Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Prisca
Es ist vollbracht ....
Pro:
mir fehlen die Worte ...
Kontra:
leider einige krasse Kürzungen - einige Buchszenen sind doch ziemlich verfälscht...
Empfehlung:
Ja
Zweimal gesehen – zweimal geheult … und nun wird´s zeit, das ich mich mal hier drüber auslasse. Obwohl ich euch nicht gerantieren kann, das dies ein üblicher Bericht wird, denn wenn ich an diesen Film denke, gehen schon die Pferde mit mir durch, sorry!
Wovon ich eigentlich rede? Na, von dem dritten Teil der Herr der Ringe Trilogie – von
DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS
Ein Film, der erst letzte Woche in den deutschen Kinos angelaufen ist, der jetzt schon alle Kinorekorde zu sprengen scheint und der einfach nur überwältigend ist. Aber fangen wir doch lieber am Anfang an. Obwohl, so ein typischer Anfang … Achtung, jetzt kommt der Inhalt … das will mir hier gar nicht so leicht fallen. Wie schon erwähnt, Die Rückkehr des Königs (RdK) ist der dritte Teil der Herr der Ringe Filme – und man kann diesen Film eigentlich gar nicht für sich allein betrachten. Denn anders als z.B. in der Starwars Trilogie (sorry für diesen Vergleich – ich mag ihn eigentlich auch nicht, denn hier handelt es sich um völlig verschiedene Filmgenres, die man einfach nicht vergleich sollte – aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme – ich vergleiche ja nicht inhaltlich!) in der jeder Film für sich abgeschlossen ist gehen die Filme von Herr der Ringe unmittelbar ineinander über und bilden schließlich einen großen Film von 10 Stunden Lauflänge. Trotzdem werde ich mich bemühen, mich in diesem Bericht hauptsächlich auf RdK zu beschränken.
Also, jetzt aber kurz zum Inhalt: Der Film erzählt die Geschichte von dem kleinen Hobbit Frodo und seinen Gefährten weiter. Durch einen Zufall ist er an den Ring der Macht gekommen (ein Ring mit dessen Hilfe des böse Herrscher Sauron die Welt unterjochen kann) – und es steht schnell fest, das dieser Ring vernichtet werden muss – vernichtet in den feuern des Schicksalsberges, wo er einst geschmiedet wurde. So macht sich Frodo mit 8 Gefährten auf den Weg …
Inzwischen ist einiges Schicksalhafte geschehen und wir landen in RdK. Der Bund der Gefährten ist zerfallen. Frodo ist mit seinem Freund und Diener Sam allein auf dem Weg nach Mordor, während sich die anderen Gefährten ihrem Schicksal = dem Krieg an den unterschiedlichsten Fronten stellen …
So, nun ist das sicherlich die kürzeste und unzureichendste Inhaltsangabe, die ich jemals in einem Filmbericht gemacht habe – aber ganz ehrlich: Ich gehe davon aus, die meisten werden diese Geschichte (zumindest in groben Zügen) kennen … und außerdem hat Tolkien über 1000 Seiten gebraucht um dem Leser seine Geschichte nahe zu bringen, wie sollte ich es da in ein paar Zeilen schaffen. Gehen wir also lieber ins Detail des Filmes.
Der Film wurde gedreht nach dem Roman Der Herr der Ringe von J.R.R.Tolkien – ein Buch, das lange Zeit als absolut unverfilmbar galt – bis sich eines Tages ein kleiner, unbekannter Regisseur aus Neuseeland (sein Name: PETER JACKSON =PJ) in den Kopf setzte, sich an dieses Meisterwerk zu wagen. Lange Zeit musste er einen Filmverleih suchen, die das finanzielle Risiko für dieses Projekt tragen würden, denn PJ wollte nicht irgendeinen Film – er wollte ein Mammutprojekt von drei Teilen drehen – und niemand konnte wissen, wie die Fans des Buchs das aufnehmen würden …
Die ersten zwei Teile wurde ein voller Erfolg, zwar hagelte es auch Kritik, aber viele waren begeistert. Nun war also die Premiere von RdK – und die Fans (auch ich) strömten bereits um Mitternacht in die Premieren. Was ich zu sehen bekam hat mich überzeugt. Mittelerde – das Land das Tolkien für Jahrzehnten in seinem Roman erwachen lies, hat Gestalt angenommen. Wie in den anderen Filmen stimmt die ganze Umgebung (Neuseeland scheint wie geschaffen zu sein für dieses Fanatsieland), aber auch die Städte und Häuser, die PJ in mühevoller, oft monatlanger Arbeit hat aufbauen lassen sind einfach stimmig. Ich möchte hier als Beispiel einfach mal die weiße Stadt Minas Tirith erwähnen – wunderschön, wie sie da am Berg liegt – eine ruhige, schlichte Schönheit ausstrahlt. Als Filmzuschauer vergisst man, das man sich hier nur in einer Filmwelt befindet, so wirklich und real ist das alles.
