Der Herr der Ringe - Die zwei Türme (VHS) Testbericht
ab 22,48 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Erfahrungsbericht von alteSchwedin
Die Saga geht weiter...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Vor knapp einem Jahr sah ich den ersten Teil der Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“. Ich war begeistert. Vor dem ersten Sehen des ersten Teiles „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ hatte ich zwar schon von Tolkiens Roman gehört, war aber nicht so wild auf das Lesen. Ich wusste, dass ich den Roman „irgendwann einmal“ lesen wollte, doch so nah war es noch nicht für mich. Doch nach dem ersten Teil war es um mich geschehen. Ich setzte Himmel und Hölle in Bewegung, um mir irgendwoher die Bücher zu leihen. Das gelang mir schließlich auch und ich wurde ein begeisterter Fan. Also war es völlig klar, dass ich mir auch den zweiten Teil der Filmtrilogie anschauen würde. Im Folgenden möchte ich euch einen möglichst kurzen Inhaltsabriss geben. Ich hoffe, es gelingt mir.
Auf Mittelerde leben die verschiedensten Völker friedlich nebeneinander. Da sind die unsterblichen, weisen Elben, die tapferen, aber auch leicht zu verführenden Menschen, die Zwerge, die in den Berge nach Reichtümern schürfen und die kleinen Hobbits, die schon mit sich und der Welt zufrieden sind, wenn ihr Leben ruhig ist und sie ihre Mahlzeiten rechtzeitig bekommen. Vor langen Zeiten wurden die Ringe der Macht geschmiedet, die diesen Frieden erhalten sollten. Weise Männer und Frauen trugen sie. Doch der böse Herrscher Sauron schmiedet sich noch einen Ring, den einen Ring, mit dessen Hilfe er alle Länder Mittelerdes mit Dunkelheit überziehen will. In einem verzweifelten Krieg der Menschen und Elben gegen Saurons finstere Orks, gelingt es, Sauron den Ring zu entreißen.
Dieser verschwindet jedoch und nach Jahrtausenden taucht er wieder auf. Der Hobbit Bilbo Beutlin findet ihn und vererbt ihn nach einiger Zeit seinem Neffen Frodo. Dessen Freund, der Zauberer Gandalf, erkennt, dass Frodo nun den einen Ring besitzt. In einem Rat aus den Völkern Mittelerdes wird beschlossen, dass der Ring vernichtet werden muss. Doch dies kann nur geschehen, wenn er in die Feuer des Schicksalsberges zurückgeworfen wird, wo er geschmiedet wurde. Nur ist Sauron wieder erstarkt und der Schicksalsberg liegt nahe dem Zentrum seiner Macht mitten in Mordor.
Frodo wird gemeinsam mit acht Gefährten ausgeschickt, den Ring zu vernichten. Die Hobbits Sam, Merry und Pippin, die Menschen Aragorn und Boromir, der Elb Legolas, der Zwerg Gimli sowie Gandalf begleiten ihn. Doch auf der gefährlichen Reise stürzt Gandalf in die Tiefen Morias, Boromir wird von Orks getötet und Merry und Pippin werden von ihnen gefangen genommen. Nun trennt sich der Weg der Gefährten. Sam und Frodo machen sich auf den Weg nach Mordor, während Aragorn, Legolas und Gimli die Orks, die Merry und Pippin gefangen haben, verfolgen. Hier endet der erste Teil der Trilogie „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“.
„Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ knüpft nahtlos an:
Frodo und Sam kämpfen sich durch ein unwegsames Gebirge. Schließlich bemerken sie, dass sie verfolgt werden. Gollum, die Kreatur, die den Ring vor Bilbo besaß und immer noch davon besessen ist, ihn zu besitzen, ist ihnen auf den Fersen. Sam will Gollum töten, weil er in ihm eine große Gefahr sieht. Doch Frodo hat Mitleid und stimmt zu, als Gollum sich anbietet, beide nach Mordor zu führen. Am großen Tor stellen sie fest, dass dort kein Weg hinein führt. Es ist viel zu scharf bewacht. Gollum kennt jedoch noch einen anderen Weg. Er ist düsterer, gefährlicher und beschwerlicher. Frodo geht das Risiko ein. Wenn er beim Versuch, den Ring zu vernichten, scheitert geht Mittelerde unter. Doch wenn er es gar nicht erst versucht, wird das genauso geschehen. Auf ihrem Weg geraten sie Menschen in die Hände. Boromirs Bruder Faramir ist ihr Anführer und will den Ring zu seinem Vater bringen, damit dieser sich gegen Sauron verteidigen kann. Doch der Ring dient nur einem Herrn: Sauron.
