Das Wunder von Bern (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von XxAnGeLxX

\"TOR! TOR! TOR! TOR! (...) AUS! AUS! AUS!\"

Pro:

Story, Umsetzung, Schauspieler überzeugen, einfach toll!

Kontra:

Nur Kleinigkeiten, nicht von Bedeutung...

Empfehlung:

Ja

Liebe Leserinnen, liebe Leser!!


Auch wenn ich mich nicht allzu sehr für Fussball interessiere, nicht jeden Samstag die Ergebnisse der Bundesliga wissen muss, gibt es doch so einige Spiele, die auch ich sehen möchte. Dazu gehören auf jeden Fall auch die Spiele der Europa- oder Weltmeisterschaften. Im Jahre 2002 ist Deutschland erst Vizeweltmeister geworden, aber wie wohl fast jeder weiß, hat Deutschland es auch schon weiter geschafft. 1954 war z.B. so ein Jahr: Deutschland ist Weltmeister geworden, obwohl niemand damit gerechnet hätte. Vor allem in der Nachkriegszeit war das ein ganz besonderes Ereignis, was wohl auch ein Grund dafür war, dass der Regisseur Sönke Wortmann einen Film darüber gedreht hat. Dieser Film läuft gerade in den deutschen Kinos und ich möchte heute darüber berichten!


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>>>*DAS WUNDER VON BERN (2003)*<<<
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*Die Story*

Familie Lubanski lebt im Ruhrgebiet, in einer Bergbausiedlung in Essen. Da der Vater Richard 11-12 Jahre in der Gefangenschaft der Russen war, lebte die Mutter bis zu Richards Rückkehr im Jahre 1954 mit ihren 2 Söhnen und ihrer Tochter alleine, verdient durch die selbstaufgebaute Kneipe Geld und führt nebenbei auch noch den Haushalt. Doch die Familie hält zusammen und jeder bringt durch gewisse Nebentätigkeiten Geld ins Haus. Wie im Film gesagt wird, ist es bis dahin eine „halbwegs glückliche Familie“. Doch dann kommt der Vater nach Hause, der seine Tochter noch am Bahnhof mit seiner Frau verwechselt und seinen Sohn Matthias, der genau 9 Monate nach seiner Abreise geboren wurde, nicht kennt. Selbst in seiner Familie ist er „fremd“, versucht sich zwar zu integrieren und die typische Vaterrolle einzunehmen, versucht den Kindern Disziplin beizubringen, doch was er auch tut, alles ist falsch. Die Familie wird immer unglücklicher, die Kinder fühlen sich unwohl, können plötzlich nicht mehr das tun, was sie vorher immer getan haben...

Doch obwohl der Vater nichts von Fussball hält, lässt es sich Matthias nicht nehmen, mit Freunden/Nachbarn Fussball zu spielen, sich nach jedem Spiel nach den Ergebnissen zu erkundigen und den bekannten Fussballer Helmut Rahn, der nun auch Nationalspieler ist, als seinen Freund zu sehen. Matthias ist nicht nur sein „Taschenträger“, sondern er sieht in Helmut auch noch einen Ersatzvater und wie Helmut einmal gesagt hat, kann dieser auch kein großes Spiel gewinnen, wenn Matthias nicht dabei ist. Doch selbst gegen Aachen hat sich Rot-Weiß Essen, wo Helmut Rahn mitspielt, nicht durchsetzen können, so dass Matthias längst nicht mehr an einen Sieg in der Schweiz bei der Weltmeisterschaft glaubt. Am liebsten würde er die Nationalspieler begleiten, reißt sogar einmal von zu Hause aus um mit dem Zug nach Bern zu fahren, doch der Vater findet ihn, nimmt ihn mit nach Hause und wird sogar handgreiflich!

Währenddessen bereiten sich die Nationalspieler auf die Weltmeisterschaft vor und auch der Reporter Ackermann sagt seine Hochzeitreise ab, weil er aus beruflichen Gründen in die Schweiz reisen muss. Seine Frau, die sich zwar überhaupt nicht für Fussball interessiert und auch keine Ahnung davon hat, lässt es sich aber nicht nehmen, mitzukommen und mit ihrem Mann jedes Spiel zu verfolgen. In der Vorrunde gewinnt Deutschland jedes Spiel, nur das gegen Ungarn verlieren sie 8:3. Auch das Viertel- und das Halbfinale schaffen sie, doch an einen Sieg im Finale, wo Deutschland wieder gegen Ungarn spielen muss, glaubt keiner. Wie es letztendlich ausgeht, müsste ja eigentlich jeder wissen, deswegen verrate ich wohl nicht zu viel, wenn ich sage, dass Rahn im letzten Moment ein Tor schießt und Deutschland mit 3:2 Weltmeister wird. Ich sage nur: „Rahn mmüsste schießen, Rahn schießt, Tor, Tor, Tor! ...“ oder „Aus! Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Deutschland ist Weltmeister!“

