Der Exorzist - Die neue Fassung (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von mima007

Soundcheck: Angriff der Erbsensuppe!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die aktuelle Schnittfassung von William Friedkins Gruselklassiker "Der Exorzist" enthält zusätzliche elf Filmminuten, die in der ursprünglichen Kinofassung nicht zu sehen sind. Außerdem kreierte Sound-Designer Steve Boeddeker zusammen mit Jennifer Law-Stump, Expertin für digitale Effekte, eine komplett überarbeitete Sound-Atmosphäre auf sechs digitalen Surround-Kanälen.


Die aufpolierte Fassung der Romanverfilmung zieht auch hierzulande wieder die Massen ins Kino. Die Faszination des Grauens, das dieser Film von 1973 erregt, ist ungebrochen. Doch es ist ein anderes Publikum, das sich diesen Klassiker heute antut: 16-jährige dürfen sich die härtesten Kraftausdrücke reinziehen - und lachen darüber! Merke: Die Jugend von heute ist härteren Stoff gewohnt.

Selbst wenn Friedkin dem Sound intensive Überarbeitung angedeihen ließ, so rettet diese Liebesmüh zahlreiche Szenen nicht vor der Lächerlichkeit. Am deutlichsten wird diese unerwartete Wirkung bei der Austreibung des Teufels, als beide Priester auf Regan einbrüllen, und dies ungefähr sechs oder sieben Mal. Kein gnädiger Cutter unterbricht das pathetische Mühen um "Weiche von uns, Satan!"

Doch die zusätzlichen zwölf Minuten machen sich nicht nur negativ bemerkbar. So ist etwa die Vorgeschichte um Pater Merrins Ausgrabungen im Nordirak sehr schön und stimmungsvoll zur Geltung gekommen, vor allem die hohe Bedeutung der Religion und das Weiterexistieren von Teufel und Teufelsglauben. Daher erscheint es folgerichtig, wenn im Washingtoner Haus des Hauptgeschehens genau dieselben Teufelsfiguren und -symbole wieder auftauchen. Übrigens setzt Friedkin noch eins oben drauf: Er blendet für Millisekunden die subliminal wirkende Fratze eines Teufels ein. Die unterschwellige Wirkung ist enorm. Ich kann mich an einen ähnlichen Effekt in der Originalfassung nicht erinnern.

Die Story

Der süße Fratz Regan (Linda Blair), gerade erst zwölf Jahre alt geworden, macht eines Tages unheimliche Veränderungen durch, die ihre Mutter Chris, eine reiche und erfolgreiche Hollywood-Schauspielerin (Ellen Burstyn), zunehmend schockieren. Regan führt obszöne Reden, spricht unvermittelt mit rauer, tiefer Stimme, auf ihrer Haut erscheinen hässliche, eiternde Wunden, und Gegenstände und Möbel in ihrem Zimmer machen sich unangenehm durch lautes Poltern bemerkbar.

Ihre Mutter läuft zuerst von einem Arzt zum nächsten, dann zieht sie auch Psychiater zu Rate. Während diese minderbemittelten Exorzisten des Fleisches keine physische Ursache finden können, stellt sich bei Regans Hypnotisierung heraus, dass in ihrem Körper ein Besucher weilt, der sich selbst "der Teufel" nennt. Das ist zwar übertrieben, denn er ist - im Buch - "nur" ein Dämon unterer Ordnung, macht sich aber dennoch Regans Ich untertan. Aber wer glaubt schon an Dämonen? Das ist doch sicher alles psychologisch erklärbar?

Als ein Freund ihrer Mutter, der stets betrunkene britische Regisseur Bruce Dennings, außerhalb des Hauses unter Regans Fenster tot aufgefunden wird, richten sich auch die Augen der Mordkommission in Gestalt eines Inspektors (Lee J. Cobb) auf die Vorgänge in Regans Haus. Schon bald stellt Leutnant Kinderman unangenehme Fragen, zumal in der nahen Jesuitenkirche mehrere Statuen-Schändungen passierten. Das aber hilft nicht, die arme Regan zu heilen, die nach Wochen an Unterernährung zu sterben droht. Chris wendet sich in ihrer Not an den Jesuitenpater Damien Karras.

