Der Exorzist - Die neue Fassung (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2012
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Erfahrungsbericht von Stingl
Die neue Fassung
Pro:
Es gibt neue Szenen und endlich ein paar gute Extras.
Kontra:
Über die neue Synchronisation kann man streiten.
Empfehlung:
Ja
Besser als die Urfassung (?!).
Wir werden sehen.
1973 begann der Siegeszug eines Horror-Meisterwerks nach dem gleichnamigen Roman von William Peter Blatty, das zwei OSCARs einheimste und einer der großen Kinohits der 70er Jahre wurde.
Dreißig Jahre sind seither vergangen und es liegt inzwischen eine überarbeite „Neue Fassung“ des Regisseurs William Friedkin vor. Dazu jedoch später mehr.
DIE STORY:
Nach kurzer Exposition, bei der Ausgrabungen okkulter Gegenstände im Irak gezeigt werden und Pater Merrin (Max von Sydow) eingeführt wird, schwenkt der Film in die Gegenwart einer amerikanischen Großstadt in den Siebzigern.
Die Schauspielerin Chris McNeil (Ellen Burstyn) lebt mit ihrer zwölfjährigen Tochter Regan (Linda Blair) und einigen Angestellten gemeinsam in einem großen Haus und verbindet erfolgreich ihren stressigen Beruf mit der Kindererziehung.
Parallel dazu wird der Lebensweg von Jesuitenpater Karras (Jason Miller) beleuchtet, der mit Gott und seinem Schicksal hadert.
Diese beiden treffen aufeinander, nachdem sich nach und nach immer merkwürdigere Verhaltensweisen an Regan zeigen und diese von ihrer Mutter quer durch die medizinischen Behandlungsweisen geschickt wurde. Ohne Erfolg. Unheimliche Todesfälle in der näheren Umgebung der Kleinfamilie bringen den Lieutenant Kinderman (Lee J.Cobb) auf Regans Fall. Mit Skepsis beobachtet er den weiteren Verlauf der Geschehnisse.
Mit letzter Kraft wendet sich Chris an Pater Karras und bittet ihn um Beistand. Gemeinsam kommen sie auf die Möglichkeit eines Exorzismus, dessen Durchführung die Erlaubnis der katholischen Kirche voraussetzt. Diese verpflichtet den eingangs vorgestellten Pater Merrin zu einer Überprüfung des abnormen Verhaltens.
Nachdem die erforderlichen Beweise für eine Besessenheit erbracht sind, machen sich Karras und Merrin an den Exorzismus.
DER FILM DAMALS UND HEUTE:
„Der Exorzist“ ist in den 70ern als Skandalfilm berühmt geworden, zeigt er doch u.a. wie sich eine Zwölfjährige ein Kreuz zwischen die Beine steckt und dabei schreit: „Lass Jesus sie f*****“! Angeblich sind deshalb manche Zuschauer angeekelt aus dem Kino gelaufen, was aus heutiger Sicht kaum verständlich erscheinen mag.
Dennoch: die beinahe schwelende Atmosphäre des Films entlädt sich zwar in diesen kurzen, aber heftigen Spannungsmomenten wie dem oben erwähnten, sorgt aber durchgehend für eine Gänsehautstimmung, die mit den heutigen stakkatohaften Schema-F-Schockern nichts mehr gemein hat. Der ruhige Aufbau und die dialoglastige Erzählweise widersprechen vollends den heutigen Sehgewohnheiten, was aber kein Nachteil ist. Ganz im Gegenteil: vielmehr widmet der Zuschauer seine ganze Aufmerksamkeit den Details und den Charakteren, die allein durch ihre Darstellung keine Stereotypen sind.
Ein großes Lob geht somit an die Schauspieler, allen voran der kleinen Linda Blair, um deren Geisteszustand man sich wirklich Sorgen zu machen beginnt. Ellen Burstyn und Jason Miller glänzen in ihren konträr miteinander verbundenen Figuren. Während Chris den Einbruch des Okkulten in ihren Alltag kaum verkraftet, verliert der Pater umgekehrt seinen Glauben an das Übersinnliche. Beide sind sich also in gewisser Weise ähnlich, lediglich die Richtung ist anders. Ihre seelischen Traumata treten mit dem Dämonen zutage, er fordert sie in ihrem Innersten. Diese Extreme darzustellen ist beileibe keine einfache Aufgabe, sodass die beiden Darsteller als die herausragendsten des Ensembles zu betrachten sind.