Doch ein paar Fragen bleiben offen: Wie verläuft das Spiel insgesamt? Wer schießt welche Tore? Wird Matthias noch nach Bern reisen und das Spiel verfolgen können? Wie ist es mit Richard: Wird er weiterhin der strenge Vater sein, der seine Kinder mit dieser Art verstört und die Familie mehr oder weniger zerreißt?


*Die Schauspieler*

Einleitend muss ich sagen, dass natürlich sehr viele Schauspieler/Menschen bei diesem Film mitgewirkt haben. Man musste eine Fussballmannschaft von 1954 nachstellen, bei der die Schauspieler den richtigen Spielern möglichst ähnlich sehen sollten. Auch im Stadion und beim Zug sind eine Menge Menschen, die aber nichts sagen, sondern einfach nur anwesend sein mussten. Die eigentlichen Hauptdarsteller haben ihre Rolle aber total überzeugend gespielt. Bei den Fussballern habe ich meinen Freund sogar gefragt, ob das richtige Fussballer sind, weil die so gut spielen. Ich muss schon sagen, dass selbst die Fussballspiele gut umgesetzt worden sind!! Aber nun zu den wichtigsten 3 Hauptdarstellern:


- Matthias Lubanski, der jüngste Sohn von Richard und Christa Lubanski, wird von Louis Klammroth gespielt. Meiner Meinung nach passt er perfekt in diese Rolle hinein, denn alles was er macht und sagt, nimmt man ihm ab. Er spielt so überzeugend, dass man manchmal richtig mit ihm mitfühlt. Man merkt, dass er sich bei seinem Vater unwohl fühlt, dass er in Helmut Rahn einen Ersatzvater sieht und man kann richtig gut nachvollziehen, wieso er so fühlt. Gerade, weil der Film ab 6 Jahre ist, finde ich, dass dieser 11jährige Junge auch in „Das Wunder von Bern“ gehört, weil Kinder dann auch etwas Interesse an dem Film finden (mehr zu dieser Altersbegrenzung später).

- Richard Lubanski wird von Peter Lohmeyer gespielt. Er war über 10 Jahre in russischer Gefangenschaft, kehrt dann wieder heim, hat es aber schwer sich wieder einzuleben. Hin und wieder schildert er einige Ereignisse aus den wohl schrecklichsten Jahren seines Leben, er erinnert sich dauernd an den Krieg und die schwere Zeit und hat richtig mit den Erinnerungen zu kämpfen. Dass er unter dieser Zeit leidet, nimmt man ihm vollkommen ab. Zuerst ist er der „Böse“, der die Familie zerstört, aber als dann auch seine Frau Christa auf ihn einredet und er sich bessert, merkt man wirklich, dass die Gefangenschaft der Grund für seine strenge Art ist. Er spielt seine Rolle perfekt, denn der Zuschauer kann immer nachvollziehen, wie Richard L. sich fühlt. Man weiß auch, dass er sich bessern will, es nur schwer hat...

- Sascha Göpel spielt den bekannten Fussballer Helmut Rahn, der Stürmer bei Rot-Weiß Essen war. Einen Fussballstar nachzuspielen, ist bestimmt nicht einfach, aber der Schauspieler hat diese Rolle überzeugend herübergebracht. Nicht nur seine sportlichen Einsätze, sondern auch die anderen Szenen waren sehr gut! Aber zu den Fussballern habe ich ja bereits einiges gesagt...


Und auch Andreas Obering, der die Rolle des Radiosprechers Herbert Zimmermann übernommen hat, hat die nie zu vergessenen Worte „Kopfball, abgewehrt, aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen... Rahn schießt! Tor! Tor! Tor! Tor! [...] AUS! AUS! AUS! DAS SPIEL IST AUS! Deutschland ist Weltmeister! Schlägt Ungarn drei zu zwei!“ bestens ausgesprochen. :-)


