Dark City (DVD) Testbericht

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ab 9,11
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Erfahrungsbericht von dreamweb

Sehr spannender und düsterer Science Fiction Film

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

DARK CITY ist einer der Filme, die ich schon seit längerem kenne, mir aber jetzt auch auf DVD gekauft habe. Hier mein Beitrag über diesen düsteren Science-Fiction.


INHALT
MEINUNG
1. Allgemein
2. Schauspieler
3. Hintergründe und Effekte
4. DVD Extras
DATEN
FAZIT


INHALT

Irgendwo und irgendwann, wahrscheinlich in der nahen Zukunft. John Murdoch (Rufus Sewell) lebt in DARK CITY, einer düsteren Großstadt. Eines Tages wird er wach, kann sich aber an fast gar nichts mehr aus seinem bisherigen Leben erinnern. Von einem mysteriösen Anrufer wird er gewarnt, dass er sofort die Wohnung verlassen soll, in der er sich aufhält, denn man sei hinter ihm her. Und daraufhin wird John Murdoch auch gejagt. Zum einen ist Inspektor Bumstead (William Hurt) hinter ihm her, weil er angeblich eine Reihe perverser Frauenmorde begangen haben soll. Zum anderen begegnet ihm auch andauernd der mysteriöse Psychater Dr. Schreber (Kiefer Sutherland). Dieser warnt ihn vor bleichen Fremden, die ebenfalls hinter John her sind. Und die eindeutig auch hinter seinem Leben her sind und sich gar nicht so normal menschlich verhalten.

John irrt durch die Stadt und bemerkt plötzlich seltsame Dinge. Denn in DARK CITY scheint immerwährend nur Nacht zu sein, niemals sieht er Tageslicht. Und zu bestimmten Zeiten schlafen alle Menschen auf einmal ein, nur John und diese seltsamen Fremden nicht. Während John sich mit dem Problem herumschlägt, eventuell ein brutaler Frauenmörder zu sein, sind ihm auch immer wieder die Fremden auf der Fährte. Denn irgendwie besitzt John die Fähigkeiten, die ansonsten nur die Fremden besitzen. Sie tunen - das heißt, sie können Dinge nur mittels ihres Willen real werden lassen und verändern. Und was John auch auffällt, sie verändern auch die Menschen selbst, sie pflanzen ihnen von Zeit zu Zeit ein neues Bewußtsein ein.

Auf seiner Flucht und Reise zu sich selbst erfährt John, dass die Fremden Außerirdische sind, die ein großes Experiment an den Menschen durchführen und dass irgendetwas bei der Manipulierung seines eigenen Bewußtseins schiefgelaufen ist. Und daher wollen ihn die Fremden auch unbedingt in ihre Gewalt bringen oder beseitigen. Während dieser Flucht vor den Außerirdischen ist aber immer auch Inspektor Bumstead auf seiner Fährte und nichts scheint hier zu sein, wie es allen vorkommt...


MEINUNG

1. Allgemein

DARK CITY ist ein düsterer Science Fiction, der in die Art einer Kafka-Welt hat. Oder auch George Orwells Welt in 1984 ähnelt. Hier geht es allerdings darum, dass Menschen von Alien ohne ihr Wissen als Versuchskaninchen zu genutzt werden. Die Fremden manipulieren nicht nur jeden Tag die Umgebung der Menschen neu, in dem sie alles umgestalten, sie versuchen auch hinter das Geheimnis der menschlichen Seele zu kommen, in dem sie den Menschen von Zeit zu Zeit das Bewußtsein austauschen. Und das machen sie so geschickt, dass die Menschen davon nichts merken, und mit dem jeweiligen Bewußtsein und Erinnerungen so leben, als haben sie es immer gehabt. Jedenfalls klappt das in den meisten Fällen. In ein paar Fällen, denen von John eingeschlossen, ging etwas schief, dann bekommt der Mensch mit, was mit ihm passiert ist oder ihm fehlen Teile des \"eingepflanzten\" Gedächtnisses, so dass er sich mehr Gedanken um seine Existenz macht, als den Außerirdischen lieb ist.

Ich habe lange keinen so in dunkel gehaltenen Film gesehen und Anfangs war ich darüber auch sehr irritiert. Aber im Gegensatz zu manchen Filmen hat hier alles seinen Sinn. Und warum es in DARK CITY kein Tageslicht gibt, das erfährt man mit John im Verlauf des Filmes. Hier entsteht eine gothikartige und sehr düstere Stimmung durch viele Halbdunkle Szenen. Aber auf der anderen Seite wurde alles so gut gemacht, dass man auch alles mitbekommt. Von den seltsamen Mäntel tragenden Fremden bis hin zu Häusern, die sich vor den Augen verändern, in dem sie wachsen, breiter oder schmaler werden.

Das Grundthema ist sehr interessant. Denn die Außerirdischen wollen nur herausbekommen, was Individualismus und unsere Menschlichkeit ausmacht. Sie benötigen es, weil sie nur über ein Gruppenwissen verfügen und auf diese Art am Aussterben sind. Wie sie es hier machen, ist auch sehr gut gemacht und gleichzeitig beängstigend. Denn man sieht, wie leicht hier die Menschen zu manipulieren sind und wie leicht sie auch mit ihrer momentanen Existenz leben und alles für wahr halten.

