Der Herr der Ringe - Die zwei Türme (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von SVoigt3000

Ein Ring sie zu knechten...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Langsam glaube ich, dass es schwerer ist, eine Kinokarte für „Herr der Ringe – Die zwei Türme“ zu bekommen, als den Einen Ring zum Schicksalsberg zu bringen und dort zu zerstören. Was sind schon ein paar Orks und Ringgeister gegen Millionen von Kinobesuchern die nur ein Ziel haben: Die Herr der Ringe-Fortsetzung zu sehen???

--------VORGESCHICHTE:--------
Hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung von „Herr der Ringe – Die Gefährten“. Der Hobbit Frodo hat über viele Umwege den Einen Ring bekommen, der seinem Besitzer die Macht über alles Leben in Mittelerde gibt. Der Zauberer Gandalf sagt Frodo, er müsse den aus dem heimatlichen Auenland bringen, da der dunkle Herrscher Sauron schon nach dem Ring suche. Bekommt er ihn, ist alles Leben in Mittelerde in Gefahr. Auf ihrem Weg treffen die Hobbits Frodo, Sam, Merry und Pippin auf den Menschen Streicher. Später wird Frodo zum Ringträger gewählt, der die Aufgabe hat, den Einen Ring zum Schicksalsberg im Land Mordor zu bringen und ihn dort zu zerstören. Der Haken an der Sache: Im Land Mordor regiert Sauron, der alles daran setzt, an den Ring zu kommen.

Frodo macht sich also auf den Weg. Aber er ist nicht allein. Er wird von den Hobbits Sam, Merry und Pippin begleitet. Auch Streicher und der Zauberer Gandalf kommen mit auf die gefährliche Reise. Neben ihnen sind noch der Zwerg Gimli, der Mensch Boromir und der Elb Legolas mit von der Partie.

Am Ende von „Die Gefährten“ kommt es zu einem Kampf der Gefährten gegen böse Orks. Dabei wird Boromir tödlich verletzt und die Hobbits Merry und Pippin werden entführt. Frodo und Sam machen sich allein auf den Weg nach Mordor und so bleiben nur noch Gimli, Streicher und Legolas zurück – Gandalf ist bereits vorher scheinbar getötet worden.


--------DIE ZWEI TÜRME:--------
Die Handlung ist nun in drei Handlungsstränge geteilt: Frodo (Elija Wood) und Sam (Sean Astin) sind mit dem Ring unterwegs nach Mordor. Sie verlaufen sich aber mehrfach und wissen schon bald nicht mehr ein noch aus. Da schaffen sie es aber, Gollum, der die beiden schon lange verfolgt, zu fangen. Gollum würde auch alles dafür tun, seinen „Schatz“, den Einen Ring wieder zu bekommen. Frodo beschließt Gollum nicht zu töten, da er den Weg nach Mordor kennt. Er soll die beiden Hobbits dort hin führen, was Sam nicht gefällt. Er ist Gollum gegenüber misstrauisch. Aber Gollum gibt sich immer freundlicher und versucht auch nicht zu entkommen – Alles nur Taktik um an den Ring zu kommen, oder hat Gollum wirklich einen Sinneswandel durchgemacht?

Aragorn (Viggo Mortensen), Legolas (Orlando Bloom) und Gimli (John Rhys Davies) verfolgen tagelang die Spur der vielen Orks, die Merry und Pippin entführt haben. Auf ihrer Verfolgungsjagd treffen sie auf einen totgeglaubten Bekannten – Zauberer Gandalf (Ian McKellen). Mit ihm zusammen versuchen sie dem König Theoden (Bernhard Hill) zu helfen. Dessen Königreich Rohan ist nämlich in Gefahr. Der böse Zauberer Saruman (Christopher Lee) will nämlich Rohan mit einem riesigen Heer von Orks angreifen um die Menschen in Mittelerde zu vernichten. Also flüchtet sich das Volk von Rohan in die Festung „Helms Klamm“ um dort den Angriff zu erwarten und vielleicht abwehren zu können. Doch Sarumans Heer scheint übermächtig...

Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd) werden von den Orks verschleppt. Doch dann kommt es zu einer überraschenden Schlacht der Orks gegen einige Menschen aus Rohan. Während der Schlacht können die beiden Hobbits entwischen und fliehen den mysteriösen Wald Fangorn. Dort treffen sie das Baumwesen Baumbart. Baumbart ist ein Baum, der sprechen und sich bewegen kann. Er nimmt die beiden Hobbits mit und beschließt dann nach einigem Hin und Her, dass sein Volk – die Ents – einen letzten langen Marsch machen. Er führt Baumbart und seine Ents nach Isengard, die Festung des Zauberers Saruman. Die Ents wollen sich dafür rächen, dass Sarumans Orks so viele Bäume und damit auch Ents gefällt und getötet haben. Aus dieser Rache wollen sie Isengard zerstören...


