Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von SVoigt3000

Grandioser Abschluss einer phantastischen Trilogie

Pro:

Schauspieler, Handlung sehr nah am Buch erzählt, Special Effects, Spannung

Kontra:

FSK 12 zu wenig, Charaktere haben nicht so viel Tiefe wie im Buch

Empfehlung:

Ja

Vor zwei Jahren, also 2001, war es soweit: Bereits sehr früh machten Kinotrailer Lust auf „Herr der Ringe – Die Gefährten“ und zum Ende des Jahres kam der Film in die Kinos. Vorher schon von vielen als monumentales Meisterwerk gefeiert, konnte ich es mir nicht nehmen lassen, mir diesen Film anzusehen. „Gut wird er sein“, dachte ich, obwohl ich vorher eigentlich nichts von Tolkiens Geschichten aus Mittelerde wusste. Gut, ich wusste, dass es Fantasy-Romane namens „Herr der Ringe“ und „Der kleine Hobbit“ gibt, aber so etwas lese ich ungern... 2001 wurde ich innerhalb der 3 Stunden, die „Die Gefährten“ dauern, eines Besseren belehrt und ließ mir die „Herr der Ringe“-Romane gleich zum Geburtstag schenken. Und seit dem Winter 2001 warte ich nun immer ein quälend langes Jahr auf den nächsten Teil dieser Trilogie. Nun endlich, im Winter 2003, ist es soweit und der letzte Teil „Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“ läuft in den Kinos. Also, schnell ein paar Freunde geschnappt (für DIESEN Film musste ich nicht lange Fragen um mein Auto voll zu bekommen) und am ersten Tag rein ins Kino...

-----STORY:-----
Frodo (Elijah Wood), Sam (Sean Astin) und Gollum/Smeagol (Andy Serkis) sind mit dem Einen Ring auf dem Weg nach Mordor. Gollum führt die beiden Hobbits dabei über einen geheimen Pfad in das Land des bösen Sauron, trachtet aber weiterhin nach dem Ring. Schizophren erzählt er sich selbst, während die Hobbits schlafen, dass er den Ring zurückbekommen wird, wenn „sie“ erst einmal die Hobbits gefressen und deren Kleidung weggeschmissen hat. „Sie“ ist Kankra, eine Riesenspinne, der Frodo wortwörtlich ins Netz gehen soll. Und dann schafft es Gollum sogar einen Keil zwischen die Hobbits zu treiben, sodass Frodo, der Ringträger, Gollum vertraut und ihm blind in Kankras Höhle folgt. Ob nun alles aus ist...?

Während dessen stecken Aragorn (Viggo Mortensen), der Zauberer Gandalf (Ian McKellan), Elbe Legolas (Orlando Bloom) und der Zwerg Gimli (John Rhys-Davis) in anderen Problemen. Sauron hat seine Streitkräfte formiert und beginnt mit dem Krieg gegen die Stadt Minas Tirith. Um diese zu verteidigen ist Eile geboten. Aragorn, Gimli und Legolas müssen den Pfad der Toten beschreiten um die Armee der Toten zu rekrutieren, damit der Kampf gegen Saurons Truppen Aussicht auf Erfolg hat. Kann Aragorn die Armee der Toten wirklich auf seine Seite ziehen? Kann Minas Tirith wirklich gegen die schier übermächtigen Truppen Saurons verteidigt werden...?


-----KOMMENTAR:-----
Wie gesagt: Ich habe die „Herr der Ringe“-Romane gelesen und gehöre damit zu den kritischen Zuschauern bei den Filmen, denn zwangsläufig vergleicht man Film mit Romanvorlage. Daher fand ich den zweiten Teil dieser Trilogie auch nicht so sehr gelungen, weil er eben zu stark von der Vorlage abweicht und so hatte ich so meine Sorgen, was den letzten Film dieser Reihe angeht. Aber alle Sorgen sind nun wie weggeblasen! Klar, Regisseur Peter Jackson musste wieder hier und da kleine Änderungen vornehmen um die Handlung auf „nur“ 210 Minuten zu kürzen und um den Film auch überschaubar zu halten, was bei so vielen Handlungssträngen nicht leicht ist. Aber außer kleinen Änderungen und der Tatsache, dass auf die „Säuberung des Auenlandes“ komplett verzichtet wurde, hat sich Jackson dieses Mal sehr nah an J.R.R. Tolkiens Vorlage gehalten.

Großer Respekt geht natürlich auch wieder an das Team, das die Special Effects schuf. Grandios, was hier gemacht wurde. Sei es nun, dass am Anfang direkt gezeigt wird, wie aus Smeagol langsam Gollum – dieses hässliche, kleine, total ausgezehrte und bemitleidenswerte Geschöpf – wurde, oder einfach die großartig inszenierten Schlachten (besonders um Minas Tirith) wo wieder tausende von Orks, Trollen und Olifanten auf tausende Menschen treffen und das wohl größte Gemetzel der Filmgeschichte zu sehen ist. Bemerkenswert dargestellt ist auch die Riesenspinne Kankra: Ekelig, riesengroß und trotzdem absolut authentisch.

