Delicatessen (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2011
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Erfahrungsbericht von Wuschel_F
Eine Delicatesse in jeder Hinsicht!
Pro:
super Film, tolle Darsteller, viel schwarzer Humor, einfach skurril, genial, DVD hat gute Extras
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Ja, ein paar DVD-Berichte wird es wohl in nächster Zeit noch von mir geben, denn es sind noch mehr Filme, die mir meine Freundin geliehen hat. In diesem Fall handelt es sich um den Film „Delicatessen“ und was sich dahinter verbirgt möchte ich euch nun vorstellen.
STORY
°°°°°°°°°
Es herrschen düstere Zeiten. Die Bewohner eines verkommenen Hauses am Stadtrand müssen zusehen, wie sie an ihr tägliches Brot kommen. Das heißt es ist eher das Fleisch, was das Besondere ausmacht. Im Erdgeschoss wohnt nämlich ein Metzger, der zugleich auch der Vermieter ist. Da dieser einen Hausmeisterposten ausgeschrieben hat meldet sich gleich zu Beginn Louison, ein kleiner schmächtiger Mann. Er bekommt die Stelle. Was er nicht weiß ist, dass die Hausgemeinschaft einen Pakt geschlossen hat. Der Metzger liefert ihnen Fleisch und sie bezahlen mit Mais. Das Fleisch stammt allerdings von den herangelockten Hausmeistern…
Die Tochter des Metzgers wohnt ebenfalls in diesem Haus und will Louison warnen, weil sie gefallen an ihm findet und dem bösen Treiben ohnehin nichts abgewinnen kann. Sie wagt sich in die Kanalisation, wo die Troglodisten, rebellische Außenseiter, die kein Fleisch essen, leben. Sie gibt ihnen den Auftrag Louison zu entführen. Als Belohnung verrät sie ihnen von den Maisvorräten des Vaters. Ob das Ganze noch gut ausgeht verrate ich nicht ;-)
MEINE MEINUNG
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Eine schwarze Komödie ganz nach meinem Geschmack. Der Film kommt ohne viel Kulisse aus. Es spielt sich eigentlich fast alles nur in diesem heruntergekommenen Mietshaus ab. Dazu sieht man ab und zu eine einzige (immer wieder dieselbe) Außenansicht eines halb zerfallenen Hauses. Einzig die Szenen, die in der Kanalisation gedreht sind liefern ein anderes Bild.
Schon der Beginn ist wirklich gut gemacht. Man sieht einen Mann, der fast bis zur Unkenntlichkeit in Zeitungen verpackt ist, mit Klebeband umschnürt und der sich in einer Mülltonne versteckt, bis die Müllabfuhr kommt. Dann sieht man den Metzger, der zuvor schon sein Messer gewetzt hat und er schnappt sich den Ausreißer…und dann gibt es wieder Essen für die Hausbewohner, aus Hauseigener Schlachtung ;-)
Am genialsten sind ja die unterschiedlichen Charaktere in diesem Haus. Jede Mietgemeinschaft erzählt ihre eigenen Geschichten, die wie kleine Kurzgeschichten aneinander geheftet werden. Zum Teil fügen sie sich letztendlich zu einem großen Ganzen zusammen, aber manche Episoden und Bewohner bleiben einfach mehr oder weniger für sich stehen. Da wäre z. B. Monsieur Potin, der sich in seiner übermäßig feuchten (um nicht zu sagen überfluteten) Wohnung Schnecken und Frösche züchtet und somit immer genug zu Essen hat. Nebenbei lauscht er den Klängen von Marschmusik aus einem alten Plattenspieler. Oder die Gebrüder Kube, die Schachteln herstellen, welche beim umdrehen Tierstimmen produzieren (hatte ich als Kind selbst mal welche *grins*). Zwei sehr kauzige Gesellen, die am Schluss noch eine ganz besondere Überraschung parat haben. Wobei wir auch schon bei Aurore Interligator wären. Sie hört in ihrer Wohnung Stimmen, die sie zum Wahnsinn treiben. Sie plagt ihren Ehemann deshalb ständig mit neuen Selbstmordversuchen, die dummerweise immer scheitern. Oder Familie Tapioca, die beim Metzger schon große Schulden hat und vor nichts zurückschreckt, wenn sie nur an etwas Essbares gelangen kann. Dann wäre da noch Mademoiselle Plusse, die Geliebte des Metzgers. Sie gibt sich dem dicken, ekligen Kerl hin um nicht für das Fleisch bezahlen zu müssen. Zu guter letzt wohnt in dem Haus noch Julie Clapet, die Tochter des Metzgers. Sie ist schrecklich tollpatschig, sehr kurzsichtig, sehr sensibel, malt gerne und ist zudem noch Vegetarierin – ihr seht, eine bunte Mischung, bei der Konflikte, aber auch Spaß vorprogrammiert sind.
