Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von mima007

Mega-eindrucksvoll & grandios: Film-Meisterwerk mit Mängeln

Pro:

mega-eindrucksvoll und grandios, spannend, unterhaltsam, humorvoll, tolle Musik und Effekte

Kontra:

so vieles fehlt - nicht nur im Film selbst, sondern auch gegenüber dem Buch

Empfehlung:

Ja

Dieser lang erwartete Film hat mich sowohl begeistert als auch tierisch geärgert. Denn ich weiß zuviel: vor allem über das, was in der Kinofassung nicht gezeigt wird. Ich weiß das nicht nur - wie viele andere - aus dem Internet, sondern auch aus den bereits darüber veröffentlichten vier Büchern.

Filminfos
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O-Titel: The Lord of the Rings: The Return of the King (USA/NZ 2003)
FSK: ab 12
Länge: 201 Min.
Regisseur: Peter Jackson u.a. (auch Andy Serkis!)
Drehbuch: Peter Jackson, Fran Walsh, Philippa Bpyens
Musik: Howard Shore
Kamera: Andrew Lesnie u.a.
Darsteller: Elijah Wood, Sean Astin, Viggo Mortensen, Orlando Bloom, Liv Tyler, Cate Blanchett, Hugo Weaving, Ian McKellen, John Rhys-Davies, John Noble, Miranda Otto, David Wenham, Bernard Hill u.a.

Handlung
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Das Heer Sarumans, das Helms Klamm erobern wollte, ist geschlagen, und sogar Isengart selbst wurde zerstört. Die Getreuen um Gandalf sehen es mit Genugtuung: Die Ents haben ganze Arbeit geleistet. Was aus Saruman und Schlangenzunge wurde, erfahren wir nicht - die Szene wurde zwar gedreht, aber gekürzt. Aber anscheinend befindet sich der Zauberer in Baumbarts Obhut. Zeit also, weiterzuziehen und in Edoras einen draufzumachen.

Doch weil der vorwitzige Pippin den Feind mit Hilfe eines der Sehenden Steine informiert und alarmiert, muss Gandalf pronto nach Minas Tirith, um in Gondor nach dem Rechten zu sehen: Denn dort wird Sauron als erstes zuschlagen. Vor seiner Abreise drängt er jedoch König Théoden, Gondor mit seinen Rohirrim zu Hilfe zu eilen. Der denkt aber im Traum nicht daran, da er ja von Gondor im Stich gelassen (die Westfold!) und zudem gerade selbst eine Schlacht erfolgreich geschlagen hat.

In Minas Tirith stehen die Dinge nicht zum Besten, wie Gandalf und Pippin bald erkennen müssen. Der Statthalter der Könige, Truchsess Denethor (John Noble), denkt gar nicht daran, einem dahergelaufenen, abgerissenen Waldläufer, der Anspruch auf den Königsthron erhebt, die Machtstellung dieses uralten Reiches zu überlassen. Doch um die Festung zu verteidigen, opfert er gerne seinen einzigen, ihm nach Borormirs Tod noch verbliebenen Sohn, Faramir (Wenham).

Osgiliath, die alte Stadt im Strom Anduin, ist den Orks und Uruk-hai, in die Hände gefallen, nachdem angreifende Nazgul auf ihren Flugbestien die Menschen in Angst und Schrecken versetzt haben. Wie Stukas fallen sie auch über die nach Minas Tirith Fliehenden her, bevor Gandalf sie mit seinem Zauberstab und dem Licht Anors vertreiben kann. Doch das ist nur die Vorhut Saurons, und schon bald ist Minas Tirith eingeschlossen und belagert.

Ganald und Pippin entzünden das Leuchtfeuer, das die Hilfe Rohans herbeirufen soll. Das Signal wird über die gesamte Bergkette des Weißen Gebirges gen Westen weitergegeben, bis man es auch in Edoras erblickt: Es ist ausgerechnet Aragorn, der Théoden diese Nachricht bringt und ihn um Beistand für sein eigenes Königreich bittet. Théoden macht einen George-Lucas-Stunt um 180 Grad und befiehlt seinem Heer, auszurücken und nach Minas Tirith zu reiten: Es sind drei Tagesritte vom Sammelpunkt Dunharg aus. Frau Eowyn und Merry sollen zwar daheim bleiben, schaffen es aber irgendwie, unerkannt mitzureiten. Werden sie rechtzeitig eintreffen, um die Festung zu retten?

