Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von linnie
The Lord of the films
Pro:
200 min. Filmgenuss, toller Soundtrack, geniale Schauspieler, das Warten hat ein Ende
Kontra:
einige kleinere Änderungen gegenüber der Buchvorlage, es wird definitiv keinen vierten Teil geben, der Statthalter von Mordor fehlt
Empfehlung:
Ja
One film to rule them all,
one film to find them,
one film to bring them all
and in the darkness (of the cinema) bind them
So ähnlich könnte man den dritten Teil der Trilogie "Der Herr der Ringe" zusammenfassen, denn welcher Film wurde je sehnsüchtiger erwartet? Welcher lief mit mehr Kopien in den Kinos an? Welcher Film hat mehr Zuschauer angelockt? "Die Rückkehr des Königs" wird sicherlich ein Riesenkassenschlager werden und das zurecht!
** Die Vorgeschichte
Auch wenn ich glaube, dass jeder, der diesen Bericht lesen wird, die ersten beiden Filme schon kennt, werde ich kurz die Vorgeschichte zusammenfassen, aber Achtung: Es lohnt sich nicht, die Rückkehr des Königs zu sehen, ohne die beiden ersten Filme zu kennen.
Der erste Teil beginnt mit Bilbo Baggins Geburtstagsfeier, auf der er sich aus dem Auenland verabschiedet und Frodo seinen Ring überlässt. Später findet der graue Zauberer Gandalf heraus, dass es sich bei diesem Ring um den Ring der Macht handelt, den Sauron geschmiedet hat, um die Macht über ganz Mittelerde an sich zu reißen. Nun will Sauron den Ring zurückhaben und schickt seine Nazgul ins Auenland, um den Ring zu holen. Frodo bricht mit seinem Gärtner Sam nach Bree auf und wird von seinen Freunden Merry und Pippin begleitet. In Bree treffen die Hobbits auf Aragorn, einen Freund Gandalfs, der die Hobbits bis zu Elrond nach Bruchtal führt. Dort treffen die fünf auch Gandalf wieder, der sich aus den Klauen Sarumans befreit hat, der sich mit Sauron zusammengeschlossen hat, um Mittelerde zu erobern. Von Bruchtal aus ziehen die neun Gefährten los, um den Ring nach Mordor zu tragen, wo er im Schicksalsberg zerstört werden kann. Auf der Reise ziehen sie durch die Höhlen von Moria, wo Gandalf beim Kampf mit einem Balrog abstürzt und verloren scheint, sie treffen auf Orks und besuchen die wunderschöne und mächtige Elbenkönigin Galadriel. Am Ende des Filmes trennen sich die Gefährten und Sam und Frodo ziehen alleine weiter nach Mordor.
Im zweiten Film sieht man Gandalf mit dem Balrog kämpfen, er gewinnt den Kampf und wird nun zu Gandalf dem Weißen, was ihm noch mehr Macht verleiht. Sam und Frodo ziehen unbeirrt weiter nach Mordor und sammeln zwischendurch Gollum auf, der sie zum Schicksalsberg führen soll. Inzwischen sind Gimli, Legolas und Aragorn auf der Suche nach Pippin und Merry, die von Uruk-Hai verschleppt wurden. Die beiden Hobbits jedoch haben sich nach Fangorn retten können, wo sie auf einen alten Ent - Treabeard - treffen. Gimli, Legolas und Aragorn finden Gandalf wieder und reiten mit ihm zu König Theoden nach Rohan, doch Theoden steht unter dem Einfluss seines Dieners Grima Schlangenzunge, der mit Saruman zusammen den König beherrscht. Doch Gandalf kann Theoden retten. Theoden und seine Männer reiten nach Helms Klamm, wo sie auf die Schlacht gegen die Orks und Uruk-Hai warten. Die Schlacht kann nur mit Hilfe der Rohirrim gewonnen werden. Doch noch steht eine große Schlacht bevor....
** Das Ende der Trilogie
Zu Beginn des Filmes sieht man die Vorgeschichte Gollums, wie er mit seinem Bruder zusammen im Boot beim Angeln sitzt. Sein Bruder stürzt ins Wasser und findet am Seeboden einen Ring, den Smeagol ihm unbedingt abnehmen will. Es kommt zum Kampf, den Smeagol gewinnt, indem er seinen Bruder tötet. Smeagol wird nun verflucht durch den Ring und flüchtet sich schließlich in die Misty Mountains, wo etliche Jahre später Bilbo den Ring finden wird.
