "Dahmer" auslieh. Mit dem Titel konnte ich erst nichts anfangen, doch irgendwo meinte ich, davon schon mal gehört oder gelesen zu haben.....



//DIE STORY & DESSEN UMSETZUNG//

dreht sich um zum Teil wahre Episoden aus dem Leben von Jeffrey Lionel Dahmer, auch bekannt als "Milwaukee Monster" der im Laufe seiner "Karriere" rund 20 junge Männer getötet und zum Teil gegessen haben soll. Wie stets in solchen Verfilmungen wurden manche Details verändert, hinzugedichtet oder ausgelassen, um das ganze bühnenreifer zu machen.

Was, wie man insbesondere bei diesem Machwerk feststellen kann, nicht immer glückt.

Fasziniert von dem Umstand, dass Dahmer in meinem Geburtsjahr zu morden begann verpuffte dieser Fesseleffekt nach und nach rigoros. Selbst ~ um im wörtlichen Zusammenhang zu bleiben ~ die Fesselszenen waren mehr nervig denn sonst was.

Im gesamten Filmverlauf fragt man sich nicht nur einmal, wie dumm; regelrecht dumm die einzelnen Opfer doch eigentlich sein konnten. Nicht, dass ich soweit gehen würde zu behaupten, dass sie es dann selbst schuld waren, was mit ihnen passierte ~ aber wer sich einmal halb vergewaltigen und (!) erwürgen lässt und dann dennoch zurückkehrt und obendrein noch von tiefen Gefühlen palavert, die er binnen der (Zitat: "beschissenen") Stunden, in denen er sein Gegenüber "schon" kennt; der muss sich auch nicht großartig wundern, dass er in dieser Welt mal auf die Nase fällt. Oder aber ganz einfach als Dinner in der Tiefkühltruhe landet.

In dem Film können wir beobachten, wie Dahmer sich seine Opfer in Homo-Bars regelrecht der Reihe nach aussucht; wobei man sich anhaltend fragt, was genau überhaupt an Jeffrey attraktiv sein sollte. Nun denn, der Alkohol macht's scheinbar möglich ~ und wenn man dann noch etwas in den Drink mixt, kann man einen recht (einseitig) amüsanten Abend verleben.
Dann und wann schleppt unser Hauptdarsteller (im übrigen dargestellt von den mir gänzlich unbekannten Jeremy Renner) jemanden nicht nur ab, sondern auch zu sich nach hause; beginnt mit seiner "darf ich dich fotografieren?" Tour und setzt seine Gäste unter Drogen.

Als der Zuschauer das erste Opfer herangeführt wird, schockt das alles noch immens; die Szene, in der Dahmer aus erhaltender kindlicher Neugierde heraus dem Schlafenden ein Loch in den Kopf bohrt verspricht mehr, als und anschließend noch vorgeführt wird.

Der Umstand, dass dieses "Experiment" dazu dienen sollte, seine Opfer zu willenlosen Sex-Sklaven zu machen indem er Säure in die "Öffnungen" füllte; wird bei der Verfilmung völlig außer acht gelassen.

Insgesamt werden die Hintergründe so gut wie gar nicht be- oder gar durchleuchtet; wer sich wirklich für die Biographie des kurzen Leben Dahmers interessiert, der sollte wohl eher einen Blick eines der beiden nachfolgend aufgeführten Bücher werfen:

~ Jeffrey Dahmer von Don Davis, Heyne, Mchn. (1992)
~ Wer ist Jeffrey Dahmer? von Robert J. Dvorchak, Lisa Holewa Lübbe (1992)

Ferner gibt es noch eine andere Verfilmung ("The secret life") über Jeffrey Dahmer; die ich aber bis dato selbst noch nicht gesehen habe.

Kommen wir aber zurück zu diesem "Werk" hier. Ingesamt könnte man sagen, dass der Film fast nur aus Rückblenden besteht; und zwar derartig, dass man des öfteren überhaupt nicht folgen kann, wann nun was passierte und was evtl. sich nur in der Gedankenwelt Jeffreys abspielte. Ich persönlich muss ehrlich gestehen, dass ich immer noch nicht ganz begriffen habe, in welcher Reihenfolge sich was abspielte und wann überhaupt Jeffrey sein Elternhaus verließ. Oder auch nur, ob die Aussage, dass seine Eltern tot seien, von ihm nun erfunden war oder nicht.

Aber egal ~ wenn man sich lediglich diese beiden Morde betrachtet, wirkt der Film noch ganz interessant, spannend sogar; der Zuschauer kann beobachten, wie sehr Jeffrey anfangs noch gegen aufsteigenden Ekel ankämpft und die Leiche vorrangig aus Angst, entdeckt zu werden, zerstückelt, nach und nach aber immer kaltblütiger und berechnender zu Werke geht.