„Delicatessen“ ist ein Film, der größtenteils von den Bildern und der Atmosphäre lebt. Wie bereits erwähnt gibt es auch nicht viel Kulisse. Bereits am Anfang, wenn die Credits eingeblendet werden, geschieht dies nicht auf die herkömmliche Weise, sondern die Kamera schwenkt über einen Raum mit zerbrochenen Sachen, alte Schachteln, kaputte Schallplatten etc. und auf den jeweiligen Gegenständen stehen die Namen der beteiligten an dem Film. Der Film selbst spielt größtenteils in einer trüben Umgebung. Kalte Braun- und Grautöne überwiegen.
Die Geschichte an sich ist natürlich auch sehr genial. Ein bisschen Horror, mit viel Witz und Charme erzählt. Ist doch eine gute Idee, wenn die Hausgemeinschaft zusammen hält, sich immer neue Mieter zu locken, die man dann gemeinsam verspeist. So hat man in schweren Zeiten ausgesorgt. Verwunderlich ist aber doch, dass es unter diesen Bedingungen überhaupt noch Leute gibt, die so scharf auf das Fleisch sind, statt dass sie ihren Mais essen…hierzu stehen dann eben die Troglos als Kontrast. Warum haben sich aber die Vegetarier gerade in den Untergrund verzogen? Aus Angst vor den „Fleischfressern“? Sehr seltsam, aber auch sehr komisch umgesetzt! Zumal bei der geplanten Entführung von Louison auch noch einiges schief läuft. Die Troglo-Gruppe erinnert auch ziemlich stark an die Volksfront von Judäa (oder war es die judäische Volksfront *grins*) in „Das Leben des Brian“. Wo wir gerade bei Louison sind. Das ist natürlich auch ein sehr interessanter Charakter. Louison war nämlich zuvor ein bekannter Clown in einem Zirkus, was die Mitbewohner schnell herausfinden. Nicht nur die Tochter des Metzgers entwickelt deshalb schnell Sympathien für ihn. Der Metzger selbst scheint dieses Mal zu zögern, bis er dann doch endlich zuschlägt…
Ein wirklich sehenswerter Film, der leider zu Unrecht bei uns gar nicht sooo bekannt wurde. Wer auf etwas schräge Filme mit herrlichem Slapstick steht, der sollte hier wirklich mal reinschauen!
DARSTELLER
°°°°°°°°°°°°°°°°
Pascal Benezech (der vorherige Hausmeister), Dominique Pinon (Louison), Marie-Laure Dougnac (Julie Clapet), Jean-Claude Dreyfus (Clapet, Metzger), Karin Viard (Mademoiselle Plusse), Ticky Holgado (Marcel Tapioca), Anne-Marie Pisani (Madame Tapioca), Boban Janevski (kleiner Junge), Mikael Todde (anderer kleiner Junge), Edith Ker (Großmutter), Rufus (Robert Kube), Jacques Mathou (Roger), Howard Vernon (Monsieur Potin), Chick Ortega (Postbote), Silvie Laguna (Aurore Interligator)
LOUISON: Dominique Pinon wurde am 4.3.1955 in Saumur, Maine-et-Loire, Frankreich geboren. Sicherlich kennt ihn der ein oder andere aus Filmen wie „Alien - Die Wiedergeburt“ (1997) oder „Die fabelhafte Welt der Amelie“ (2001). Hier spielt er Louison, einen ehemaligen Clown, der immer noch seinem alten Job nachtrauert. Er bezaubert die Hausbewohner mit seinen Clowntricks und steht mit seinen Träumereien und Tricks genau im Gegensatz zum brutalen und realistischen Clapet. Er will allen Menschen helfen und es jedem Recht machen. Von der Gestik und vor allem der Mimik, wurde die Rolle mit Pinon einfach perfekt besetzt. Man könnte wirklich meinen, dass er mal ein Clown war, so genial wirken seine Auftritte.