Die Schauspieler:
Frodo = Elijah Wood
Sam = Sean Astin
Aragorn = Viggo Mortensen
Gandalf = Ian McKellen
Legolas = Orlando Bloom
Gimli = John Rys-Davis
Das sind jetzt wirklich nur ein paar der Namen die im Film auftauchen – alle wichtigen Personen hier aufzählen zu wollen würde den Rahmen eines Berichts sprengen. Ich wollte euch damit eigentlich nur eines zeigen: es sind bekannte Namen genauso darunter wie unbekannte „Lichter“ die in HdR ihre erste Rolle bekamen …. Aber sie alle machen ihre Sache nicht nur gut, es ist überwältigend, wie sehr sie alle in ihre Rolle hineinzuwachsen scheinen. (na ja, eigentlich kein Wunder, wenn man bedenkt, das die Dreharbeiten zu allen drei teilen über drei Jahre dauerten – dazu noch Vor- und Nachbearbeitungszeit). Da hat sich PJ bei der Auswahl der Charaktere wirklich größte Mühe geben, den richten Schauspieler für jede Rolle zu finden.
Natürlich begeistert mich nicht jeder gleich: Frodo z.B. habe ich anfangs mit etwas Skepsis betrachtet – in RdK hat er aber auch seinen schauspielerischen Höhepunkt erreicht und überzeugt mich vollkommen.
Legolas als kühler, unnahbarer Elb – ich verfalle da nicht in Teenyschwärmerei (sorry, ich will hier auch niemandem auf die Füße treten – jedem das seine!!!), aber ich gebe zu, seine Gesicht ist schon beeindruckend, besonders wenn sich da in manchen Szenen so ganz still und leise ein kleines Lächeln rein schleicht. Klasse!
Viggo Mortensen = Aragorn – ein echter Waldläufer und für mich auch ein echter König – obwohl die Entwicklung vom einen zum anderen im Film ein wenig kurz kommt (aber dafür kann Mr. Mortensen nichts, das ist Sache von PJ und vom Schnitt im Film – dazu später mehr).
Mein persönlicher Favorit: Sam – ich habe diese Rolle im Buch geliebt – und ich liebe sie im Film. Besonders die Gesichtsausdrücke – vom lachen bis hin zum Weinen … das ist Sam wie ich ihn mir vorgestellt habe!
Kommen wir jetzt aber mal zu etwas anderen, was hauptsächlich für den Buchleser interessant sein dürfte: Wie sind diese Bücher, die ja eigentlich als unverfilmbar galten denn überhaupt umgesetzt? Wie PJ selbst einmal sagte: Ich verfilme nicht das Buch „Der Herr der Ringe“ – sondern ich verfilme MEINE Vorstellung davon! Tcha – eigentlich logisch, das die Vorstellung von PJ nicht immer mit den Vorstellungen der Buchleser übereinstimmt. Er hat sich die Freiheit von Änderungen herausgenommen, auch im dritten Teil (RdK). Vieles kann ich nachvollziehen, weil es einfach im Interesse des Films ist. Manche Personen, die ich im Buch sehr gern mochte hat er herausgeschnitten, weil sie für den Filmablauf einfach unwichtig sind! Einige Szenen hat er stark abgeändert, weil sie so im Film einfach für mehr Spannung sorgen. Einiges hat er hinzugedichtet bzw. stark erweitert: ich denke da mal an Arwen, eine Elbenprinzessin, die Aragorn liebt. Im Buch in einigen Sätzen erwähnt, nimmt sie im Film einen ganz anderen Stellenwert ein. Einen Stellenwert, den viele PJ übernehmen, ich vermag das eigentlich nicht – PJ hat diese Liebesgeschichte schön und gefühlvoll umgesetzt, sie passt in die Atmosphäre des Films – und so kann ich gut damit umgehen.
