Das Leben ist schön (VHS) Testbericht

Das-leben-ist-schoen-vhs-drama
ab 7,56
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

5 Sterne
(10)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von dreamweb

Beeindruckend schöner und trauriger Film

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Gestern Abend kam einer der Filme im Fernsehen, für den ich mich schon seit langem interessiere. VOX sendete um 20.15 Uhr das KZ-Drama \"Das Leben ist schön\", in dem es um Liebe, Mut und einen Mann geht, der anderen immer wieder zeigt, dass das Leben schön ist. Hier mein Beitrag zu diesem imposanten und sehr guten Film.

1.Inhalt
2.Meinung
-Generell
-Schauspieler
-Sonstiges
3.Daten
4.Fazit


INHALT

Die Geschichte spielt in Italien zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Der junge Guido kommt in die toskanische Stadt Arezzo und lernt dort die hübsche Lehrerin Dora kennen. Dora soll sich mit einem Mann einer guten italienischen Familie verloben. Aber auf der Feier, auf der ihre Verlobung verkündet wird, läßt sie sich von Guido zu Pferde aus einem Nobelhotel entführen und heiratet diesen auch später. Guido allerdings ist Jude und immer mehr gewinnt der Faschismus und Antisemitismus auch in Italien an Macht.

Ein paar Jahre später. Guido und Dora haben jetzt einen kleinen Sohn namens Giosue, der gerade lesen und rechnen kann. Am Tag seines Geburtstags werden Guido und der kleine Giosue von den Nationalsozialisten verhaftet und in ein KZ deportiert. Die nichtjüdische Dora folgt ihnen aus Liebe mit ins KZ. Sie will ihren Mann und Sohn nicht im Stich lassen und in dieser Gefahr wissen. Im Lager wird sie aber direkt ins Frauenlager gesteckt, hat also keine Kontaktmöglichkeit zu Guido und Giosue.

Währenddessen versucht Guido mit allen Mitteln, seinen Sohn vor der schrecklichen Wahrheit zu schützen. Er liebt seine Frau und seinen Sohn so sehr, dass er nichts unversucht läßt, um seiner Frau im anderen Lager Hoffnung zu machen. Und er erfindet eine Geschichte für seinen Sohn. So macht er dem Kleinen klar, dass es sich nur um ein von ihm organisiertes Spiel handelt. In diesem müssen alle gegeneinander antreten. Und der Gewinner erhält einen echten Panzer, wenn er tausend Punkte zusammen hat.

Und während der gesamten grausamen Zeit im KZ erfindet er immer neue Ausreden und Möglichkeiten, um seinen Sohn davon zu überzeugen, dass es sich wirklich nur um ein Spiel handelt. Dabei geht er selbst viele lebensbedrohliche Gefahren ein. Denn für ihn zählen nur drei Dinge, die Hoffnung, seine Frau und sein kleiner Sohn....


MEINUNG

-GENERELL

Das Leben ist schön ist kein sehr einfacher aber sehr schön anzusehender Film. Er ist anspruchsvoll und spannend zugleich. Und zudem ist der Film auch sehr humorvoll. Denn Guido ist ein Mensch, der die Tücken des Lebens doch immer mit Humor nimmt. Und der auch eine unwahrscheinliche positive Ausstrahlung hat. Selbst in den schlimmsten Situationen schafft er es, durch sein persönliches Verhalten, seiner Frau oder seinem Sohn noch ein Lächeln zu verlocken.

Es geht hier um eine sensible Verfilmung des Judenthemas, wenn auch diesmal alles in Italien spielt. Von den Anfängen des Faschismus bis zu den Massenvernichtungen der Juden bekommt der Zuschauer hier alles durch Dora, Guido und Gisosue mit. Wo man am Anfang nur schaudert, als Kindern Rechenaufgaben vorgegeben wird, in dem es um Geldvorteile durch das Töten kranker Menschen geht bekommt man später sehr direkt auch die Internierung in KZs, die Fronarbeit bis zum Umkippen und die Vergasung von nicht arbeitsfähigen Menschen mit.

