Erfahrungsbericht von dreamweb
Auch auf DVD ist der Kult für mich ein Hit
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Da ich schon damals im Kino von der Komödie Der Schuh des Manitu so begeistert war, habe ich mir den Film jetzt auch auf DVD gekauft. Hier meine Meinung zur DVD Version.
HANDLUNG
Der Apachenhäuptling Abahachi (Michael Bully Herbig) und sein Blutsbruder Ranger (Christian Tramitz) reiten in ein Schoschonen-Dorf mit einem weiteren Pferd ein. Erst jetzt bemerkt man, dass sich auf dem Pferd die Leiche eines jungen Indianers befindet. Das Dorf kommt auf die beiden zu und der Tote stellt sich als Sohn des Schoschonenhäuptlings Listiger Lurch heraus. Dieser ist natürlich nicht begeistert und hält die beiden für die Täter.
Dann erzählt Abahachi seine Geschichte, die hier auch gezeigt wird. Denn Abahachi wollte für seinen Stamm ein Stammlokal kaufen und geriet so an den Geschäftsmann Santa Maria (Sky du Mont). Das Gold dafür wollte ihm der Sohn des Schoschonenhäuptling als Darlehen leihen. Als dann Abahachi, Ranger und der junge Häuptlingssohn zu dem äußerlich schönen Lokal (eine Bar) ankamen, stellte sich heraus, dass diese nur eine Kulisse ist. Der Häuptlingssohn wollte noch mit dem Gold fliehen, wurde aber von dem Geschäftsmann und seinen Leuten, die sich hier als Gangsterbande herausstellten, erschossen. Abahachi und Ranger konnten die Banditen vertreiben, die allerdings vorher noch das Gold mitnahmen, und brachten so ehrenhaft den toten Krieger wieder zu seinem Volk.
Aber plötzlich taucht auch Santa Maria als Freund der Schoschonen bei diesen auf und beschuldigt die beiden Blutsbrüder des Mordes. Die Schoschonen glauben den Weißen und beschließen, die Beiden am nächsten Morgen am Marterpfahl zu töten. In der Nacht allerdings erzählt Abahachi seinem Blutsbruder von einem Schatz und einer Schatzkarte, die er allerdings nur zu einem Teil besitzt. Mit diesem Schatz würde er gerne den Schoschonen das verlorene Gold ersetzen. Einer der Banditen bekommt dieses mit und so werden Abahachi und Ranger befreit.
Während ihrer Flucht kommt leider das Lieblingskaninchen des Schoschonenhäuptlings ums Leben. Wegen dieser Tatsache und des toten Häuptlingssohnes verfolgen die Schoschonen dann die Blutsbrüder und wollen sie töten. Auch die Banditen heften sich an Abahatchis und Rangers Fersen. Während die Blutsbrüder versuchen, die drei fehlenden Teile der Schatzkarte zu finden und an den Schatz zu kommen, werden sie somit von den weißen Banditen und den Schoschonen verfolgt. Die einen wollen den Schatz, die anderen Rache.....
MEINUNG
Ich habe lange nicht mehr eine so gelungene Komödie und einen so tollen deutschen Film gesehen. Und dabei war ich doch am Anfang sehr kritisch eingestellt, da ich Indianerklischees vermutet habe. Aber hier ist es total anders gekommen, als von mir gedacht. Denn der Film nimmt alles auf die Schüppe, man kann über kleinste Details lachen, ob man Western- oder Indianerfreund ist oder nicht.
*ein paar Details*
So graben beispielsweise die Schoschonen den Klappstuhl aus, als sie feststellen, dass sie gar kein Kriegsbeil mehr haben. Oder sie verfolgen die beiden Blutsbrüder mit einem Pony, da sie keine Pferde besitzen. Nachher sogar zu Fuß und mit einer Draisine, die sie gegen das Pony eintauschen.
Oder die Blutsbrüderschaft. Wie toll habe ich das noch von Winnetou in der Erinnerung. Hier nimmt beispielsweise Abahachi Rangers Hand und schneidet diesem mit einem Messer dort hinein, ohne Ranger vorzuwarnen. Dieser knallt ihm dann eine, so dass Abahachi Nasenbluten bekommt. Daraufhin schnappt sich der Indianer die blutende Hand und preßt sie gegen seine blutende Nase. Denn es wird ja Blut gegen Blut ausgetauscht.
