Das Wunder von Bern (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von The_Brain

Die Putzfrau und die Fußballweisheiten

Pro:

Detailgetreue Verfilmung

Kontra:

nix

Empfehlung:

Ja

Nach einer Dreimonatigen Pause endlich mal wieder ein Bericht von mir. Ich berichte über einen Film, der ab dem Tag an dem ich ihn gesehen haben, meine Liste der Lieblingsfilme um eins erweitert: „Das Wunder von Bern“

Mit dem Fußball aus der damaligen Zeit, wo alles noch Schwarz- Weis war, kenne ich mich überhaupt nicht aus. Als der Film in die Kinos kam, wusste ich nicht einmal was das Wunder von Bern war. Erst später durch Erzählungen erfuhr ich, dass es sich hierbei, um eine Art Historienfilm über die Deutsche Nationalmannschaft während der Weltmeisterschaft 1954 handelt.
Erst diese Woche kam ich dazu mir den Film mal anzuschauen und ich kann nur eins sagen: „Ich bin begeistert“.

<<< Was war das Wunder von Bern ? >>>

Als „Wunder von Bern“ bezeichnet man das Final-Spiel in Bern (Schweiz) zur Weltmeisterschaft 1954, in dem sich Ungarn als Top-Favorit und die Deutsche National Mannschaft gegenüberstanden. Nachdem Deutschland bereits in der Vorrunde der WM kläglich gegen Ungarn verlor, konnten sie im Finale einen 2:0 Vorsprung der Ungarn aufholen und letztendlich mit 3:2 gewinnen.

<<< Zum Film >>>

Titel: Das Wunder von Bern
Kategorie: Drama
Land: Deutschland 2003
Länger: 117 Minuten
Regie: Söntke Wortmann
FSK: 6 Jahre

Der Film spielt in der Nachkriegszeit zur Weltmeisterschaft 1954, die eher eine Nebenhandlung darstellt. Die Haupthandlung dreht sich um eine Vater- Sohn- Beziehung, die Höhen und Tiefen durchläuft.

Matthias ist ein 11 jähriger fußballverrückte Junge dessen großes Vorbild der befreundete Nationalspieler Helmut Rahn ist. Für Matthes (Matthias) ist Helmut eine Art Ersatzvater, dessen Tasche er immer tragen darf und der ihn zu seinen Spielen mitnimmt. Ohne Matthes kann er die wichtigen Spiele nicht gewinnen - sagt er. Der leibliche Vater ist seit dem Krieg nicht wieder aufgetaucht und nun versucht sein Mutter, seine älterer Schwester und sein älterer Bruder die Familie zu ernähren.

Eines Tages, Rahn ist gerade zur Weltmeisterschaft, kommt Matthes Vater aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurück und war immer noch durch den Nationalsozialismus geprägt. Seine Kinder hielt er für undiszipliniert, undankbar und dem Fußballidol Rahn konnte er auch nichts abgewinnen. Durch sein strenges Verhalten trieb er die Familie auseinander. Er versuchte zwar sich zu bessern, erreichte aber immer das Gegenteil. Letztendlich trieb er es soweit, dass sein ältester Sohn verschwand. Doch dann kam die Einsicht und pünktlich zum Endspiel der Weltmeisterschaft folgte die Wiedergutmachung für seinen Jüngsten: er fuhr mit Matthes zum Spiel zwischen Ungarn und Deutschland in die Schweiz. Auch hier kommt ein wenig Spannung auf: \"Schaffen, die beiden es noch zum Spiel\". Ganz zappelig sitzt man vor dem Fernseher und wartet bis Vater und Sohn endlich ankommen. Matthes kommt genaurichtig: 5- 10 Minuten vor schluss, es steht 2:2. Faul an Deutschland, der Ball rollt zu Matthes. Dieser hebt ihn auf und gibt ihm seinen Vorbild Rahn, der ganz überrascht ist, ihn hier in Bern zu sehen. Der Freistoß wird ausgeführt, die Spannung steigt und Tooooorr, Toooor, Tooooor durch Rahn, der die wichtigen Spiele nie ohne sein Maskottchen Matthes gewinnt. Deutschland ist Weltmeister.


