Das Wunder von Bern (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von starfax
Wir sind wieder wer...
Pro:
schöne bilder, witz, charme
Kontra:
nervige musik
Empfehlung:
Ja
Wir sind wieder wer...
Grade noch im Kino – und schon beim Penny-Markt an der Kasse! So schnell kanns gehen – und da ich den Film noch nicht gesehen hatte und mich nun beruflich aber mit den Helden von Bern beschäftigen muß, dachte ich – gut, kauf ich mir mal. So schlimm kanns nicht werden, wenn schon ein guter Freund sagt, er habe bei dem Film weinen müssen...
Also bitteschön, trotzdem ich angeborenermaßen Fußball-Muffel bin und selbst bei der WM allenfalls das Tagesschau – Kurzergebnis zur Kenntnis nehme, schiebe ich den Film in den Recorder...
DIE STORY:
Der kleine Matthes ist ohne Vater aufgewachsen und jüngster Sproß einer typischen Nachkriegsfamilie ( Vater in russischer Gefangenschaft, Mutter rackert sich in eigener Kneipe ab, der älteste Sohn neigt aus Protest zum Kommunismus und die Tochter flirtet mit feschen Amerikanern).
Das einzige, was ihm den tristen Alltag verschönt, ist das Fußballspielen. Zwar macht er bei den Spielen mit den Nachbarkindern keine gute Figur, aber immerhin darf er quasi als Maskottchen die Tasche des lokalen Fußballstars Helmut Rahn tragen, der ihn mit Sprüchen wie „Hey, wenn du nicht dabei bist, kann ich die wichtigen Spiele doch gar nicht gewinnen“ bei der Stange hält.
Das alles ändert sich, als überraschend nach elfjähriger Abwesenheit der Vater zurückkommt. Den jüngsten kennt er gar nicht, den anderen beiden ist er entfremdet und seine gealterte Frau entspricht so gar nicht seinem Bild, das er sich in der Gefangenschaft bewahrt hat.
Während Matthes’ Kumpel Rahn nun zur WM in die Schweiz fährt, bleibt der Junge in einer völlig neuen Situation zurück.
Und der Fremde am Esstisch bringt seltsame Ideen mit. Eine Ordnung und Disziplin müsse wieder her, die Kneipe könne verkauft werden, schließlich könne doch er noch für seine Familie sorgen und Matthes Schwärmerei für so was blödsinniges wie einen Fußballer ist ohnehin das letzte.
Aber so wirklich zurecht kommt der Kriegsheimkehrer nicht – in seinem alten Kohlenbergwerk erleidet er eine Panikattacke, die Entschädigung für die Gefangenschaft fällt erbärmlich klein aus und die Familie mag den Tyrannen nicht mehr akzeptieren.
Der große Eklat kommt, nachdem der Vater Matthes’ Kaninchen schlachtet, um zu Mutters Geburtstag wenigstens etwas gutes auf den Tisch zu bringen.
Unterdessen hat die WM – Mannschaft ihre eigenen kleinen Probleme...ein katastrophales Ergebnis gegen die Ungarn (Witzig, dass Rudi Völler gerade ähnliches passierte), Frust bei der Zweitbesetzung - u.a. eben auch Rahn, der seinen Frust schon mal im Alkohol ertränkt und eine breite Öffentlichkeit, die Sepp Herberger den Abtritt wünscht – mit möglichst tödlichen Folgen.
Mit von der Partie außerdem das Ackermann – Pärchen – ein Journalistenfrischling und seine Gattin, die dessen WM – Berichterstattungsauftrag als Flitterwochenersatz nutzt.
Nachdem Matthes’ älterer Bruder endgültig nach Ostberlin durchgebrannt ist, beginnen sich die Dinge in Essen zu klären und eine Autopartie von Vater und Sohn könnte die entscheidende Wende bringen...