Oder Winnitouch, der schwule Bruder von Abahachi. Er bekommt beispielsweise einen der Banditen als Bewacher zugeteilt. Und auf seiner Schönheitsfarm (einem rosafarbenen Gebäude) namens Ponderosa verwandeln sich die beiden dann schon in ein Pärchen, der Gangster bekommt seine Schönheitsmaske und beide werden zusammen in der Wanne erwischt, als jeder davon ausgegangen ist, dass Winnitouch fliehen konnte.
Eine andere tolle Szene sind die aneinandergefesselten Ranger und Uschi im Lager der Gangster. Plötzlich Ranger zu Uschi, \"u schau mal in meine rechte Hosentasche\". Diese: \"Du hast was dabei?\" . Ranger dann wieder \"ja\", und Uschi zieht plötzlich eine Mundharmonika aus der Hosentasche. Aber noch nicht genug mit dem Staunen, Ranger, gefesselt wie er ist, beginnt auf der Mundharmonika zu spielen. Zwei der Banditen sitzen in der Nähe. Der eine zum Anderen: \"Was ist das denn?\". Der andere daraufhin: \"Du, die spielen unser Lied\".
*Details Ende
Ich möchte nicht noch mehr auf Details eingehen, aber der Film wimmelt nur so von Seitenhieben auf alles, was wir uns irgendwie an Klischees aus Western und Indianerfilmen vorstellen können. Und alles in einer Art, dass man nur darüber lachen kann.
Sehr gut und gradlinig ist aber auch die Geschichte selbst. Denn die beiden Blutsbrüder machen sich direkt nach der Flucht auf die Suche nach den Besitzern der drei anderen Teile der Karte. Und auch diese Drei haben es in sich. Der Erste ist Abahachis Zwillingsbruder Winnetouch, Diese selbst ist schon sehenswert. Er ist schwul und zwar total übertrieben, auch hier tausend Seitenhiebe auf einige Vorstellungen von Schwulen. Ich hoffe, dass jeder mit meinem Ausdruck hier einverstanden ist. Erst von Winnetouch erfährt der vergeßliche Abahachi dann, wer die anderen beiden Teile der Karte hat.
Das eine ist die verführerisch schöne Uschi, die vor Jahren das Volk der Apachen verließ, aber gar nicht wie eine Indianerin aussieht. Die andere Person ist ein Grieche, der von den Indianern mit Sechzehn gerettet wurde und dann bei ihnen lebte. Und der als sinnlichsten Wunsch nur einen hat, ein echter Indianer zu sein. Da er wie ein typischer Grieche wirkt und auch so handelt, ist das alleine schon sehr lustig
Und diese insgesamt sehr chaotische und unterschiedlichen Menschen müssen jetzt irgendwie zusammen arbeiten, damit nicht den Gangstern der Schatz in die Hände fällt. Dabei müssen sie sich auch vor den rachedürstigen Schoschonen in Acht nehmen.
Das Lustige des Filmes macht hier die gewollte Komik in Verbindung mit der aus Winnetou Filmen gewohnten Filmmusik aus. Man sieht genau das, was man als letztes erwarten würde. Insbesondere betrifft das auch die Verhaltensweisen der Indianer oder auch der Gangsterband Santa Marias. Und trotzdem ist gerade bei den Indianern das indirekte Verhalten, also die Körpersprache wie man es kennt. Nur tun sie dann das Gegenteil von dem, was Indianer tun würden. Die versteinerte Miene Abahachis, wenn er in Kampfsituationen kommt, ist typisch für einen Indianer. Trotzdem zankt er sich dann mit Ranger herum (der einem gewissen Old Shatterhand mehr als ähnelt), wer an der mißlichen Lage schuld ist oder sonstiges.
Neben Western-Filmen werden hier aber auch Werbespots und Indiana-Jones Filme sehr gelungen parodiert. Aber alles so, dass es doch irgendwie wieder zusammenpaßt.
Ich selbst kannte übrigens vor diesem Film Bully Herbig vor dem Film nicht, Comedy-Serien schaue ich mir kaum an. Daher war ich auch völlig unbedarft bis auf die Tatsache, dass mir meine Schwester schon sagte, der Film sei toll.
