Der Pate (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 05/2008
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Erfahrungsbericht von *Gargamel*
Unübertroffener Gangsterfilm
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Handlung
Don Vito Corleone (Marlon Brando) ist der Kopf einer New Yorker Mafiafamilie, die ihre Hände in illegalen Geschäften und viele einflußreiche Freunde hat. Auch als der Pate bekannt, ist Don Vito der Mann, den man um einen Gefallen bittet, sobald die US-Behörden nicht mehr weiter wissen oder sich gegen einen stellen. So bittet ihn ein zorniger Bestattungsunternehmer um Rache für seine vergewaltigte Tochter oder ein abgetakelter Schnulzensänger möchte eine wichtige Rolle in einem Hollywoodfilm, die der Produzent ihm verweigert. All diese Dinge nimmt Corleone in seine Hand und läßt sein eigenes Recht walten, notfalls auch mit Gewalt.
Ihm zur Seite stehen dabei sein ältester Sohn, der heißblütige Sonny (James Caan) und dessen Freund Tom Hagen (Robert Duvall), den er einst von der Straße mit nach Hause nahm, wo er von dem Don aufgenommen und zum Familienanwalt herangezogen wurde. Während Tom sich um die rechtliche Seite der Familiengeschäfte kümmert und alles rational bewertet, kann Sonny als potentieller Nachfolger des alten Dons nicht anders als seine unbändige Wut an den Feinden seiner Familie ausleben. Vitos zweiter leibliche Sohn Fredo (John Cazale) wird aus den krummen Geschäften herausgehalten, da sein Vater ihn für inkompetent hält und deshalb für kleine Arbeiten einsetzt. Lediglich seinen jüngsten Sohn Michael (Al Pacino), der jüngst mit einer Tapferkeitsmedaille aus dem zweiten Weltkrieg zurückgekehrt ist, hält er aus den Familienproblemen aus, da er ihn nicht verderben will. Doch dann kommt alles anders...
Denn als der Don das Angebot des einflußreichen Drogenlieferanten Solozzo „der Türke“ (Al Lettieri) in dessen Geschäft einzusteigen aus Gewissensgründen ablehnt und somit ihm den polizeilichen Schutz und die politische Souveränität verweigert, läßt ihn der Türke erschießen. Doch durch ein Wunder überlebt der Pate schwerverletzt und somit liegt es an seinen Söhnen die weiteren Schritte abzuwägen. Während Tom verhandeln will, um nicht den Zorn der fünf übrigen Mafiafamilien New Yorks auf seine zu ziehen, will Sonny alle tot sehen. Lediglich der bislang unwissende Michael, der in der Amerikanerin Kay (Diane Keaton) eine Freundin gefunden hat, scheint strategisch vorzugehen: In einem Restaurant erschießt er Solozzo und seinen Freund von der Polizei und flieht nach Sizilien ins Exil. Der Bandenkrieg geht los...
In einem weiteren Handlungsstrang gehen sich des Paten Tochter Connie (Talia Shire) und ihr Ehemann Carlo (Gianni Russo) gegenseitig an die Gurgel, da er nicht ins Familiengeschäft einbezogen wird und keine Rechte in der Corleone-Familie hat. Im Exil verliebt sich Michael in eine Sizilianerin und heiratet sie. Doch selbst dort ist er vor Racheanschlägen nicht sicher. Schließlich kehrt er Heim und muß feststellen, daß er nun die Familiengeschäfte zu verwalten hat, nachdem sein jähzorniger Bruder Sonny in einen üblen Hinterhalt gelockt wurde...