CLAPET: Jean-Claude Dreyfus wurde am 18.2.1946 in Paris, Frankreich geboren. Er sit ja auch kein unbeschriebenes Blatt mehr. Sicherlich hat jeder schon Mal seinen Namen gehört oder Filme, wie „Die Legende von Pinocchio“ (1996) oder „Flucht durch die Wolken“ (1992). Clapet ist ein kaltherziger Mann. Um sein Geschäft weiter führen zu können, schreckt er vor nichts zurück. Die Rolle wurde mit Dreyfus genial besetzt, weil seine Gesichtszüge, die herausgedrehten Augen etc. einfach den Irrsinn dieses Metzgers ideal darstellen.
Es würde zu lange dauern, auf jeden Schauspieler und seine Rolle hier gesondert einzugehen, aber selten habe ich einen Film gesehen, in dem die Schauspieler ihre Rollen so gut spielen. Jeder Darsteller wirkt auf seine Weise so herrlich schrullig, das ist einfach klasse!
FILMINFOS
°°°°°°°°°°°°°°°
OT: Delicatessen
Land: Frankreich
Jahr: 1991
Regie: Marc Caro, Jean-Pierre Jeunet
DVD Label:
Laufzeit: ca. 95 Minuten
FSK: 16
Ländercode: 2
Bildformat: 1:1,85 (16:9 amorph)
Tonformat: Dolby Digital (Französisch DD 2.1 Surround, Deutsch DD 2.0 Stereo, Italienisch DD 2.0 Stereo, Spanisch DD 1.0 Mono)
Sprachen: Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Holländisch, Portugiesisch, Spanisch
ZUR DVD
°°°°°°°°°°°
MENÜ
^^^^^
Schon allein das Menü ist wunderbar liebevoll gestaltet. Man sieht ein Zimmer, in altem Stil eingerichtet, mit Bildern an der Wand und einem gedeckten Esstisch, ein Fernseher etc. Wohin man gelangt steht dann auf den verschiedenen Assoires. Z. B. steht auf einer Weinflasche „Film“ hier wird der Film gestartet, auf der Zeitung „Sprachen/Ton“ oder auf einem Kalender an der Wand „Kapitel“ hier gelangt man zur Kapitelwahl, wo es 15 verschiedene Kapitel zur Auswahl gibt. Alles sehr schön gemacht. Einziges Problem, man muss erst einmal suchen, wie man wohin kommt, weil die Schrift doch recht klein ist (siehe Foto). Das Ganze ist mit der Geigenmusik aus dem Film hinterlegt.
BILD-/TONQUALITÄT
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Das Bild ist recht dunkel und eher in Braun- und Grautönen gehalten, aber das soll sicherlich die Atmosphäre unterstreichen und ist jetzt kein Fehler der DVD an sich. Ich konnte weder an Bild noch an Ton irgendwelche Mängel erkennen.
EXTRAS
^^^^^^^
Auch das Menü der Extras ist im selben Stil wie das Hauptmenü gestaltet. Auch sehr liebevoll. Ebenfalls musikalisch hinterlegt, mit der singenden Säge aus dem Film.
• Audio-Kommentar: Also Audiokommentar, natürlich auf Französisch, aber dafür mit deutschem Untertitel. Also ich find Audiokommentare immer sehr interessant, man erfährt viel über den Film und die Intensionen der einzelnen Szenen.
• Aus dem Archiv von Jean-Pierre Jeunet: knapp 9 Minuten Aufnahmen von den Proben mit deutschen Untertiteln. Schön gemacht, weil man auch immer Ausschnitte vom fertigen Film dazu sieht, damit man gleich weiß, wohin die jeweilige Szene gehört hat. Auch Proben von letztendlich nicht verwendeten Szenen.