Anfangs war ich übrigens sehr erstaunt, dass die Indianer hier bayrisch sprechen. Ungewöhnlich aber eine tolle Idee und äußerst passend zum Film. Und wenn man dann von Winnetouch erfährt, dass sein Vater fließend französisch spricht, und einen Blick auf Pierre Briece werfen kann, dann ist der Sprach-Lacheffekt noch größeer. Zum Thema Bayrisch finde ich hier die Untertitelfunktion und einen Hintergrund noch sehr schön. Denn man habe hier bewußt Bayrisch - als Südstaatlersprache genommen, da es sich bei unseren Hauptpersonen um Südstaatler handelt. und daher werden auf der DVD auch Untertitel für Nicht-Südstaatler angeboten.
So ganz nebenbei sieht man übrigens auch einen Karl-May, der sich hier den mutigen Apachenhäuptling Abahachi als Vorbild für ein sehr bekanntes Buch nimmt. Meine Leser ahnen wohl, welches bekannte Buch ich hier meine. Aber selbst über Karl May wird sich hier lustig gemacht, denn so stellt man sich diesen Indianerfreund nicht vor, wie er hier dargestellt wird.
Lacheinlagen gibt es hier sehr viel, mir haben sogar die Tanzeinlagen gefallen. Wenn Santa Maria und zwei seiner Ganoven beispielsweise als letzten Wunsch einen Werbespot nachmachen und dabei der Oberboss einen herrlichen Steptanz ausübt, dann ist das schon außergewöhnlich und hier auch sehr komisch. Es kann allerdings sein, dass nicht jeder an diesen Tanzeinlagen seinen Spaß hat.
Der Leser sieht also auch an dieser Szenen, dass auch die Banditen sich äußerst ungewöhnlich verhalten. Und das ist für mich auch insgesamt das Außergewöhnliche an diesem Film. Ich erwarte aufgrund meiner zahlreichen Western- und Indianerfilme einfach ein bestimmtes Verhalten in bestimmten Situationen. Und hier bekomme ich das Gegenteil nahgebracht. Und zwar auf außergewöhnlich gute und lustige Weise.
Ich selbst lache sehr selten im Kino, aber hier war auch ich mehrmals dabei. Ich bin selten für Klamauk, aber dieser Film ist schon so viel Klamauk und dabei so ungewöhnlich, dass ich ihn einfach begeistert bin. Eindeutig ein gelungener Angriff auf meine Lachmuskeln.
Langeweile entsteht hier nie. Irgend einer der vielen Helden oder der Bösen erlebt hier immer etwas, das zum Lachen führt. Ich habe noch nie einen Film mit so vielen Gags gesehen, die dann bei mir auch gut angekommen sind. Theoretisch wäre das ein spannender Film, aber praktisch hat man hier eine sehr gute Komödie, denn man hat doch nie Angst um die Helden.
Ein dickes Lob hier an alle Schauspieler. Hier paßt alles, alle sind gleich komisch und chaotisch. Von den Schoschonen angefangen, hin zu den Banditen und zu den Blutsbrüdern und ihren Freunden.
MEINUNG ZUR DVD
Hier muss ich richtigerweise sagen Meinung zu den DVDs. Denn man erhält gleich zwei DVDs, wenn man sich den Schuh des Manitu auf DVD kauft. Und ich muss zugeben, mit der DVD Zwei, die hier die Zusätze enthält, war ich länger beschäftigt als mit dem Film, obwohl der mir auf DVD immer noch super gefallen hat.
Die Bild- und Tonqualität des Hauptfilmes ist sehr gut, wie ich es auch von DVDs gewohnt bin. Besonders der Sound ist auch auf der DVD sehr gut verwirklicht, das ist selten der Fall bei Komödien und noch seltener bei deutschen Filmen. Hier hat man sich wirklich Mühe gegeben und die lohnt sich auch.
Jetzt aber zu den vielen Extras auf DVD Nr. 2
Die Legende:
Die Legende sind die Produktionsnotizen, die hier die Vorgeschichte des Filmes zeigen. Es sind allerdings sehr viele Texte und wenige Filmausschnitte vorhanden. Aber die Auschnitte, die gezeigt werden, die sind wieder sehr sehenswer.
Danach gibt es das ca. 22 Minuten dauernde Making of. Das schöne ist, dass es die gleiche Art wie der Film ist, also hier auch komisch und lustig dargestellt wird. Und trotzdem erhält man auch alle Infomationen zum Film.
Auch gelöschte bzw. im Film nicht verwendete Szenen sind zu sehen. Einige davon haben mir gefallen, andere weniger. Aber das ist geschmackssache. Und immerhin 17 Szenen bekommt man hier noch zu sehen. In dem Clip Private Parts bekommt man dann noch Aufnahmen von der Drehortsuche und einige Behind the Szenes zu sehen.