DER FILM:
Drei Millionen Zuschauer in Deutschland und ein guter Erfolg im Ausland scheinen schon einiges über die Qualität des Films zu berichten. Tatsächlich ist Sönke Wortmann mit diesem Film einer der letzten Erfolge der mittlerweile in Insolvenz gegangenen Senator – Film gelungen. Auch wahrscheinlich deshalb, weil er den Schwerpunkt Fußball weitgehend vermeidet und stattdessen eine deutsche Nachkriegsfamilie in den Mittelpunkt stellt. So macht er auch den jüngeren Generationen die Bedeutung des „Wunders von Bern“ verständlicher – aus der allgemeinen Niedergeschlagenheit und den Wunden des Krieges und der Naziherrschaft erstmals wieder ein positives Wir- Gefühl aufkommen zu lassen.
Kinotauglich gemacht wurde der Stoff auch durch konsequentes Wegretuschieren der kleinen und größeren Skandale, etwa der angebliche Dopingverdacht, Sepp Herbergers Vergangenheit als Reichstrainer, damals vom Ausland entsetzt aufgenommene nationaldeutsche Ausrutscher wie das Singen der ersten Strophe der deutschen Nationalhymne im Publikum u.ä.
Entstanden ist dafür ein wunderschöner Familienfilm, nicht zu fußballlastig, mit einer hervorragenden Schauspielerriege. Allen voran Peter Lohmeiers Sohn Louis Klamroth, der den Matthes spielt, aber auch Johanna Gastdorf als dessen Mutter, Peter Lohmeier als den innerlich verödeten Kriegsheimkehrer und Lukas Gregorowicz („Lammbock“) sowie Katharina Wackernagel als das Ackermann – Pärchen – sehr süß - heimlicher Star für mich aber: Der Darsteller von Sepp Herberger (wie heißt der noch mal?).
Schöne Bilder, ein fließender Szenenreigen, allzu nervig aber: die Musik! Obwohl ich Musik im Film sehr gern habe, hier schummeln sich in jede Szene, zu jedem noch so kleinen Gefühl, was sich auf der Leinwand entfalten könnte, noch die Streicher rein um doppelt draufzudrücken...Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.
FAZIT:
Ein weitgehend gelungener, vielleicht etwas zu keimfreier Film zum Wunder – Jubiläum. Auch für Fußballdeppen kompatibel, mit Charme, sanftem Witz und kleinen und großen Dramen...Schön!
Grade noch im Kino – und schon beim Penny-Markt an der Kasse! So schnell kanns gehen – und da ich den Film noch nicht gesehen hatte und mich nun beruflich aber mit den Helden von Bern beschäftigen muß, dachte ich – gut, kauf ich mir mal. So schlimm kanns nicht werden, wenn schon ein guter Freund sagt, er habe bei dem Film weinen müssen...
Also bitteschön, trotzdem ich angeborenermaßen Fußball-Muffel bin und selbst bei der WM allenfalls das Tagesschau – Kurzergebnis zur Kenntnis nehme, schiebe ich den Film in den Recorder...
DIE STORY:
Der kleine Matthes ist ohne Vater aufgewachsen und jüngster Sproß einer typischen Nachkriegsfamilie ( Vater in russischer Gefangenschaft, Mutter rackert sich in eigener Kneipe ab, der älteste Sohn neigt aus Protest zum Kommunismus und die Tochter flirtet mit feschen Amerikanern).
Das einzige, was ihm den tristen Alltag verschönt, ist das Fußballspielen. Zwar macht er bei den Spielen mit den Nachbarkindern keine gute Figur, aber immerhin darf er quasi als Maskottchen die Tasche des lokalen Fußballstars Helmut Rahn tragen, der ihn mit Sprüchen wie „Hey, wenn du nicht dabei bist, kann ich die wichtigen Spiele doch gar nicht gewinnen“ bei der Stange hält.
Das alles ändert sich, als überraschend nach elfjähriger Abwesenheit der Vater zurückkommt. Den jüngsten kennt er gar nicht, den anderen beiden ist er entfremdet und seine gealterte Frau entspricht so gar nicht seinem Bild, das er sich in der Gefangenschaft bewahrt hat.
Während Matthes’ Kumpel Rahn nun zur WM in die Schweiz fährt, bleibt der Junge in einer völlig neuen Situation zurück.