Aber die zahl der Rohirrim wird nicht ausreichen. Nachdem Aragorn von Elrond das wiederhergestellte Schwert Elendils, das jetzt "Flamme des Westes" (Andúril statt Narsil) heißt, erhalten hat, reitet er mit Legolas und Gimli in die Unterwelt, um dort wie Odysseus Hilfe zu suchen. Anders als der Ithaker jedoch sucht er nicht Rat, sondern den beistand der Untoten, die vor 3400 Jahren seinem Vorfahren die Lehnstreue versagt hatten und dafür den Tod im Leben erdulden müssen. Als Lohn für ihre Gefolgschaft verspricht ihnen Aragorn Erlösung von ihrem Fluch und endlich Seelenfrieden. (Die Reise zum Stein von Erech sowie der Angriff auf die Piratenschiffe aus Umbar werden nicht gezeigt. Daher kommt Aragorn Auftauchen auf dem Schlachtfeld umso überraschender.)

Der wichtigste Handlungsstrang betrifft wohl die gefahrvolle Reise von Frodo und Sam. Denn alle Siege wären nutzlos, wenn dem Feind der Eine Ring in die Hand fiele. Ihr Führer Gollum/Sméagol, den der Prolog gezeigt hat, offenbart nun seine ganze Heimtücke. Erst bringt er die Freunde Frodo und Sam auseinander, weil er Frodos Misstrauen, das ihm der Ring einflößt, nach Kräften schürt. Als Folge eines vermeintlichen verrats schickt Frodo Sam nach Hause. Nun hofft Gollum, dass die Riesenspinne Kankra, die in den bergen hinter Minas Morgul haust, sich Frodo schnappt und er, Gollum, den Einen Ring zurückerobern kann. Gollums Plans scheint aufzugehen.

Mein Eindruck von der Kinofassung
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**Die Effekte

Wurden für den 1. Teil nur 400 Effektaufnahmen angefertigt, waren es im 2. Teil schon an die 800. Für "Die Rückkehr des Königs", den strahlenden Höhepunkt der Trilogie, müssen wohl mindestens 2000 Effektaufnahmen angefertigt worden, denn die Panoramen und Kampfszenen, die dem Zuschauer geboten werden, sind ebenso atemberaubend wie zahlreich. Im Vergleich zu dieser dreistündigen Material-Schlacht nehmen sich die ersten beiden Teile nur wie harmlose Vorgeplänkel aus. Und das ist nur die gekürzte Kinofassung. Die Extended-Fassung auf der DVD, die in einem Jahr auf den Markt kommt, dürfte noch wesentlich mehr solche Aufnahmen vorweisen. (Mehr dazu unter "Was fehlt".)

Absolute Höhepunkte gibt es im Dutzend billiger. Natürlich ist die zentrale Schlacht auf den Pelennor-Feldern vor Minas Tirith gespickt mit solchen Szenen, und auch die finale Apokalypse, die Mordor erleidet, sorgt für etliche offenstehende Münder.

Doch es sind vielleicht die kleinen Vignetten, die am meisten für Begeisterung sorgen. Da ist zum Beispiel jene Szene, in der Legolas im Alleingang einen der riesigen Olifanten der Haradrim (Südländer) in die Knie zwingt und besiegt - dafür gab es Szenenapplaus, obwohl doch schon der Kampf gegen den Höhlentroll in Teil 1 die Vorlage geliefert hatte. Trolle und Warge dringen in das siebenstufige Minas Tirith ein und verbreiten Angst und Schrecken.

Nazgul stoßen mit ihren Flugbestien diesmal durchdringend schrille Schreie aus, dass sich sogar der Zuschauer die Ohren zuhalten muss, aus Furcht, auf der Stelle taub zu werden. Das kann einem glatt das Blut erstarren lassen. (Ein Mädchen im Nachbarsitz versteckte sich unter ihrem Umhang und kuschelte sich an ihren Freund.)