Merry und Pippin können den Orks entkommen und treffen auf Gandalf, der als Gandalf, der Weiße, aus den Schatten zurückgekehrt ist. Sie treffen auch auf Ents, riesige Baumwesen, die sprechen und laufen können. Merry und Pippin wollen sie überzeugen, dass auch sie nicht unbeteiligt diesen Krieg überstehen können und etwas unternehmen müssen.
Aragorn, Legolas und Gimli jedoch begegnen den Bewohnern von Rohan. Deren schwacher König Theoden, der von Sarumans Spitzel jahrelang manipuliert wurde, kann sich nicht allein gegen die angreifenden Orks erwehren. Aragorn, Legolas und Gimli verschanzen sich mit den Bewohnern Rohans in einer Festung. Doch 10 000 Orks greifen an und die Verteidiger sind wenige...
Auch wenn ihr es vielleicht nicht glaubt, aber ich habe mich sehr kurz gefasst bei der Story. Ein bisschen Vorgeschichte gehört da einfach dazu. Auch Regisseur Peter Jackson musste einiges aus dem Buch kürzen oder gar ganz weglassen. Der Roman ist viel zu umfangreich, als dass man ihn eins zu eins im Film umsetzen könnte. Dann würde ein Teil der Filmtrilogie wahrscheinlich fünf, anstatt drei Stunden dauern. Ich finde es auch nicht sehr schlimm, dass vor allem Frodos und Sams Teil der Geschichte, sowie Merry und Pippins Erlebnisse mit den Ents mehr oder weniger stark gekürzt wurden. Tolkien schreibt im Buch sehr viel ausführlicher und detaillierter, doch Peter Jackson gelang es sehr gut, die Grundstimmung einzufangen.
Etwas von der ursprünglichen Story wegzulassen, war nötig, doch etwas hinzuzudichten war völlig unnötig. So stürzt Aragorn von einer Klippe und wird durch seine große Liebe Arwen wieder ins Leben zurückgeholt. Im Buch kommt Arwen gar nicht vor, was zu ändern ich nicht als schlimm empfunden habe, doch der Sturz von der Klippe und Aragorns unvermitteltes Wiederauftauchen stimmte mich nicht so glücklich. Da war ich das erste Mal verstimmt. Das zweite Mal sollte nicht lange auf sich warten lassen. Plötzlich tauchen nämlich Elben auf, die den Bewohnern von Rohan in ihrem Kampf gegen die Orks helfen. Ein weiterer Punkt, der dazugedichtet wurde. Und dann ist da auch noch Faramir, der Frodo und Sam im Buch nach kurzer Verschnaufpause wieder ziehen lässt. Im Film nimmt er sie erst mit auf den Weg zu seinem Vater, bevor er sie aus unerfindlichen Gründen freilässt.
Wie schon gesagt, ist es unmöglich, einen Roman von dieser Dichte und Länge ohne Kürzungen zu verfilmen. Peter Jackson kürzte auch an den richtigen Stellen. Doch Tolkiens Roman ist so perfekt, dass es völlig unnötig ist, noch etwas hinzuzufügen, das nicht in der ursprünglichen Story steht. Diese Änderungen ärgerten mich ziemlich, doch zum Glück bringt das Ende von „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ die im Buch allzeit präsente und vielgeliebte, im Film jedoch manchmal verloren geglaubte Seele des Romans zurück.
Im Vergleich zum ersten Teil „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ ist dieser zweite Teil sehr viel actionbetonter. Dass der Roman dem jedoch wenig nachsteht, ist beruhigend. Das wird gegen Orks gekämpft, gegen andere finstere Wesen, gegen schwarze Reiter und gegen die Last des Ringes. Gerade im Handlungsstrang, der den Weg Aragorns, Legolas’ und Gimlis darstellt, stehen Kampfszenen hoch im Kurs. Zarte Gemüter werden den Anblick der Orks oder der Uruk-Hai nicht als angenehm empfinden und so ist auch die Altersfreigabe ab 12 in Frage zu stellen.
