Der Schrecken der Medusa (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von DukeNukem

Wenn aus Opfer Täter wird

Pro:

Spannungsaufbau, Richard Burton, das Thema an sich, glaubwürdig erzählte Story

Kontra:

Lee Remick als Psychiaterin Dr . Zonfeld

Empfehlung:

Ja

Es gibt auf der ganzen Welt verteilt viele Filmfans, deren Wissen und „Jagd“ nach neuem und altem Material vergleichbar ist mit dem eines Quentin Tarantino, oder als Light-Version betrachtet wie bei einem Robert Rodriguez.

Warum gerade die beiden Regie-Genies?
Nun, weil sie mit Vorliebe die sogenannten Klassiker mit ihren Augen verschlingen, die gute 10, 20, 30, 40 oder gar 50 Jahre alt sind. Und eben bei Filmen von diesen beiden durchgedrehten Typen werden sie sogar gewürdigt in Form einer audiovisuellen Hommage, sei es Rollennamen, Gespräche über Filme, Filmposter im Hintergrund oder zum Beispiel Gastrollen. (Anmerkung: Vor einigen Tagen lief, leider zu später Stunde, auf dem Fernsehsender ARTE der Film „Piz Palü“, der unter Anderem in Quentin Tarantino’s „Inglourious Basterds“ erwähnt wird)

Warum sind gerade Klassiker von vor Jahren so beliebt bei Leuten wie uns?
Ganz einfache Antwort. Ohne die Klassiker von damals gebe es wohl kaum die Filme von heute und morgen. Mal ehrlich, die heute betitelten „alten Knacker“ hatten sehr viele Ideen für Filmstories, die mussten niemals von anderen klauen. Nicht so wie in den 2000ern, nein, den jungen Spunden gehen leider die geschichtlichen Illusionen aus, und als einzigen Ausweg fällt ihnen nur mehr ein, die vom Volksmund verbal beschimpften Schinken herzunehmen und ein Remake daraus zu machen. Gut, auch eine Möglichkeit einen etwas älteren Streifen für die heutige Generation gefügig zu machen, aber leider ist das Ergebnis dessen schlecht umgesetzt, da zu knallig bunt und laut.

Mein Vater ist zwar nicht so ein Filmnerd wie ich, aber er kennt sich mit Klassikern aus, verständlich, er ist schließlich mit ihnen aufgewachsen. Als ich noch viel jünger war, und das Medium Film erst kennen lernte, war auch ich der Meinung, dass nur die laufenden Bilder, welche zu meiner jugendlichen Zeit produziert und gedreht wurden, das einzig wahre sind. Und daher habe ich nie auf ihn gehört. Erst mit späterer Zeit, und der Suche nach dem Verständnis von Quentin Tarantino’s Insiderwitzen, wusste ich, dass ich falsch lag.

Die oben erwähnten Absätze fielen mir nach dem Ansehen des Spielfilmes „Schrecken der Medusa“ ein, worüber ich einen Erfahrungsbericht schreiben möchte, um ihn euch näher zu bringen.

Der Film stammt aus den 70er Jahren. Zu dieser Epoche steckten die Deutschen so voller Ideen und Tatendrang, dass sie neben den gesprochenen Worten auch die Titel übersetzten. Hierbei kam manches Mal interessantes und faszinierendes zum Vorschein. Auch bei diesem Streifen, in der Literatur wird er betitelt als „Der Schrecken der Medusa“, in der Anfangssequenz selber als „Die Schrecken der Medusa“. Meiner Meinung nach ist Letzteres treffender, aber ich bevorzuge die ungeschlechtliche Schreibmethode, also das Weglassen des Artikels.

Worum geht es eigentlich?
Der Schriftsteller John Morlar ist einem Mordanschlag zum Verhängnis geworden. Im Zuge eines Austauschprojektes ermittelt ein französischer Detektiv in England, dessen Suche nach dem Täter ihn langsam an seinem Verstand verzweifeln lässt. Wenige Minuten nach Beginn der Inspektion des Tatortes wird das Opfer Morlar wieder lebenig. Im Krankenhaus auf der Intensivstation angeschlossen an eine Maschine, die für ihn atmet, stellt der Arzt fest, dass er laut seinem Herzschlag eigentlich tot sein müsste, aber sein Gehirn dagegen ankämpft. Die Ermittlungen führen den Detektiv zu der Psychiaterin des Schriftstellers, die einige merkwürdige Dinge über das Opfer zu erzählen hat, die anfangs wie Zufälle in Verbindung mit Wahnvorstellungen aussehen, nach und nach aber immer glaubwürdiger werden. Leider scheint diese Erkenntnis zu spät, denn die nächste Katastrophe bahnt sich, ausgelöst durch Morlar’s Macht, bereits an.

