Der Herr der Ringe - Die zwei Türme (VHS) Testbericht

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ab 22,48
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5 Sterne
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Erfahrungsbericht von flwandre

Spannung, Nervenkitzel? hier mein Bericht:

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Horrorfilme sind dann am spannendsten, wenn sie mit möglichst wenig Blutvergießen auskommen. Komödien sind am lustigsten, wenn sie auf abgedroschenen Klamauk verzichten. Und Science-Fiction-Streifen sind am besten, wenn nicht eine Raumschiff-Schlacht die nächste jagt. Auch bei der Fortsetzung der „Herr der Ringe“-Trilogie wäre etwas weniger zuweilen mehr gewesen. Die mitunter nahtlos aneinander gereihten Kampfsequenzen stehen so manchem Kriegsfilm in nichts nach. Optisch und akustisch zwar tadellos inszeniert, sorgen die insgesamt zu vielen Schlachten in „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“ streckenweise anstatt für Spannung und Nervenkitzel bloß für gähnende Lageweile. Der Mittelteil der Trilogie leidet darüber hinaus darunter, dass er nach mehr als drei Stunden inhaltlich dort endet, wo er begann: Nämlich auf dem Weg der Gefährden um Ringträger Frodo Beutlin (Elijah Wood) in das Reich des dunklen Herrschers Sauron. Denn dort wurde der Ring seinerzeit geschmiedet und nur hier kann er wieder zerstört werden.
Wer den ersten Teil „Die Gefährten“ nicht gesehen hat und die Buchvorlage von J.R.R. Tolkien auch nicht kennt, hat es schwer. Ausgangspunkt für „Die zwei Türme“ ist das Ende des ersten Teils, als Zauberer Gandalf (Ian McKellen) nach dem Kampf mit einem Höhlenmonster in die Tiefe stürzt und von den Gefährten zunächst totgeglaubt wird. Die Freunde teilen sich auf dem Weg zum schwarzen Tor von Mordor, dem Eingang in die Festung des dämonischen Saurons, in drei Gruppen auf. Die beiden Hobbits Frodo und Sam (Sean Astin) müssen bald feststellen, dass sie sich in einer riesigen Gebirgskette hoffnungslos verirrt haben und zu allem Überfluss auch noch von Gollum (Andy Serkis), einer mysteriösen Kreatur, die sowohl das Gute als auch das Böse in sich vereint, verfolgt werden. Einerseits versucht Gollum immer wieder, an Frodos Ring zu kommen, anderseits verspricht er den Hobbits, sie nach Mordor zu führen.
Arragon (Viggo Mortensen), Elbe Legolas (Orlando Bloom) und Zwerg Gimli (John Rhys-Davies) machen auf ihrer Reise im Königreich Rohan Station. Schnell müssen sie feststellen, dass das Reich, das zu den letzten Hochburgen des mutigen Widerstands gegen den dunklen Herrscher Sauron zählt, kurz vor seinem Untergang steht. Rohans König Theoden (Bernhard Hill) hat allen Lebensmut verloren, weil er unter der Macht des bösen Zauberers Sarumans (Christopher Lee) steht. Die Schwäche des Königs färbt auf sein Volk ab. Eine bedenkliche Entwicklung, zumal die hasserfüllten Streitmächte Saurons immer näher rücken. In der entscheidenden Schlacht stehen Legolas, Arragon und Gimli den Bewohners Rohans tapfer zur Seite.
Die zwei Hobbits Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd) geraten auf der Flucht vor den finsteren Urukhai-Kriegern in den Zauberwald, wo sie als erste auf den wieder auferstandenen Gandalf treffen. Er nennt sich inzwischen Gandalf der Weiße, ist weiser und mächtiger als jemals zuvor. Die Chancen scheinen gut zu stehen, dass er seinen Widersacher, den bösen Magier Saruman, besiegen kann. Merry und Pippin nehmen Kontakt zu den Baumhirten auf, die zu den ältesten Lebewesen Mittelerdes gehören und im Grunde sprechende, laufende Bäume sind. Die beiden Hobbits versuchen, sie für den Kampf gegen Sauron zu gewinnen.