Bei so einer großen Produktion mit so vielen verschiedenen Charakteren ist es nicht so einfach, die einzelnen schauspielerischen Leistungen zu bewerten. Daher möchte ich auf die Handlungsgruppen eingehen und dort urteilen, wie die Umsetzung der Protagonisten des Romans gelungen ist.
Frodo ((Elijah Wood) und Sam (Sean Astin) befinden sich allein in einer rauen Umgebung. Ihre einzige Begleitung ist der computeranimierte Gollum. Frodo wird schon stark von der Macht des Ringes beeinflusst und ist manchmal aggressiv und greift sogar Sam an. Auch im Buch wird das sehr deutlich. Erfreulich ist daher auch, dass Elijah Wood dies darstellen kann. Seine Mimik ist einfach toll: Manchmal strahlt sie eine innere Ruhe aus, so dass man merkt, dass er mit sich und der Welt im Reinen ist. Zu diesen Zeitpunkten hat der Ring keine Macht über ihn. Doch ebenso plötzlich wechselt sein Gemütszustand, er wirkt bedrückt oder von einer alles zerstörenden Wut besessen. Sean Astin als Sam bildet den Ausgleich zu diesen Ausbrüchen. Er wirkt wie der etwas schwerfällige, aber ungeheuer starke Pol. Er ist der einzige, der Frodo aufrecht halten kann, der ihm helfen kann, diese schwere Bürde zu tragen. Gemeinsam schaffen diese beiden Schauspieler eine Atmosphäre, die der im Buch verblüffend und wunderbar ähnlich ist.
Die anderen Hobbits, Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd) setzen keine großen Akzente, da ihr Teil der Story durch die Kürzungen ins Hintertreffen gerät.
Aragorn (Viggo Mortensen), Legolas (Orlando Bloom) und Gimli (John Rhys-Davies) kämpfen die meiste Zeit. Leider wird die Figur Gimli stark ins Lächerliche gezogen. Die besondere Freundschaft zwischen Gimli und Legolas wird angedeutet, ist aber längst nicht so deutlich wie im Roman. Insgesamt sind diese drei Figuren konstant zu nennen und bestechen eher durch ihre Kampfeskünste, als durch ausgefeilte Schauspielerei. Doch auch im Roman geht es um das, was diese Personen darstellen.
Gandalf (Ian McKellen) wiederum wirkt auch im zweiten Teil weise. Er scheint nun noch mehr Hintergründe zu kennen, von denen er jedoch nur wenige offenbart.
Der Frauen gibt es wenige, diese sind jedoch erlesen. Liv Tyler spielt Arwen und Miranda Otto übernimmt den Part der Eowyn, der Nichte Theodens. Beide sind in Aragorn verliebt, die eine Liebe wird erwidert, die andere nicht. Eowyn ist ganz die stolze Tochter Rohans, wie sie es auch im Buch ist. Doch im Film scheint sie durch ihre enttäuschte Liebe sehr viel verletzlicher als im Roman. Beide Damen machen im begrenzten Rahmen ihrer Rollen Eindruck.
Nun möchte ich noch kurz auf die Spezialeffekte eingehen. Schon im ersten Teil „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ war ich beeindruckt von der Kunst, die aus dem Computer kommt. Im zweiten Teil „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ wurde das noch getoppt.
Frodo träumt, wie Gandalf in die Tiefen Morias fällt. Die Kamera folgt seinem Sturz und auch der folgende Kampf mit dem Balrog scheint völlig echt zu sein. Da ist nicht ein kleiner Wackler, nicht eine Unebenheit zu finden. Auch die Heerscharen Sarumans mit 10 000 Orks sind am Computer entstanden. Durch die Kameraeinstellungen sieht das echt beängstigend aus. Ein weiteres Highlight sind die Ents. Diese riesigen sprechenden Baumwesen sehen zwar nicht ganz so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe, laufen dieser Vorstellungen jedoch auch nicht zuwider.