• Trailer: 7 verschiedene Trailer, davon sind die ersten 6 immer nur ganz kurz, ca. 12-15 Sekunden und am Schluss immer der hinweis auf den Film in Form eines Fleischerstempels. Der letzte Trailer dauert 2 Minuten.
• Fein Geschnittenes von Diane Bertrand: Ganz tolle Aufnahmen vom Dreh, zwar nur etwas über 13 Minuten, aber wirklich sehenswert und einfach ein klasse Extra!!!
Wirklich schöne Extras, meiner Meinung nach ausreichend ausgestattet. Hier lohnt sich ein Kauf, weil man viel zusätzliche Infos bekommt.
ZUM REGISSEUR / HINTERGRUNDINFOS
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Die beiden Regisseure, Jeunet und Carot arbeiteten bereits seit 15 Jahren zusammen, ursprünglich im Comic- bzw. Animationsbereich. Das Projekt „Delicatessen“ hatten sie bereits 10 Jahre im Sinn. Nachdem sie das Drehbuch fertig hatten, dauerte es allerdings noch einmal 3 Jahre, bis eine Produktionsfirma darauf ansprang, diese lies ihnen dann aber freie Hand beim Dreh und besorgte zudem noch ein paar erstklassige Schauspieler, so dass der Film ein wirkliches Meisterwerk werden konnte.
Jean Pierre Jeunet hatte nach „Delicatessen“ übrigens noch 2 weitere sehr erfolgreiche Regiearbeiten geleistet mit: „Die Fabelhafte Welt der Amélie“ (2001) und „Alien - Die Wiedergeburt“ (1997)
FAZIT
°°°°°°°°°
Einfach ein genialer Film! Und die DVD kann sich auch sehen lassen, es gibt also nichts, was gegen einen Kauf spricht, außer vielleicht, dass die DVD doch noch über 10€ kostet. Aber wozu gibt es denn ebay? Einfach mal kucken, vielleicht kann man ja ein Schnäppchen machen…
Danke fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren!!!
Liebe Grüße vom delikaten Wuschel!
STORY
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Es herrschen düstere Zeiten. Die Bewohner eines verkommenen Hauses am Stadtrand müssen zusehen, wie sie an ihr tägliches Brot kommen. Das heißt es ist eher das Fleisch, was das Besondere ausmacht. Im Erdgeschoss wohnt nämlich ein Metzger, der zugleich auch der Vermieter ist. Da dieser einen Hausmeisterposten ausgeschrieben hat meldet sich gleich zu Beginn Louison, ein kleiner schmächtiger Mann. Er bekommt die Stelle. Was er nicht weiß ist, dass die Hausgemeinschaft einen Pakt geschlossen hat. Der Metzger liefert ihnen Fleisch und sie bezahlen mit Mais. Das Fleisch stammt allerdings von den herangelockten Hausmeistern…
Die Tochter des Metzgers wohnt ebenfalls in diesem Haus und will Louison warnen, weil sie gefallen an ihm findet und dem bösen Treiben ohnehin nichts abgewinnen kann. Sie wagt sich in die Kanalisation, wo die Troglodisten, rebellische Außenseiter, die kein Fleisch essen, leben. Sie gibt ihnen den Auftrag Louison zu entführen. Als Belohnung verrät sie ihnen von den Maisvorräten des Vaters. Ob das Ganze noch gut ausgeht verrate ich nicht ;-)
MEINE MEINUNG
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Eine schwarze Komödie ganz nach meinem Geschmack. Der Film kommt ohne viel Kulisse aus. Es spielt sich eigentlich fast alles nur in diesem heruntergekommenen Mietshaus ab. Dazu sieht man ab und zu eine einzige (immer wieder dieselbe) Außenansicht eines halb zerfallenen Hauses. Einzig die Szenen, die in der Kanalisation gedreht sind liefern ein anderes Bild.