Der Film ist wieder einmal aufgeteilt in die Handlungsstränge um Sam und Frodo, die nach Mordor zum Schicksalsberg ziehen und um Aragorn, Gandalf, Legolas und Gimli, die für Mittelerde in die Schlacht ziehen. Gollum führt die beiden Hobbits geradewegs Richtung Kankras Lauer, um die beiden Hobbits an Kankra (eine Riesenspinne) zu verfüttern und sich dann den Ring zu schnappen. Außerdem intrigiert er gegen Sam, bis Frodos Misstrauern so angewachsen ist, dass er Sam nach Hause schickt. Anschließend tappt Frodo in Gollums Falle und wird von Kankra überwältigt. Doch glücklicherweise eilt Sam zu Hilfe und befreit Frodo, um ihn zum Schicksalsberg zu begleiten.
Zeitgleich macht sich Rohan bereit für die große Schlacht um Minas Tirith. Pippin hat Sarumans Palantir gefunden und kann ihm nicht widerstehen. Als er in ihn hineinblickt, kann er mit Sauron kommunizieren, sodass Sauron nun Pippin für den Ringträger hält. Gandalf reitet mit Pippin nach Minas Tirith, um Denethor, den Statthalter von Minas Tirith, auf den Kampf vorzubereiten. Doch dieser ist verrückt geworden und will seinen eigenen Sohn Faramir opfern.
Schließlich kommt es zur Schlacht und zwischendurch gibt es immer wieder Einblicke in Frodos und Sams Weg nach Mordor.
** Cast and Crew
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Elijah Wood, Ian McKellen, Viggo Mortensen
Verleih: Warner Bros. Filmverleih
Genre: Action
Land/Jahr: USA/Neuseeland 2003
Länge: 201 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
** Veränderungen gegenüber dem Buch
Wie auch schon im zweiten Teil, so sind kleinere Dinge gegenüber der Buchvorlage verändert worden. Einige Änderungen habe ich nicht verstanden, weil sie keine Zeitersparnis bringen, andere waren wahrscheinlich nötig. Zum einen schickt Frodo Sam auf den Stufen nach Mordor zurück, weil Gollum ihn so misstrauisch gemacht hat, dass er Sam nicht mehr vertrauen kann. Soweit ich mich erinnern kann, ist dies nie in der Buchvorlage geschehen. Eine andere Sache ist auch Merrys und Pippins Körpergröße, denn in der Special Extended Edition der zwei Türme war zu sehen, wie sie den Enttrunk zu sich genommen haben und dadurch größer wurden. Am Filmende sind sie aber lediglich genauso groß wie auch Frodo und Sam. Eine Stelle aus dem Buch, die ich im Film sehr vermisst habe, ist die Situation am schwarzen Tor, wo Gandalf, Aragorn und Co. auf den Statthalter von Mordor treffen, der ihnen das Mithril-Hemd von Frodo vor die Füße wirft. Diese geniale und spannende Stelle fehlt leider vollkommen, auch am Ende ist nichts davon zu bemerken, dass das Auenland von Orks verwüstet wurde, wie Frodo es ja auch schon in Galadriels Spiegel gesehen hat. Ebenfalls fehlte die Geschichte zwischen Eowyn und Faramir, die sich in Minas Tirith kennen- und liebenlernen. Ich denke, einige Dinge werden sich wahrscheinlich auch in der verlängerten Filmfassung wiederfinden.