Und der Fremde am Esstisch bringt seltsame Ideen mit. Eine Ordnung und Disziplin müsse wieder her, die Kneipe könne verkauft werden, schließlich könne doch er noch für seine Familie sorgen und Matthes Schwärmerei für so was blödsinniges wie einen Fußballer ist ohnehin das letzte.
Aber so wirklich zurecht kommt der Kriegsheimkehrer nicht – in seinem alten Kohlenbergwerk erleidet er eine Panikattacke, die Entschädigung für die Gefangenschaft fällt erbärmlich klein aus und die Familie mag den Tyrannen nicht mehr akzeptieren.
Der große Eklat kommt, nachdem der Vater Matthes’ Kaninchen schlachtet, um zu Mutters Geburtstag wenigstens etwas gutes auf den Tisch zu bringen.
Unterdessen hat die WM – Mannschaft ihre eigenen kleinen Probleme...ein katastrophales Ergebnis gegen die Ungarn (Witzig, dass Rudi Völler gerade ähnliches passierte), Frust bei der Zweitbesetzung - u.a. eben auch Rahn, der seinen Frust schon mal im Alkohol ertränkt und eine breite Öffentlichkeit, die Sepp Herberger den Abtritt wünscht – mit möglichst tödlichen Folgen.
Mit von der Partie außerdem das Ackermann – Pärchen – ein Journalistenfrischling und seine Gattin, die dessen WM – Berichterstattungsauftrag als Flitterwochenersatz nutzt.
Nachdem Matthes’ älterer Bruder endgültig nach Ostberlin durchgebrannt ist, beginnen sich die Dinge in Essen zu klären und eine Autopartie von Vater und Sohn könnte die entscheidende Wende bringen...
DER FILM:
Drei Millionen Zuschauer in Deutschland und ein guter Erfolg im Ausland scheinen schon einiges über die Qualität des Films zu berichten. Tatsächlich ist Sönke Wortmann mit diesem Film einer der letzten Erfolge der mittlerweile in Insolvenz gegangenen Senator – Film gelungen. Auch wahrscheinlich deshalb, weil er den Schwerpunkt Fußball weitgehend vermeidet und stattdessen eine deutsche Nachkriegsfamilie in den Mittelpunkt stellt. So macht er auch den jüngeren Generationen die Bedeutung des „Wunders von Bern“ verständlicher – aus der allgemeinen Niedergeschlagenheit und den Wunden des Krieges und der Naziherrschaft erstmals wieder ein positives Wir- Gefühl aufkommen zu lassen.
Kinotauglich gemacht wurde der Stoff auch durch konsequentes Wegretuschieren der kleinen und größeren Skandale, etwa der angebliche Dopingverdacht, Sepp Herbergers Vergangenheit als Reichstrainer, damals vom Ausland entsetzt aufgenommene nationaldeutsche Ausrutscher wie das Singen der ersten Strophe der deutschen Nationalhymne im Publikum u.ä.
Entstanden ist dafür ein wunderschöner Familienfilm, nicht zu fußballlastig, mit einer hervorragenden Schauspielerriege. Allen voran Peter Lohmeiers Sohn Louis Klamroth, der den Matthes spielt, aber auch Johanna Gastdorf als dessen Mutter, Peter Lohmeier als den innerlich verödeten Kriegsheimkehrer und Lukas Gregorowicz („Lammbock“) sowie Katharina Wackernagel als das Ackermann – Pärchen – sehr süß - heimlicher Star für mich aber: Der Darsteller von Sepp Herberger (wie heißt der noch mal?).
Schöne Bilder, ein fließender Szenenreigen, allzu nervig aber: die Musik! Obwohl ich Musik im Film sehr gern habe, hier schummeln sich in jede Szene, zu jedem noch so kleinen Gefühl, was sich auf der Leinwand entfalten könnte, noch die Streicher rein um doppelt draufzudrücken...Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.
FAZIT:
Ein weitgehend gelungener, vielleicht etwas zu keimfreier Film zum Wunder – Jubiläum. Auch für Fußballdeppen kompatibel, mit Charme, sanftem Witz und kleinen und großen Dramen...Schön!
18 Bewertungen, 1 Kommentar
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29.03.2006, 15:13 Uhr von liiiiindaaaaa
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich...über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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