Insgesamt ist dieser Science Fiction durch seine beklemmende Alptraumwelt schon fast ein Horrorfilm. Obwohl die für das Genre typischen Horroreffekte fehlen. Von den seltsamen Bewußtseinsmanipulationsspritzen mal abgesehen. Aber dass ich die für Horrorhaft halte, kann auch an meiner noch vorhandenen Grundangst vor Spritzen liegen.


2. Schauspieler

Rufus Sewell, der hier den von allen gejagten John Murdoch spielt, war mir erst kürzlich noch im Gedächtnis geblieben. In dem Film \"Die Prophezeiung\" mit Kim Basinger spielte er den bösartig charismathischen Sektenführer, der versucht, ihre Nichte zum Satan hinzuführen. Und obwohl er hier die Hauptrolle spielt, weist er auch in DARK CITY diese düsteren Züge auf und wirkt wie kurz vor dem Wahnsinn. Aber das ist hier gewollt, denn es geht darum, dass ein Mensch sich damit befassen muss, möglicherweise ein Serienmörder zu sein. Und zudem erlebt er Dinge, die er nie für wahr halten würde. Rufus Sewell spielt John Murdoch hier überaus glaubwürdig und bis zum Schluss fragt man sich als Zuschauer, was er wohl mit seinen neuen Super-Fähigkeiten anstellen wird.

William Hurt gehört dagegen zu meinen Lieblingsschauspielern. Er ist einer der Schauspieler, der eine sehr positive Ausstrahlung hat. Mit der große Frust und Gorky Park wurde er bekannt und auch begehrt. Hier spielt er einen Inspektor, der hinter die Dinge blicken will. Anfangs will er Murdoch nur schnappen, aber irgendwann werden die Ungereimtheiten zu groß und er wird neugierig. Und versucht auf seine Art zwar Murdoch zu erwischen, ihm aber auch zu helfen.

Kiefer Sutherland als Dr. Daniel Schreber ist eine sehr interessante Persönlichkeit. Er ist derjenige, der dafür, dass er sein Wissenschaftlerbewußtsein behalten darf, alle anderen Menschen verrät und auch mit den Außerirdischen zusammenarbeitet. Aber man merkt immer wieder, dass er durchaus seine eigenen Pläne hat, die nicht unbedingt mit denen er Außerirdischen gleich sind. Auch er ist ein sehr bekannter und guter Schauspieler. So eine seltsame und faszinierende Rolle wie hier, hatte er aber meiner Ansicht nach noch nicht. Und auch diese Rolle schafft er zu spielen, als passe sie genau auf ihn. Daniel Schreber ist im Film somit die geheimnisvollste Person und sehr undurchsichtig. Kiefer Sutherland hat mir sehr gut in dieser Rolle gefallen.

Erwähnenswert sind ansonsten noch Jennifer Connelly als Johns Frau Emma Murdoch und auch die extremen Persönlichkeiten der Fremden. Die Schauspielerei hat mir hier insgesamt sehr gut gefallen, nichts wirkt steif oder unpassend.


3. Hintergrunde und Effekte

Die Idee zu \"DARK CITY\" entnahm Proyas \"den Träumen, die ich als Kind hatte. In meiner Phantasie war ich sicher, daß, während ich schlief, dunkle Gestalten in mein Zimmer kommen würden, die alles verrückten und umstellten.Auch wenn das vielleicht ein wenig bizarr klingt, meine ich doch, daß die Furcht vor der Dunkelheit eine der kindlichen Grundängste ist. Und sobald ich in einem meiner Bücher auf diese Vorstellung gestoßen war, hat sie mich nächtelang verfolgt, ließ mich nicht schlafen und hat mich dazu gebracht, mich morgens als erstes immer besonders mißtrauisch in meinem Zimmer umzusehen.\"

Diese Ängste hat er in Darc City brilliant verfilmt. Den Film kenne ich schon seitdem er auf Video rauskam. Und schon damals fand ich es selbst faszinierend, so eine Alptraumwelt reell als Film lebendig werden zu lassen. Zudem hat hier Alex Proyas auch seinen Film so verwirklicht, dass man nicht nur reine Action-Szenen ansieht und eher passiv ist. Man wird hier immer wieder zum Nachdenken angeregt. Und das ist auch eines der Anliegen von Proyas.

Interessant und erwähnenswert sind hier aber auch die Dreharbeiten. DARK CITY spielt wie Proyas Erstlingswerk \"The Crow\" in einer düsteren Großstadt. Aber die Technik des Filmens und die Möglichkeiten hatten sich in der Zwischenzeit sehr geändert. Undsomit sah der gesamte DARK CITY Produktionsplan nurzwei Außendrehs bei Tageslicht vor, nämlich die beiden Strand-Szenen. Ansonsten mußten die Schauspieler, wie ihre Figuren im Film, monatelang in der Dunkelheit leben.