** Spezialeffekte
Die Spezialeffekte sind im dritten Teil der Trilogie ebenso grandios gelungen wie auch schon in den ersten beiden Filmen. Die Schlacht um Minas Tirith ist atemberaubend und auch die Armee der Toten war sehr beeindruckend, denn sie sieht ähnlich aus wie die Nazgul (also geisterhaft), was ich auch passend finde, da es sich ebenfalls um tote Menschen handelt. Hier hat die Filmcrew wiederum erstklassige Arbeit geleistet. In der Schlacht kämpfen erstmals auch Höhlentrolle und Oliphanten mit, die mit großartigem Geschütz auffahren und die kleinen Menschen auslöschen wollen. Hier sitzt der Zuschauer mitunter staunend im Publikum. In der einen Szene besiegt Legolas alleine einen Oliphanten mitsamt seinen Soldaten, das gab im Kinosaal lauten Applaus, auch wenn die Szene doch etwas unlogisch anmutet. Die Schlacht wird immer wieder durch kleine Ausschnitte unterbrochen, die Sam und Frodo zeigen, außerdem gibt es trotz der Panik und des Chaos immer wieder kleine Momente der Ruhe, z.B. wenn Eowyn sich auf dem Schlachtfeld von ihrem sterbenden Onkel verabschiedet, das macht diese Szenen noch dramatischer. Auch zwischendurch werden die eigentlichen Schlachtgeräusche sehr unterdrückt, während der Soundtrack in den Vordergrund tritt und das Filmgeschehen untermalt.
** Die Schauspieler
Unter den Schauspielern sind einige Leute besonders hervorzuheben, so z.B. Sam, der treue Diener und Gärtner seines Herrn Frodo. Sam sieht man in einem Wechselbad der Gefühle, denn er kämpft um Frodos Vertrauen und muss dabei seine wachsende Wut gegenüber Gollum unterdrücken, dessen wahre Absichten er bereits durchschaut hat. Als Frodo ihn schließlich zurückschickt, bricht Sam in Tränen aus und ist am Rande der Verzweiflung. Diese Momente sind wirklich ergreifend und sehr überzeugend gespielt. Allerdings gibt es auch starke Momente von Sam, wie er z.B. alleine gegen Kankra kämpft, um Frodo zu retten. Sean Astin zeigt viele Facetten, die er sämtlich überzeugend rüberbringt. Im Laufe der Trilogie gewinnt die Rolle des Sam immer mehr an Charakter. Während er im ersten Teil noch etwas blass geblieben ist, konnte er spätestens bei der Rückkehr des Königs seine wahre Stärke zeigen.
Auch Viggo Mortensen als Aragorn darf nicht unerwähnt bleiben, denn immerhin ist dieser dritte Teil ihm gewidmet, da er der zurückkehrende König ist. Zu Beginn der Trilogie war er der Ranger, der sein Erbe verleugnet hat und der lieber in Freiheit leben wollte, doch wird er schnell zu einer tragenden Figur des Herrn der Ringe. Im dritten Teil nun legt er den Ranger in sich ab und wird zum König. Dies spiegelt sich auch überzeugend in seinem Verhalten wider. Beeindruckend ist z.B. seine Rede an seine Untertanen beim Angriff auf das schwarze Tor. Viggo Mortensen spielt seine Rolle königlich und anmutig, Aragorn ist wahrscheinlich neben Legolas der absolute Frauenliebling der Trilogie.
Orlando Bloom (Legolas) und John Rhys-Davies (Gimli) spielen nur noch Nebenrollen im dritten Teil der Trilogie. Gimli ist wieder einmal für einige Lacher gut, während Orlando Bloom ein weiteres Mal den eleganten, mutigen und starken Elb spielt. Christopher Lee (Saruman) ist völlig aus dem Film herausgeschnitten worden, leider ist von ihm nichts mehr zu sehen. Elijah Wood als Frodo ist fast noch der schwächste der Hobbits, meist habe ich den Eindruck, dass es seine einzige Aufgabe ist, schwach und kindlich auszusehen, er wirkt alleine durch seine großen unschuldigen und traurigen Augen, die sein ganzes Gesicht beherrschen, aber er fällt nicht sonderlich durch großartige schauspielerische Leistungen auf.
Im Herrn der Ringe merkt man durchweg, dass auch alle Nebenrollen mit Bedacht besetzt sind, denn selbst kleinere Figuren passen meist haargenau in ihre Rolle hinein. So haben z.B. Boromir, Faramir, Eowyn und Eomer keine großen Rollen, doch überzeugen sie doch vollkommen.