Die unendlichen Jagdgründe der VFX:
Man glaubt gar nicht, wie viele Special Effects hier verwendet wurden. In die unergründlichen Jagdgründe erhält man hier humorvolle und sehr gute Einsichten.
In der PR-Wüste findet man einen Treiler, einige TV-Spots (die ich nicht alle unterscheiden konnte) und noch einige Radio-Spots. Dann gibt es noch ein Stichwort \"Das schreibt die Presse\" Hier kann man positive und sogar auch negative Kritiken zum Film sehen. Sehr gut hingegen haben mir allerdings die alten Spots zu Winnetou gefallen.
Der größte Teil ist aber der Fernsehauftrittpart \"Fernsehauftritte der Rothäute und Bleichgesichter\" Hier kann man sich noch sechs Fernsehauftritte von Bully und den anderen ansehen. Die meisten Beiträge sind angenehm kurz, aber einige Talks auch sehr lange und in meinen Augen nicht so interessant. Aber ich bin auch kein Freund dieser Talk-Sendungen.
\"Winnetouch\'s Urlaubs-Dias\" ist wiederum ein Bereich, der mir sehr gefallen hat. Bully als Winnetouch präsentiert hier eine Bilder-Galerie mit sehr interessanten Kommentaren.
Abahachi\'s Stammbaum: In dem Bereich war ich auch relativ lange, obwohl man sehr oft nur Textbeiträge, Interviews mit den Stars, hat. Aber es gibt auch ain paar sehr schöne Szenen und erwähnenswert ist auch die Extendend Verision der Zither-Musik. Im Film spielte Winnetouch ja einmal kurz Zither.
Im Bereich Bleichgesichter dagegen findet man die Biographien der wichtigsten Darsteller des Filmes, hier gibt es eine Komtination von Text und echten Interviews.
Und wer noch einen DVD-PC hat, der kann sich im DVD-ROM-PART noch zusätzliche Informationen ansehen, Spiele mitmachen oder Bildschirmschoner herunterladen. Wie bei Matrix wird hier der PC Friendly-Player genutzt. Und auch zwangsweise installiert, soweit man diesen noch nicht auf dem Rechner hat.
Schon an meinem langen DVD Meinungsteil wird mein Leser jetzt wohl erkennen, wie lange man sich hier wirklich mit der DVD Zwei beschäftigen kann. Aber leider muss man jeden Teil immer anklicken und kann sich keinen Bereich komplett in einem ansehen.
DATEN
Name: Der Schuh des Manitu (Der Schuh des Manitu, Deutschland 2001)
Darsteller:
Christian Tramitz (Ranger)
Michael Bully Herbig (Abahachi/Winnitouch)
Sky Du Mont (Santa Maria)
Rick Kavanian (Dimitri)
Marie Bäumer (Uschi)
Hilmi Sözer (Hombre)
Tim Wilde (John)
Sigfried Terpoorten (Jim)
Irshad Panjatan (Häuptling Listiger Lurch)
Regie: Michael Bully Herbig
Drehbuch: Michael Bully Herbig, Alfons Biedermann, Rick Kavanian, Murmel Clausen
Laufzeit: 84 Minuten
Genre: Komödie, Westernparodie
DATEN DVD
Studio: Constantin Film (2001)
Verleih: BMG Video (2002)
DVD-Typ: 2 x DVD-9
Fernsehnorm: PAL
Bildformat: 2,35:1 (anamorph)
Audiokanäle:
1. Deutsch, Dolby Digital 5.1 (448 kbps)
2. Audio-Kommentar mit Michael Herbig und Rick Cavanian (224 kbps)
3. Deutsch, DTS 5.1 (754 kbps)
Untertitel
Deutsch
Regionalcode: 2
Verpackung: Amaray-Case
Preis: ca. 25-30 EUR
FSK: Die Extra DVD ist erst ab 12 Jahren freigegeben, der Hauptfilm schon ab 6 Jahre
FAZIT
Wer Komödien mag oder den Film schon im Kino gesehen hat, für den ist wegen der guten Qualität und der wirklich sehr umfangreichen Extras Der Schuh des Manitu auf DVD sehr zu empfehlen. Ich bin froh, diesen neuen Kultfilm in DVD-Qualität zu besitzen und kann ihn auch empfehlen, auch wenn der Film total chaotisch ist. Aber hier macht das Chaos wirklich Spaß und bringt mich immer zum Lachen.