Meine Meinung
Ich kann gar nicht mehr nachzählen, wie oft ich mir den „Paten“ angesehen habe. Mindestens einmal im Monat muß ich die Welt der Corleone Familie besuchen und mich unter ihnen wohl fühlen. Sie sind alles andere als eine perfekte Familie und jede der Mitglieder, mal abgesehen von der stets fröhlichen Mama Corleone, hat mit ihrer Rolle in der Familie zu kämpfen. Doch sollte man sich nichts vormachen: „Der Pate“ ist und bleibt ein Männerfilm, bei dem Frauen nicht mehr als Randfiguren sind. Neben der so gut wie charakterlosen Carmella (mit Wärme und Charisma von Morgana King verkörpert) wird auch ihre einzige Tochter als hysterisches, verzogenes Biest von Francis Ford Coppolas Schwester Talia Shire dargestellt. Lediglich Kay scheint sich als selbstbewußte Amerikanerin nicht dem Rollenmuster zu fügen, was sie jedoch letztlich doch tut, wenn sie Michael heiratet. Diane Keaton hat hier nicht viel zu tun, aber sie ist gewohnt kraftvoll und glaubwürdig. Dagegen ist Michaels verhängnisvoller Urlaubsflirt aus Sizilien nicht mehr als eine schöne Erscheinung aus einer anderen, einfacheren Welt.
In einer Welt, in der Männer den Ton angeben, spielt Marlon Brando den wichtigsten Mann der Familie, wenn auch die Aufmerksamkeit nicht völlig ihm gilt, ja eigentlich sein jüngster Sohn Michael und damit der ihn verkörpernde Al Pacino im Mittelpunkt der Handlung steht. Brandos Darstellung des alten, verwelkten Paten mit der abgetragenen Visage und der schwer nuscheligen Aussprache ist längst Teil des kollektiven Filmwissens und immer wieder gerne Ausgangsmaterial einer Parodie. Brando selbst, der hier beinahe so brillant spielt wie in seiner besten Zeit (den 50ern mit Erfolgen wie „Endstation Sehnsucht“ und „Die Faust im Nacken“), hat die Rolle schon oft genug auf die Schippe genommen, vor allem in „Freshman“, 1990.
Doch letztlich ist Al Pacino der tragende Charakter der ganzen „Pate“-Saga, die zwei weitere Folgen (1974 und 1990) mit sich zog. Sein äußerst subtiles Spiel mit den tieftraurigen Augen, der kontrollierten Wut und den umwerfenden Ausbrüchen von tief verborgenen Gefühlen ist eine Meisterleistung des Method Actings, dem sich natürlich auch Brando bedient. Dies ist eine der besten Schauspielerleistungen der Geschichte und man kann sich an Pacinos Gesicht nie satt sehen. Nicht minder perfekt fügen sich Robert Duvall und James Caan in ihre Rollen ein. Alle drei Mimen wurden für die beste Nebenrolle nominiert und Brando erhielt den Oscar für die beste männliche Hauptrolle, den er jedoch ablehnte und auf das harte Los der Indianer in Amerika verwies. Naja, der Brando war halt für exzentrische Überraschungen immer gut.
Weitere Oscars gingen an den Film und das famose Skript, das vor unvergeßlichen Dialogen („Das ist eine sizilianische Nachricht. Es heißt, daß Luca Brasi bei den Fischen liegt.“) und pointierten Lebensweisheiten („Ein Mann ist kein Mann, wenn er nicht seine Zeit mit seiner Familie verbingt.“) nur so wuchert. Lediglich nominiert waren noch Kostüme, Ausstattung, Ton, Schnitt und die unvergeßliche Musik von Nino Rota. Eine Schande war es jedoch, daß die superbe Kameraarbeit von Gordon Willis nicht beachtet wurde, der den Film bevorzugt in edlem Schwarz und Braun hält. Doch kommen wir lieber zurück zu den tollen Akteuren.
Denn da zeigen sich selbst in den kleinsten Rollen komplexe Charaktere, die jeder für sich unverwechselbar sind und jedem ein Leben jenseits der Filmhandlung zuzurechnen ist. Da ist etwa der gutmütige Clemenza (Richard S. Castellano), der in einem Moment Michael gutes Kochen beibringt und im nächsten einen unliebsamen Ex-Kollegen umbringen läßt. Oder der hagere Sal (Abe Vigoda), der erst für alle der geliebte Onkel ist und dann überraschend die Seiten wechselt. Ebenso famos ist Krimilegende Sterling Hayden als widerwärtiger, korrupter Bulle McCluskey und natürlich der göttliche John Cazale als ungeliebter, dämlicher Sohn, dessen charakterliche Dimensionen erst im zweiten Teil ausreichend erforscht werden. Und mit den ganzen Mafiabossen, ihren Handlangern etc. will ich gar nicht erst anfangen.