** Meine Meinung
Wahrscheinlich hat man es aus dem bisherigen Bericht bereits herausgelesen: Ich bin begeistert von diesem Film! Es ist wirklich großartig, mit welcher Liebe zum Detail, Peter Jackson diese Trilogie verfilmt hat. Sämtliche Waffen und Kostüme wirken lebensecht, sodass man als Kinozuschauer in eine völlig andere Welt abtauchen kann. Auch der Soundtrack von Howard Shore fügt sich wieder brilliant in den Film ein und umfasst dieses Mal auch je ein Lied von Pippin und von Aragorn. Oft unterstreicht die Musik den Film nur ganz unauffällig, manchmal drängt sich die Musik aber auch bewusst in den Vordergrund, wie z.B. in der Schlacht, wenn die Kriegsgeräusche in den Hintergrund treten.
Die Schlacht um Minas Tirith ist einfach nur fulminant, aber auch die düstere Atmosphäre von Mordor ergreift den Zuschauer. Als die Rohirrim in die Schlacht um Minas Tirith reiten und ihren Schlachtruf ausstoßen, ging mir dieses Geräusch durch Mark und Bein und hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Im Prinzip ist in diesem Film für jeden etwas dabei: Es gibt jede Menge Action, Spezialeffekte, einige Lacher (meistens von Seiten Gimlis), persönliche Schicksale und Freundschaftskonflikte (Frodo und Sam) und auch die bereits bekannte Liebesgeschichte zwischen Aragorn und Arwen, die aber den meisten echten Tolkien-Fans nur noch auf die Nerven geht, weil die Rolle der Arwen viel zu stark gewichtet wurde.
Es gibt im Prinzip nur wenig Kritikpunkte, denn das Buch wurde nahezu perfekt verfilmt. Ich verstehe nur nicht, wieso das Buch an Stellen verändert wurde, die nicht zum Kürzen des Filmes nötig waren, sondern die für mich völlig unverständlich sind. Wieso schickt Frodo Sam zurück ins Auenland, weil er ihm nicht mehr vertraut? Das spart keine Zeit und ist unnötig. Und wieso wird die Liebesgeschichte zwischen Aragorn und Arwen so aufgebauscht, während die zwischen Faramir und Eowyn komplett rausgeschnitten wird? Wieso lässt man eine so geniale Stelle weg wie die mit dem Statthalter von Mordor? Wieso erkennt Merry sofort die mitkämpfende Eowyn?
Selbst der Abspann ist eine Erwähnung wert, denn er ist ähnlich gestaltet wie das Menü der DVDs zu den ersten beiden Filmen. Er sieht aus wie alte Buchseiten und zu Anfang des Abspanns ist jeder Hauptdarsteller in Form einer Zeichnung mitsamt Rollenname zu sehen, selbst Boromir wurde dabei nicht vergessen. Auch im weiteren Verlauf des Abspanns sind immer wieder Zeichnungen passend zum Herrn der Ringe zu sehen. Untermalt wird der Abspann von einem von Annie Lennox gesungenen Song.
** Englische Originalfassung
Ein paar Worte möchte ich noch zu der englischen Originalfassung des Filmes verlieren, da ich den Film nicht auf Deutsch gesehen habe. Die ersten beiden Filme habe ich jeweils einmal auf Deutsch gesehen und war jedenfalls enttäuscht von manchen Synchronstimmen. Am negativsten ist mir dabei Aragorn aufgefallen, der im Original eine wunderschöne Stimme mit einem tollen Akzent hat. Bis auf Gimli sind sämtliche Darsteller hervorragend zu verstehen, sodass sich auch Leute in die Originalfassung trauen können, die sonst nicht alles verstehen. Gimli nuschelt manchmal ein wenig in seinen Bart hinein, aber das tut dem Filmgenuss keinen Abbruch. Ich persönlich finde, dass die englischen Namen einen viel schöneren Klang haben, was den Film noch sehens- und hörenswerter macht, weswegen ich den Film gar nicht mehr auf Deutsch sehen will.
** Fazit
Insgesamt kann es nur voll 5 Sterne und eine Empfehlung für den Film geben, allerdings sollte man zunächst die ersten beiden Filme gesehen haben, sonst lohnt sich der Kinobesuch nicht. Alle Film- und Fantasyfans werden hier sicherlich voll auf ihre Kosten kommen, denn die Trilogie um denn Herrn der Ringe gehört meiner Meinung nach zu den genialsten Filmen, die bislang gedreht wurden.