Ich weiß, dass viele Fans die Filme sehen und nach Änderungen zum Buch suchen – um sich drüber aufzuregen! Auf der einen Seite verstehe ich das – auch ich bedauere, das ich im Film die einen oder andere Szene nicht so vorfinde wie im Buch – aber ich habe mir von Anfang an gesagt: Buch ist Buch – Film ist Film! Es ist PJ´s Herr der Ringe, den wir auf der Leinwand zu sehen kriegen! Er hat Mittelerde für uns zum Leben erweckt – und das hat er klasse gemacht!
Trotzdem – und das muss ich an dieser Stelle zugeben: ich habe an keinem Teil von HdR soviel zu mäkeln gehabt wie an RdK. Oh nein – der Film ist nicht schlecht – beileibe nicht! Er enthält wunderbare und vor allem auch sehr buchnahe Szenen! Allein wenn ich an die Schlussszene denke (die viele alle ein wenig kitschig empfinden … aber, DAS ist original Tolkien! Besser konnte PJ das nicht umsetzen!). Nun habe ich wohl den Fehler gemacht und gerade erst letzte Woche das Buch noch einmal zu Ende gelesen – es war mir also noch sehr deutlich vor Augen. Umso stärker sind mir die Änderungen und Weglassungen aufgefallen, die PJ in diesem Teil gemacht hat. Aber: NEIN, das MEISTE davon sind Kleinigkeiten – Kleinigkeiten, um die es mir zwar leid tut, die aber den Film nicht wirklich schlechter machen und mit denen ich spätestens nach dem dritten Mal sehen dann leben kann!
Etwas mehr liegt es mir da am Herzen, das ich gerade von meiner absoluten Lieblingsstelle aus dem Buch etwas enttäuscht bin (für die Buch- und Filmkenner unter euch: Kankras Lauer und die Szenen danach) – eine Stelle, die die meisten Filmseher sehr gut umgesetzt fanden. Und ja, ich gebe ihnen recht: die Stelle ist spannend und wenn man sich darauf einlässt auch recht gefühlvoll umgesetzt … ich kann mich da nur leider nicht fallenlassen, weil ich ständig MEIN Bild von dieser Szene vor Augen habe. Ich glaube, da liegt der Fehler nicht einmal so sehr in der Umsetzung von PJ – sondern einfach daran, dass ich diese Szene wirklich genauso haben wollte, wie ICH sie sehe! Und ich fühle mich wieder einmal bestätigt: Wenn man den Film wirklich genießen will, dann muss man sich von dem Buch lösen können – dann muss man sich einfach fallenlassen können in den Film…
Themenwechsel – Kinofassung = geschnittene Fassung! Leider ist es so, das auch RdK unter demselben Problem leidet wie die anderen HdR Filme auch: sie wurden fürs Kino zusammengekürzt! Nein, der Film ist mit seinen 190 Minuten nun wirklich nicht kurz zu nennen – aber man bedenke, die ursprüngliche Fassung von PJ hatte eine Länge von über 240 Minuten! Dann kann man sich vorstellen, dass hier doch einiges fehlen muss. Leider sind dabei einige Szenen der Schere zum Opfer gefallen, die ich persönlich nicht nur gern gesehen hätte – sondern die ich einfach für zu wichtig halte, als das man einfach auf sie verzichten kann (wieder mal für die Buchkenner: ich denke hier besonders an die Häuser der Heilung!). So enthält der Film einige unschöne Brüche, die ich als Buchleser zwar ausfüllen kann – aber das ist ja eigentlich nicht der Sinn eines Filmes.
