Der Herr der Ringe - Die zwei Türme (VHS) Testbericht

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ab 22,48
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Erfahrungsbericht von mammud

Die Reise geht weiter

Pro:

super schöne Landschaftn von Neuseeland, gut gespielte Rollen und top Schauspieler

Kontra:

Der Ressigeur weicht mit seinem Film an mehrren Stellen vom Buch ab...

Empfehlung:

Ja

Es war ein langes Jahr... 12 Monate hat uns Peter Jackson auf die Fortsetzung von \"Die Gefährten\" warten lassen. Und er wird uns wieder warten lassen. Soviel ist gewiss... Ich weiß noch genau wie ich nach dem Abspann von \"Die Gefährten\" dachte, ein Jahr, das überstehst du nie, solange kannst du nicht warten. Aber es ging. Vor allem Dank einer wunderbaren DVD-Box und einem wieder einmal vielversprechenden Trailer, der mir die letzten Wochen der Wartezeit versüßt hat.

Doch dann irgendwann im Herbst war es plötzlich so weit. Es gab die ersten Karten für die Mitternachtspremiere am 18.12.. Die Vorfreude stieg. Doch nach dem Anruf im Kino folgte die Ernüchterung. Schon alles ausverkauft. Mist. So gehörte ich in diesem Jahr zwar leider nicht zu den ersten, die den Film sehen durften, aber immerhin auch noch längst nicht zu den letzten... ;-)

Aber konnte Peter Jackson wieder einmal überzeugen? Ist der zweite Teil wirklich eine gelungene Fortsetzung des überragenden ersten Teils? Fragen über Fragen...


[ DIE GEFÄHRTEN ZIEHEN WEITER ]

Werfen wir zum Einstieg erst einmal einen Blick zurück. Am Ende des ersten Films bricht die Gemeinschaft des Rings auseinander. Frodo und Sam machen sich allein auf den Weg nach Mordor, während Aragorn, Legolas und Gimli die Verfolgung der Uruk-Hai aufnehmen, die Merry und Pippin gefangengenommen haben...

Frodo und Sam irren auf der Suche nach einer Route nach Mordor durch die Emyn Muil, verfolgt von Gollum, der versucht seinen Schatz zurückzuholen. Den beiden Hobbits gelingt es, ihn zu überwältigen und ihn sich zu Diensten zu machen. Gollum schwört auf den Ring, die beiden durch die Totensümpfe zum schwarzen Tor Mordors zu bringen und erkennt Frodo, den gegenwärtigen Besitzer des Ringes, als seinen Herren an. Doch Sam bleibt skeptisch, ob die beiden sich wirklich auf die Loyalität dieser Kreatur verlassen können...

Aragorn, Legolas und Gimli bleiben auf der Spur der Uruk-Hai. Nachdem sie in der Ebene von Rohan auf Éomer und einige Reiter treffen, sinken ihre Hoffnungen, denn die Reiter haben die Uruk-Hai bereits überfallen und vernichtet, von den zwei Hobbits keine Spur. Doch die drei Gefährten suchen weiter und stoßen auf eine Fährte, die sie in den Fangorn, einen uralten Wald, führt. Dort treffen sie unerwartet einen weißen Zauberer. Zu ihrer Überraschung ist es nicht Saruman, sondern Gandalf...

Merry und Pippin, denen zwischenzeitlich im Schlachtengetümmel die Flucht vor den Uruk-Hai gelungen ist, haben sich in den Fangorn geflüchtet und sind dort auf Baumbart getroffen. Baumbart ist ein Ent, ein baumartiges Wesen, das zusammen mit seinen Artgenossen im Fangorn lebt. Baumbart freundet sich mit den Hobbits an und ist nicht gerade angetan von den Machenschaften des weißen Zauberers Saruman in Isengart. Werden sie etwas dagegen unternehmen?

Während Baumbart mit den Hobbits durch den Fangorn stapft, reiten Aragorn, Gandalf, Legolas und Gimli nach Edoras, um Théoden, den König von Rohan in seiner goldenen Halle aufzusuchen. Den giftigen Worten seines Beraters Grima Schlangenzunge gehorchend, vegetiert der König in einer Art Trance vor sich hin, unfähig die für sein Volk richtigen Entscheidungen zu treffen. Doch Gandalf gelingt es, diesen Zauber zu brechen und Théoden davon zu überzeugen, dass Krieg bevorsteht und er sein Volk in Sicherheit bringen muss. So zieht das Volk von Edoras zur Festung Helms Klamm, wo sich alles zum entscheidenden Kampf rüstet. 10.000 Orks ziehen von Isengart los in Richtung Helms Klamm. Eine Schlacht mit ungewissem Ausgang steht bevor...