Eine Untersuchung Regans führt ihn nach mehreren Wochen des Zweifels zu dem Schluss, einen Exorzismus vornehmen zu müssen. Sein Antrag wird genehmigt, doch ein erfahrener Pater wird ihm zur Seite stehen: Lancaster Merrin (Max von Sydow), der mit dem Teufel seit seinen Ausgrabungen im nordirakischen Ninive vertraut ist. Der Dämon begrüßt Merrin dementsprechend erwartungsvoll und freut sich auf den kommenden Zweikampf.

Der Showdown wird zwar nur in den letzten 30 Minuten geschildert, ist aber an Dramatik kaum zu überbieten. (Hier kommt der Effekt, den speigrüne Erbsensuppe, abgefeuert auf Pater Merrin, erzielt, voll zur Geltung.) Zwei Tote bleiben auf der Strecke. Doch für Chris und Regan wird alles wieder gut.

Mein Eindruck

Für Horrorfans gibt Film einige gruselige Stellen her; am besten sind die Dialoge mit dem Dämon. Es ist aber auch eine Detektivgeschichte, die zweigleisig aufgebaut wird: Sowohl Karras als auch Kinderman recherchieren, um dem Geheimnis von Regans Besessenheit mit Methoden der Vernunft auf die Spur zu kommen. Raffiniert hält sich der Autor mit der letzten Endes religiösen Erklärung zurück, bis nur noch diese übrigbleibt und zu dem fulminanten Auftritt des Exorzisten zwingt.

Diese Zurückhaltung führt allerdings zu einigen Längen in der Action - nervig, wenn man die Lösung des Rätsels schon aus der ersten Filmfassung kennt! Andererseits wird man dadurch auf die Folter gespannt und kann dem Auftritt des Exorzisten mehr Spannung abgewinnen.

Hintergrundinfos

William Peter Blattys Bestseller "The Exorcist" war inspiriert von einem tatsächlichen Exorzismus in Washington und wurde allein in den USA 13 Millionen Mal verkauft, die Verfilmung erreichte Platz 2 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten (nach dem "Paten"), gewann zwei Oscars und vier Golden Globes. Das Publikum wählte ihn zum "gruseligsten Film aller Zeiten".

Michael Matzer ©2002ff
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27. September 2001 [Kauf-DVD]

==>Der Exorzist (Neue Fassung)
Genre: Horror
Laufzeit: ca. 127 Minuten
Freigabe: ab 16 Jahren
Preis: DM 49,95

Bildformat(e): Widescreen (1.85:1 - anamorph)

Tonformat(e): Dolby Digital 5.1 in Deutsch
Dolby Digital 5.1 in Englisch
Dolby Digital 2.0/DS in Englisch


Untertitel: Englisch, Deutsch, Italienisch, Französisch, Norwegisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Polnisch, Tschechisch

Extras: - Trailer
- Originalkommentar von William Friedkin
- 3 TV-Spots
- 2 Radiospots

28 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Kjeldi

    28.01.2009, 16:30 Uhr von Kjeldi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Den mit meiner Frau geschaut und die Nacht ist vorbei, dann steht die im Bett Kopf und ich hab den nächtsten Tag gequollene Augen

  • Stingl

    08.06.2004, 14:26 Uhr von Stingl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht, erstklassiger Film. Schade, dass hier nur das alte Cover zu finden ist.

  • Avengelina

    10.05.2002, 18:17 Uhr von Avengelina
    Bewertung: sehr hilfreich

    Aussführliche Schilderung! Mir wurde allerdings gesagt der Film sei bescheiden, deshalb erde ich ihn mir jetzt wohl selber mal zu Gemüte führen. Cu Avengelina

  • tekay15

    10.05.2002, 17:50 Uhr von tekay15
    Bewertung: sehr hilfreich

    sollte man sich echt mal ansehen