Auch sonst kommt der ganze Film ziemlich gehetzt rüber – man merkt einfach die Sprünge in der Handlung zu sehr – manchmal, besonders an so richtig traurigen Szenen ging es mir so, das ich das Gefühl hatte: Jetzt möchtest du mal richtig drüber heulen – aber dazu bin ich eigentlich gar nicht gekommen – denn …. Schwupps … schon waren wir in einer ganz anderen Szene. Das ist ein bisschen schade, finde ich – und hoffe einfach mal auf die erweiterte Kinofassung, die irgendwann Ende nächsten Jahres als DVD zu erhalten sein wird!
Ich weiß, eigentlich sollte ich jetzt langsam zum Ende kommen, aber ein paar winzige Worte möchte ich schon noch zum Soundtrack verlieren, denn der ist einfach wieder klasse. Was Howard Shore da wieder geschaffen hat kann durchaus mit Werken großer Komponisten wie Beethoven konkurrieren. Die Musik unterstützt die Handlung in jeder einzelnen Szene – besonders gelungen finde ich auch die von den Darstellern gesungenen kurzen Lieder: Pippin in Minas Tirith (und dann die Filmblende zum Kampf … das ist Gänsehautfeeling!) – aber auch das „Gebrumme“ von Aragorn am Schluss ( **gg** hört sich jetzt vielleicht ein wenig seltsam an – klingt aber wirklich klasse!) Und dann natürlich das Schlußlied „Into the West“ gesungen von Annie Lennox. Seltsam – als ich dieses Lied auf CD gehört habe, dachte ich nur: Was soll das denn? Das gefällt dir aber nicht! … und dann im Kino: der Abspann mit den Bleistiftzeichnungen von Darstellern und Handlungsorten im Hintergrund – und darüber dieses Lied … da fehlen mir doch glatt die Worte … es passt einfach!
Keine Angst, ich komme jetzt wirklich zum Schluss, obwohl ich sicher noch seitenweise Weiterschreiben könnte, so viele Gedanken und Gefühle habe ich zu diesem Film –andererseits wurde über diesen Film schon Bücher geschrieben – und die würde hier ja wohl doch den Rahmen sprengen. Ich denke, eines konnte ich in diesem Bericht trotzdem gut rüberbringen: Ich bin begeistert von dem Film – auch wenn ich dabei einige kleinere Abstriche machen muss!
Meine Wertung ist eine 2++ so, wie der Film jetzt in den Kinos läuft. Ich denke, mit der erweiterten DVD Version wird sich das dann zu einer klaren 1 auswachsen!
@ Prisca – Dezember 2003 – ich schreibe bei Ciao, Dooyoo und Yopi
Wovon ich eigentlich rede? Na, von dem dritten Teil der Herr der Ringe Trilogie – von
DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS
Ein Film, der erst letzte Woche in den deutschen Kinos angelaufen ist, der jetzt schon alle Kinorekorde zu sprengen scheint und der einfach nur überwältigend ist. Aber fangen wir doch lieber am Anfang an. Obwohl, so ein typischer Anfang … Achtung, jetzt kommt der Inhalt … das will mir hier gar nicht so leicht fallen. Wie schon erwähnt, Die Rückkehr des Königs (RdK) ist der dritte Teil der Herr der Ringe Filme – und man kann diesen Film eigentlich gar nicht für sich allein betrachten. Denn anders als z.B. in der Starwars Trilogie (sorry für diesen Vergleich – ich mag ihn eigentlich auch nicht, denn hier handelt es sich um völlig verschiedene Filmgenres, die man einfach nicht vergleich sollte – aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme – ich vergleiche ja nicht inhaltlich!) in der jeder Film für sich abgeschlossen ist gehen die Filme von Herr der Ringe unmittelbar ineinander über und bilden schließlich einen großen Film von 10 Stunden Lauflänge. Trotzdem werde ich mich bemühen, mich in diesem Bericht hauptsächlich auf RdK zu beschränken.