HANDLUNG
Der Apachenhäuptling Abahachi (Michael Bully Herbig) und sein Blutsbruder Ranger (Christian Tramitz) reiten in ein Schoschonen-Dorf mit einem weiteren Pferd ein. Erst jetzt bemerkt man, dass sich auf dem Pferd die Leiche eines jungen Indianers befindet. Das Dorf kommt auf die beiden zu und der Tote stellt sich als Sohn des Schoschonenhäuptlings Listiger Lurch heraus. Dieser ist natürlich nicht begeistert und hält die beiden für die Täter.
Dann erzählt Abahachi seine Geschichte, die hier auch gezeigt wird. Denn Abahachi wollte für seinen Stamm ein Stammlokal kaufen und geriet so an den Geschäftsmann Santa Maria (Sky du Mont). Das Gold dafür wollte ihm der Sohn des Schoschonenhäuptling als Darlehen leihen. Als dann Abahachi, Ranger und der junge Häuptlingssohn zu dem äußerlich schönen Lokal (eine Bar) ankamen, stellte sich heraus, dass diese nur eine Kulisse ist. Der Häuptlingssohn wollte noch mit dem Gold fliehen, wurde aber von dem Geschäftsmann und seinen Leuten, die sich hier als Gangsterbande herausstellten, erschossen. Abahachi und Ranger konnten die Banditen vertreiben, die allerdings vorher noch das Gold mitnahmen, und brachten so ehrenhaft den toten Krieger wieder zu seinem Volk.
Aber plötzlich taucht auch Santa Maria als Freund der Schoschonen bei diesen auf und beschuldigt die beiden Blutsbrüder des Mordes. Die Schoschonen glauben den Weißen und beschließen, die Beiden am nächsten Morgen am Marterpfahl zu töten. In der Nacht allerdings erzählt Abahachi seinem Blutsbruder von einem Schatz und einer Schatzkarte, die er allerdings nur zu einem Teil besitzt. Mit diesem Schatz würde er gerne den Schoschonen das verlorene Gold ersetzen. Einer der Banditen bekommt dieses mit und so werden Abahachi und Ranger befreit.
Während ihrer Flucht kommt leider das Lieblingskaninchen des Schoschonenhäuptlings ums Leben. Wegen dieser Tatsache und des toten Häuptlingssohnes verfolgen die Schoschonen dann die Blutsbrüder und wollen sie töten. Auch die Banditen heften sich an Abahatchis und Rangers Fersen. Während die Blutsbrüder versuchen, die drei fehlenden Teile der Schatzkarte zu finden und an den Schatz zu kommen, werden sie somit von den weißen Banditen und den Schoschonen verfolgt. Die einen wollen den Schatz, die anderen Rache.....
MEINUNG
Ich habe lange nicht mehr eine so gelungene Komödie und einen so tollen deutschen Film gesehen. Und dabei war ich doch am Anfang sehr kritisch eingestellt, da ich Indianerklischees vermutet habe. Aber hier ist es total anders gekommen, als von mir gedacht. Denn der Film nimmt alles auf die Schüppe, man kann über kleinste Details lachen, ob man Western- oder Indianerfreund ist oder nicht.
*ein paar Details*
So graben beispielsweise die Schoschonen den Klappstuhl aus, als sie feststellen, dass sie gar kein Kriegsbeil mehr haben. Oder sie verfolgen die beiden Blutsbrüder mit einem Pony, da sie keine Pferde besitzen. Nachher sogar zu Fuß und mit einer Draisine, die sie gegen das Pony eintauschen.
Oder die Blutsbrüderschaft. Wie toll habe ich das noch von Winnetou in der Erinnerung. Hier nimmt beispielsweise Abahachi Rangers Hand und schneidet diesem mit einem Messer dort hinein, ohne Ranger vorzuwarnen. Dieser knallt ihm dann eine, so dass Abahachi Nasenbluten bekommt. Daraufhin schnappt sich der Indianer die blutende Hand und preßt sie gegen seine blutende Nase. Denn es wird ja Blut gegen Blut ausgetauscht.