Lasst euch verzaubern vom Herrn der Ringe!
one film to find them,
one film to bring them all
and in the darkness (of the cinema) bind them
So ähnlich könnte man den dritten Teil der Trilogie "Der Herr der Ringe" zusammenfassen, denn welcher Film wurde je sehnsüchtiger erwartet? Welcher lief mit mehr Kopien in den Kinos an? Welcher Film hat mehr Zuschauer angelockt? "Die Rückkehr des Königs" wird sicherlich ein Riesenkassenschlager werden und das zurecht!
** Die Vorgeschichte
Auch wenn ich glaube, dass jeder, der diesen Bericht lesen wird, die ersten beiden Filme schon kennt, werde ich kurz die Vorgeschichte zusammenfassen, aber Achtung: Es lohnt sich nicht, die Rückkehr des Königs zu sehen, ohne die beiden ersten Filme zu kennen.
Der erste Teil beginnt mit Bilbo Baggins Geburtstagsfeier, auf der er sich aus dem Auenland verabschiedet und Frodo seinen Ring überlässt. Später findet der graue Zauberer Gandalf heraus, dass es sich bei diesem Ring um den Ring der Macht handelt, den Sauron geschmiedet hat, um die Macht über ganz Mittelerde an sich zu reißen. Nun will Sauron den Ring zurückhaben und schickt seine Nazgul ins Auenland, um den Ring zu holen. Frodo bricht mit seinem Gärtner Sam nach Bree auf und wird von seinen Freunden Merry und Pippin begleitet. In Bree treffen die Hobbits auf Aragorn, einen Freund Gandalfs, der die Hobbits bis zu Elrond nach Bruchtal führt. Dort treffen die fünf auch Gandalf wieder, der sich aus den Klauen Sarumans befreit hat, der sich mit Sauron zusammengeschlossen hat, um Mittelerde zu erobern. Von Bruchtal aus ziehen die neun Gefährten los, um den Ring nach Mordor zu tragen, wo er im Schicksalsberg zerstört werden kann. Auf der Reise ziehen sie durch die Höhlen von Moria, wo Gandalf beim Kampf mit einem Balrog abstürzt und verloren scheint, sie treffen auf Orks und besuchen die wunderschöne und mächtige Elbenkönigin Galadriel. Am Ende des Filmes trennen sich die Gefährten und Sam und Frodo ziehen alleine weiter nach Mordor.
Im zweiten Film sieht man Gandalf mit dem Balrog kämpfen, er gewinnt den Kampf und wird nun zu Gandalf dem Weißen, was ihm noch mehr Macht verleiht. Sam und Frodo ziehen unbeirrt weiter nach Mordor und sammeln zwischendurch Gollum auf, der sie zum Schicksalsberg führen soll. Inzwischen sind Gimli, Legolas und Aragorn auf der Suche nach Pippin und Merry, die von Uruk-Hai verschleppt wurden. Die beiden Hobbits jedoch haben sich nach Fangorn retten können, wo sie auf einen alten Ent - Treabeard - treffen. Gimli, Legolas und Aragorn finden Gandalf wieder und reiten mit ihm zu König Theoden nach Rohan, doch Theoden steht unter dem Einfluss seines Dieners Grima Schlangenzunge, der mit Saruman zusammen den König beherrscht. Doch Gandalf kann Theoden retten. Theoden und seine Männer reiten nach Helms Klamm, wo sie auf die Schlacht gegen die Orks und Uruk-Hai warten. Die Schlacht kann nur mit Hilfe der Rohirrim gewonnen werden. Doch noch steht eine große Schlacht bevor....
** Das Ende der Trilogie
Zu Beginn des Filmes sieht man die Vorgeschichte Gollums, wie er mit seinem Bruder zusammen im Boot beim Angeln sitzt. Sein Bruder stürzt ins Wasser und findet am Seeboden einen Ring, den Smeagol ihm unbedingt abnehmen will. Es kommt zum Kampf, den Smeagol gewinnt, indem er seinen Bruder tötet. Smeagol wird nun verflucht durch den Ring und flüchtet sich schließlich in die Misty Mountains, wo etliche Jahre später Bilbo den Ring finden wird.