Ganz besonders hart aber wurde es, als Frodo, Sam und Gollum in den Schicksalsklüfen des Mordor-Vulkans stehen und es darum geht, den Einen Ring zu vernichten. Allerdings sorgen hier sowohl Frodo als auch Gollum für Überraschungen. Denn der Eine Ring treibt ja beide in den kompletten Wahnsinn. Im Kampf beißt Gollum dem unsichtbaren Frodo den Finger ab, um an seinen "Schatzzzz" zu gelangen. Beim Angesicht dieses blutigen Fingerstumpfes wandte sich meine Sitznachbarin mit Stöhnen und Grausen ab. Peter Jackson hätte sich ob dieser Wirkung seiner Bilder gefreut.

**Das Grundthema

Die Reiter von Rohan bekommen von ihrem König vor dem Angriff auf das Heer Saurons die Parole ausgegeben: Sie lautet schlicht und ergreifend "Tod!" Das deutet bereits auf das zentrale Thema dieses Kriegsfilms hin: Tod und Erneuerung. Szene um Szene wird das Thema verarbeitet und immer neue Antworten auf die alte Frage geliefert, der sich einst Tolkien selbst auf den Schlachtfeldern Frankreichs gegenübersah: Wofür kämpfen wir überhaupt? Und wenn wir schon sterben müssen, gibt es dann ein Danach, für das es sich zu sterben lohnt und das wir nicht fürchten müssen?

Tolkien liefert Antworten, und Jacksons Drehbuchschreiber sind so rücksichtsvoll, sie fast alle werkgetreu in überzeugende Szenen umzusetzen. Wenn Rohans König stirbt, dann mit Würde und Genugtuung: Rohan hat seine Treuepflicht erfüllt. Wenn der König der Totengeister aus seinem Eid entlassen wird, um endlich "sterben" zu können, dann mit Erleichterung: Er und seine Heer haben ihre Treuepflicht endlich, nach 3400 Jahren (so lange dauert das 3. Zeitalter bereits), erfüllt.

Auch Gandalf hat Antworten zu liefern: Pippin fragt ihn ganz direkt nach dem Jenseits und ob er den Tod fürchten müsse. Gandalf beschreibt Valinor in sehr einfachen Worten. Und wenn die Elben Bilbo und Frodo am Schluss dorthin mitnehmen, wissen ihre Hobbitgefährten, dass es keinen Grund für Furcht gibt, denn dort liegt das Paradies. [Dieses Versprechen erhalten allerdings auch die Kämpfer des Heiligen Krieges Dschihad, die Al-Kaida, Hammas und wie sie alle heißen losschicken.]

**Die Darsteller

Alle Rollen, die wir bislang aus den ersten beiden Teilen kennen, sind nun stark reduziert: Sie sind lediglich Akteure, um die Story voranzutreiben. Und es gibt kaum noch Dialogszenen für sie. Ausnahmen bilden die Konfrontation mit der neuen Figur des Denethor sowie Aragorns Eintreffen in der Stadt der Toten. Selbst Miranda Otto hat nur einen kurzen, wenn auch entscheidenden Auftritt im Zweikampf mit dem Fürsten der Nazgul. Sie sieht dann einfach toll aus.

Am besten und überzeugendsten agieren wieder die Hobbits. Pippin fällt eine einigermaßen wichtige Rolle in Minas Tirith zu, und Frodo findet zu seiner endgültigen Jesus-mäßigen Bestimmung: Er erkennt, dass er seine Mission nicht überleben wird. Dennoch schleppt er sich weiter, oder er wird sogar von Sam getragen (das treibt ihm stets die Tränen in die Augen, sagte Wood im Interview).

Höchst interessant ist die Wandlung der Gollumfigur. Errang er mit der berühmten Shizophrenie-Szene in Teil 2 unser Verständnis und Mitgefühl, so erleben wir nun mit einigem Grausen, wie die böse Gollum-Seite die Oberhand gewonnen hat. In der Mordszene, in der Sméagol in den Besitz des Ringes gelangte, begann der Niedergang dieses Wesens. Erst als Gollum/Sméagol wieder in den Besitz seines Schatzes gelangt ist, ist er vollkommen glücklich. Leider dauert sein höchstes Glück nur etwa zwei oder drei Sekunden. Und darin offenbart sich eben der Verrat, den der Eine Ring, das Symbol höchster Macht, an jedem begeht, der ihn nicht "rechtmäßig" trägt.