Oder Winnitouch, der schwule Bruder von Abahachi. Er bekommt beispielsweise einen der Banditen als Bewacher zugeteilt. Und auf seiner Schönheitsfarm (einem rosafarbenen Gebäude) namens Ponderosa verwandeln sich die beiden dann schon in ein Pärchen, der Gangster bekommt seine Schönheitsmaske und beide werden zusammen in der Wanne erwischt, als jeder davon ausgegangen ist, dass Winnitouch fliehen konnte.
Eine andere tolle Szene sind die aneinandergefesselten Ranger und Uschi im Lager der Gangster. Plötzlich Ranger zu Uschi, \"u schau mal in meine rechte Hosentasche\". Diese: \"Du hast was dabei?\" . Ranger dann wieder \"ja\", und Uschi zieht plötzlich eine Mundharmonika aus der Hosentasche. Aber noch nicht genug mit dem Staunen, Ranger, gefesselt wie er ist, beginnt auf der Mundharmonika zu spielen. Zwei der Banditen sitzen in der Nähe. Der eine zum Anderen: \"Was ist das denn?\". Der andere daraufhin: \"Du, die spielen unser Lied\".
*Details Ende
Ich möchte nicht noch mehr auf Details eingehen, aber der Film wimmelt nur so von Seitenhieben auf alles, was wir uns irgendwie an Klischees aus Western und Indianerfilmen vorstellen können. Und alles in einer Art, dass man nur darüber lachen kann.
Sehr gut und gradlinig ist aber auch die Geschichte selbst. Denn die beiden Blutsbrüder machen sich direkt nach der Flucht auf die Suche nach den Besitzern der drei anderen Teile der Karte. Und auch diese Drei haben es in sich. Der Erste ist Abahachis Zwillingsbruder Winnetouch, Diese selbst ist schon sehenswert. Er ist schwul und zwar total übertrieben, auch hier tausend Seitenhiebe auf einige Vorstellungen von Schwulen. Ich hoffe, dass jeder mit meinem Ausdruck hier einverstanden ist. Erst von Winnetouch erfährt der vergeßliche Abahachi dann, wer die anderen beiden Teile der Karte hat.
Das eine ist die verführerisch schöne Uschi, die vor Jahren das Volk der Apachen verließ, aber gar nicht wie eine Indianerin aussieht. Die andere Person ist ein Grieche, der von den Indianern mit Sechzehn gerettet wurde und dann bei ihnen lebte. Und der als sinnlichsten Wunsch nur einen hat, ein echter Indianer zu sein. Da er wie ein typischer Grieche wirkt und auch so handelt, ist das alleine schon sehr lustig
Und diese insgesamt sehr chaotische und unterschiedlichen Menschen müssen jetzt irgendwie zusammen arbeiten, damit nicht den Gangstern der Schatz in die Hände fällt. Dabei müssen sie sich auch vor den rachedürstigen Schoschonen in Acht nehmen.
Das Lustige des Filmes macht hier die gewollte Komik in Verbindung mit der aus Winnetou Filmen gewohnten Filmmusik aus. Man sieht genau das, was man als letztes erwarten würde. Insbesondere betrifft das auch die Verhaltensweisen der Indianer oder auch der Gangsterband Santa Marias. Und trotzdem ist gerade bei den Indianern das indirekte Verhalten, also die Körpersprache wie man es kennt. Nur tun sie dann das Gegenteil von dem, was Indianer tun würden. Die versteinerte Miene Abahachis, wenn er in Kampfsituationen kommt, ist typisch für einen Indianer. Trotzdem zankt er sich dann mit Ranger herum (der einem gewissen Old Shatterhand mehr als ähnelt), wer an der mißlichen Lage schuld ist oder sonstiges.
Neben Western-Filmen werden hier aber auch Werbespots und Indiana-Jones Filme sehr gelungen parodiert. Aber alles so, dass es doch irgendwie wieder zusammenpaßt.
Ich selbst kannte übrigens vor diesem Film Bully Herbig vor dem Film nicht, Comedy-Serien schaue ich mir kaum an. Daher war ich auch völlig unbedarft bis auf die Tatsache, dass mir meine Schwester schon sagte, der Film sei toll.
Anfangs war ich übrigens sehr erstaunt, dass die Indianer hier bayrisch sprechen. Ungewöhnlich aber eine tolle Idee und äußerst passend zum Film. Und wenn man dann von Winnetouch erfährt, dass sein Vater fließend französisch spricht, und einen Blick auf Pierre Briece werfen kann, dann ist der Sprach-Lacheffekt noch größeer. Zum Thema Bayrisch finde ich hier die Untertitelfunktion und einen Hintergrund noch sehr schön. Denn man habe hier bewußt Bayrisch - als Südstaatlersprache genommen, da es sich bei unseren Hauptpersonen um Südstaatler handelt. und daher werden auf der DVD auch Untertitel für Nicht-Südstaatler angeboten.