Der Film ist wieder einmal aufgeteilt in die Handlungsstränge um Sam und Frodo, die nach Mordor zum Schicksalsberg ziehen und um Aragorn, Gandalf, Legolas und Gimli, die für Mittelerde in die Schlacht ziehen. Gollum führt die beiden Hobbits geradewegs Richtung Kankras Lauer, um die beiden Hobbits an Kankra (eine Riesenspinne) zu verfüttern und sich dann den Ring zu schnappen. Außerdem intrigiert er gegen Sam, bis Frodos Misstrauern so angewachsen ist, dass er Sam nach Hause schickt. Anschließend tappt Frodo in Gollums Falle und wird von Kankra überwältigt. Doch glücklicherweise eilt Sam zu Hilfe und befreit Frodo, um ihn zum Schicksalsberg zu begleiten.
Zeitgleich macht sich Rohan bereit für die große Schlacht um Minas Tirith. Pippin hat Sarumans Palantir gefunden und kann ihm nicht widerstehen. Als er in ihn hineinblickt, kann er mit Sauron kommunizieren, sodass Sauron nun Pippin für den Ringträger hält. Gandalf reitet mit Pippin nach Minas Tirith, um Denethor, den Statthalter von Minas Tirith, auf den Kampf vorzubereiten. Doch dieser ist verrückt geworden und will seinen eigenen Sohn Faramir opfern.
Schließlich kommt es zur Schlacht und zwischendurch gibt es immer wieder Einblicke in Frodos und Sams Weg nach Mordor.
** Cast and Crew
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Elijah Wood, Ian McKellen, Viggo Mortensen
Verleih: Warner Bros. Filmverleih
Genre: Action
Land/Jahr: USA/Neuseeland 2003
Länge: 201 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
** Veränderungen gegenüber dem Buch
Wie auch schon im zweiten Teil, so sind kleinere Dinge gegenüber der Buchvorlage verändert worden. Einige Änderungen habe ich nicht verstanden, weil sie keine Zeitersparnis bringen, andere waren wahrscheinlich nötig. Zum einen schickt Frodo Sam auf den Stufen nach Mordor zurück, weil Gollum ihn so misstrauisch gemacht hat, dass er Sam nicht mehr vertrauen kann. Soweit ich mich erinnern kann, ist dies nie in der Buchvorlage geschehen. Eine andere Sache ist auch Merrys und Pippins Körpergröße, denn in der Special Extended Edition der zwei Türme war zu sehen, wie sie den Enttrunk zu sich genommen haben und dadurch größer wurden. Am Filmende sind sie aber lediglich genauso groß wie auch Frodo und Sam. Eine Stelle aus dem Buch, die ich im Film sehr vermisst habe, ist die Situation am schwarzen Tor, wo Gandalf, Aragorn und Co. auf den Statthalter von Mordor treffen, der ihnen das Mithril-Hemd von Frodo vor die Füße wirft. Diese geniale und spannende Stelle fehlt leider vollkommen, auch am Ende ist nichts davon zu bemerken, dass das Auenland von Orks verwüstet wurde, wie Frodo es ja auch schon in Galadriels Spiegel gesehen hat. Ebenfalls fehlte die Geschichte zwischen Eowyn und Faramir, die sich in Minas Tirith kennen- und liebenlernen. Ich denke, einige Dinge werden sich wahrscheinlich auch in der verlängerten Filmfassung wiederfinden.