Langsam zieht sich das Netz zusammen und am Ende von „Die zwei Türme“ wird deutlich, dass im dritten Teil der finale Kampf zwischen Sauron und den letzten freien Völkern Mittelerdes unausweichlich bevorsteht. Zum Schluss des Mittelteils wird die Grundstimmung immer bedrückender. Nicht nur, weil die finsteren Streitkräfte in der Überzahl erscheinen, sondern auch, weil es für Frodo immer schwieriger wird, sich der Macht des Ringes zu widersetzen.
Im Schlussteil „Die Rückkehr des Königs“ wird sich zeigen, wer stärker ist: das Böse oder das Gute. Es bleibt also spannend – bis zum kommenden Winter, wenn der dritte „Ringe“-Film in den Kinos anläuft. Vor allem wegen der Auflösung der Geschichte wird der dritte Teil wie seine beiden Vorgänger mit absoluter Sicherheit ebenfalls ein Kassenschlager werden. Dass der zweite Teil im Vergleich zum ersten wegen der vielen Schlachtsequenzen weniger erzählerische Dichte und unterm Strich weniger Handlungsstränge aufweist, wird dem Erfolg der „Ringe“-Trilogie kaum schaden. Denn seine Defizite beim Drehbuch holt der Mittelteil mit den technisch perfekten Spezialeffekten, den grandiosen Landschaftsaufnahmen, den monumentalen Bauten (zum Großteil freilich vom Computer generiert) und der imposanten Filmmusik – zumindest vordergründig – auf. Deswegen werden wahrscheinlich nur eingefleischte Tolkien-Fans, die von den Büchern zu sehr verwöhnt sind, etwas enttäuscht aus dem Kinosaal gehen. Trotz der Schwächen im Drehbuch fügen sich „Die zwei Türme“ aber atmosphärisch extrem gut an den ersten Teil an.
Aber das Drehbuch hat auch seine Stärken: Gut herausgearbeitet wird beispielsweise der Kampf zwischen Gut und Böse. Die Bedrohung, die durch Sauron auf Tolkiens fiktive Welt ausgeht, wirkt real. Die Angst, die die freien Völker Mittelerdes vor der drohenden Unterjochung haben, ist nachvollziehbar. Der Zuschauer bangt mit, als Saurons Krieger das Königreich Rohan angreifen. Kaum verwunderlich also, dass der erbitterte Verteidigungskampf der Rohaner einen der Höhepunkte des Films darstellt.
Die dominierenden Charaktere der Fortsetzung sind Gandalf und Gollum. Gandalf, weil er seit „Die Gefährten“ über sich hinaus gewachsen ist und mit seinem blütenweißen, gleißenden Kostüm als die Personifizierung des Guten angesehen werden kann. Gollum, weil man bei ihm nie genau weiß, woran man ist. Welcher Teil seiner gespaltenen Persönlichkeit gewinnt letztlich die Oberhand? Der Kampf seiner beiden Identitäten ist Sinnbild für den großen Kampf zwischen Dunkelheit und Licht. Ringträger Frodo spielt diesmal eigentlich nicht die Hauptrolle. Die vielen Schlachten und die Handlungsstränge, an denen er nicht beteiligt ist, stehlen ihm ein bisschen die Schau.