Das Happy End war perfekt.

Parallel zu dieser Haupthandlung laufen zwei Nebenhandlungen, von denen einige Szenen den Film für mich so großartig machen. Das ist zum einen der Aufenthalt der Deutschen Mannschaft in der Schweiz, wo Sepp Herberger verzweifelt versucht einige von seinen Jungs in den Griff zu bekommen und zu motivieren. Hierbei besonders erwähnenswert, woher er seine Fußballweisheiten hat: Niedergeschlagen von dem verlorenen Vorrundenspiel gegen Ungarn, kam er in ein Gespräch mit der Putzfrau des Hotels, die ihm die weltbekannten Fußballweisheiten wie „Der Ball ist Rund“, „das Spiel dauert 90 Minuten“ beibrachte.

Zum anderen die Geschichte um den Sportreporter, der die Weltmeisterschaft seiner Hochzeitsreise vorzieht. Seine fussballdesinteressierte Frau entschloss sich einfach mitzufahren und spielt in dem WM- Finalspiel einen wichtigen Part, der unter die Haut geht: Es steht 2:0 für Ungarn. Am Abend zuvor hatten die beiden eine Wette ausgemacht. Wenn Deutschland gewinnt, darf sie den Namen für ihr Kind aussuchen und wenn Ungarn gewinnt darf er es. Während es noch immer 2:0 für Ungarn steht, sagt er den zukünftigen Namen des Kindes: Roswitha. Entsetz von dem Namen steht sie auf und schreit in die mittlerweile ruhig gewordenen Massen: „Deutschland vor, ...“ . Fast alle Zuschauer feuern die Deutsche Mannschaft an, die dann wie beflügelt, das Spiel 3:2 gewinnt

Bevor ich zu meinem Fazit komme, möchte ich noch ein paar Worte über die Schauspielerleistungen verlieren, da viele Leser der Meinung sind, das das zu einem Bericht einfach dazu gehört. Meine Meinung dazu: Wenn die Schauspieler schlecht wären, würden sie nicht in so einem Film mitspielen.

Alle Schauspieler überzeugen meiner Meinung nach vollkommen und haben ihre Rolle optimal gespielt. Vor allem der Vater und der Sohn haben mich überzeugt. Das muss reichen ;-)

Wie ich bereits in der Einleitung geschrieben habe, weiß ich so gut wie nichts über den Fußball vergangener Zeiten. In anderen Berichten und Kritiken über den Film habe ich erfahren, dass der Regisseur ein kleines Meisterwerk in Hinblick auf die Details vollbracht hat: Die Spieler des deutschen Teams, der Trainer, die Drehorte und Kleidung und sogar die Dialekte sollen zum verwechseln ähnlich gewesen sein.


Fazit:
Ein amüsanter und teilweise auch dramatischer Film, der sicherlich nicht jeden anspricht. Ich kann mir gut vorstellen, dass es sowohl Fußballinteressierte als auch uninteressierte Zuschauer gibt, die dem Film nichts abgewinnen können. Ich schau ihn mir auf jeden Fall noch mal an, denn sowohl die Haupthandlung als auch die Nebenhandlungen übertrafen meine Erwartungen weit. Auch wenn das Ergebnis des Endspiels bekannt ist, bleibt es trotzdem spannend. Vor allem der Schluss hat es mir angetan, als Vater und Sohn wieder zueinander finden und Matthes zu seinem weinenden Vater sagt: Auch deutsche Männer dürfen weinen.


<<<< Ironie oder Wiedergutmachung ;-) >>>>

Das Jubiläumsspiel \"50 Jahre Wunder von Bern\" , dass letzte Woche Sonntag zwischen Deutschland und Ungarn, stattfand gewannen die Ungarn mit 2:0.
Die Ironie dabei: Diesmal war Deutschland der Topfavorit.

In diesem Sinne: Danke fürs Lesen und bewerten.

Ciao Euer Brain

7 Bewertungen, 1 Kommentar

  • liiiiindaaaaa

    29.03.2006, 15:12 Uhr von liiiiindaaaaa
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich...über gegenlesungen würde ich mich freuen;)