Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Chantal3

Über mutierte und wiederkehrende Helden

Pro:

Story, Schauspieler, Umsetztung

Kontra:

Ende und einige Abbändeungen

Empfehlung:

Ja

Weihnachtszeit hieß für mich in den letzten drei Jahren immer Herr der Ringe Zeit. Jedes Jahr, am zweiten Weihnachtsfeiertag ging ich mit meinen Freunden in einen Teil der Trilogie.
Die Rückkehr des Königs sollte das Highlight sein, mit mehr Specialeffects und länger als die beiden Vorgänger.
Die, die das Buch nicht gelesen hatten standen dem Film bestimmt weniger kritisch gegenüber, als die, die das Buch gelesen hatten. Das letzte Buch war mein Lieblingsbuch, und ich bin zwar kein Fanatiker, der das Buch fünf mal gelesen hat und als Fremdsprache Elbisch kann, aber auch ohne das mag ich das Buch sehr und wollte nicht, dass ein dahergelaufener Regisseur das Kunstwerk verschandelt.

***Rückblick***
Frodo, ein Hobbit erhielt von einem Verwandten einen wunderschönen Ring, doch bald entpuppte sich das Erbstück als das Schmuckstück des größten Feindes der Menschen, Elben, Zwerge, Hobbits und aller anderen Lebewesen, die auf Mittelerde lebten. Der Ring war nicht nur Besitzt dieses durch und durch bösen Herrschers Sauron, er verlieh im auch Macht. Nur wenn dieser Ring im Schicksalsberg zerstört wird, wird auch Sauron und seine ganzen Untergebenen fallen. Die Aufgabe des Hobbits ist es mit 8 anderen Gefährten nach Mordor, wo der Schicksalsberg steht, zu reisen und den Ring zu zerstören. Doch bald zerbricht die Gemeinschaft. Die Wege trennen sich. Frodo und sein Begleiter Sam schlagen den schwierigen Weg zum Schicksalsberg ein. Aragorn, ein Nachkomme des Königs von Gondor, Legolas, Gimli, Gandalf und die beiden Hobbits Pippin und Merry treffen sich auf Umwegen wieder in Isengart, der Wohnsitz von dem Zauberer Saruman, der sich mit Sauron verbündet hatte. Isengart wurde zerstört und Saruman hat an Macht verloren.
Frodo und Sam treffen auf den Weg nach Mordor auf Gollum, der dem Ring verfallen ist, doch sie können ihn dazu bringen ihnen versteckte und gemiedene Wege zum Schicksalsberg zu zeigen, doch Sam ahnt, dass Gollum nicht nur gute Absichten hatte.

***Die Handlung***
Sam und Frodo sind kurz davor die Grenze von Mordor zu überschreiten und der härteste Teil ihrer Reise steht ihnen bevor, die beiden müssen zusammenhalten, wie nie zuvor. Doch Gollum hetzte die beiden gegeneinander auf, denn er will den Ring für sich haben. Es kommt zu einem Streit und Gollum und Frodo ziehen ohne Sam weiter. Gollum lockt den Hobbit in die Höhle einer Riesenspinne und hofft, dass diese den Halbling frisst. Doch Sam, der sich dazu entschlossen hat seinen Freund beizustehen, kann dieses verhindern, aber nachdem er die Spinne getötet hat muss er feststellen, dass Frodo tot ist. Er kann ihm gerade noch den Ring abnehmen, als sich Orks nähern.
Sam irrte sich – Frodo lebt und wird von den Orks mitgenommen, die ihn foltern wollen...

Auch bei den anderen Gefährten ist die Lage nicht hoffnungsvoller. Zwar wurde (im Film zumindest) Saruman besiegt, doch die riesige Schlacht rückt immer näher. Tausende von Saurons Streitmacht, Menschen sowie Orks näheren sich der Hauptstadt Gondors, Minas Tirit. Gandalf und Pippin machen sich dorthin auf, um dem dort regierenden Truchsess beizustehen, dieser erweißt sich aber als sehr uneinsichtig und macht es seinem Sohn und auch Gandalf. Schneller als erwartet entfacht die Schlacht und Hilfe aus Rohan ist nicht in Sicht.
Diese haben sich allerdings schon zum Kampf bereit gemacht, aber Aragorn sieht, dass diese Hilfe in der Schlacht nur ein Tropfen auf den heißen Stein wäre. Deshalb begibt er sich mit Legolas und Gimli auf den Weg zu den Toten, die einen Schwur abgelegt haben dem König von Gondor beizustehen. Aragorn muss sich beeilen, denn der Kampf gegen Sauron scheint zwecklos zu sein.
Und auch wenn sie in dieser Schlacht siegen sollten, ist die einzige Hoffnung Mittelerde zu retten Frodo, denn nur durch die Zerstörung des Ringes kann das Böse endgültig vernichtet werden.