Ein Teil des Filmes zeigt auch die kahlköpfigen Außerirdischen, die in der Unterwelt leben und von da aus DARK CITY überwachen und gestalten. Verantwortlich für diese Unterwelt war Produktionsdesigner Patrick Tatopoulos (Independence Day, 1996 / Godzilla, 1998). Drei Monate lang baute Tatopoulos\' Crew an dem komplexen Set. Und trotz der Kürze entstand hier eine faszinierende fremdartige und gruselige Welt. Eine Welt in der Hunderte der kahlköpfigen und manteltragenden Fremden leben.

Dominiert wird der Film DARK CITY aber auch durch die beeindruckenden Effekte und die passende oft sehr düstere Musik. Die Effekte wurden durch die australische Firma D-Film eingebracht. Und es ist wirklich genial, wie man beispielsweise zeigt, wie sich DARK CITY verändert und wie gerade am Schluß auch gezeigt wird, was mit den Menschen passiert, die sich gerade an diesen Stellen befinden. Aber selbst in den normalen, täglichen Änderungen von DARK CITY ist es beeindruckend, wie sich hier die Gebäude mit realistischen Tönen ändern, sich Treppen zwischen andere Treppen schieben und Türme entstehen. Trotz der Düsterheit und des Alien-Mensch-Themas ist DARK CITY auch ein Feuerwerk an Effekten, allerdings sehr gut gemachten und passenden Effekten.


4. DVD Extras

Die DVD ist im 16:9 widescreen-Verahren 1:2,35 ausgestattet. Als Tonformat wird sowohl in Deutsch als auch in Englisch Dolby Digital 5.1 angeboten. Die Klangqualität ist hier hervorragend. Sprachen sind nur Deutsch und Englisch mit deutschen nicht ausblendbaren Untertiteln vorhanden. Auch für die deutsche Version gibt es Untertitel, aber die sind ausblendbar. Die DVD hat den üblichen Ländercode 2.

An Extras gibt es zwar einiges zu sehen, aber nur in Englisch Originalton. Das ist besonders bei dem Making Off sehr schade, denn da habe ich lieber auch Deutsch. Auch Trailer und Interviews sind vorhanden, aber wiederum alles nur in Englisch.

Positiv ist mir hier das Booklet aufgefallen, das nicht nur aus einer einzelnen Din A 5 Seite wie üblich besteht. Hier hat man eine kleine 8 Seitige Informationsbroschüre, in denen über die Hauptdarsteller und auch Alex Proyas sehr viel steht. Drei der Seiten behandeln aber nur das DVD-Thema allgemein.

Insgesamt eine sehr gute Bild- und Tonausstattung, die Extras haben mich weniger überzeugt, da sie nicht übersetzt wurden oder wenigstens überall Untertitel vorhanden sind.


DATEN

Titel Deutschland: DARK CITY
Titel USA: DARK CITY
Genre: SF-Thriller
Kino Deutschland: 1998
DVD Deutschland: 1999
Laufzeit DVD: 96 Minuten plus Extras
Anbieter: Kinowelt

FSK: Freigegeben ab 16 Jahre


Darsteller:
Rufus Sewell (John Murdoch)
William Hurt (Inspektor Bumstead)
Kiefer Sutherland (Dr. Daniel Schreber)
Jennifer Connelly (Emma Murdoch)
Richard O\'Brien (Mr. Hand)
Ian Richardson (Mr. Book)
Bruce Spence (Mr. Wall)
Colin Friels (Walenski)
John Bluthal (Karl Harris)
Mitchell Butel (Husselbeck)
Mellisa George (May)
Frank Gallacher (Stromboli)

Regie: Alex Proyas

Produzenten: Andrew Mason, Alex Proyas
Drehbuch: Alex Proyas, Lem Dobbs, David S. Goyer
Vorlage: Story von Alex Proyas
Buch zum Film: Roman \"DARK CITY\" von Frank Lauria
Musik: Trevor Jones
Kamera: Dariusz Wolski
Spezialeffekte: Mara Bryan, Arthur Windus, Andrew Mason, Bruce Hunt, D-Film Services
Ausstattung: Patrick Tatopolous, George Liddle
Schnitt: Dav Hoenig
Kostüme: Liz Keogh
Ton: David Lee


FAZIT

DARK CITY ist ein sehr düsterer Science Fiction, der anspruchsvoll und spannend zugleich ist. Ein Film, der fast nur im Dunklen spielt und trotzdem den Zuschauer alles gut erkennen läßt. Gruseleffekte entstehen hier durch die genialen Änderungen in der Stadt DARK CITY und durch die Persönlichkeitsänderungen der Menschen. Und daher, weil die Menschen das nicht mitbekommen und hier im Film nur Versuchskaninchen für die Außerirdischen sind, die mehr über die Individualität und das menschliche Bewußtsein herausbekommen wollen. DARK CITY ist ein düsterer Science Fiction-Action Film, der die Gänsehaut mehr durch die intelligente Machart als durch Schockeffekte entstehen läßt.

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