Schon der Beginn ist wirklich gut gemacht. Man sieht einen Mann, der fast bis zur Unkenntlichkeit in Zeitungen verpackt ist, mit Klebeband umschnürt und der sich in einer Mülltonne versteckt, bis die Müllabfuhr kommt. Dann sieht man den Metzger, der zuvor schon sein Messer gewetzt hat und er schnappt sich den Ausreißer…und dann gibt es wieder Essen für die Hausbewohner, aus Hauseigener Schlachtung ;-)
Am genialsten sind ja die unterschiedlichen Charaktere in diesem Haus. Jede Mietgemeinschaft erzählt ihre eigenen Geschichten, die wie kleine Kurzgeschichten aneinander geheftet werden. Zum Teil fügen sie sich letztendlich zu einem großen Ganzen zusammen, aber manche Episoden und Bewohner bleiben einfach mehr oder weniger für sich stehen. Da wäre z. B. Monsieur Potin, der sich in seiner übermäßig feuchten (um nicht zu sagen überfluteten) Wohnung Schnecken und Frösche züchtet und somit immer genug zu Essen hat. Nebenbei lauscht er den Klängen von Marschmusik aus einem alten Plattenspieler. Oder die Gebrüder Kube, die Schachteln herstellen, welche beim umdrehen Tierstimmen produzieren (hatte ich als Kind selbst mal welche *grins*). Zwei sehr kauzige Gesellen, die am Schluss noch eine ganz besondere Überraschung parat haben. Wobei wir auch schon bei Aurore Interligator wären. Sie hört in ihrer Wohnung Stimmen, die sie zum Wahnsinn treiben. Sie plagt ihren Ehemann deshalb ständig mit neuen Selbstmordversuchen, die dummerweise immer scheitern. Oder Familie Tapioca, die beim Metzger schon große Schulden hat und vor nichts zurückschreckt, wenn sie nur an etwas Essbares gelangen kann. Dann wäre da noch Mademoiselle Plusse, die Geliebte des Metzgers. Sie gibt sich dem dicken, ekligen Kerl hin um nicht für das Fleisch bezahlen zu müssen. Zu guter letzt wohnt in dem Haus noch Julie Clapet, die Tochter des Metzgers. Sie ist schrecklich tollpatschig, sehr kurzsichtig, sehr sensibel, malt gerne und ist zudem noch Vegetarierin – ihr seht, eine bunte Mischung, bei der Konflikte, aber auch Spaß vorprogrammiert sind.
„Delicatessen“ ist ein Film, der größtenteils von den Bildern und der Atmosphäre lebt. Wie bereits erwähnt gibt es auch nicht viel Kulisse. Bereits am Anfang, wenn die Credits eingeblendet werden, geschieht dies nicht auf die herkömmliche Weise, sondern die Kamera schwenkt über einen Raum mit zerbrochenen Sachen, alte Schachteln, kaputte Schallplatten etc. und auf den jeweiligen Gegenständen stehen die Namen der beteiligten an dem Film. Der Film selbst spielt größtenteils in einer trüben Umgebung. Kalte Braun- und Grautöne überwiegen.
Die Geschichte an sich ist natürlich auch sehr genial. Ein bisschen Horror, mit viel Witz und Charme erzählt. Ist doch eine gute Idee, wenn die Hausgemeinschaft zusammen hält, sich immer neue Mieter zu locken, die man dann gemeinsam verspeist. So hat man in schweren Zeiten ausgesorgt. Verwunderlich ist aber doch, dass es unter diesen Bedingungen überhaupt noch Leute gibt, die so scharf auf das Fleisch sind, statt dass sie ihren Mais essen…hierzu stehen dann eben die Troglos als Kontrast. Warum haben sich aber die Vegetarier gerade in den Untergrund verzogen? Aus Angst vor den „Fleischfressern“? Sehr seltsam, aber auch sehr komisch umgesetzt! Zumal bei der geplanten Entführung von Louison auch noch einiges schief läuft. Die Troglo-Gruppe erinnert auch ziemlich stark an die Volksfront von Judäa (oder war es die judäische Volksfront *grins*) in „Das Leben des Brian“. Wo wir gerade bei Louison sind. Das ist natürlich auch ein sehr interessanter Charakter. Louison war nämlich zuvor ein bekannter Clown in einem Zirkus, was die Mitbewohner schnell herausfinden. Nicht nur die Tochter des Metzgers entwickelt deshalb schnell Sympathien für ihn. Der Metzger selbst scheint dieses Mal zu zögern, bis er dann doch endlich zuschlägt…
Ein wirklich sehenswerter Film, der leider zu Unrecht bei uns gar nicht sooo bekannt wurde. Wer auf etwas schräge Filme mit herrlichem Slapstick steht, der sollte hier wirklich mal reinschauen!