Aber trotz allem versucht hier Guido seinem Sohn noch Hoffnung zu machen. Bzw. es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, dass der Kleine in Panik gerät und sich damit noch mehr gefährdet. Mit seinem gut ausgeklügelten Panzer-Punkte-Spiel schafft er es, den Jungen das alles trotz einige Aussagen von Mitgefangenen wie ein Spiel sehen zu lassen. Und bis zum Schluß glaubt auch Guido seinem Vater und tut, weil er das Spiel gewinnen will, auch alles was der Vater sagt. Bloß dass er dieses nicht wegen des Spiels machen muss, sondern es dem Schutz seines Lebens dient. Aber das weiß der Kleine nicht, daher geht er auch Locker an die Aufgaben heran, die ihm sein Vater stellt. Denn wie viele kleine Jungens ist es ein Traum für ihn, einen echten Panzer zu bekommen.

Der Film handelt neben der Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit aber auch von der Liebe. Es ist hier die bedingungslose und uneigennützige Liebe von Guido zu seiner Frau und seinem Sohn. Aber es geht hier auch um Gegenseitige Liebe. Denn wenn auch Dora eher seltener zu sehen ist, so ist sie es auch, die ihrer Familie ins KZ folgte. Auch wenn sie genau wußte, was sie da erwartet.

Phänomenal allerdings ist Guido. Derjenige, der im Spaß den Prinzen spielt und dabei lustig bleibt und oft das sagt und macht, was seine Lieben erfreut. Derjenige hat jetzt den härtesten Part. Er sieht, wie andere Menschen sterben, erlebt mit, wie Kranke und unschuldige Kinder vergast werden und dabei muss er immer noch spaßig sein. Denn sonst würde sein geliebter Sohn ihm das Spiel nicht mehr glauben. Teilweise war mir bei den Szenen zum heulen zumute. Denn gerade, wo es zum Schluß zugeht, spitzt sich die Situation zu und da riskiert Guido alles, um seine Frau und seinen Sohn zu retten. Und dabei zeigt er niemals Angst, sondern spielt noch den Hampelmann für den Sohn, damit dieser meint, alles sei Spaß und ein Spiel.


- SCHAUSPIELER

Hier möchte ich erst einmal ein generelles Lob aussprechen. Denn neben dem hier genial spielenden Roberto Benigni als Guido überzeugten hier alle, einschließlich der Nebendarsteller. Dadurch wirkt der Film erschreckend realistisch. Realistischer als man es bei dem Thema überhaupt mag. Das Distanzieren gelang mir hier nicht. Nicht umsonst bekam Roberto Benigni hier auch den Oskar für den besten Schauspieler. Es ist fast unvorstellbar, wie leicht es ihm hier zu fallen scheint, in den ausweglosesten Situationen noch seinen Lieben Hoffnung zu machen. Sei es nun durch sein \"Spiel\" als auch durch alle Nutzung von Möglichkeiten, seiner Frau ein Lebenszeichen von ihm und den Sohn zu spielen. Er spielt unwahrscheinlich glaubhaft, weshalb ich gleich auf ein wichtiges Detail kommen möchte, was sich bitte nur derjenige durchliest, der den Film kennt oder dem es nichts ausmacht, etwas sehr wichtiges jetzt schon zu wissen.

******DETAIL*******
Stell dir einfach nur vor, du weißt, dass gleich alles für dich aus ist und das du auf alle Fälle sterben musst. Und trotzdem, damit der Sohn nicht durchdreht und dadurch auch getötet wird, hältst du an der Spielrolle fest. Und Du lächelt deinem Sohn noch einmal zu, zwinkerst schalkhaft und gehst im Stechschritt wie ein Hampelmann neben einem Wachmann her, der dich gleich erschießen wird. Und du bemerkst durchaus, dass es dem Wachmann nicht gefällt, gerade von dir so verulkt zu werden. Trotzdem machst du so weiter, denn du weißt, dass dein Sohn zusieht. Ich finde es so bemerkenswert, dass ich es erwähne, auch wenn es ein sehr wichtiges Detail des Filmes ist. Hier zeigt sich für mich nicht nur die Opferbereitschaft eines Menschen für einen anderen, den er liebt. Nein hier wird auch durch einen Menschen alles so dargestellt, dass man es ihm glaubt. Man glaubt es ihm, da man die Liebe der Person glaubt, die er darstellt.
******DETAIL ENDE*******