Don Vito Corleone (Marlon Brando) ist der Kopf einer New Yorker Mafiafamilie, die ihre Hände in illegalen Geschäften und viele einflußreiche Freunde hat. Auch als der Pate bekannt, ist Don Vito der Mann, den man um einen Gefallen bittet, sobald die US-Behörden nicht mehr weiter wissen oder sich gegen einen stellen. So bittet ihn ein zorniger Bestattungsunternehmer um Rache für seine vergewaltigte Tochter oder ein abgetakelter Schnulzensänger möchte eine wichtige Rolle in einem Hollywoodfilm, die der Produzent ihm verweigert. All diese Dinge nimmt Corleone in seine Hand und läßt sein eigenes Recht walten, notfalls auch mit Gewalt.
Ihm zur Seite stehen dabei sein ältester Sohn, der heißblütige Sonny (James Caan) und dessen Freund Tom Hagen (Robert Duvall), den er einst von der Straße mit nach Hause nahm, wo er von dem Don aufgenommen und zum Familienanwalt herangezogen wurde. Während Tom sich um die rechtliche Seite der Familiengeschäfte kümmert und alles rational bewertet, kann Sonny als potentieller Nachfolger des alten Dons nicht anders als seine unbändige Wut an den Feinden seiner Familie ausleben. Vitos zweiter leibliche Sohn Fredo (John Cazale) wird aus den krummen Geschäften herausgehalten, da sein Vater ihn für inkompetent hält und deshalb für kleine Arbeiten einsetzt. Lediglich seinen jüngsten Sohn Michael (Al Pacino), der jüngst mit einer Tapferkeitsmedaille aus dem zweiten Weltkrieg zurückgekehrt ist, hält er aus den Familienproblemen aus, da er ihn nicht verderben will. Doch dann kommt alles anders...
Denn als der Don das Angebot des einflußreichen Drogenlieferanten Solozzo „der Türke“ (Al Lettieri) in dessen Geschäft einzusteigen aus Gewissensgründen ablehnt und somit ihm den polizeilichen Schutz und die politische Souveränität verweigert, läßt ihn der Türke erschießen. Doch durch ein Wunder überlebt der Pate schwerverletzt und somit liegt es an seinen Söhnen die weiteren Schritte abzuwägen. Während Tom verhandeln will, um nicht den Zorn der fünf übrigen Mafiafamilien New Yorks auf seine zu ziehen, will Sonny alle tot sehen. Lediglich der bislang unwissende Michael, der in der Amerikanerin Kay (Diane Keaton) eine Freundin gefunden hat, scheint strategisch vorzugehen: In einem Restaurant erschießt er Solozzo und seinen Freund von der Polizei und flieht nach Sizilien ins Exil. Der Bandenkrieg geht los...
In einem weiteren Handlungsstrang gehen sich des Paten Tochter Connie (Talia Shire) und ihr Ehemann Carlo (Gianni Russo) gegenseitig an die Gurgel, da er nicht ins Familiengeschäft einbezogen wird und keine Rechte in der Corleone-Familie hat. Im Exil verliebt sich Michael in eine Sizilianerin und heiratet sie. Doch selbst dort ist er vor Racheanschlägen nicht sicher. Schließlich kehrt er Heim und muß feststellen, daß er nun die Familiengeschäfte zu verwalten hat, nachdem sein jähzorniger Bruder Sonny in einen üblen Hinterhalt gelockt wurde...
Meine Meinung
Ich kann gar nicht mehr nachzählen, wie oft ich mir den „Paten“ angesehen habe. Mindestens einmal im Monat muß ich die Welt der Corleone Familie besuchen und mich unter ihnen wohl fühlen. Sie sind alles andere als eine perfekte Familie und jede der Mitglieder, mal abgesehen von der stets fröhlichen Mama Corleone, hat mit ihrer Rolle in der Familie zu kämpfen. Doch sollte man sich nichts vormachen: „Der Pate“ ist und bleibt ein Männerfilm, bei dem Frauen nicht mehr als Randfiguren sind. Neben der so gut wie charakterlosen Carmella (mit Wärme und Charisma von Morgana King verkörpert) wird auch ihre einzige Tochter als hysterisches, verzogenes Biest von Francis Ford Coppolas Schwester Talia Shire dargestellt. Lediglich Kay scheint sich als selbstbewußte Amerikanerin nicht dem Rollenmuster zu fügen, was sie jedoch letztlich doch tut, wenn sie Michael heiratet. Diane Keaton hat hier nicht viel zu tun, aber sie ist gewohnt kraftvoll und glaubwürdig. Dagegen ist Michaels verhängnisvoller Urlaubsflirt aus Sizilien nicht mehr als eine schöne Erscheinung aus einer anderen, einfacheren Welt.