Zweifelsohne ist „Der Herr der Ringe“ einer der besten Filme dieses Jahres. Vor allem aber deswegen, weil die Konkurrenz wenig Vergleichbares zu bieten hatte. Mittelmaß und einfallslose Aufgüsse alter Erfolge – beispielsweise „Men in Black II“ oder „Halloween: Resurrection“ – bestimmten das Kinojahr 2002. Ein unvergesslicher Film, von denen es sowieso nur ganz wenige gibt, wird der zweite Part der „Ringe“-Trilogie aber gewiss niemals werden. Allenfalls die drei Filme in ihrer Gesamtheit werden – zumindest bei Fantasy-Fans – diesen Status erreichen. Der „Herr der Ringe“-Trilogie wird es wie allen anderen Kinofilm-Serien gehen: Auch „Star Trek“, „Star Wars“ oder „James Bond“ hatten ihre Höhen und Tiefen. Für sich genommen ist zum Beispiel keiner der „Star Wars“-Teile ein „unsterbliches“ filmisches Meisterwerk. Alle „Star Wars“-Filme zusammengenommen könnte man indes so bezeichnen. Ob der „Herr der Ringe“ das auch schafft, wird sich in einem Jahr zeigen.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-06 12:35:35 mit dem Titel Spannung, Nervenkitzel? hier mein Bericht:

Horrorfilme sind dann am spannendsten, wenn sie mit möglichst wenig Blutvergießen auskommen. Komödien sind am lustigsten, wenn sie auf abgedroschenen Klamauk verzichten. Und Science-Fiction-Streifen sind am besten, wenn nicht eine Raumschiff-Schlacht die nächste jagt. Auch bei der Fortsetzung der „Herr der Ringe“-Trilogie wäre etwas weniger zuweilen mehr gewesen. Die mitunter nahtlos aneinander gereihten Kampfsequenzen stehen so manchem Kriegsfilm in nichts nach. Optisch und akustisch zwar tadellos inszeniert, sorgen die insgesamt zu vielen Schlachten in „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“ streckenweise anstatt für Spannung und Nervenkitzel bloß für gähnende Lageweile. Der Mittelteil der Trilogie leidet darüber hinaus darunter, dass er nach mehr als drei Stunden inhaltlich dort endet, wo er begann: Nämlich auf dem Weg der Gefährden um Ringträger Frodo Beutlin (Elijah Wood) in das Reich des dunklen Herrschers Sauron. Denn dort wurde der Ring seinerzeit geschmiedet und nur hier kann er wieder zerstört werden.
Wer den ersten Teil „Die Gefährten“ nicht gesehen hat und die Buchvorlage von J.R.R. Tolkien auch nicht kennt, hat es schwer. Ausgangspunkt für „Die zwei Türme“ ist das Ende des ersten Teils, als Zauberer Gandalf (Ian McKellen) nach dem Kampf mit einem Höhlenmonster in die Tiefe stürzt und von den Gefährten zunächst totgeglaubt wird. Die Freunde teilen sich auf dem Weg zum schwarzen Tor von Mordor, dem Eingang in die Festung des dämonischen Saurons, in drei Gruppen auf. Die beiden Hobbits Frodo und Sam (Sean Astin) müssen bald feststellen, dass sie sich in einer riesigen Gebirgskette hoffnungslos verirrt haben und zu allem Überfluss auch noch von Gollum (Andy Serkis), einer mysteriösen Kreatur, die sowohl das Gute als auch das Böse in sich vereint, verfolgt werden. Einerseits versucht Gollum immer wieder, an Frodos Ring zu kommen, anderseits verspricht er den Hobbits, sie nach Mordor zu führen.
Arragon (Viggo Mortensen), Elbe Legolas (Orlando Bloom) und Zwerg Gimli (John Rhys-Davies) machen auf ihrer Reise im Königreich Rohan Station. Schnell müssen sie feststellen, dass das Reich, das zu den letzten Hochburgen des mutigen Widerstands gegen den dunklen Herrscher Sauron zählt, kurz vor seinem Untergang steht. Rohans König Theoden (Bernhard Hill) hat allen Lebensmut verloren, weil er unter der Macht des bösen Zauberers Sarumans (Christopher Lee) steht. Die Schwäche des Königs färbt auf sein Volk ab. Eine bedenkliche Entwicklung, zumal die hasserfüllten Streitmächte Saurons immer näher rücken. In der entscheidenden Schlacht stehen Legolas, Arragon und Gimli den Bewohners Rohans tapfer zur Seite.
Die zwei Hobbits Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd) geraten auf der Flucht vor den finsteren Urukhai-Kriegern in den Zauberwald, wo sie als erste auf den wieder auferstandenen Gandalf treffen. Er nennt sich inzwischen Gandalf der Weiße, ist weiser und mächtiger als jemals zuvor. Die Chancen scheinen gut zu stehen, dass er seinen Widersacher, den bösen Magier Saruman, besiegen kann. Merry und Pippin nehmen Kontakt zu den Baumhirten auf, die zu den ältesten Lebewesen Mittelerdes gehören und im Grunde sprechende, laufende Bäume sind. Die beiden Hobbits versuchen, sie für den Kampf gegen Sauron zu gewinnen.