**Die Musik

Howard Shore hat mal wieder ganze Arbeit geleistet. Egal, welcher Art Intonierung die jeweilige Szene gerade erfordert, er liefert stets die entsprechende musikalische Untermalung dazu. Geschickt weiß er die in den beiden ersten Teilen eingeführten Leitmotive wiederzuverwenden und abzuwandeln, so etwa das Auenland/Hobbit-Thema, das nun reichlich tragisch-traurig klingt. Solche leisen Töne gehen beinahe unter in dem Schlachtenbombast, den er beim Angriff Rohans auf Saurons Heere entfesselt.

Von besonderer Bedeutung waren bislang stets die Abspannlieder. Sie stellen eigenständige Kunstwerke dar. In Teil 1 war es Enya mit "May it be", in Teil 2 Emiliana Torrini mit "Gollum's Song", die mit ihrem Lied der bedeutung dieser neuen Hauptfigur Rechnung trug. Den dritten Teil beschließt Annie Lennox mit ihrem schönen Lied "Into the West".

Ich fand diesen Song, wiewohl ein wenig leise, so doch sehr passend zur vorletzten Szene des Films: Die Elben, der Maia-Zauberer Gandalf und zwei Hobbits - Bilbo und Frodo - segeln mit dem letzten Elbenschiff von den Grauen Anfurten ab, um die Gestade Mittelerdes hinter sich zu lassen. Sie segeln nach Valinor, in die Unsterblichen Lande.

**Was fehlt: Quellen für Ärger und Verwunderung

Wo ist Saruman abgeblieben? Man wundert sich, reibt sich die Augen - und kann Christopher Lee ganz und gar verstehen. So sang- und klanglos ging noch selten eine Hauptfigur unter. Das ist schon keine "Bauenopfer" mehr zu nennen - um den raschen Fortgang der Handlung zu gewährleisten -, sondern Raubbau.

Auch König Théodens Figur liefert Anlass zu Ärger und Verwunderung. Noch eben war ein standfester Gegner Gondors, eine halbe Stunde später befiehlt er seinen Mannen, Gondor zu Hilfe zu eilen, und am Schluss meint er zufrieden und erleichtert: "Nun kann ich mit Würde [oder etwas Ähnlichem] zu meinen Vätern gehen." Das nenne ich einen George-Lucas-Stunt. Der Regisseur hatte auch behauptet, er würde nie wieder einen Star-Wars-Film drehen - nun macht er deren drei, nämlich die ersten drei Episoden der Saga. (Episode III soll 2005 fertig sein.)

Aragorn verschwindet mit Legolas und Gimli im Dwimmorberg, wo sich die Stadt der Toten bzw. Untoten befindet. Ich habe etliche Bilder gesehen und Zitate gelesen, in denen es vor Totenschädeln wimmelt. Davon ist kaum etwas zu sehen. Vor dem Eintritt hält Aragorn eine rede, doch in der Kinofassung sagt er nur mannhaft: "Ich fürchte den Tod nicht." Sprach's und verschwand im Berg.

Auch seine weitere Reise mit dem Heer der Toten bleibt völlig im Dunkeln. Die Hintergründe der ganzen Aktion blieben im Dunkeln, würde uns nicht ausgerechnet Legolas, der Waldelb, aufklären. Warum er und nicht Aragorn, der doch Gondors Geschichte viel besser kennen müsste? Dass Aragorn mehrtätiger Heeresritt vom Dwimmorberg zum Anduin, seine Gefechte mit den Piraten und die Weiterfahrt den Anduin hinauf nach Minas Tirith nicht dargstellt werden, kann man verstehen: Das wäre zu teuer geworden und hätte nichts Wesentliches zur Story beigetragen.

Von allen Handlungssträngen musste wohl die Frodo-Sam-Gollum-Story die wenigsten Kürzungen hinnehmen, und das sorgt für tiefe Befriedigung beim Zuschauer. Denn wenn diese Story nicht klappt, dann der Rest auch nicht - der erschiene dann reichlich witzlos. Aber nein: Diese drei Schicksalsgenossen sorgen für hohe Spannung. Darunter nimmt die Auseinandersetzung mit Kankra eine Sonderstellung ein. Selten hat man ein so überzeugend auftretendes Monster derart agil in Aktion gesehen. Kankra ist der neuseelandischen Tunnelwebspinnen nachgebildet. Kein Wunder, dass sie so realistisch wirkt.