Toll sind auch die Leistungen der Schauspieler, wobei ich hier besonders Elijah Wood hervorheben muss. Er spielt die Rolle des Ringträgers perfekt. Man sieht im von der ersten Minute an, dass er mit dem Ring um den Hals eine schwere Last zu tragen hat, die, umso näher er dem Schicksalsberg kommt, immer schwerer wird. Auch sehr gut dargestellt ist, dass er im Verlauf der Handlung immer mehr dem Ring verfällt, was im zweiten Film nicht sooo gut rüberkam, wie ich finde. Nun ist es schon soweit, dass Frodo seinen besten Freund Sam nach Hause schickt und die weitere Reise lieber allein mit Gollum auf sich nimmt, aus Angst, er könnte den Ring haben wollen. Aber auch die anderen Schauspieler haben großes geleistet. Orlando Bloom, als Elbe Legolas, hat dabei zwar die undankbarste Rolle, da sein Charakter bei Peter Jackson wirklich jeder Tiefgang genommen wurde. Aber dass er mehr kann als den schönen Elben zu mimen, bewies er mir bereits mit Filmen wie „Fluch der Karibik“. Schade ist, dass einer der interessantesten Charaktere von „Die Rückkehr des Königs“ komplett weggeschnitten wurde – der besiegte und nun in Isengard gefangene Zauberer Saruman. Christopher Lee war im Vorfeld bereits wenig davon begeistert, dann im nächsten Jahr einzig und allein in der Special Extended Edition auf DVD (Version, die ca. 45 Minuten länger ist als die Kinofassung) zu sehen zu sein und ich teile diesen Ärger.

Auf dieser Extended Edition werden sowieso einige Dinge zu sehen sein, die in der Kinofassung fehlten. Warum Eowyn (Miranda Otto) bei Aragorns Krönung zum König von Gondor Faramir (David Wenham) so verliebt anlächelt, ist bisher nämlich für all diejenigen, die die Romane nicht kennen ein Rätsel, genau wie die Umstände, durch die die Armee der Toten urplötzlich auf die Korsarenschiffe von Saurons Gefolge kommt. Beides wird jemandem, der die Vorlage nicht kennt, vielleicht kurz auffallen, es dann aber schnell vergessen, weil wieder ein neuer Handlungsstrang gezeigt wird oder es zu einer Schlacht kommt, die man unbedingt bewundern muss. Nicht fehlen darf eigentlich auch die Säuberung des Auenlandes, weil darauf im Film „Die Gefährten“ bereits angespielt wurde, als Frodo in Galadriels Spiegel sieht und erblickt, wie sein Auenland in Flammen steht... Man darf also auf die DVDs gespannt sein.

Auf die Frage, was nun besser ist – Buch oder Film – müsste ich kurz überlegen. Und das allein zeigt schon, wie gut die Filme sein müssen, denn normalerweise sagt man bei solchen Fragen wie aus der Pistole geschossen: „Das Buch natürlich!!!“ Allerdings würde ich – nach kurzem Überlegen – auch in diesem Fall sagen, dass die Romane besser sind, als die Filme. J.R.R. Tolkien hätte zwar schriftstellerisch einiges mehr bieten können (oh, nun mache ich mir Feinde), denn besonders die Art und Weise, wie er Dialoge beschreibt, triebt den Leser doch sehr bald vor Langeweile wegen dauernder Wiederholung diverser Phrasen (sagte er, antwortete er....) zu Verzweiflung. Aber Tolkiens Geschichten sind vor allem wegen der vielen, detaillierten Beschreibungen von Orten, Handlungen und der Charaktere so großartig. Die Charaktere haben bei Tolkien deutlich mehr Tiefe, die Handlung ist bei Tolkien in sich um Längen stimmiger (besonders bei „Die zwei Türme“) und die Filme sind ohne die Lektüre der Romane, auch nicht 100%ig verständlich, weil man viele Begriffe und die Romane einfach nicht versteht. Trotzdem: Peter Jackson ist ein Meisterwerk gelungen, dass bisher in der Filmgeschichte einmalig ist und den bis dahin eher unbekannten Regisseur zurecht auf Schlag berühmt machte.

Um am Ende auch einmal Kritik zu äußern: „Die Rückkehr des König“ ist ab 12 Jahren freigegeben. Klar, die drei Herr der Ringe-Filme haben 300 Millionen Dollar gekostet und das muss eingespielt werden. Aber bitte nicht auf dem Rücken von Kindern, die nach diesem Film garantiert keine ruhige Nacht mehr haben werden. Ob nun die Riesenspinne Kankra, oder aber die Tatsache, dass das Orkheer die abgeschlagenen Köpfe seiner Opfer per Katapult in die Stadt Minas Tirith schleudert, um die Moral der Stadtbewohner zu senken – das ist nichts für 12-Jährige. FSK 16 wäre hier auf jeden Fall angebracht...


-----FAZIT:-----
Was für ein Film! Tolle Schauspieler, Special Effects auf höchstem Niveau, eine tolle Handlung und die Tatsache, dass Regisseur Peter Jackson sich sehr stark an die Romanvorlage gehalten hat – Was will man mehr? Man kann diesen Film, trotz kleiner Mängel, nicht genug loben: Meisterwerk, Geniestreich, krönender Abschluss einer phantastischen Trilogie... Ich könnte ewig weiter loben.

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