Lee J. Cobb in der Rolle des Lt. Kinderman spielt wunderbar verschmitzt bis charmant, jedoch immer glaubwürdig und schafft es, aus einer Randfigur eine echte Persönlichkeit zu machen. Und zuletzt natürlich die Titelfigur: Max von Sydow als Exorzist. Gleicht er heute eher dem äußeren Anschein seiner (damals geschminkten) Filmrolle, so war er doch sehr gut in der Lage, den herzschwachen Titelhelden (so man ihn denn so bezeichnen kann) darzustellen.
Die technischen Glanzpunkte setzt eindeutig die Tontechnik. Während die Spezialeffekte nicht mehr ganz so aufregend daher kommen, liegen die Toneffekte weiterhin auf höchstem Niveau. In der neuen Fassung selbstverständlich auf dem allerneuesten Stand der Technik.
Prinzipiell also eine gelungene Überarbeitung. Wenngleich die neue deutsche Synchronisation der eine oder andere Zuschauer abstoßend finden mag, so schlimm wie bei den neuen Synchronfassungen der älteren Disney-Filme („Bambi“ mit Kinderstimmen!) ist sie nicht. Ich finde sie sogar durchaus gelungen, da die neuen Sprecher sehr gut ausgewählt wurden.
Die neuen Szenen sind zwar nicht sehr lang, aber dafür umso prägnanter. Speziell der „Spinnengang“ sei hier erwähnt. Eine sinnvolle Ergänzung. Die medizinischen Behandlungen waren in der Urfassung fast schon dokumentarisch angelegt, sodass die neuen Szenen sich auch dort nahtlos einfügen.
DAS FAZIT:
Kaufen! Unbedingte Empfehlung all jenen, die mit Dialogen, subtilen Spannungsmomenten und einer intelligenten weil in sich logischen Geschichte etwas anfangen können.
Den anderen sei gesagt: „Halloween 8“ oder „Freitag der 13., Teil 11“ sind bestimmt mehr nach eurem Geschmack (?!)…
Wir werden sehen.
1973 begann der Siegeszug eines Horror-Meisterwerks nach dem gleichnamigen Roman von William Peter Blatty, das zwei OSCARs einheimste und einer der großen Kinohits der 70er Jahre wurde.
Dreißig Jahre sind seither vergangen und es liegt inzwischen eine überarbeite „Neue Fassung“ des Regisseurs William Friedkin vor. Dazu jedoch später mehr.
DIE STORY:
Nach kurzer Exposition, bei der Ausgrabungen okkulter Gegenstände im Irak gezeigt werden und Pater Merrin (Max von Sydow) eingeführt wird, schwenkt der Film in die Gegenwart einer amerikanischen Großstadt in den Siebzigern.
Die Schauspielerin Chris McNeil (Ellen Burstyn) lebt mit ihrer zwölfjährigen Tochter Regan (Linda Blair) und einigen Angestellten gemeinsam in einem großen Haus und verbindet erfolgreich ihren stressigen Beruf mit der Kindererziehung.
Parallel dazu wird der Lebensweg von Jesuitenpater Karras (Jason Miller) beleuchtet, der mit Gott und seinem Schicksal hadert.
Diese beiden treffen aufeinander, nachdem sich nach und nach immer merkwürdigere Verhaltensweisen an Regan zeigen und diese von ihrer Mutter quer durch die medizinischen Behandlungsweisen geschickt wurde. Ohne Erfolg. Unheimliche Todesfälle in der näheren Umgebung der Kleinfamilie bringen den Lieutenant Kinderman (Lee J.Cobb) auf Regans Fall. Mit Skepsis beobachtet er den weiteren Verlauf der Geschehnisse.
Mit letzter Kraft wendet sich Chris an Pater Karras und bittet ihn um Beistand. Gemeinsam kommen sie auf die Möglichkeit eines Exorzismus, dessen Durchführung die Erlaubnis der katholischen Kirche voraussetzt. Diese verpflichtet den eingangs vorgestellten Pater Merrin zu einer Überprüfung des abnormen Verhaltens.