***Meine Meinung***
Was mir als erstes aufgefallen ist, war, die Drehbuchautoren einige Handlungsstränge aus dem Buch ignoriert haben. Auch Christopher Lee, der in den ersten beiden Teilen den Saruman spielte empfand dies wohl so, und entschied sich nicht zu der Premiere zu kommen – seine Rolle wurde komplett, jedenfalls für die Kinoversion, gestrichen. Dies war eine Sache, die ich sehr schade fand, denn ich habe oft gemerkt, dass dem Regisseur Peter Jackson die Uhr im Nacken saß und nur von einem großen Ereignis zum nächsten gehetzt wurde, da wäre etwas mehr Schlichtheit angebracht gewesen (wobei der Schluss wohl etwas zu schlicht bzw. langweilig ist).
An anderen Stellen wurden wieder Handlungsstränge hinzugefügt und Rollen verändert, die absolut unnötig gewesen wären. Frodo wird immer schwächer durch den Ring, im Film mutiert er immer mehr zu einem zweiten Gollom und das wirft leider einen Schatten auf die Rolle von Elijah Wood. Auch fand ich die Szenen am Anfang des Filmes von Arwen sehr unnötig und sie haben meiner Meinung nach überhaupt nicht in den Zusammenhang gepasst.
Ein weiterer enttäuschende Punkt war die finale Schlacht. Im zweiten Teil wurde mit der Schlacht von Helms Klamm viel vorgelegt und kann nun nicht getoppt werden.

Genug kritisiert, denn diese zwei, drei Kritikpunkte kommen kaum zu Geltung, denn dieser Film ist einfach wunderschön. Zu einem großen Teil ist daran natürlich das Buch dafür verantwortlich. Tolkiens Buch ist und bleibt ein Roman der Superlative. Ein Märchen, dass einen in eine neue, unbekannte Welt führt, in der es noch wahre Helden gibt, die auf Pferd und mit Schwert kämpfen. Eine gute Vorlage ist allerdings keine Garantie, dass der Film ein Film der Superlative wird. Besonders eines ist wichtig: Glaubhaftigkeit, nicht übertrieben, nicht zu modern, einfach glaubhaft.
In einem Interview hat Peter Jackson gesagt:“ Die größte Kunst bei Specialeffects ist es, dass man sie nicht als solche erkennen kann“. Ganz möglich war dies zwar nicht (besonders bei der Darstellung der Toten während der Schlacht), doch im Gegensatz zu Filmen, die vor 10 Jahren gedreht worden ist, ist es heute möglich Specialeffects gut zu tarnen. Der Film ist deshalb nicht nur ein Film, nein, er ist, für solche, die nicht zu realistisch denken, ein Meisterwerk. Sitzt man im Kino, kommt es einem vor als ob man von Minas Tirit den Kampf beobachtet, oder als ob man Frodo und Sam auf ihrer schwierigen Reise folgt.
Auch die Auswahl der Schauspieler hat das beigetragen. Heute ist ein Viggo Mortensen Aragorn, Orlando Bloom ist Legolas und Elijah Wood ist ein kleiner Hobbit aus dem Auenland. Die Schauspieler sind heute Stars, waren vorher aber nahezu unbekannt. Die ältere Generation kennt Christopher Lee bestimmt aus Dracula und wer sich Deep Impact genau angeschaut hat, erkannte da auch sicher einen jungen aufstrebenden Schauspieler namens Wood, doch es waren (bis auf wenige) keine Weltstars. Dadurch wirken ihre Rollen viel echter, als wenn Brad Pitt mit Schwert gegen Orks kämpft. Das sie keine Weltstars waren, heißt aber nicht, dass die unqualifiziert sind, sondern jeder einzelne ist ein durch und durch begabter Schauspieler, der dem Zuschauer alles gefühlvoll und realistisch rüberbringt, deshalb möchte ich nun nicht jeden einzelnen Schauspieler auflisten, denn die Leistung von jedem war gut bis hervorragend.
Bei Rückkehr des Königs wird auch viel mit Großaufnahmen des Gesichtes gearbeitet. Diese Aufnahmen machen es möglich die ganzen Emotionen nicht durch Worte, sondern durch Mimiken auszudrücken. Ebenso unterstreicht die Musik die Emotionen dieses Filmes und lässt den Zuschauer mit den Charakteren mitfühlen.
Auch erweckt der Film in mir den Wunsch mal nach Neuseeland zu gehen. Die Landschaftsbilder sind wieder atemberaubend und tragen zur Glaubhaftigkeit, ebenso wie die Kostüme und das Make up, bei. Ich könnte mir kein schöneres und vielseitigeres Mittelerde vorstellen als diese Kulisse in Neuseeland.
Der nächste Punkt ist für mich eigentlich schwer zu bewerten, denn ich wusste schon wie der Film ausgeht. Ich denke allerdings, dass der Film nicht allzu vorhersehbar ist. Zwar kann man sich schon denken, wer siegt, doch es ist schwer zu erraten, wer der Schlacht zum Opfer fällt und wie es für Mittelerde weitergeht.

***Fazit***
Die Rückkehr des Königs ist nicht nur der Abschluss der Trilogie, sondern auch die Krönung.
Das wichtigste wurde verfilmt und auch ein paar Kritikpunkte lassen das Positive überwiegen. Ich möchte nicht sagen, dass Herr der Ringe für immer ein Meisterwerk sein wird, denn sich auch Generationen nach mir Anschauen würden, denn das haben bestimmt auch viele über Casablanca gedacht und ich würde mir diesen Film nie anschauen.
Trotzdem wird es eine Weile dauern, bis ein Film kommt, der so viele Menschen fesseln wird, und bis ein Film kommt, den so viele Leute niemals sehen wollen. Die Geschichte muss einen ansprechen, ansonsten wird der Film einen langweilen.
Wenn die Geschichte einen fesselt, wird man auch den Film lieben! 5 Sterne

Nächstes Weihnachten wird mir etwas fehlen...

Infos:
*Länge: 210 Minuten
*Regisseur: Peter Jackson
*Originaltitel: The retun of the king


Danke für’s lesen, ich freu mich auch über Kommentare

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