DARSTELLER
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Pascal Benezech (der vorherige Hausmeister), Dominique Pinon (Louison), Marie-Laure Dougnac (Julie Clapet), Jean-Claude Dreyfus (Clapet, Metzger), Karin Viard (Mademoiselle Plusse), Ticky Holgado (Marcel Tapioca), Anne-Marie Pisani (Madame Tapioca), Boban Janevski (kleiner Junge), Mikael Todde (anderer kleiner Junge), Edith Ker (Großmutter), Rufus (Robert Kube), Jacques Mathou (Roger), Howard Vernon (Monsieur Potin), Chick Ortega (Postbote), Silvie Laguna (Aurore Interligator)
LOUISON: Dominique Pinon wurde am 4.3.1955 in Saumur, Maine-et-Loire, Frankreich geboren. Sicherlich kennt ihn der ein oder andere aus Filmen wie „Alien - Die Wiedergeburt“ (1997) oder „Die fabelhafte Welt der Amelie“ (2001). Hier spielt er Louison, einen ehemaligen Clown, der immer noch seinem alten Job nachtrauert. Er bezaubert die Hausbewohner mit seinen Clowntricks und steht mit seinen Träumereien und Tricks genau im Gegensatz zum brutalen und realistischen Clapet. Er will allen Menschen helfen und es jedem Recht machen. Von der Gestik und vor allem der Mimik, wurde die Rolle mit Pinon einfach perfekt besetzt. Man könnte wirklich meinen, dass er mal ein Clown war, so genial wirken seine Auftritte.
CLAPET: Jean-Claude Dreyfus wurde am 18.2.1946 in Paris, Frankreich geboren. Er sit ja auch kein unbeschriebenes Blatt mehr. Sicherlich hat jeder schon Mal seinen Namen gehört oder Filme, wie „Die Legende von Pinocchio“ (1996) oder „Flucht durch die Wolken“ (1992). Clapet ist ein kaltherziger Mann. Um sein Geschäft weiter führen zu können, schreckt er vor nichts zurück. Die Rolle wurde mit Dreyfus genial besetzt, weil seine Gesichtszüge, die herausgedrehten Augen etc. einfach den Irrsinn dieses Metzgers ideal darstellen.
Es würde zu lange dauern, auf jeden Schauspieler und seine Rolle hier gesondert einzugehen, aber selten habe ich einen Film gesehen, in dem die Schauspieler ihre Rollen so gut spielen. Jeder Darsteller wirkt auf seine Weise so herrlich schrullig, das ist einfach klasse!
FILMINFOS
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OT: Delicatessen
Land: Frankreich
Jahr: 1991
Regie: Marc Caro, Jean-Pierre Jeunet
DVD Label:
Laufzeit: ca. 95 Minuten
FSK: 16
Ländercode: 2
Bildformat: 1:1,85 (16:9 amorph)
Tonformat: Dolby Digital (Französisch DD 2.1 Surround, Deutsch DD 2.0 Stereo, Italienisch DD 2.0 Stereo, Spanisch DD 1.0 Mono)
Sprachen: Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Holländisch, Portugiesisch, Spanisch
ZUR DVD
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MENÜ
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Schon allein das Menü ist wunderbar liebevoll gestaltet. Man sieht ein Zimmer, in altem Stil eingerichtet, mit Bildern an der Wand und einem gedeckten Esstisch, ein Fernseher etc. Wohin man gelangt steht dann auf den verschiedenen Assoires. Z. B. steht auf einer Weinflasche „Film“ hier wird der Film gestartet, auf der Zeitung „Sprachen/Ton“ oder auf einem Kalender an der Wand „Kapitel“ hier gelangt man zur Kapitelwahl, wo es 15 verschiedene Kapitel zur Auswahl gibt. Alles sehr schön gemacht. Einziges Problem, man muss erst einmal suchen, wie man wohin kommt, weil die Schrift doch recht klein ist (siehe Foto). Das Ganze ist mit der Geigenmusik aus dem Film hinterlegt.