Langsam zieht sich das Netz zusammen und am Ende von „Die zwei Türme“ wird deutlich, dass im dritten Teil der finale Kampf zwischen Sauron und den letzten freien Völkern Mittelerdes unausweichlich bevorsteht. Zum Schluss des Mittelteils wird die Grundstimmung immer bedrückender. Nicht nur, weil die finsteren Streitkräfte in der Überzahl erscheinen, sondern auch, weil es für Frodo immer schwieriger wird, sich der Macht des Ringes zu widersetzen.
Im Schlussteil „Die Rückkehr des Königs“ wird sich zeigen, wer stärker ist: das Böse oder das Gute. Es bleibt also spannend – bis zum kommenden Winter, wenn der dritte „Ringe“-Film in den Kinos anläuft. Vor allem wegen der Auflösung der Geschichte wird der dritte Teil wie seine beiden Vorgänger mit absoluter Sicherheit ebenfalls ein Kassenschlager werden. Dass der zweite Teil im Vergleich zum ersten wegen der vielen Schlachtsequenzen weniger erzählerische Dichte und unterm Strich weniger Handlungsstränge aufweist, wird dem Erfolg der „Ringe“-Trilogie kaum schaden. Denn seine Defizite beim Drehbuch holt der Mittelteil mit den technisch perfekten Spezialeffekten, den grandiosen Landschaftsaufnahmen, den monumentalen Bauten (zum Großteil freilich vom Computer generiert) und der imposanten Filmmusik – zumindest vordergründig – auf. Deswegen werden wahrscheinlich nur eingefleischte Tolkien-Fans, die von den Büchern zu sehr verwöhnt sind, etwas enttäuscht aus dem Kinosaal gehen. Trotz der Schwächen im Drehbuch fügen sich „Die zwei Türme“ aber atmosphärisch extrem gut an den ersten Teil an.
Aber das Drehbuch hat auch seine Stärken: Gut herausgearbeitet wird beispielsweise der Kampf zwischen Gut und Böse. Die Bedrohung, die durch Sauron auf Tolkiens fiktive Welt ausgeht, wirkt real. Die Angst, die die freien Völker Mittelerdes vor der drohenden Unterjochung haben, ist nachvollziehbar. Der Zuschauer bangt mit, als Saurons Krieger das Königreich Rohan angreifen. Kaum verwunderlich also, dass der erbitterte Verteidigungskampf der Rohaner einen der Höhepunkte des Films darstellt.
Die dominierenden Charaktere der Fortsetzung sind Gandalf und Gollum. Gandalf, weil er seit „Die Gefährten“ über sich hinaus gewachsen ist und mit seinem blütenweißen, gleißenden Kostüm als die Personifizierung des Guten angesehen werden kann. Gollum, weil man bei ihm nie genau weiß, woran man ist. Welcher Teil seiner gespaltenen Persönlichkeit gewinnt letztlich die Oberhand? Der Kampf seiner beiden Identitäten ist Sinnbild für den großen Kampf zwischen Dunkelheit und Licht. Ringträger Frodo spielt diesmal eigentlich nicht die Hauptrolle. Die vielen Schlachten und die Handlungsstränge, an denen er nicht beteiligt ist, stehlen ihm ein bisschen die Schau.
Zweifelsohne ist „Der Herr der Ringe“ einer der besten Filme dieses Jahres. Vor allem aber deswegen, weil die Konkurrenz wenig Vergleichbares zu bieten hatte. Mittelmaß und einfallslose Aufgüsse alter Erfolge – beispielsweise „Men in Black II“ oder „Halloween: Resurrection“ – bestimmten das Kinojahr 2002. Ein unvergesslicher Film, von denen es sowieso nur ganz wenige gibt, wird der zweite Part der „Ringe“-Trilogie aber gewiss niemals werden. Allenfalls die drei Filme in ihrer Gesamtheit werden – zumindest bei Fantasy-Fans – diesen Status erreichen. Der „Herr der Ringe“-Trilogie wird es wie allen anderen Kinofilm-Serien gehen: Auch „Star Trek“, „Star Wars“ oder „James Bond“ hatten ihre Höhen und Tiefen. Für sich genommen ist zum Beispiel keiner der „Star Wars“-Teile ein „unsterbliches“ filmisches Meisterwerk. Alle „Star Wars“-Filme zusammengenommen könnte man indes so bezeichnen. Ob der „Herr der Ringe“ das auch schafft, wird sich in einem Jahr zeigen.

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