An und für sich könnte man an dieser Stelle dann die DVD stoppen ~ alles andere ist nur noch Verhunzelung einer wahren Begebenheit.
Die stümperhaften Versuche, dass "wie, warum und wodurch" zu beleuchten, Einblick in Jeffreys Familien"situation" zu geben und sich gar in Jeffrey hineinzuversetzen schlagen meiner Meinung nach völlig fehl. Obschon ich insbesondere Jeffrey Vater dann und wann nur allzu gerne eine geklatscht hätte konnte ich einfach keine Sympathie für Jeffrey aufbringen. Während man beispielsweise Gacy in dessen Verfilmung noch irgendwie ins Herz schließen konnte und ihn ~ zumindest ansatzweise ~ als "lieben, netten Nachbarn" erlebte, wäre Jeffrey hingegen immer schon der Knabe gewesen, den man in der Schule mit Kreide beworfen hätte. Mitleid? Keine Spur.
Jeffrey wirkt gegenüber seinen Eltern hilflos; unterdrückt, nicht ernst genommen ~ all das ist keine Frage; aber irgendwie erweckte "all das" nicht einen Deut von Anteilnahme in mir. Vielmehr hätte ich auch ihm eine watschen können, da er oft so war, wie er einfach war .

Spätestens an der Stelle, wo Jeffrey schon längst alleine wohnt und sich sein offensichtlich letztes Opfer gefügig machen will; aber so gut wie gar nichts sagt würde ich am liebsten mit meinen kürzlich gekauften karamellisierten Erdnüssen nach ihm werfen. Wenn mich etwas aufregt, dann jemand, der sich penetrant ausschweigt, eine nach der anderen raucht, trinkt, und den anderen nur stupide anglotzt wie eine Milchkuh, die versehentlich das letzte Gänseblümchen umgeknickt hat.
Besser wird's dadurch, dass der cappuccino-farbige abstoßend knochige Typ uns was vortanzt ~ mit einem (Plastik)Skelett im Arm. Der Moment, als der Zuschauer den Körper des immer noch daliegenden Asiaten in Dahmers Bett sehen können, wirkt dann auch nicht mehr sonderlich nervenzerreißend. Im Grunde war es an dieser Stelle schon völlig egal, ob Mr. Magersucht den "angebohrten" Asiaten nun entdeckt oder nicht ~ man wünschte sich irgendwie nur, dass es vorbei sein würde.

Die Halb-Vergewaltigungs/Prügelszene, die Flucht und die anschließende Rückkehr mit den Worten "es fährt kein Bus mehr" setzt dem ganzen zu guter Letzt noch mal die Krone auf; so dass man nicht weiß, ob man nun lachen oder weinen soll.


//ERGO//

Wenn ich denn eine jemand wäre, die auf Regisseur und solchigem Plumpatsch achtet, dann würde ich vermutlich in den Folgejahren um David Jacobson einen Bogen machen. Nachdem ich aber "The hills have eyes" von Wes Craven sah, möchte ich diese Aussage doch wiederlegen; eben weil Craven auch sehr gute Filme auf den Medienmarkt loslies.

Somit hat meiner Meinung nach die Qualität eines Filmes nur selten viel mit dem Regisseur zu tun. Wo die Story derart schwach (um nicht zu sagen: lächerlich!) ist; da kann auch die Anweisung, dass das ein oder andere Opfer doch bitte ein wenig ängstlicher gucken soll, auch nicht mehr viel retten.

Doof nur, dass Jacobson ebenfalls für das Buch verantwortlich war ~ also haben wir immerhin jemanden, den wir die Gesamtschuld zuschieben können.

Doch die "verlorenen" 97 Minuten, die uns "Dahmer" kostete, die bekommen wir nicht mehr zurück.

18 Bewertungen, 9 Kommentare

  • Mogry1987

    28.05.2006, 19:13 Uhr von Mogry1987
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich =)

  • zicofcn

    27.05.2006, 11:16 Uhr von zicofcn
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht, LG Zico

  • Django006

    26.05.2006, 22:58 Uhr von Django006
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & *lg* Alan :>))))

  • schnekuesschen

    26.05.2006, 21:18 Uhr von schnekuesschen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht...LG Sandy :-)))

  • blackangel63

    26.05.2006, 20:53 Uhr von blackangel63
    Bewertung: sehr hilfreich

    ‹(•¿•)›…..SH - LG Anja......‹(•¿•)›

  • topfmops

    26.05.2006, 20:23 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    So lange die ‚infomail’ nicht funktioniert, lese und bewerte ich eben alles, was mir unter die Tastenuhr kommt. Wird die Administration schon sehen, was sie davon hat.

  • iii

    26.05.2006, 19:20 Uhr von iii
    Bewertung: sehr hilfreich

    +++ sehr hilfreich +++

  • Sommergirl

    26.05.2006, 19:20 Uhr von Sommergirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    buh, klingt echt schräg.....

  • Manne83

    26.05.2006, 19:18 Uhr von Manne83
    Bewertung: sehr hilfreich

    Freue mich immer über Gegenbewertung!