Sehr gut gefielen mir aber auch Nicoletta Braschi als die immer etwas traurig wirkende Dora, Giorgio Cantarini als der kleine aufgeweckte Giosue und auch Horst Buchholz als Dr. Lessing, der KZ-Arzt und früherer Freund von Guido. Aber selbst Menschen, wie der Onkel, die eigentlich nur kurz im Film erscheinen, hinterlassen eine sehr große Wirkung.


- SONSTIGES

Das Leben ist schön wurde mehrfach zum Oscar ® nominiert und erhielt auch mehrere Oskars und andere Preise:

Oscar für 1998 für \"Das Leben ist schön\" (Bester Auslandsfilm)
Oscar für 1998 für Roberto Benigni (Hauptdarsteller)
Oscar für 1998 für Nicola Piovani (Musik-Drama)

Oscar-Nominierung für 1998 für \"Das Leben ist schön\" (Bester Film)
Oscar-Nominierung für 1998 für Roberto Benigni (Regie)
Oscar-Nominierung für 1998 für Vincenz Cerami, Roberto Benigni (Drehbuch-Original)
Oscar-Nominierung für 1998 für Simona Paggi (Schnitt)

Der Film wurde zudem 1998 in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

Die Musik ist sehr passend und untermalt den Film perfekt. Der italienische Komponist Nicola Piovani hat schon seit 1970 Erfahrungen mit Filmmusiken, was man hier auch merkt.


DATEN

Titel Deutschland: Das Leben ist schön
Titel Italien: La Vita e Bella
Genre: Drama
Farbe, Italien, 1998
FSK: 6 Jahre
Kino Deutschland: 1998-11-12
Laufzeit: 124 Minuten

Darsteller:
Roberto Benigni (Guido)
Nicoletta Braschi (Dora)
Giorgio Cantarini (Giosue)
Giustino Durano (Onkel)
Sergio Bustric (Ferruccio)
Marisa Paredes (Doras Mutter)
Horst Buchholz (Dr. Lessing)
Lydia Alfonsi (Guicciardini)
Giuliana Lojodice (Gemeinde-Sekretärin)
Amerigo Fontani (Rodolfo)

Regie: Roberto Benigni
Produzenten: Elda Ferri, Gianluigi Braschi für Melampo Cinematografica
Drehbuch: Vincenzo Cerami, Roberto Benigni
Musik: Nicola Piovani
Kamera: Tonino Delli Colli


FAZIT

Das Leben ist schön ist ein sehr guter und durchgängig interessanter und nachher auch spannender Film über einen Vater und Ehemann, der bedingungslos versucht, seine Familie zu schützen, und ihnen auch dort noch Freude zu schenken. Es ist ein unwahrscheinlich trauriger Film, in dem man aber trotz allem auch lachen kann. Dabei wird das KZ-Leben mit allen seinen Grausamkeiten sehr realistisch gezeigt. Ein Film für Menschen, die anspruchsvolle Filme mögen und bereit sich sich mit den Themen Faschismus, Antiseminismus und Judenverfolgung auseinanderzusetzen. Ein schön-trauriger Film, der mich sehr beeindruckt hat.


Liebe Grüße - Miara

23 Bewertungen, 2 Kommentare

  • werwoelfin666

    12.06.2002, 15:05 Uhr von werwoelfin666
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr guter Film! Aber am Ende halt doch sehr traurig...

  • Einz75

    10.06.2002, 13:54 Uhr von Einz75
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hab den Film auch gesehen ... sehr nachdenklicher Film!!!!!!!!