** Spezialeffekte
Die Spezialeffekte sind im dritten Teil der Trilogie ebenso grandios gelungen wie auch schon in den ersten beiden Filmen. Die Schlacht um Minas Tirith ist atemberaubend und auch die Armee der Toten war sehr beeindruckend, denn sie sieht ähnlich aus wie die Nazgul (also geisterhaft), was ich auch passend finde, da es sich ebenfalls um tote Menschen handelt. Hier hat die Filmcrew wiederum erstklassige Arbeit geleistet. In der Schlacht kämpfen erstmals auch Höhlentrolle und Oliphanten mit, die mit großartigem Geschütz auffahren und die kleinen Menschen auslöschen wollen. Hier sitzt der Zuschauer mitunter staunend im Publikum. In der einen Szene besiegt Legolas alleine einen Oliphanten mitsamt seinen Soldaten, das gab im Kinosaal lauten Applaus, auch wenn die Szene doch etwas unlogisch anmutet. Die Schlacht wird immer wieder durch kleine Ausschnitte unterbrochen, die Sam und Frodo zeigen, außerdem gibt es trotz der Panik und des Chaos immer wieder kleine Momente der Ruhe, z.B. wenn Eowyn sich auf dem Schlachtfeld von ihrem sterbenden Onkel verabschiedet, das macht diese Szenen noch dramatischer. Auch zwischendurch werden die eigentlichen Schlachtgeräusche sehr unterdrückt, während der Soundtrack in den Vordergrund tritt und das Filmgeschehen untermalt.
** Die Schauspieler
Unter den Schauspielern sind einige Leute besonders hervorzuheben, so z.B. Sam, der treue Diener und Gärtner seines Herrn Frodo. Sam sieht man in einem Wechselbad der Gefühle, denn er kämpft um Frodos Vertrauen und muss dabei seine wachsende Wut gegenüber Gollum unterdrücken, dessen wahre Absichten er bereits durchschaut hat. Als Frodo ihn schließlich zurückschickt, bricht Sam in Tränen aus und ist am Rande der Verzweiflung. Diese Momente sind wirklich ergreifend und sehr überzeugend gespielt. Allerdings gibt es auch starke Momente von Sam, wie er z.B. alleine gegen Kankra kämpft, um Frodo zu retten. Sean Astin zeigt viele Facetten, die er sämtlich überzeugend rüberbringt. Im Laufe der Trilogie gewinnt die Rolle des Sam immer mehr an Charakter. Während er im ersten Teil noch etwas blass geblieben ist, konnte er spätestens bei der Rückkehr des Königs seine wahre Stärke zeigen.
Auch Viggo Mortensen als Aragorn darf nicht unerwähnt bleiben, denn immerhin ist dieser dritte Teil ihm gewidmet, da er der zurückkehrende König ist. Zu Beginn der Trilogie war er der Ranger, der sein Erbe verleugnet hat und der lieber in Freiheit leben wollte, doch wird er schnell zu einer tragenden Figur des Herrn der Ringe. Im dritten Teil nun legt er den Ranger in sich ab und wird zum König. Dies spiegelt sich auch überzeugend in seinem Verhalten wider. Beeindruckend ist z.B. seine Rede an seine Untertanen beim Angriff auf das schwarze Tor. Viggo Mortensen spielt seine Rolle königlich und anmutig, Aragorn ist wahrscheinlich neben Legolas der absolute Frauenliebling der Trilogie.
Orlando Bloom (Legolas) und John Rhys-Davies (Gimli) spielen nur noch Nebenrollen im dritten Teil der Trilogie. Gimli ist wieder einmal für einige Lacher gut, während Orlando Bloom ein weiteres Mal den eleganten, mutigen und starken Elb spielt. Christopher Lee (Saruman) ist völlig aus dem Film herausgeschnitten worden, leider ist von ihm nichts mehr zu sehen. Elijah Wood als Frodo ist fast noch der schwächste der Hobbits, meist habe ich den Eindruck, dass es seine einzige Aufgabe ist, schwach und kindlich auszusehen, er wirkt alleine durch seine großen unschuldigen und traurigen Augen, die sein ganzes Gesicht beherrschen, aber er fällt nicht sonderlich durch großartige schauspielerische Leistungen auf.
Im Herrn der Ringe merkt man durchweg, dass auch alle Nebenrollen mit Bedacht besetzt sind, denn selbst kleinere Figuren passen meist haargenau in ihre Rolle hinein. So haben z.B. Boromir, Faramir, Eowyn und Eomer keine großen Rollen, doch überzeugen sie doch vollkommen.