So, mehr will ich an dieser Stelle einfach nicht verraten. Die Entwicklung der Story sorgt auf jeden Fall für massig Spannung.


[ FIGUREN & SCHAUSPIELER ]

Die Liste der Figuren war schon im ersten Teil recht lang, im zweiten kommen aber noch ein paar wichtige Namen hinzu. Jeden einzelnen nenne ich daher an dieser Stelle nicht, aber ein paar wichtige Figuren möchte ich dennoch herausgreifen. Besetzt sind die Rollen alle hervorragend. Die meisten Figuren decken sich durchaus mit meiner Vorstellung aus dem Buch und wirkliche Fehlbesetzungen gibt es in meinen Augen nicht. Die Schauspieler sind durch und durch überzeugend und verkörpern ihre Rollen wunderbar.

FRODO -Elijah Wood- und SAM -Sean Astin-
Gemeinsam versuchen die beiden Hobbits sich nach Mordor durchzuschlagen. Das schweißt sie zusammen und die beiden unterschiedlichen Charaktere treten im Laufe der Zeit immer stärker zum Vorschein. Frodo, der zunehmend unter der Last des Ringes leidet und unter seinem verderbenden Einfluss steht, während Sam der unermüdliche Helfer ist, der versucht seinem Meister einen Teil der Last abzunehmen. Mit der Charakterentwicklung der beiden war ich durchaus zufrieden, auch wenn Sam’s Motivation leider immer noch nicht wirklich deutlich wird. So bleibt er immer noch ein bisschen der naive Hobbit, der seinem Meister hinterhertrottelt.

MERRY -Dominic Monaghan- und PIPPIN -Billy Boyd-
Merry und Pippin spielen im zweiten Teil eine vergleichsweise geringe Rolle, so dass ihre Charaktere sich leider auch nicht großartig weiterentwickeln können. Irgendwie sind sie die meisten Zeit über immer noch die beiden Hobbits, die in ein Abenteuer gestolpert sind, ohne dort so recht ihren Platz zu finden. Im nächsten Teil wird sich das hoffentlich ändern.

GANDALF -Sir Ian McKellen-
Gandalf kehrt in diesem Film zurück, allerdings verändert. Ist er im ersten Teil noch Gandalf, der Graue, so nennt er sich nun Gandalf, der Weiße. Als Zauberer ist er durch den Sieg über den Balrog noch mächtiger geworden. Größtenteils agiert er als Koordinator im Hintergrund.

ARAGORN -Viggo Mortensen-
Aragorn wird gerade in diesem Teil der Geschichte zu einer der wichtigsten Hauptfiguren. Er zieht in viele Schlachten und kämpft an vorderster Front. Besondere Tiefe bekommt sein Charakter durch die Liebegeschichte, die ihn mit Arwen verbindet. Insgesamt bin ich auch mit seiner Charakterentwicklung ganz zufrieden.

LEGOLAS -Orlando Bloom- und GIMLI -John Rhys-Davis-
Legolas ist in für mich im Film immer noch der einzige männliche Elb, der durch und durch überzeugen kann. Viele andere Elben wirken irgendwie etwas lächerlich, weil ihnen einfach das gewisse Etwas fehlt (z.B. Haldir). Worum ihn sicherlich so mancher Rollenspieler beneidet, ist sein \"magischer Köcher\". Er hat immer seinen Köcher voll (selbst nach einer Schlacht) und man sieht ihn auch nie Pfeile schnitzen. Faszinierend... ;-) Was im Gegensatz zum Buch etwas blass bleibt, ist die besondere Freundschaft zwischen Gimli und Legolas. Im Film bekommt sie leider nicht so viel Raum sich zu entwickeln, so dass auch die charakterliche Entwicklung ein bisschen auf der Strecke bleibt.

THEODEN –Bernard Hill-
Théoden, der König von Rohan macht eine recht krasse Entwicklung durch. Von einem alten, gebrechlichen Mann, der von seinem Berater abhängig ist, wird er wieder zum starken König, der sein Volk in eine große Schlacht führt. Insgesamt sticht die Figur zwischen den vielen anderen großartigen Darstellern nicht besonders hervor, doch auch er macht seine Sache wirklich gut.