Der Coup ist jedoch Gollum. Dieses Wesen entspringt gänzlich dem Computer und ist so perfekt gelungen, dass es schon fast unheimlich ist. Dieses Geschöpf hat zwei Seelen. Die eine ist böse und will nur eines: den einen Ring. Der andere Teil seiner selbst ist gut und möchte Frodo helfen. Oft führt er deshalb Selbstgespräche. Dies ist völlig perfekt gelungen, dass man manchmal denkt, es seien zwei verschiedene Wesen. Mimik und Stimme unterscheiden sich so stark und zeigen doch ein und dasselbe Wesen. Von dieser Leistung bin ich absolut beeindruckt.
Regisseur Peter Jackson konnte auch auf eine grandiose Kameraarbeit und Musik zurückgreifen. Die Kamera unter der Leitung von Andrew Lesnie zeigt rasante Kampfszenen ebenso gut wie weite Blicke über eine grandiose Landschaft. Hierbei konnte ich beim Zuschauen oft ganz und gar eintauchen in diese faszinierende Welt.
Die Musik wurde wieder von Howard Shore komponiert. Wie schon im ersten Teil der Filmtrilogie ist sie auch hier monumental. Großartige Orchesterstücke unterstützen die Komplexität Mittelerdes. Dadurch, dass bedeutende Motive aus dem Soundtrack des ersten Teiles wieder verwendet werden, wird eine geschickte Verbindung zum ersten Teil geknüpft.
Um alles noch einmal zusammenzufassen, möchte ich sagen, dass „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ für alle diejenigen ein Genuss sein wird, die schon den ersten Teil kennen und das Buch nicht gelesen haben. Für Menschen, die weder den ersten Teil nicht gesehen noch das Buch gelesen haben, werden wohl die Zusammenhänge wenig deutlich. Alle unter euch, die das Buch gelesen haben und Fans geworden sind, werden sich wohl an manchen Stellen ärgern. Die wirklich unnötigen Veränderungen trüben den Filmgenuss etwas. Dafür sind die Bilder und die Musik wieder grandios, die Schauspieler verkörpern ihre Rollen perfekt und die Computeranimationen sind umwerfend. Eigentlich ist auch die Umsetzung des Romans gelungen, doch über die sinnlosen Veränderungen möchte und kann ich nicht hinwegsehen. Deshalb muss ich einen Punkt abziehen.
Ich wünsche euch trotzdem viel Spaß beim Ansehen von „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“! Den hatte ich auch!
Auf Mittelerde leben die verschiedensten Völker friedlich nebeneinander. Da sind die unsterblichen, weisen Elben, die tapferen, aber auch leicht zu verführenden Menschen, die Zwerge, die in den Berge nach Reichtümern schürfen und die kleinen Hobbits, die schon mit sich und der Welt zufrieden sind, wenn ihr Leben ruhig ist und sie ihre Mahlzeiten rechtzeitig bekommen. Vor langen Zeiten wurden die Ringe der Macht geschmiedet, die diesen Frieden erhalten sollten. Weise Männer und Frauen trugen sie. Doch der böse Herrscher Sauron schmiedet sich noch einen Ring, den einen Ring, mit dessen Hilfe er alle Länder Mittelerdes mit Dunkelheit überziehen will. In einem verzweifelten Krieg der Menschen und Elben gegen Saurons finstere Orks, gelingt es, Sauron den Ring zu entreißen.
Dieser verschwindet jedoch und nach Jahrtausenden taucht er wieder auf. Der Hobbit Bilbo Beutlin findet ihn und vererbt ihn nach einiger Zeit seinem Neffen Frodo. Dessen Freund, der Zauberer Gandalf, erkennt, dass Frodo nun den einen Ring besitzt. In einem Rat aus den Völkern Mittelerdes wird beschlossen, dass der Ring vernichtet werden muss. Doch dies kann nur geschehen, wenn er in die Feuer des Schicksalsberges zurückgeworfen wird, wo er geschmiedet wurde. Nur ist Sauron wieder erstarkt und der Schicksalsberg liegt nahe dem Zentrum seiner Macht mitten in Mordor.
