Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von magnifico

Highlights bis zum Ende

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Dass Mehrteiler, auf Leinwand wie auch Mattscheibe, nicht immer mit High End trotz Happy End enden, werden zahlreiche Besucher von Matrix III, Matrix Revolution, sicherlich bestätigen können. Zwar ist dort, storymäßig, „Ende gut alles gut“, nur war der dritte Teil inhaltlich wie auch von seiner Ausgestaltung her, eines eigentlich nicht: „gut“.

Anders ist dies, gottlob, bei „Der Herr der Ringe, Die Rückkehr des Königs“. Im dritten Teil, der mit einer Rekordlänge zugeschlagen hat, gibt es meines Erachtens keinerlei inhaltliche oder qualitative Einbrüche, die zu einem auch nur partiell abwertenden Ergebnis führen müssten. Alles andere wäre ja auch beinahe schon Verrat an Zuschauer und, nicht zu vergessen, dem Vater von „Der Herr der Ringe“, J.R.R. Tolkien, gewesen.

So aber überzeugt auch Teil Drei des Fantasy-Epos, ebenso wie die beiden vorherigen Teile, auf so ziemlich allen Ebenen der cinematischen Präsentation: Schauspieler, Effekte, Story, Musik etc. pp.


Kurz zum Inhalt, der allen, die Tolkiens Superwerk schon gelesen haben, ohnehin bekannt sein dürfte:

Die von Bruchtal aufgebrochene Gemeinschaft um den Ringträger Frodo hat sich in Isengart wieder zusammen gefunden: Merry und Pippin, die beiden Hobbits, die am Ende von Teil II die Ents gegen Saruman, den abtrünnigen „Weißen Zauberer“ mobilisieren konnten, werden von Gandalf, Aragorn, Legolas und Gimli wiedergefunden.

Doch der Sieg über Isengart und Saruman ist nur ein vorläufiger, ebenso wie die Schlacht bei Helms Klamm, die den Truppen Sarumans eine vernichtende Niederlage zugefügt hat. Von Mordor aus, dem Schwarzen Land des Dunklen Herrschers Sauron, droht ein mächtiges Heer gegen Minas Tirith, der Stadt Gondors und Sitz des Königs von Gondor und damit von Mittelerde, zu ziehen. Ein Heer, dem weder die Besatzung von Minas Tirith noch die zu Hilfe gerufenen Reiter Rhodans stand halten werden.

Während dessen dringen Frodo und Sam, geführt von Gollum, immer näher nach Mordor vor. Gollum, einstmals über Jahrhunderte hinweg Besitzer des Rings, wird zunehmend von seiner bösen Seite überwältigt und trachtet nach Frodos Tod, um wieder den Ring, „seinen Schatz“ zu erlangen. Hierzu soll Frodo Sam als seinen Feind betrachten, worauf Gollum beharrlich hinarbeitet. Bei Minas Morgul, dem Sitz des Fürsten der Nazgul, kommt es schließlich auch zum Bruch zwischen Sam und Frodo.


Mehr will ich nicht hierzu nicht schreiben, da diejenigen, die den Roman kennen, ohnehin um sein Ende wissen und den Verlauf mehr oder weniger im Gedächtnis haben werden, alle anderen aber angesichts Tolkiens komplexer Handlungsverflechtungen und gestreuten Handlungsorten kaum alleine aufgrund einer „breiteren“ Beschreibung großen Durchblick erhalten dürften.

Eines jedenfalls ist gewiss: auch Teil III ist ein absolutes Muss für alle Tolkien-Fans, die aber sicherlich auch nicht enttäuscht sein werden. So sind die Schauspieler in dem wohl actionreichsten Teil – warum der allerdings schon für Zwölfjährige freigegeben ist, wundert mich dann doch etwas – auch hier wieder in Bestform, und insbesondere Gimli, der etwas grummelige Zwerg, begeistert die Zuschauer und regt zu Lachsalven an. Aber auch Legolas, der Elf, und Aragorn, der neue König von Gondor, überzeugen wie bereits in den vorangegangenen Teilen.