*Meine Meinung / Eindrücke*

Ich muss von vornherein schon mal sagen, dass mich nicht nur die Schauspieler, sondern der ganze Film überzeugt hat. Ich hätte niemals gedacht, dass ein solcher (Fusball-)Film so toll sein kann. Ich habe manchmal mitgefiebert, hab das ein oder andere mal eine Träne vergossen, mal gelacht oder einfach nur mitgefühlt. Ich behaupte mal, dass der Film auch leicht zu verstehen ist, denn auch wenn man von Fussball keine Ahnung hat, wird man den Film verstehen. Ich habe einmal zu meinem Freund gesagt: „Die Frau von dem Reporter Ackermann ist so wie ich: Sie hat überhaupt kein Plan, freut sich trotzdem immer.“ Also auch wenn man von Fussball nicht viel hält, sollte man sich diesen Film anschauen, weil die WM von 1954 nicht nur eine bedeutende Rolle in der deutschen Fussball-Geschichte, sondern auch in der Nachkriegszeit bzw. in der Entwicklung der Gesellschaft spielt.

Auch die Kulissen haben mich beeindruckt. Alles sah „alt“ und etwas zerstört aus (ich weiß nicht, ob das die richtige Beschreibung ist), aber das passte ins Jahr 1954. Ich glaube kaum, dass es leicht war, eine Siedlung im Ruhrgebiet nachzustellen, aber das haben Sönke Wortmann und seine Crew auf alle Fälle richtig gut hinbekommen! Es wäre komisch, wenn die Kinder mit einem nagelneuen, weißen Fussball gespielt hätten, stattdessen war der Ball kaputt, mehr oder weniger zusammengeflickt und braun. Sie lebten in ärmeren Familien, freuten sich schon über ein Radio und hatten wirklich nicht viel... Auch die Häuser waren braun, sahen alle ziemlich gleich aus und hatten nichts besonderes an sich. Lediglich das Hotel in der Schweiz, in dem die Fussballer gewohnt haben, sah modern und neu aus. Auch das Stadion sah logischerweise nicht modern aus, es war alles so unglaublich naturgetreu, genauso wie ich es mir damals vorgestellt habe... und nicht zu vergessen: Auch die Kleidung passte ins Jahr 1954.

Im Kino waren auch ältere Menschen, die im Jahre 1954 wohl schon gelebt haben und sehen wollten, wie die WM verfilmt wurde (nur eine Vermutung). Gerade weil es ein besonderes Ereignis der deutschen Geschichte ist, ist dieser Film irgendwie ein absolutes Muss. Ich schätze auch, dass er richtig viel Erfolg haben wird. Bisher habe ich kaum jemanden gesehen/gehört, der schlecht über diesen Film geredet hat, und ich muss sagen, dass ich das verstehen kann. Klar, irgendwie sind amerikanische Filme immer noch anders und irgendwie spielen deutsche Schauspieler auch nicht so wie die amerikanischen, aber mir hat der Film trotzdem gefallen!

„Das Wunder von Bern“ soll ab 6 Jahre sein und auch im Kino habe ich einige Kinder gesehen, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mein Kind nicht mitgenommen hätte. Es ist zwar nichts schlimmes passiert (außer vielleicht die Erinnerungen des Vaters an den 2. Weltkrieg und die Gefangenschaft), aber z.B. mein Bruder, der gerade 7 Jahre alt ist, könnte auch nicht viel mit dem Film anfangen. Klar, er würde sich die Fussballspiele mit Begeisterung anschauen, aber die anderen Themen würden ihn wohl nicht interessieren. Aber im Endeffekt muss das ja jeder selbst wissen...



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>>>*F A Z I T*<<<
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In diesem Film werden mehrere Themen behandelt, was ich total gut fand: Zum einen geht es logischerweise um die WM, um das Finale und das 3:2 gegen Ungarn. Es ist schon unglaublich, wie der Regisseur Sönke Wortmann dieses Ereignis verfilmt hat: So unglaublich ergreifend und überzeugend! Außerdem geht es um die Menschen in der Nachkriegszeit, vor allem um die Gefangenschaft des Vaters. Über 10 Jahre musste er in Russland sein, worunter er auch noch in Deutschland leidet. Zudem geht es um die Familie Lubanski, die arm ist und in der schon Kleinigkeiten eine ganz große Rolle spielen. Ich finde den Film richtig toll und würde ihn mir auch ein zweites mal anschauen... ich vergebe 5 Sterne und empfehle ihn weiter!


Liebe Grüße,

XxAnGeLxX

21 Bewertungen, 1 Kommentar

  • liiiiindaaaaa

    29.03.2006, 15:20 Uhr von liiiiindaaaaa
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich...über gegenlesungen würde ich mich freuen;)