Frodo wird gemeinsam mit acht Gefährten ausgeschickt, den Ring zu vernichten. Die Hobbits Sam, Merry und Pippin, die Menschen Aragorn und Boromir, der Elb Legolas, der Zwerg Gimli sowie Gandalf begleiten ihn. Doch auf der gefährlichen Reise stürzt Gandalf in die Tiefen Morias, Boromir wird von Orks getötet und Merry und Pippin werden von ihnen gefangen genommen. Nun trennt sich der Weg der Gefährten. Sam und Frodo machen sich auf den Weg nach Mordor, während Aragorn, Legolas und Gimli die Orks, die Merry und Pippin gefangen haben, verfolgen. Hier endet der erste Teil der Trilogie „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“.
„Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ knüpft nahtlos an:
Frodo und Sam kämpfen sich durch ein unwegsames Gebirge. Schließlich bemerken sie, dass sie verfolgt werden. Gollum, die Kreatur, die den Ring vor Bilbo besaß und immer noch davon besessen ist, ihn zu besitzen, ist ihnen auf den Fersen. Sam will Gollum töten, weil er in ihm eine große Gefahr sieht. Doch Frodo hat Mitleid und stimmt zu, als Gollum sich anbietet, beide nach Mordor zu führen. Am großen Tor stellen sie fest, dass dort kein Weg hinein führt. Es ist viel zu scharf bewacht. Gollum kennt jedoch noch einen anderen Weg. Er ist düsterer, gefährlicher und beschwerlicher. Frodo geht das Risiko ein. Wenn er beim Versuch, den Ring zu vernichten, scheitert geht Mittelerde unter. Doch wenn er es gar nicht erst versucht, wird das genauso geschehen. Auf ihrem Weg geraten sie Menschen in die Hände. Boromirs Bruder Faramir ist ihr Anführer und will den Ring zu seinem Vater bringen, damit dieser sich gegen Sauron verteidigen kann. Doch der Ring dient nur einem Herrn: Sauron.
Merry und Pippin können den Orks entkommen und treffen auf Gandalf, der als Gandalf, der Weiße, aus den Schatten zurückgekehrt ist. Sie treffen auch auf Ents, riesige Baumwesen, die sprechen und laufen können. Merry und Pippin wollen sie überzeugen, dass auch sie nicht unbeteiligt diesen Krieg überstehen können und etwas unternehmen müssen.
Aragorn, Legolas und Gimli jedoch begegnen den Bewohnern von Rohan. Deren schwacher König Theoden, der von Sarumans Spitzel jahrelang manipuliert wurde, kann sich nicht allein gegen die angreifenden Orks erwehren. Aragorn, Legolas und Gimli verschanzen sich mit den Bewohnern Rohans in einer Festung. Doch 10 000 Orks greifen an und die Verteidiger sind wenige...
Auch wenn ihr es vielleicht nicht glaubt, aber ich habe mich sehr kurz gefasst bei der Story. Ein bisschen Vorgeschichte gehört da einfach dazu. Auch Regisseur Peter Jackson musste einiges aus dem Buch kürzen oder gar ganz weglassen. Der Roman ist viel zu umfangreich, als dass man ihn eins zu eins im Film umsetzen könnte. Dann würde ein Teil der Filmtrilogie wahrscheinlich fünf, anstatt drei Stunden dauern. Ich finde es auch nicht sehr schlimm, dass vor allem Frodos und Sams Teil der Geschichte, sowie Merry und Pippins Erlebnisse mit den Ents mehr oder weniger stark gekürzt wurden. Tolkien schreibt im Buch sehr viel ausführlicher und detaillierter, doch Peter Jackson gelang es sehr gut, die Grundstimmung einzufangen.