So ganz nebenbei sieht man übrigens auch einen Karl-May, der sich hier den mutigen Apachenhäuptling Abahachi als Vorbild für ein sehr bekanntes Buch nimmt. Meine Leser ahnen wohl, welches bekannte Buch ich hier meine. Aber selbst über Karl May wird sich hier lustig gemacht, denn so stellt man sich diesen Indianerfreund nicht vor, wie er hier dargestellt wird.
Lacheinlagen gibt es hier sehr viel, mir haben sogar die Tanzeinlagen gefallen. Wenn Santa Maria und zwei seiner Ganoven beispielsweise als letzten Wunsch einen Werbespot nachmachen und dabei der Oberboss einen herrlichen Steptanz ausübt, dann ist das schon außergewöhnlich und hier auch sehr komisch. Es kann allerdings sein, dass nicht jeder an diesen Tanzeinlagen seinen Spaß hat.
Der Leser sieht also auch an dieser Szenen, dass auch die Banditen sich äußerst ungewöhnlich verhalten. Und das ist für mich auch insgesamt das Außergewöhnliche an diesem Film. Ich erwarte aufgrund meiner zahlreichen Western- und Indianerfilme einfach ein bestimmtes Verhalten in bestimmten Situationen. Und hier bekomme ich das Gegenteil nahgebracht. Und zwar auf außergewöhnlich gute und lustige Weise.
Ich selbst lache sehr selten im Kino, aber hier war auch ich mehrmals dabei. Ich bin selten für Klamauk, aber dieser Film ist schon so viel Klamauk und dabei so ungewöhnlich, dass ich ihn einfach begeistert bin. Eindeutig ein gelungener Angriff auf meine Lachmuskeln.
Langeweile entsteht hier nie. Irgend einer der vielen Helden oder der Bösen erlebt hier immer etwas, das zum Lachen führt. Ich habe noch nie einen Film mit so vielen Gags gesehen, die dann bei mir auch gut angekommen sind. Theoretisch wäre das ein spannender Film, aber praktisch hat man hier eine sehr gute Komödie, denn man hat doch nie Angst um die Helden.
Ein dickes Lob hier an alle Schauspieler. Hier paßt alles, alle sind gleich komisch und chaotisch. Von den Schoschonen angefangen, hin zu den Banditen und zu den Blutsbrüdern und ihren Freunden.
MEINUNG ZUR DVD
Hier muss ich richtigerweise sagen Meinung zu den DVDs. Denn man erhält gleich zwei DVDs, wenn man sich den Schuh des Manitu auf DVD kauft. Und ich muss zugeben, mit der DVD Zwei, die hier die Zusätze enthält, war ich länger beschäftigt als mit dem Film, obwohl der mir auf DVD immer noch super gefallen hat.
Die Bild- und Tonqualität des Hauptfilmes ist sehr gut, wie ich es auch von DVDs gewohnt bin. Besonders der Sound ist auch auf der DVD sehr gut verwirklicht, das ist selten der Fall bei Komödien und noch seltener bei deutschen Filmen. Hier hat man sich wirklich Mühe gegeben und die lohnt sich auch.
Jetzt aber zu den vielen Extras auf DVD Nr. 2
Die Legende:
Die Legende sind die Produktionsnotizen, die hier die Vorgeschichte des Filmes zeigen. Es sind allerdings sehr viele Texte und wenige Filmausschnitte vorhanden. Aber die Auschnitte, die gezeigt werden, die sind wieder sehr sehenswer.
Danach gibt es das ca. 22 Minuten dauernde Making of. Das schöne ist, dass es die gleiche Art wie der Film ist, also hier auch komisch und lustig dargestellt wird. Und trotzdem erhält man auch alle Infomationen zum Film.
Auch gelöschte bzw. im Film nicht verwendete Szenen sind zu sehen. Einige davon haben mir gefallen, andere weniger. Aber das ist geschmackssache. Und immerhin 17 Szenen bekommt man hier noch zu sehen. In dem Clip Private Parts bekommt man dann noch Aufnahmen von der Drehortsuche und einige Behind the Szenes zu sehen.