Nachdem die erforderlichen Beweise für eine Besessenheit erbracht sind, machen sich Karras und Merrin an den Exorzismus.
DER FILM DAMALS UND HEUTE:
„Der Exorzist“ ist in den 70ern als Skandalfilm berühmt geworden, zeigt er doch u.a. wie sich eine Zwölfjährige ein Kreuz zwischen die Beine steckt und dabei schreit: „Lass Jesus sie f*****“! Angeblich sind deshalb manche Zuschauer angeekelt aus dem Kino gelaufen, was aus heutiger Sicht kaum verständlich erscheinen mag.
Dennoch: die beinahe schwelende Atmosphäre des Films entlädt sich zwar in diesen kurzen, aber heftigen Spannungsmomenten wie dem oben erwähnten, sorgt aber durchgehend für eine Gänsehautstimmung, die mit den heutigen stakkatohaften Schema-F-Schockern nichts mehr gemein hat. Der ruhige Aufbau und die dialoglastige Erzählweise widersprechen vollends den heutigen Sehgewohnheiten, was aber kein Nachteil ist. Ganz im Gegenteil: vielmehr widmet der Zuschauer seine ganze Aufmerksamkeit den Details und den Charakteren, die allein durch ihre Darstellung keine Stereotypen sind.
Ein großes Lob geht somit an die Schauspieler, allen voran der kleinen Linda Blair, um deren Geisteszustand man sich wirklich Sorgen zu machen beginnt. Ellen Burstyn und Jason Miller glänzen in ihren konträr miteinander verbundenen Figuren. Während Chris den Einbruch des Okkulten in ihren Alltag kaum verkraftet, verliert der Pater umgekehrt seinen Glauben an das Übersinnliche. Beide sind sich also in gewisser Weise ähnlich, lediglich die Richtung ist anders. Ihre seelischen Traumata treten mit dem Dämonen zutage, er fordert sie in ihrem Innersten. Diese Extreme darzustellen ist beileibe keine einfache Aufgabe, sodass die beiden Darsteller als die herausragendsten des Ensembles zu betrachten sind.
Lee J. Cobb in der Rolle des Lt. Kinderman spielt wunderbar verschmitzt bis charmant, jedoch immer glaubwürdig und schafft es, aus einer Randfigur eine echte Persönlichkeit zu machen. Und zuletzt natürlich die Titelfigur: Max von Sydow als Exorzist. Gleicht er heute eher dem äußeren Anschein seiner (damals geschminkten) Filmrolle, so war er doch sehr gut in der Lage, den herzschwachen Titelhelden (so man ihn denn so bezeichnen kann) darzustellen.
Die technischen Glanzpunkte setzt eindeutig die Tontechnik. Während die Spezialeffekte nicht mehr ganz so aufregend daher kommen, liegen die Toneffekte weiterhin auf höchstem Niveau. In der neuen Fassung selbstverständlich auf dem allerneuesten Stand der Technik.
Prinzipiell also eine gelungene Überarbeitung. Wenngleich die neue deutsche Synchronisation der eine oder andere Zuschauer abstoßend finden mag, so schlimm wie bei den neuen Synchronfassungen der älteren Disney-Filme („Bambi“ mit Kinderstimmen!) ist sie nicht. Ich finde sie sogar durchaus gelungen, da die neuen Sprecher sehr gut ausgewählt wurden.
Die neuen Szenen sind zwar nicht sehr lang, aber dafür umso prägnanter. Speziell der „Spinnengang“ sei hier erwähnt. Eine sinnvolle Ergänzung. Die medizinischen Behandlungen waren in der Urfassung fast schon dokumentarisch angelegt, sodass die neuen Szenen sich auch dort nahtlos einfügen.
DAS FAZIT:
Kaufen! Unbedingte Empfehlung all jenen, die mit Dialogen, subtilen Spannungsmomenten und einer intelligenten weil in sich logischen Geschichte etwas anfangen können.
Den anderen sei gesagt: „Halloween 8“ oder „Freitag der 13., Teil 11“ sind bestimmt mehr nach eurem Geschmack (?!)…
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