Also, jetzt aber kurz zum Inhalt: Der Film erzählt die Geschichte von dem kleinen Hobbit Frodo und seinen Gefährten weiter. Durch einen Zufall ist er an den Ring der Macht gekommen (ein Ring mit dessen Hilfe des böse Herrscher Sauron die Welt unterjochen kann) – und es steht schnell fest, das dieser Ring vernichtet werden muss – vernichtet in den feuern des Schicksalsberges, wo er einst geschmiedet wurde. So macht sich Frodo mit 8 Gefährten auf den Weg …
Inzwischen ist einiges Schicksalhafte geschehen und wir landen in RdK. Der Bund der Gefährten ist zerfallen. Frodo ist mit seinem Freund und Diener Sam allein auf dem Weg nach Mordor, während sich die anderen Gefährten ihrem Schicksal = dem Krieg an den unterschiedlichsten Fronten stellen …
So, nun ist das sicherlich die kürzeste und unzureichendste Inhaltsangabe, die ich jemals in einem Filmbericht gemacht habe – aber ganz ehrlich: Ich gehe davon aus, die meisten werden diese Geschichte (zumindest in groben Zügen) kennen … und außerdem hat Tolkien über 1000 Seiten gebraucht um dem Leser seine Geschichte nahe zu bringen, wie sollte ich es da in ein paar Zeilen schaffen. Gehen wir also lieber ins Detail des Filmes.
Der Film wurde gedreht nach dem Roman Der Herr der Ringe von J.R.R.Tolkien – ein Buch, das lange Zeit als absolut unverfilmbar galt – bis sich eines Tages ein kleiner, unbekannter Regisseur aus Neuseeland (sein Name: PETER JACKSON =PJ) in den Kopf setzte, sich an dieses Meisterwerk zu wagen. Lange Zeit musste er einen Filmverleih suchen, die das finanzielle Risiko für dieses Projekt tragen würden, denn PJ wollte nicht irgendeinen Film – er wollte ein Mammutprojekt von drei Teilen drehen – und niemand konnte wissen, wie die Fans des Buchs das aufnehmen würden …
Die ersten zwei Teile wurde ein voller Erfolg, zwar hagelte es auch Kritik, aber viele waren begeistert. Nun war also die Premiere von RdK – und die Fans (auch ich) strömten bereits um Mitternacht in die Premieren. Was ich zu sehen bekam hat mich überzeugt. Mittelerde – das Land das Tolkien für Jahrzehnten in seinem Roman erwachen lies, hat Gestalt angenommen. Wie in den anderen Filmen stimmt die ganze Umgebung (Neuseeland scheint wie geschaffen zu sein für dieses Fanatsieland), aber auch die Städte und Häuser, die PJ in mühevoller, oft monatlanger Arbeit hat aufbauen lassen sind einfach stimmig. Ich möchte hier als Beispiel einfach mal die weiße Stadt Minas Tirith erwähnen – wunderschön, wie sie da am Berg liegt – eine ruhige, schlichte Schönheit ausstrahlt. Als Filmzuschauer vergisst man, das man sich hier nur in einer Filmwelt befindet, so wirklich und real ist das alles.
Die Schauspieler:
Frodo = Elijah Wood
Sam = Sean Astin
Aragorn = Viggo Mortensen
Gandalf = Ian McKellen
Legolas = Orlando Bloom
Gimli = John Rys-Davis
Das sind jetzt wirklich nur ein paar der Namen die im Film auftauchen – alle wichtigen Personen hier aufzählen zu wollen würde den Rahmen eines Berichts sprengen. Ich wollte euch damit eigentlich nur eines zeigen: es sind bekannte Namen genauso darunter wie unbekannte „Lichter“ die in HdR ihre erste Rolle bekamen …. Aber sie alle machen ihre Sache nicht nur gut, es ist überwältigend, wie sehr sie alle in ihre Rolle hineinzuwachsen scheinen. (na ja, eigentlich kein Wunder, wenn man bedenkt, das die Dreharbeiten zu allen drei teilen über drei Jahre dauerten – dazu noch Vor- und Nachbearbeitungszeit). Da hat sich PJ bei der Auswahl der Charaktere wirklich größte Mühe geben, den richten Schauspieler für jede Rolle zu finden.
Natürlich begeistert mich nicht jeder gleich: Frodo z.B. habe ich anfangs mit etwas Skepsis betrachtet – in RdK hat er aber auch seinen schauspielerischen Höhepunkt erreicht und überzeugt mich vollkommen.
Legolas als kühler, unnahbarer Elb – ich verfalle da nicht in Teenyschwärmerei (sorry, ich will hier auch niemandem auf die Füße treten – jedem das seine!!!), aber ich gebe zu, seine Gesicht ist schon beeindruckend, besonders wenn sich da in manchen Szenen so ganz still und leise ein kleines Lächeln rein schleicht. Klasse!