Es gibt auch am Schuplatz Minas Tirith einiges, das durch Abwesenheit glänzt. Die häufig im Internet zu findende Szene, in der Gandalf dem Früsten der Nazgul gegenübertritt, fehlt in der Kinofassung. Das fand ich ziemlich schade. Daher bleibt die einzige direkte Auseinandersetzung mit diesem Hexenkönig von Angmar jene Eowyns und Merrys auf der Walstatt. Und wie schon in Teil 2 mit dem "Marsch der Ents" gibt es auch diesmal einen deutlichen Hinweis auf Shakespeares Drama "Macbeth", von dem der jugendliche Tolkien bekanntlich maßlos enttäuscht war - in England eine geradezu ketzerische Haltung. Sein "Herr der Ringe" ist nicht zuletzt sein Versuch, es besser zu machen als Shakespeare. Über seinen Erfolg ließe sich trefflich streiten. (Auf der Extended-DVD zu Teil 2 weist der Gelehrte Tom Shippey direkt und leicht amüsiert darauf hin.)

Die stärkste Abweichung vom Buch besteht sicher im Fehlen des Kampfes im Auenland, den die Hobbits gegen Saruman und dessen Raufbolde bestehen müssen und der in der Schlacht um Wasserau gipfelt. Denn dieser Kampf zeigt, dass auch das idyllische Auenland nicht außerhalb der Welt liegt, sondern, wenn es unsere Heimat wäre, sie genauso anfällig für Angriffe und ebenso heftig zu verteidigen wäre. So aber endet der Film mit einer geradezu sprach-losen, um nicht zu sagen hilf-losen Szene, in der Sam Gamdschie zu seiner Frau und seinen zwei (von später sechs) Töchtern zurückkehrt. "Doch der erste Selbstmordattentäter ist bereits auf dem Weg ins Auenland", schrieb ein Journalist in der "Süddeutschen Zeitung". Dem kann ich mich nur anschließen.

Unterm Strich
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Der Abschluss der Trilogie ist ein Höhepunkt des Filmschaffens in diesem Jahr und im Werk Peter Jacksons sowieso. Es ist schwierig, sich einen grandioseren Fantasy- oder Kriegsfilm vorzustellen, der den Zuschauer auf gleiche Weise ergreift, fesselt und zu Tränen rührt. Der Eintrittspreis an der Kinokasse ist zumindest hundertprozentig gerechtfertigt.

Als jemand, der zuviel weiß, bin ich aber nicht zufrieden, was mir hier bislang geboten wird. Ich weiß ja, dass Dutzende von Szenen fehlen, die woanders schon zu sehen waren oder angedeutet wurden. Die Logiklöcher, die die Kürzungen (vergleiche dazu die Normal-DVD von "Die zwei Türme") aufreißen, verwundern nicht nur, sie ärgern nun auch. Gottseidank treten sie fast alle in der ersten Filmhälfte vor der Pause auf, so dass die zweite Hälfte praktisch uneingeschränktes Vergnügen bereitet.

Hinweis zum Kinoerlebnis:

Extrem wichtig ist ein guter Sound der Kinoanlage. Wenn die Nazgul kreischen, Mordor untergeht oder Rohan angreift, muss der Zuschauer mitten ins Geschehen transportiert werden, und das gelingt eben in erster Linie mit dem Sound. Hier kommen Dolby Digital, DTS und THX voll zur Geltung.

Auch die breite Leinwand ist hilfreich, um die Schlachtenpanoramen, die Jackson hier massiert ausbreitet, voll zur Geltung kommen zu lassen. Später, auf einem 16:9-Fernseher, mögen sie zwar auch noch gut dargestellt werden, aber die Frage ist eher, wer schon so ein TV-Gerät besitzt. Meistens schneidet ja die 4:3-Darstellung eine Menge Bild links und rechts weg. Wenn es also einen Film gibt, der als Weihnachtsgeschenk einen 16:9-Fernseher rechtfertigt, so dürfte es unter anderem "Die Rückkehr des Königs" auf der DVD sein.

Michael Matzer (c) 2003ff

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