In einer Welt, in der Männer den Ton angeben, spielt Marlon Brando den wichtigsten Mann der Familie, wenn auch die Aufmerksamkeit nicht völlig ihm gilt, ja eigentlich sein jüngster Sohn Michael und damit der ihn verkörpernde Al Pacino im Mittelpunkt der Handlung steht. Brandos Darstellung des alten, verwelkten Paten mit der abgetragenen Visage und der schwer nuscheligen Aussprache ist längst Teil des kollektiven Filmwissens und immer wieder gerne Ausgangsmaterial einer Parodie. Brando selbst, der hier beinahe so brillant spielt wie in seiner besten Zeit (den 50ern mit Erfolgen wie „Endstation Sehnsucht“ und „Die Faust im Nacken“), hat die Rolle schon oft genug auf die Schippe genommen, vor allem in „Freshman“, 1990.
Doch letztlich ist Al Pacino der tragende Charakter der ganzen „Pate“-Saga, die zwei weitere Folgen (1974 und 1990) mit sich zog. Sein äußerst subtiles Spiel mit den tieftraurigen Augen, der kontrollierten Wut und den umwerfenden Ausbrüchen von tief verborgenen Gefühlen ist eine Meisterleistung des Method Actings, dem sich natürlich auch Brando bedient. Dies ist eine der besten Schauspielerleistungen der Geschichte und man kann sich an Pacinos Gesicht nie satt sehen. Nicht minder perfekt fügen sich Robert Duvall und James Caan in ihre Rollen ein. Alle drei Mimen wurden für die beste Nebenrolle nominiert und Brando erhielt den Oscar für die beste männliche Hauptrolle, den er jedoch ablehnte und auf das harte Los der Indianer in Amerika verwies. Naja, der Brando war halt für exzentrische Überraschungen immer gut.
Weitere Oscars gingen an den Film und das famose Skript, das vor unvergeßlichen Dialogen („Das ist eine sizilianische Nachricht. Es heißt, daß Luca Brasi bei den Fischen liegt.“) und pointierten Lebensweisheiten („Ein Mann ist kein Mann, wenn er nicht seine Zeit mit seiner Familie verbingt.“) nur so wuchert. Lediglich nominiert waren noch Kostüme, Ausstattung, Ton, Schnitt und die unvergeßliche Musik von Nino Rota. Eine Schande war es jedoch, daß die superbe Kameraarbeit von Gordon Willis nicht beachtet wurde, der den Film bevorzugt in edlem Schwarz und Braun hält. Doch kommen wir lieber zurück zu den tollen Akteuren.
Denn da zeigen sich selbst in den kleinsten Rollen komplexe Charaktere, die jeder für sich unverwechselbar sind und jedem ein Leben jenseits der Filmhandlung zuzurechnen ist. Da ist etwa der gutmütige Clemenza (Richard S. Castellano), der in einem Moment Michael gutes Kochen beibringt und im nächsten einen unliebsamen Ex-Kollegen umbringen läßt. Oder der hagere Sal (Abe Vigoda), der erst für alle der geliebte Onkel ist und dann überraschend die Seiten wechselt. Ebenso famos ist Krimilegende Sterling Hayden als widerwärtiger, korrupter Bulle McCluskey und natürlich der göttliche John Cazale als ungeliebter, dämlicher Sohn, dessen charakterliche Dimensionen erst im zweiten Teil ausreichend erforscht werden. Und mit den ganzen Mafiabossen, ihren Handlangern etc. will ich gar nicht erst anfangen.
24 Bewertungen, 1 Kommentar
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13.04.2006, 22:44 Uhr von schnitzel
Bewertung: sehr hilfreich*daumen hoch * <br/>
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