Die unendlichen Jagdgründe der VFX:
Man glaubt gar nicht, wie viele Special Effects hier verwendet wurden. In die unergründlichen Jagdgründe erhält man hier humorvolle und sehr gute Einsichten.
In der PR-Wüste findet man einen Treiler, einige TV-Spots (die ich nicht alle unterscheiden konnte) und noch einige Radio-Spots. Dann gibt es noch ein Stichwort \"Das schreibt die Presse\" Hier kann man positive und sogar auch negative Kritiken zum Film sehen. Sehr gut hingegen haben mir allerdings die alten Spots zu Winnetou gefallen.
Der größte Teil ist aber der Fernsehauftrittpart \"Fernsehauftritte der Rothäute und Bleichgesichter\" Hier kann man sich noch sechs Fernsehauftritte von Bully und den anderen ansehen. Die meisten Beiträge sind angenehm kurz, aber einige Talks auch sehr lange und in meinen Augen nicht so interessant. Aber ich bin auch kein Freund dieser Talk-Sendungen.
\"Winnetouch\'s Urlaubs-Dias\" ist wiederum ein Bereich, der mir sehr gefallen hat. Bully als Winnetouch präsentiert hier eine Bilder-Galerie mit sehr interessanten Kommentaren.
Abahachi\'s Stammbaum: In dem Bereich war ich auch relativ lange, obwohl man sehr oft nur Textbeiträge, Interviews mit den Stars, hat. Aber es gibt auch ain paar sehr schöne Szenen und erwähnenswert ist auch die Extendend Verision der Zither-Musik. Im Film spielte Winnetouch ja einmal kurz Zither.
Im Bereich Bleichgesichter dagegen findet man die Biographien der wichtigsten Darsteller des Filmes, hier gibt es eine Komtination von Text und echten Interviews.
Und wer noch einen DVD-PC hat, der kann sich im DVD-ROM-PART noch zusätzliche Informationen ansehen, Spiele mitmachen oder Bildschirmschoner herunterladen. Wie bei Matrix wird hier der PC Friendly-Player genutzt. Und auch zwangsweise installiert, soweit man diesen noch nicht auf dem Rechner hat.
Schon an meinem langen DVD Meinungsteil wird mein Leser jetzt wohl erkennen, wie lange man sich hier wirklich mit der DVD Zwei beschäftigen kann. Aber leider muss man jeden Teil immer anklicken und kann sich keinen Bereich komplett in einem ansehen.
DATEN
Name: Der Schuh des Manitu (Der Schuh des Manitu, Deutschland 2001)
Darsteller:
Christian Tramitz (Ranger)
Michael Bully Herbig (Abahachi/Winnitouch)
Sky Du Mont (Santa Maria)
Rick Kavanian (Dimitri)
Marie Bäumer (Uschi)
Hilmi Sözer (Hombre)
Tim Wilde (John)
Sigfried Terpoorten (Jim)
Irshad Panjatan (Häuptling Listiger Lurch)
Regie: Michael Bully Herbig
Drehbuch: Michael Bully Herbig, Alfons Biedermann, Rick Kavanian, Murmel Clausen
Laufzeit: 84 Minuten
Genre: Komödie, Westernparodie
DATEN DVD
Studio: Constantin Film (2001)
Verleih: BMG Video (2002)
DVD-Typ: 2 x DVD-9
Fernsehnorm: PAL
Bildformat: 2,35:1 (anamorph)
Audiokanäle:
1. Deutsch, Dolby Digital 5.1 (448 kbps)
2. Audio-Kommentar mit Michael Herbig und Rick Cavanian (224 kbps)
3. Deutsch, DTS 5.1 (754 kbps)
Untertitel
Deutsch
Regionalcode: 2
Verpackung: Amaray-Case
Preis: ca. 25-30 EUR
FSK: Die Extra DVD ist erst ab 12 Jahren freigegeben, der Hauptfilm schon ab 6 Jahre
FAZIT
Wer Komödien mag oder den Film schon im Kino gesehen hat, für den ist wegen der guten Qualität und der wirklich sehr umfangreichen Extras Der Schuh des Manitu auf DVD sehr zu empfehlen. Ich bin froh, diesen neuen Kultfilm in DVD-Qualität zu besitzen und kann ihn auch empfehlen, auch wenn der Film total chaotisch ist. Aber hier macht das Chaos wirklich Spaß und bringt mich immer zum Lachen.
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