Viggo Mortensen = Aragorn – ein echter Waldläufer und für mich auch ein echter König – obwohl die Entwicklung vom einen zum anderen im Film ein wenig kurz kommt (aber dafür kann Mr. Mortensen nichts, das ist Sache von PJ und vom Schnitt im Film – dazu später mehr).
Mein persönlicher Favorit: Sam – ich habe diese Rolle im Buch geliebt – und ich liebe sie im Film. Besonders die Gesichtsausdrücke – vom lachen bis hin zum Weinen … das ist Sam wie ich ihn mir vorgestellt habe!
Kommen wir jetzt aber mal zu etwas anderen, was hauptsächlich für den Buchleser interessant sein dürfte: Wie sind diese Bücher, die ja eigentlich als unverfilmbar galten denn überhaupt umgesetzt? Wie PJ selbst einmal sagte: Ich verfilme nicht das Buch „Der Herr der Ringe“ – sondern ich verfilme MEINE Vorstellung davon! Tcha – eigentlich logisch, das die Vorstellung von PJ nicht immer mit den Vorstellungen der Buchleser übereinstimmt. Er hat sich die Freiheit von Änderungen herausgenommen, auch im dritten Teil (RdK). Vieles kann ich nachvollziehen, weil es einfach im Interesse des Films ist. Manche Personen, die ich im Buch sehr gern mochte hat er herausgeschnitten, weil sie für den Filmablauf einfach unwichtig sind! Einige Szenen hat er stark abgeändert, weil sie so im Film einfach für mehr Spannung sorgen. Einiges hat er hinzugedichtet bzw. stark erweitert: ich denke da mal an Arwen, eine Elbenprinzessin, die Aragorn liebt. Im Buch in einigen Sätzen erwähnt, nimmt sie im Film einen ganz anderen Stellenwert ein. Einen Stellenwert, den viele PJ übernehmen, ich vermag das eigentlich nicht – PJ hat diese Liebesgeschichte schön und gefühlvoll umgesetzt, sie passt in die Atmosphäre des Films – und so kann ich gut damit umgehen.
Ich weiß, dass viele Fans die Filme sehen und nach Änderungen zum Buch suchen – um sich drüber aufzuregen! Auf der einen Seite verstehe ich das – auch ich bedauere, das ich im Film die einen oder andere Szene nicht so vorfinde wie im Buch – aber ich habe mir von Anfang an gesagt: Buch ist Buch – Film ist Film! Es ist PJ´s Herr der Ringe, den wir auf der Leinwand zu sehen kriegen! Er hat Mittelerde für uns zum Leben erweckt – und das hat er klasse gemacht!
Trotzdem – und das muss ich an dieser Stelle zugeben: ich habe an keinem Teil von HdR soviel zu mäkeln gehabt wie an RdK. Oh nein – der Film ist nicht schlecht – beileibe nicht! Er enthält wunderbare und vor allem auch sehr buchnahe Szenen! Allein wenn ich an die Schlussszene denke (die viele alle ein wenig kitschig empfinden … aber, DAS ist original Tolkien! Besser konnte PJ das nicht umsetzen!). Nun habe ich wohl den Fehler gemacht und gerade erst letzte Woche das Buch noch einmal zu Ende gelesen – es war mir also noch sehr deutlich vor Augen. Umso stärker sind mir die Änderungen und Weglassungen aufgefallen, die PJ in diesem Teil gemacht hat. Aber: NEIN, das MEISTE davon sind Kleinigkeiten – Kleinigkeiten, um die es mir zwar leid tut, die aber den Film nicht wirklich schlechter machen und mit denen ich spätestens nach dem dritten Mal sehen dann leben kann!