** Meine Meinung
Wahrscheinlich hat man es aus dem bisherigen Bericht bereits herausgelesen: Ich bin begeistert von diesem Film! Es ist wirklich großartig, mit welcher Liebe zum Detail, Peter Jackson diese Trilogie verfilmt hat. Sämtliche Waffen und Kostüme wirken lebensecht, sodass man als Kinozuschauer in eine völlig andere Welt abtauchen kann. Auch der Soundtrack von Howard Shore fügt sich wieder brilliant in den Film ein und umfasst dieses Mal auch je ein Lied von Pippin und von Aragorn. Oft unterstreicht die Musik den Film nur ganz unauffällig, manchmal drängt sich die Musik aber auch bewusst in den Vordergrund, wie z.B. in der Schlacht, wenn die Kriegsgeräusche in den Hintergrund treten.
Die Schlacht um Minas Tirith ist einfach nur fulminant, aber auch die düstere Atmosphäre von Mordor ergreift den Zuschauer. Als die Rohirrim in die Schlacht um Minas Tirith reiten und ihren Schlachtruf ausstoßen, ging mir dieses Geräusch durch Mark und Bein und hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Im Prinzip ist in diesem Film für jeden etwas dabei: Es gibt jede Menge Action, Spezialeffekte, einige Lacher (meistens von Seiten Gimlis), persönliche Schicksale und Freundschaftskonflikte (Frodo und Sam) und auch die bereits bekannte Liebesgeschichte zwischen Aragorn und Arwen, die aber den meisten echten Tolkien-Fans nur noch auf die Nerven geht, weil die Rolle der Arwen viel zu stark gewichtet wurde.
Es gibt im Prinzip nur wenig Kritikpunkte, denn das Buch wurde nahezu perfekt verfilmt. Ich verstehe nur nicht, wieso das Buch an Stellen verändert wurde, die nicht zum Kürzen des Filmes nötig waren, sondern die für mich völlig unverständlich sind. Wieso schickt Frodo Sam zurück ins Auenland, weil er ihm nicht mehr vertraut? Das spart keine Zeit und ist unnötig. Und wieso wird die Liebesgeschichte zwischen Aragorn und Arwen so aufgebauscht, während die zwischen Faramir und Eowyn komplett rausgeschnitten wird? Wieso lässt man eine so geniale Stelle weg wie die mit dem Statthalter von Mordor? Wieso erkennt Merry sofort die mitkämpfende Eowyn?
Selbst der Abspann ist eine Erwähnung wert, denn er ist ähnlich gestaltet wie das Menü der DVDs zu den ersten beiden Filmen. Er sieht aus wie alte Buchseiten und zu Anfang des Abspanns ist jeder Hauptdarsteller in Form einer Zeichnung mitsamt Rollenname zu sehen, selbst Boromir wurde dabei nicht vergessen. Auch im weiteren Verlauf des Abspanns sind immer wieder Zeichnungen passend zum Herrn der Ringe zu sehen. Untermalt wird der Abspann von einem von Annie Lennox gesungenen Song.
** Englische Originalfassung
Ein paar Worte möchte ich noch zu der englischen Originalfassung des Filmes verlieren, da ich den Film nicht auf Deutsch gesehen habe. Die ersten beiden Filme habe ich jeweils einmal auf Deutsch gesehen und war jedenfalls enttäuscht von manchen Synchronstimmen. Am negativsten ist mir dabei Aragorn aufgefallen, der im Original eine wunderschöne Stimme mit einem tollen Akzent hat. Bis auf Gimli sind sämtliche Darsteller hervorragend zu verstehen, sodass sich auch Leute in die Originalfassung trauen können, die sonst nicht alles verstehen. Gimli nuschelt manchmal ein wenig in seinen Bart hinein, aber das tut dem Filmgenuss keinen Abbruch. Ich persönlich finde, dass die englischen Namen einen viel schöneren Klang haben, was den Film noch sehens- und hörenswerter macht, weswegen ich den Film gar nicht mehr auf Deutsch sehen will.
** Fazit
Insgesamt kann es nur voll 5 Sterne und eine Empfehlung für den Film geben, allerdings sollte man zunächst die ersten beiden Filme gesehen haben, sonst lohnt sich der Kinobesuch nicht. Alle Film- und Fantasyfans werden hier sicherlich voll auf ihre Kosten kommen, denn die Trilogie um denn Herrn der Ringe gehört meiner Meinung nach zu den genialsten Filmen, die bislang gedreht wurden.
Lasst euch verzaubern vom Herrn der Ringe!
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