GRIMA –Brad Dourif-
Grima Schlangenzunge, der Berater Théodens, der sich mit Saruman stärker verbunden fühlt als mit seinem Herrscher, ist ein weiteres Highlight des Film. Seinem Beinamen Schlangenzunge wird er allein schon durch sein Äußeres gerecht. Absolut überzeugend.

FARAMIR –David Wenham-
Faramir, der Bruder von Boromir hat mich allein schon vom Schauspielerischen her überzeugt. Er ist gut getroffen, auch wenn sein Charakter in der Kürze der Zeit nicht so gut ausgeleuchtet werden kann wie im Buch. Die Geschichte, die Peter Jackson ihm dann aber andichtet ist für mich einer der Tiefpunkte im Film, da seine Person dadurch am Ende leider unglaubwürdig wirkt.


[ MEIN EINDRUCK ]

Das ist nun also der zweite Teil des großen Fantasy-Epos. Vom ersten Teil war ich bis auf einzelne Kleinigkeit sehr angetan, somit ging ich mit recht hohen Erwartungen in den zweiten Teil. Doch auch Befürchtungen hatte ich einige. So fand ich schon \"Die Gefährten\" teilweise übertrieben brutal und das obwohl im Buch die großen Schlachten ja erst im zweiten und dritten Teil geschlagen werden. Dass der zweite Teil daher auch brutaler werden würde, war also im Grunde schon von vorneherein abzusehen. Für zusätzliche Verunsicherung hat dann noch der Trailer gesorgt, in dem auch Elrond und Arwen wieder auftauchten. Was haben die im zweiten Teil zu suchen, dachte ich, im Buch spielen sie an der Stelle doch überhaupt keine Rolle. Sollte Peter Jackson also freizügig Tolkien\'s Meisterwerk abgewandelt haben?

-BUCH VS. FILM-
Teilweise hat er sich diese Freiheit tatsächlich genommen, doch das heißt ja zunächst einmal nichts schlechtes. Insbesondere in der ersten Phase des Filmes hat er nur Kleinigkeiten verändert, Dinge die dramaturgisch betrachtet durchaus Sinn machen. Bereits beim Blick auf den Inhalt, des zweiten Buches des Herrn der Ringe wird deutlich, dass die Geschichte für einen Film etwas gestrafft werden muss, anders lassen sich die vielen verschiedenen Handlungsstränge nicht auf die Leinwand bringen. Und so hat Peter Jackson dann auch die unterschiedlichen Handlungsebenen entworren und neu verflochten. Die Geschichte bleibt sicherlich gerade für Leute, die das Buch nicht kennen teilweise leicht verwirrend, dennoch muss man sagen, dass Peter Jackson im Hinblick auf die Straffung der Handlung gute Arbeit geleistet hat.

Neben dieser Straffung gelingt es Jackson auch, ein paar Hintergründe aufzuzeigen, die für das Verständnis wichtig sind und die Grundstimmung des Films unterstreichen. So wird beispielsweise in einem Traum Aragorns, das Verhältnis zwischen ihm und Arwen ausgeleuchtet und das bevorstehende Ende des Zeitalters der Elben. Jackson hat dieses Thema geschickt in die Handlung integriert und weicht dabei höchstens indirekt vom Buch ab, denn in den Anhängen zum Herrn der Ringe findet sich die Geschichte von Arwen und Aragorn so in etwa wieder.

Dennoch, es gibt auch Änderungen, die absolut unverständlich bleiben, insbesondere für Fans des Buches. An erster Stelle möchte ich hier den Angriff der Warge auf die Flüchtenden von Edoras und den in diesem Zusammenhang inszenierten \"Tod\" Aragorns erwähnen und die Änderungen in Bezug auf Faramir. Insbesondere Faramir wirkt durch Jackson\'s Änderung der Buchvorlage am Ende total unglaubwürdig. Im Gegensatz zum Buch nimmt Faramir im Film Frodo, Sam und Gollum mit nach Osgiliath. Er will den Ring seinem Vater Denethor als Geschenk bringen, damit Gondor den Kampf gegen Sauron\'s Krieger gewinnen kann. In Osgiliath angekommen, macht Faramir dann aber einen nicht nachvollziehbaren Sinneswandel durch und lässt die Gefährten laufen. Es wirkt als hätte Jackson nach seiner Änderung Probleme, die Geschichte wieder so hinzubiegen, dass sie Sinn macht. Leider geht das zu Lasten der Glaubwürdigkeit Faramirs. Wirklich schade, weil die Änderung in meinen Augen ohnehin unsinnig ist.