Etwas mehr liegt es mir da am Herzen, das ich gerade von meiner absoluten Lieblingsstelle aus dem Buch etwas enttäuscht bin (für die Buch- und Filmkenner unter euch: Kankras Lauer und die Szenen danach) – eine Stelle, die die meisten Filmseher sehr gut umgesetzt fanden. Und ja, ich gebe ihnen recht: die Stelle ist spannend und wenn man sich darauf einlässt auch recht gefühlvoll umgesetzt … ich kann mich da nur leider nicht fallenlassen, weil ich ständig MEIN Bild von dieser Szene vor Augen habe. Ich glaube, da liegt der Fehler nicht einmal so sehr in der Umsetzung von PJ – sondern einfach daran, dass ich diese Szene wirklich genauso haben wollte, wie ICH sie sehe! Und ich fühle mich wieder einmal bestätigt: Wenn man den Film wirklich genießen will, dann muss man sich von dem Buch lösen können – dann muss man sich einfach fallenlassen können in den Film…
Themenwechsel – Kinofassung = geschnittene Fassung! Leider ist es so, das auch RdK unter demselben Problem leidet wie die anderen HdR Filme auch: sie wurden fürs Kino zusammengekürzt! Nein, der Film ist mit seinen 190 Minuten nun wirklich nicht kurz zu nennen – aber man bedenke, die ursprüngliche Fassung von PJ hatte eine Länge von über 240 Minuten! Dann kann man sich vorstellen, dass hier doch einiges fehlen muss. Leider sind dabei einige Szenen der Schere zum Opfer gefallen, die ich persönlich nicht nur gern gesehen hätte – sondern die ich einfach für zu wichtig halte, als das man einfach auf sie verzichten kann (wieder mal für die Buchkenner: ich denke hier besonders an die Häuser der Heilung!). So enthält der Film einige unschöne Brüche, die ich als Buchleser zwar ausfüllen kann – aber das ist ja eigentlich nicht der Sinn eines Filmes.
Auch sonst kommt der ganze Film ziemlich gehetzt rüber – man merkt einfach die Sprünge in der Handlung zu sehr – manchmal, besonders an so richtig traurigen Szenen ging es mir so, das ich das Gefühl hatte: Jetzt möchtest du mal richtig drüber heulen – aber dazu bin ich eigentlich gar nicht gekommen – denn …. Schwupps … schon waren wir in einer ganz anderen Szene. Das ist ein bisschen schade, finde ich – und hoffe einfach mal auf die erweiterte Kinofassung, die irgendwann Ende nächsten Jahres als DVD zu erhalten sein wird!
Ich weiß, eigentlich sollte ich jetzt langsam zum Ende kommen, aber ein paar winzige Worte möchte ich schon noch zum Soundtrack verlieren, denn der ist einfach wieder klasse. Was Howard Shore da wieder geschaffen hat kann durchaus mit Werken großer Komponisten wie Beethoven konkurrieren. Die Musik unterstützt die Handlung in jeder einzelnen Szene – besonders gelungen finde ich auch die von den Darstellern gesungenen kurzen Lieder: Pippin in Minas Tirith (und dann die Filmblende zum Kampf … das ist Gänsehautfeeling!) – aber auch das „Gebrumme“ von Aragorn am Schluss ( **gg** hört sich jetzt vielleicht ein wenig seltsam an – klingt aber wirklich klasse!) Und dann natürlich das Schlußlied „Into the West“ gesungen von Annie Lennox. Seltsam – als ich dieses Lied auf CD gehört habe, dachte ich nur: Was soll das denn? Das gefällt dir aber nicht! … und dann im Kino: der Abspann mit den Bleistiftzeichnungen von Darstellern und Handlungsorten im Hintergrund – und darüber dieses Lied … da fehlen mir doch glatt die Worte … es passt einfach!
Keine Angst, ich komme jetzt wirklich zum Schluss, obwohl ich sicher noch seitenweise Weiterschreiben könnte, so viele Gedanken und Gefühle habe ich zu diesem Film –andererseits wurde über diesen Film schon Bücher geschrieben – und die würde hier ja wohl doch den Rahmen sprengen. Ich denke, eines konnte ich in diesem Bericht trotzdem gut rüberbringen: Ich bin begeistert von dem Film – auch wenn ich dabei einige kleinere Abstriche machen muss!
Meine Wertung ist eine 2++ so, wie der Film jetzt in den Kinos läuft. Ich denke, mit der erweiterten DVD Version wird sich das dann zu einer klaren 1 auswachsen!
@ Prisca – Dezember 2003 – ich schreibe bei Ciao, Dooyoo und Yopi
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