Etwas von der ursprünglichen Story wegzulassen, war nötig, doch etwas hinzuzudichten war völlig unnötig. So stürzt Aragorn von einer Klippe und wird durch seine große Liebe Arwen wieder ins Leben zurückgeholt. Im Buch kommt Arwen gar nicht vor, was zu ändern ich nicht als schlimm empfunden habe, doch der Sturz von der Klippe und Aragorns unvermitteltes Wiederauftauchen stimmte mich nicht so glücklich. Da war ich das erste Mal verstimmt. Das zweite Mal sollte nicht lange auf sich warten lassen. Plötzlich tauchen nämlich Elben auf, die den Bewohnern von Rohan in ihrem Kampf gegen die Orks helfen. Ein weiterer Punkt, der dazugedichtet wurde. Und dann ist da auch noch Faramir, der Frodo und Sam im Buch nach kurzer Verschnaufpause wieder ziehen lässt. Im Film nimmt er sie erst mit auf den Weg zu seinem Vater, bevor er sie aus unerfindlichen Gründen freilässt.
Wie schon gesagt, ist es unmöglich, einen Roman von dieser Dichte und Länge ohne Kürzungen zu verfilmen. Peter Jackson kürzte auch an den richtigen Stellen. Doch Tolkiens Roman ist so perfekt, dass es völlig unnötig ist, noch etwas hinzuzufügen, das nicht in der ursprünglichen Story steht. Diese Änderungen ärgerten mich ziemlich, doch zum Glück bringt das Ende von „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ die im Buch allzeit präsente und vielgeliebte, im Film jedoch manchmal verloren geglaubte Seele des Romans zurück.
Im Vergleich zum ersten Teil „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ ist dieser zweite Teil sehr viel actionbetonter. Dass der Roman dem jedoch wenig nachsteht, ist beruhigend. Das wird gegen Orks gekämpft, gegen andere finstere Wesen, gegen schwarze Reiter und gegen die Last des Ringes. Gerade im Handlungsstrang, der den Weg Aragorns, Legolas’ und Gimlis darstellt, stehen Kampfszenen hoch im Kurs. Zarte Gemüter werden den Anblick der Orks oder der Uruk-Hai nicht als angenehm empfinden und so ist auch die Altersfreigabe ab 12 in Frage zu stellen.
Bei so einer großen Produktion mit so vielen verschiedenen Charakteren ist es nicht so einfach, die einzelnen schauspielerischen Leistungen zu bewerten. Daher möchte ich auf die Handlungsgruppen eingehen und dort urteilen, wie die Umsetzung der Protagonisten des Romans gelungen ist.
Frodo ((Elijah Wood) und Sam (Sean Astin) befinden sich allein in einer rauen Umgebung. Ihre einzige Begleitung ist der computeranimierte Gollum. Frodo wird schon stark von der Macht des Ringes beeinflusst und ist manchmal aggressiv und greift sogar Sam an. Auch im Buch wird das sehr deutlich. Erfreulich ist daher auch, dass Elijah Wood dies darstellen kann. Seine Mimik ist einfach toll: Manchmal strahlt sie eine innere Ruhe aus, so dass man merkt, dass er mit sich und der Welt im Reinen ist. Zu diesen Zeitpunkten hat der Ring keine Macht über ihn. Doch ebenso plötzlich wechselt sein Gemütszustand, er wirkt bedrückt oder von einer alles zerstörenden Wut besessen. Sean Astin als Sam bildet den Ausgleich zu diesen Ausbrüchen. Er wirkt wie der etwas schwerfällige, aber ungeheuer starke Pol. Er ist der einzige, der Frodo aufrecht halten kann, der ihm helfen kann, diese schwere Bürde zu tragen. Gemeinsam schaffen diese beiden Schauspieler eine Atmosphäre, die der im Buch verblüffend und wunderbar ähnlich ist.
Die anderen Hobbits, Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd) setzen keine großen Akzente, da ihr Teil der Story durch die Kürzungen ins Hintertreffen gerät.
Aragorn (Viggo Mortensen), Legolas (Orlando Bloom) und Gimli (John Rhys-Davies) kämpfen die meiste Zeit. Leider wird die Figur Gimli stark ins Lächerliche gezogen. Die besondere Freundschaft zwischen Gimli und Legolas wird angedeutet, ist aber längst nicht so deutlich wie im Roman. Insgesamt sind diese drei Figuren konstant zu nennen und bestechen eher durch ihre Kampfeskünste, als durch ausgefeilte Schauspielerei. Doch auch im Roman geht es um das, was diese Personen darstellen.