--------KOMMENTAR:--------
„Der Herr der Ringe – Die zwei Türme“ ist, genau wie der erste Teil dieser Trilogie, wieder sehr lang geraten. 179 Minuten muss der Kinobesucher in seinem Sessel sitzen, bevor der Film zu Ende ist. Das ist allerdings nicht sonderlich schwer, denn „Die zwei Türme“ ist, genau wie der Vorgänger, wieder sehr aufwendig gedreht und sehr mitreißend gemacht. Im Gegensatz zum ersten Teil ist dieser auch um einiges spannender, was schon allein daran liegt, dass der Film ohne einen Rückblick auf den ersten Teil gleich dramatisch mit Frodos und Sams Reise nach Mordor beginnt. Auch die anderen Handlungsstränge sind meist spannend, aber teilweise auch lustig. Hier und da findet man immer mal wieder einen lustigen Spruch, der den Kinosaal zum Lachen bringt. Das ist gerade während der Schlacht um die Festung „Helms Klamm“ auch bitter nötig, denn diese Schlacht wird mindestens 30 Minuten gezeigt.

Großes Lob zolle ich auch den Schauspielern, die alle ausnahmslos ihre Sache hervorragend machen. Und leicht stelle ich es mir wahrlich nicht vor, dieses Gefühl von Mittelerde – einer Fantasywelt – auf den Kinobesucher zu übertragen. Aber das gelingt über die volle Distanz sehr gut. Es wäre nun auch falsch, einen Schauspieler besonders hervorzuheben, da bei diesem Film eigentlich niemand besonders im Vordergrund steht.

Großes Lob geht auch an die Maske und die Special Effects, sowie die Kameraleute, die diese wundervollen Landschaftsaufnahmen eingefangen haben. Die „Herr der Ringe“-Trilogie wurde in der traumhaften Landschaft Neuseelands gedreht und ist wirklich schön anzusehen. Die Maskenbildner hatten besonders bei den Orks sicher alle Hände voll zu tun und bei der Schlacht um Helm Klamm, der Animation von Gollum und Baumbart und vielen weiteren Szenen wurde wirklich das maximal mögliche aus der aktuellen Tricktechnik geholt.

Nun lobe und lobe ich diesen Film, gebe ihm aber nicht die Topbewertung?! Das liegt einzig und allein daran, dass ich das Buch „Herr der Ringe“ gelesen habe und daher etwas enttäuscht über die filmische Umsetzung bin. In „Die Gefährten“ hat sich Regisseur Peter Jackson noch recht genau an die Romanvorlage gehalten, aber im zweiten Teil sah er das scheinbar sehr viel lockerer. So taucht in „Die zwei Türme“ zum Beispiel die schöne Elbin Arwen (Liv Tyler) auf, die im Roman mit keinem Wort erwähnt wird. Auch die Rolle von Theodens Nichte Eowen (Miranda Otto) wurde um einiges vergrößert. Im Roman taucht sie in zwei, drei Sätzen auf, im Film bekommt sie fast eine tragende Rolle. Das liegt wohl besonders daran, dass Miranda Otto mehr als nur gut aussieht und es so sicher schade für die männlichen Zuschauer wäre, sie nur zweimal durch das Bild laufen zu sehen. Gut, ich will mich nicht beschweren, habe da auch gern hingesehen, aber ein Werk wie Tolkiens „Herr der Ringe“ hat es nicht verdient aus kommerziellen Hollywood-Gründen verändert zu werden. Damit aber nicht genug: So scheint es im Film, als ob Aragorn in einem Kampf fällt. Im Roman kommt es weder zu diesem Kampf, noch dazu, dass die Gefährten vermuten Aragorn wäre tot. Auch die Art, wie Baumbart sich dazu entscheidet mit den Ents Isengard anzugreifen ist im Roman komplett anders beschrieben – schade für den Film, dass das nicht so beibehalten wurde. Und dann der Hammer: Das Ende des Kampfes um Isengard wird im Film fast komplett weggelassen. Was aus Saruman wird, wird dem geneigten Zuschauer nicht gezeigt... So könnte ich nun noch einige weitere Beispiele nennen. Klar, ich erwarte nicht, dass der Film genauso gut wird wie das Buch, weil Filme zu Romanvorlagen meist schlechter sind. Aber was hier von Peter Jackson geändert wurde, ist wirklich schade. Da klingt es ja schon komisch, wenn ich beim Film „Die Gefährten“ immer nur kritisiere, dass Tom Bombadil aus dem Roman im Film nicht vorkommt.


--------FAZIT:--------
So, um nun versöhnlichere Worte anzustimmen: Im Vergleich zum Roman hat der Film einige Mängel. Trotzdem ist „Herr der Ringe – Die zwei Türme“ ein Meisterwerk, dem ich gerade so nicht die Topbewertung geben kann, da ich die bessere Romanvorlage kenne. Trotzdem: Ansehen ist Pflicht!!!

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