Erzählstil
Der Film wird, ähnlich wie Stanley Kubrick’s „Die Rechnung ging nicht auf“, in Rückblenden erzählt. In diesem Fall helfen die Flashbacks allerdings, das Monster Morlar besser kennen zu lernen, und die Tat seines Mörders zu verstehen und akzeptieren. Der Titel wurde bestens ausgewählt, denn bei Medusa handelt es sich um ein Geschöpf aus der griechischen Mythologie, bei deren Anblick man sich zu Stein verwandelt. Wenn du in Morlar’s Augen blickst, dann erstarrst du vor lauter Schrecken zu solch einem Fels.

Auf wikipedia habe ich gelesen, dass einige Kritiker einige Längen bemängelten. Dem kann ich aber nicht zustimmen, als ich diese Mischung aus Krimi, Thriller, Horror und Katastrophenfilm sah, verging die Zeit sehr schnell, denn ich fieberte richtig mit. Also Spannung geht kein einziges Mal verloren. Im Gegenteil, der Bogen bleibt hierbei immer gespannt.

Amüsant finde ich die damaligen Jugendschützer, denn „Schrecken der Medusa“ war früher ab 16 Jahren freigegeben, und nach mehreren vergangenen Jahren stufte man dies herab auf 12. Damals war man halt noch prüder, nicht so wie heute. *ggg*
Der Film selber bietet keinerlei böse Aussprachen oder blutige oder sexuell anzügliche Bilder. Sauber also gehalten, bis auf den Inhalt selber, denn der ist „teuflisch“ (wer den Film kennt, der versteht).

Die Besetzung
Über die Darsteller kann ich leider nicht so viel schreiben, denn dieser sind mir eigentlich komplett unbekannt. Sie alle spielen aber durch die Bank weg sehr gut und glaubwürdig, mit Ausnahme vielleicht von Lee Remick, die die Psychiaterin Dr. Zonfeld spielt. Sie wirkt für mich etwas zu aufgesetzt, und damit uninteressant.

Richard Burton ist mir allerdings schon ein Begriff.
Und in die Rolle des Schriftsteller John Morlar passt er einfach perfekt. So wie heute ein Edward Norton aus „Zwielicht“ oder ein Sir Anthony Hopkins als „Dr. Hannibal Lecter“ beherrscht es auch dieser Schauspieler, die Mimik gekonnt ins Szene zu setzen.

Der Regisseur
trägt den Namen Jack Gold, mir ebenfalls unbekannt.
Ich überfolg auf imdb kurz seine Filmografie als Regisseur, fungierte bei den meisten seiner Machwerke auch gleichzeitig als Produzent – war damals so üblich anscheinend, und da las ich zum Beispiel „Der kleine Lord“. Also, meiner Meinung nach versteht dieser Mann sein Handwerk, er weiß, wie man Figuren präsentiert und Spannung aufbaut. Ein toller Geschichtenerzähler.

Fazit:
Ein Film, oder besser gesagt eine DVD, die man als Liebhaber der laufenden Bilder zuhause sein Eigen nennen muss.

Wie ich immer sage:
Die Klassiker von damals sind immer noch die besten!!!

38 Bewertungen, 10 Kommentare

  • XXLALF

    01.10.2010, 10:35 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ein wunderschönes wochenende

  • Volker111

    01.10.2010, 00:52 Uhr von Volker111
    Bewertung: besonders wertvoll

    schließe mich allen netten Wünschen an.

  • anonym

    01.10.2010, 00:28 Uhr von anonym
    Bewertung: besonders wertvoll

    Schöne Grüsse, Talulah

  • Sommerregen

    30.09.2010, 23:47 Uhr von Sommerregen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Freu mich über Gegenlesungen :-).

  • mrwong

    30.09.2010, 23:06 Uhr von mrwong
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse geschrieben . . . ;-)

  • morla

    30.09.2010, 22:52 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • katjafranke

    30.09.2010, 22:40 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönen Abend, SH LG KATJA

  • Zalu

    30.09.2010, 22:36 Uhr von Zalu
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht, Gegenbewertung wäre klasse. Vielen Gruß Dennis

  • Lanch999

    30.09.2010, 22:34 Uhr von Lanch999
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht! LG von Lanch999 Freue mich über Gegenlesung von dir :D

  • Baby1

    30.09.2010, 22:21 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.