-GIMLI, DER COMEDY-ZWERG-
Ansonsten bin ich mit dem Ablauf der Handlung gut zufrieden. Man muss sich beim Gucken ein bisschen von der Romanvorlage lösen, dann macht dieser Film wirklich Spaß. Apropos Spaß, \"Die zwei Türme\" ist von der Story her im Grunde recht düster. Der große Ringkrieg bricht aus und da gibt es eben nicht viel zu lachen ...es sei denn, man heißt Gimli. Denn Gimli entwickelt sich im Laufe des Filmes mehr und mehr zum Pausenclown. Überall lockert er die Handlung durch seine Art und durch seine Sprüche auf. Vom Grundsatz her eine ganz sinnvolle Sache, nur hatte ich hier und da das Gefühl, dass Peter Jackson es damit etwas übertreibt. Nichts gegen gelegentliche Zwergen-Witzeleien, aber es sollte doch lieber nur bei ein paar bleiben...

-ORKGESCHREI UND BLUTVERKLEBTE SCHWERTER-
Auch wenn \"Die zwei Türme\" insgesamt eine recht düstere Grundstimmung hat, insbesondere wenn ich da an das Buch denke, war ich über die teils doch sehr helle und freundliche Darstellung im Film etwas überrascht. Insbesondere die erste Phase des Films verläuft recht ruhig. Um so härter wirkt der Kontrast zu den dunkelsten Momenten im Film. Insbesondere die Schlachten sind schon teils sehr düster und brutal. Das beginnt gleich am Anfang des Films wo in einer Rückblende Gandalf\'s Kampf mit dem Balrog in Moria recht ausführlich gezeigt wird. In meinen Augen in der Ausführlichkeit überflüssig, denn selbst im Buch werden solche Details nur in den Erzählungen Gandalfs kurz erwähnt.

Auch der Angriff der Warge findet im Buch gar nicht statt. Absoluter Höhepunkt des Films ist aber der Kampf um die Hornburg (Helms Klamm). Die Schlacht nimmt vergleichsweise viel von der Laufzeit des Films in Anspruch. Besonders gelungen finde ich dabei die Kriegsvorbereitungen in der Burg. Frauen und Kinder werden in Sicherheit gebracht und Männer, aus deren Gesichtern pure Angst und Verunsicherung spricht, werden mit Rüstungen und Waffen ausgestattet. Eine sehr nahegehende und menschliche Sicht der Dinge, die ich besonders gelungen finde. Der Kampf an sich, hätte in meinen Augen dafür ruhig ein paar Minuten kürzer sein dürfen. Die Kampfszenen an sich strotzen nur so vor Energie und Dramatik. Alles in allem sehr packend und technisch absolut perfekt inszeniert aber auch sehr lang...

An einer Sache lassen die brutalen Schlachten und das ganze Kampfgetöse aber wieder einmal starke Zweifel aufkommen: an der FSK ab 12. Ich wüsste sehr wohl, wenn ich ein 12jähriges Kind hätte, ich würde ihm diesen Film nicht zumuten. Das war ja auch schon im ersten Teil ähnlich. Dass die FSK der DVD-Fassung der Special Extended Edition auf 16 angehoben wurde, zeigt nur zu deutlich, dass sie beim Kinofilm eigentlich schon falsch war. Denn dass der Directors Cut brutaler ist, konnte ich eigentlich nicht feststellen. Auch bei \"Die zwei Türme\" halte ich die FSK wieder einmal für falsch.

-NICHT REALISIERBARE CHARAKTERE? - GIBT\'S NICHT-
Besonders gespannt war ich bei diesem Film auf zwei Figuren: Gollum und Baumbart, bzw. allgemein die Ents. Gerade bei den Ents hatte ich vor Filmstart Befürchtungen, dass sie lächerlich aussehen würden. Wie soll man auch Bäume glaubwürdig darstellen, die durch die Gegend spazieren? Umso überraschter war ich, als ich sie dann endlich sah. Sie waren absolut überzeugend animiert. Überzeugend, sowohl durch ihr Aussehen, als auch durch ihre Bewegungen. Gleiches trifft auch auf die Schwarzen Reiter zu, die diesmal auf drachenähnliche, fliegende Wesen umgesattelt haben. Großes Kompliment an die Technik...

Ein ebenso großes Kompliment kann man für Gollum aussprechen, der ebenfalls eine computeranimierte Darstellung ist. Auch er bewegt sich absolut überzeugend und begeistert obendrein durch eine geniale Mimik. Die gespaltene Persönlichkeit Sméagol/Gollum wirkt absolut glaubwürdig und auch rein optisch kommt der Gollum im Film ziemlich dicht an den Gollum in meiner Phantasie heran.