Gandalf (Ian McKellen) wiederum wirkt auch im zweiten Teil weise. Er scheint nun noch mehr Hintergründe zu kennen, von denen er jedoch nur wenige offenbart.
Der Frauen gibt es wenige, diese sind jedoch erlesen. Liv Tyler spielt Arwen und Miranda Otto übernimmt den Part der Eowyn, der Nichte Theodens. Beide sind in Aragorn verliebt, die eine Liebe wird erwidert, die andere nicht. Eowyn ist ganz die stolze Tochter Rohans, wie sie es auch im Buch ist. Doch im Film scheint sie durch ihre enttäuschte Liebe sehr viel verletzlicher als im Roman. Beide Damen machen im begrenzten Rahmen ihrer Rollen Eindruck.
Nun möchte ich noch kurz auf die Spezialeffekte eingehen. Schon im ersten Teil „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“ war ich beeindruckt von der Kunst, die aus dem Computer kommt. Im zweiten Teil „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ wurde das noch getoppt.
Frodo träumt, wie Gandalf in die Tiefen Morias fällt. Die Kamera folgt seinem Sturz und auch der folgende Kampf mit dem Balrog scheint völlig echt zu sein. Da ist nicht ein kleiner Wackler, nicht eine Unebenheit zu finden. Auch die Heerscharen Sarumans mit 10 000 Orks sind am Computer entstanden. Durch die Kameraeinstellungen sieht das echt beängstigend aus. Ein weiteres Highlight sind die Ents. Diese riesigen sprechenden Baumwesen sehen zwar nicht ganz so aus, wie ich sie mir vorgestellt habe, laufen dieser Vorstellungen jedoch auch nicht zuwider.
Der Coup ist jedoch Gollum. Dieses Wesen entspringt gänzlich dem Computer und ist so perfekt gelungen, dass es schon fast unheimlich ist. Dieses Geschöpf hat zwei Seelen. Die eine ist böse und will nur eines: den einen Ring. Der andere Teil seiner selbst ist gut und möchte Frodo helfen. Oft führt er deshalb Selbstgespräche. Dies ist völlig perfekt gelungen, dass man manchmal denkt, es seien zwei verschiedene Wesen. Mimik und Stimme unterscheiden sich so stark und zeigen doch ein und dasselbe Wesen. Von dieser Leistung bin ich absolut beeindruckt.
Regisseur Peter Jackson konnte auch auf eine grandiose Kameraarbeit und Musik zurückgreifen. Die Kamera unter der Leitung von Andrew Lesnie zeigt rasante Kampfszenen ebenso gut wie weite Blicke über eine grandiose Landschaft. Hierbei konnte ich beim Zuschauen oft ganz und gar eintauchen in diese faszinierende Welt.
Die Musik wurde wieder von Howard Shore komponiert. Wie schon im ersten Teil der Filmtrilogie ist sie auch hier monumental. Großartige Orchesterstücke unterstützen die Komplexität Mittelerdes. Dadurch, dass bedeutende Motive aus dem Soundtrack des ersten Teiles wieder verwendet werden, wird eine geschickte Verbindung zum ersten Teil geknüpft.
Um alles noch einmal zusammenzufassen, möchte ich sagen, dass „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ für alle diejenigen ein Genuss sein wird, die schon den ersten Teil kennen und das Buch nicht gelesen haben. Für Menschen, die weder den ersten Teil nicht gesehen noch das Buch gelesen haben, werden wohl die Zusammenhänge wenig deutlich. Alle unter euch, die das Buch gelesen haben und Fans geworden sind, werden sich wohl an manchen Stellen ärgern. Die wirklich unnötigen Veränderungen trüben den Filmgenuss etwas. Dafür sind die Bilder und die Musik wieder grandios, die Schauspieler verkörpern ihre Rollen perfekt und die Computeranimationen sind umwerfend. Eigentlich ist auch die Umsetzung des Romans gelungen, doch über die sinnlosen Veränderungen möchte und kann ich nicht hinwegsehen. Deshalb muss ich einen Punkt abziehen.
Ich wünsche euch trotzdem viel Spaß beim Ansehen von „Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“! Den hatte ich auch!
Bewerten / Kommentar schreiben