In puncto Effekte kann „Die Rückkehr des Königs“ meines Erachtens mit Matrix Revolution im positiven Sinne gleichziehen. So werden auch hier Schlachten mit gigantischen Zahlen an Statisten und Komparsen, unter Zuhilfenahme moderner Digitaltechnik, gezeigt, die weiße Stadt „Minas Tirith“, die wohl über vier Monate aufgebaut worden ist, begeistert ebenso.

Auch in Sachen Musik und dem mehrfach auftretenden „Hintergrundgesang“ steht der dritte Teil seinen Vorgängern in nichts nach. Dramatik und Spannung sind dabei, nicht nur für Tolkien-Unkundige, gewahrt, denn obgleich ich als Leser des Romans das Ende noch gut in Erinnerung hatte und insoweit wusste, dass an dieser oder jener Stelle dieser oder jener Gegner irgendwie doch noch überwunden werden musste, war es doch kribbelig und stimmungsvoll. Zudem gibt es einen mehrminütigen Filmabschnitt, in dem sich Frodo, Sam und Gollum mehrere hundert Meter über Minas Morgul auf einem Felsplateau befinden und dessen perspektivischer Eindruck realistisch genug ist, um einem die Gänsehaut zu bescheren.

Ein Wort vielleicht noch zum Ende: obwohl es auch hier im Großen und Ganzen ein Happy End gibt, ist dieses doch, anders als bei vielen anderen Filmen gleich welcher Genre, trotz seiner Abgeschlossenheit keineswegs platt oder unbefriedigend. Wer etwa Matrix III gesehen hat, wird wissen, was ich mit einem „offenen Ende“ meine: hier hatte man den Eindruck, es müsse demnächst noch Matrix IV geben. Hingegen sind Filme wie „Luther“ vom Ende her geschlossen, d.h. das die Handlung als solche einfach ihr Ende gefunden hat und keine offenen Fragen oder ähnliches mehr übrig bleiben, aber auch kein unerwarteter Bruch im Handlungsverlauf entsteht. „Die Rückkehr des Königs“ ist insoweit ebenfalls „geschlossen“, denn, ebenso wie im Roman, sind eigentlich alle Handlungsstränge in befriedigender Weise abgeschlossen. Und dennoch ist es kein plattes „Ende gut alles Gut“, insbesondere endet es nicht, wie man zunächst befürchten könnte, wenige Minuten vor dem eigentlichen Ende, als die letzte Schlacht geschlagen wurde, sondern es existiert ein sehr stimmungsvoller und anrührender „Abspann“, der von den Regisseuren hervorragend nach der Romanvorlage ausgestaltet und in den Filmverlauf implementiert worden ist.

Abschließend kann ich daher nur höchstes Lob für den dritten Teil der Ring-Trilogie finden. Persönlich sehne ich schon das Erscheinen der „Special Extended DVD Edition“ herbei, in der sich so manche Zusatzszene wie bei den beiden vorherigen Teilen, „Die Gefährten“ und „Die zwei Türme“ finden dürften, denn ein oder zwei „Lücken“ im Vergleich zum Roman gibt es auch in diesem Streifen. Aber auch als Heimerlebnis ist „Die Rückkehr des Königs“ ein absolut sehenswerter Film, der keinesfalls im Schatten der beiden anderen Teile steht und auch oder gerade nicht durch die wesentlich schlachtenreicheren Abschnitte, die entsprechend dem Roman diesen Teil kennzeichnen, leidet. Ansehen, ansehen, ansehen, kann ich da nur empfehlen, zumal, zumindest in dem Kino, in dem ich gewesen bin, zur Kompensation der beinahe vierstündigen Vorstellung eine Pause eingelegt worden ist; war zwar beinahe etwas nervig und störend, im Nachhinein allerdings gar nicht so unpassend, denn auch der bequemste Kinosessel wird nach über drei Stunden einfach unbequem, wenn erst einmal die Beine einschlafen oder ein leichter Krampf die Wadenmuskulatur herauf zieht.

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