-BILDGEWALTIGES EPOS, PERFEKT VERTONT-
Ähnlich wie schon der erste Teil, besticht auch der zweite durch seine unglaubliche Bildgewalt. Die Landschaftsaufnahmen sind wieder einmal grandios. Die Orte des Buches werden absolut passend umgesetzt und man kommt aus dem Staunen kaum heraus. Genau wie beim ersten Teil blieb bei mir das Gefühl zurück, dass sich diese Bildgewalt nach dem ersten Gucken noch gar nicht verarbeiten lässt. Genau deswegen werde ich mir den Film in ein paar Wochen noch einmal ansehen. Auch in Sachen Kameraführung und Tricktechnik beweisen die Macher wieder grandioses Können. Der Film wird zu einem wirklich atemberaubenden Kinoerlebnis, das auf einem kleinen Fernsehbildschirm sicherlich nur halb so imposant wirkt.

Untermalt wieder das ganze wieder einmal von einem erstklassigen Score. Teilweise tauchen musikalische Grundthemen aus dem ersten Teil wieder auf, doch auch die neuen Themen, wie z.B. das von Edoras sind absolut fantastisch. Der Soundtrack wird bestimmt wieder den Weg in mein CD-Regal finden. Auch in Sachen Geräusche weiß der Film zu überzeugen. Die klangliche Untermalung ist absolut perfekt, vom lauten Kampfgetöse bis zum leisen Knistern der Fackeln.

-SCHWIERIGER SPANNUNGSBOGEN-
Eins darf man bei der Beurteilung dieses Filmes auf keinen Fall vergessen. Der Spannungsbogen ist wirklich schwierig. \"Die zwei Türme\" ist nun mal der zweite Teil einer dreiteiligen Fortsetzungsgeschichte. Er setzt mitten in der Handlung ein und bricht auch mitten in der Handlung wieder ab. Jackson blendet etwas früher aus, als Tolkien es im Buch macht. Viele Geschichten des Buches bleiben unerzählt, zumindest bis zum nächsten Teil im nächsten Jahr. Dadurch hatte ich den Eindruck, dass der Film viel zu abrupt endet. Im Buch endet jeder Teil mit Aufbruchstimmung. Bei \"Die Gefährten\" war genau diese Stimmung zu spüren. Beim zweiten Teil habe ich sie allerdings etwas vermisst.

Insgesamt bin ich in guter Hoffnung, dass der dritte Teil im nächsten Jahr einen gelungen Abschluss der Trilogie darstellen wird. Die Vorbedingungen sind gut, auch wenn Jackson noch recht viel Stoff im letzten Teil aufzuarbeiten hat und ich hoffe, dass dabei nichts wichtiges auf der Strecke bleibt. \"Die zwei Türme\" ist eine absolut gelungene Fortführung von \"Die Gefährten\" und ich bin auch nach dem Film immer noch der Meinung, dass Peter Jackson seine Sache gut macht. Ohne den ersten Teil gesehen zu haben, sollte man sich den zweiten aber besser nicht angucken. Die Geschichte wird nahtlos fortgesetzt, ohne dass es für Neueinsteiger eine Zusammenfassung gibt.


[ FAZIT ]

Um meinen Eindruck noch einmal kurz auf den Punkt zu bringen: Ich habe das Kino nach diesem Film wieder einmal sehr zufrieden verlassen. Klar gibt es Anlass zur Kritik, insbesondere was die teilweise recht unsinnigen Abweichungen von der Romanvorlage angeht, dennoch hinterlässt der Film insgesamt einen sehr positiven Eindruck.

Bei der abschließenden Bewertung tue ich mich etwas schwer. Löst man seine Vorstellungen vom Buch, ist der Film wirklich grandios und 5 Sternen würdig, wenn man mal von der misslungenen FSK absieht. Vor dem Hintergrund, dass es sich hier aber um eine Romanverfilmung handelt, bin ich doch eher geneigt 4 Sterne zu geben statt 5. Einige der Abweichungen von der Geschichte Tolkiens halte ich einfach für überflüssig und im Fall des Erzählstrangs um Faramir sogar für wirklich daneben. Also gibt es von mir 4 Sterne und eine absolute Guckempfehlung für alle, denen auch der erste Teil schon gefallen hat, egal ob Tolkien-Fan oder nicht.

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