BILD-/TONQUALITÄT
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Das Bild ist recht dunkel und eher in Braun- und Grautönen gehalten, aber das soll sicherlich die Atmosphäre unterstreichen und ist jetzt kein Fehler der DVD an sich. Ich konnte weder an Bild noch an Ton irgendwelche Mängel erkennen.
EXTRAS
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Auch das Menü der Extras ist im selben Stil wie das Hauptmenü gestaltet. Auch sehr liebevoll. Ebenfalls musikalisch hinterlegt, mit der singenden Säge aus dem Film.
• Audio-Kommentar: Also Audiokommentar, natürlich auf Französisch, aber dafür mit deutschem Untertitel. Also ich find Audiokommentare immer sehr interessant, man erfährt viel über den Film und die Intensionen der einzelnen Szenen.
• Aus dem Archiv von Jean-Pierre Jeunet: knapp 9 Minuten Aufnahmen von den Proben mit deutschen Untertiteln. Schön gemacht, weil man auch immer Ausschnitte vom fertigen Film dazu sieht, damit man gleich weiß, wohin die jeweilige Szene gehört hat. Auch Proben von letztendlich nicht verwendeten Szenen.
• Trailer: 7 verschiedene Trailer, davon sind die ersten 6 immer nur ganz kurz, ca. 12-15 Sekunden und am Schluss immer der hinweis auf den Film in Form eines Fleischerstempels. Der letzte Trailer dauert 2 Minuten.
• Fein Geschnittenes von Diane Bertrand: Ganz tolle Aufnahmen vom Dreh, zwar nur etwas über 13 Minuten, aber wirklich sehenswert und einfach ein klasse Extra!!!
Wirklich schöne Extras, meiner Meinung nach ausreichend ausgestattet. Hier lohnt sich ein Kauf, weil man viel zusätzliche Infos bekommt.
ZUM REGISSEUR / HINTERGRUNDINFOS
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Die beiden Regisseure, Jeunet und Carot arbeiteten bereits seit 15 Jahren zusammen, ursprünglich im Comic- bzw. Animationsbereich. Das Projekt „Delicatessen“ hatten sie bereits 10 Jahre im Sinn. Nachdem sie das Drehbuch fertig hatten, dauerte es allerdings noch einmal 3 Jahre, bis eine Produktionsfirma darauf ansprang, diese lies ihnen dann aber freie Hand beim Dreh und besorgte zudem noch ein paar erstklassige Schauspieler, so dass der Film ein wirkliches Meisterwerk werden konnte.
Jean Pierre Jeunet hatte nach „Delicatessen“ übrigens noch 2 weitere sehr erfolgreiche Regiearbeiten geleistet mit: „Die Fabelhafte Welt der Amélie“ (2001) und „Alien - Die Wiedergeburt“ (1997)
FAZIT
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Einfach ein genialer Film! Und die DVD kann sich auch sehen lassen, es gibt also nichts, was gegen einen Kauf spricht, außer vielleicht, dass die DVD doch noch über 10€ kostet. Aber wozu gibt es denn ebay? Einfach mal kucken, vielleicht kann man ja ein Schnäppchen machen…
Danke fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren!!!
Liebe Grüße vom delikaten Wuschel!
43 Bewertungen, 2 Kommentare
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15.09.2004, 17:29 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichHi Jenny, den Film habe ich bisweilen nie gesehen ... Scheint ziemlich derbe zu sein, na ja, ich esse lieber anderes Fleisch als Hausmeister, lach ... Gruß, Sven (Zoobremia)
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15.09.2004, 09:55 Uhr von wetterisi
Bewertung: sehr hilfreichSolang die Hausmeister nicht süß sind, bleibe ich bei meinen Naschereien.
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