Erfahrungsbericht von tweety3
Der wilde Westen, wie er wirklich war...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ein Traum wird wahr, der Traum von Michael Herbig, vielen sicher wohl bekannt aus der Bullyparade. In seinem Kopf reift eine Idee heran, eine geniale noch dazu wie sich herausstellen wird.
Ausgelöst durch den Erfolg diverser Winnetou-Sketche in der bereits erwähnten Bullyparade wird die zunächst nur verbal geäußerte Idee einem Film auf die Kinoleinwände dieses Landes zu bringen, der die Bauchmuskeln zu wahren Dauerbelastungen zwingt, auch schriftlich fixiert.
Mit tatkräftiger Unterstützung von Rick Kavanian, Murmel Clausen und Alfons Biedermann, also - wie sollte es anders sein - den Autoren seiner TV-Show, entsteht das Drehbuch zu einem der besten Filme dieses Sommers.
Ganz nach den Visionen des großen Meisters wandert das Drehteam aus. Es geht nach Spanien, genauer gesagt auf den heiligen Boden von Sergio Leone in Südspanien.
Für fünfzig Tage werden hier alle ihre Zelte aufschlagen und staunen über das Multitalent im deutschen Fernsehen und nunmehr auch in den Lichtspielhäusern. Gleich auf vier verschiedenen Hochzeiten tanzt Michael "Bully" Herbig und das alles ohne sich zu übernehmen. Neben dem Drehbuch zeichnet Herbig verantwortlich für die Regie, die Produktion und eine schauspielerische Leistung, die sich gleich in einer Doppelrolle niederschlägt.
Das kann schon fast nicht gut gehen und tut es doch!
Inhalt
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Willkommen im wilden Westen des 18. Jahrhunderst, dort wo die Welt noch in Ordnung ist und das Gute stets das Böse besiegt.
Böse Buben gibt es viele, allen voran der windige Immobilienmakler Santa Maria (SKY DU MONT). Wer mit ihm Geschäfte macht erlebt sein blaues Wunder oder vielmehr eine fallende Fassade. Die Rede ist hier von einem langersehntem Stammlokal für die Apachen, dass sich als nicht ganz standfest erweist.
Erworben wurde dieses Wunderwerk der amerikanischen Baukunst von Abahachi (MICHAEL "BULLY" HERBIG), dem Häuptling aller Apachen mit Hilfe eines Kredits, großzügig gewährt von den Schoschonen.
So schön hatte er sich alles ausgemalt, ein Stammlokal für die Seinen und ein Platz für gepflegte Konversation mit dem Blutsbruder Ranger (CHRISTIAN TRAMITZ). Doch die Fassade fällt und damit auch der erste Schuss. Falscher Hase, der Sohn des Häuptlings der Schoschonen, fällt auf den staubigen Boden und für Abahachi und Ranger beginnt damit ein entspannter Tag am Marterpfahl.
Zu Unrecht werden die beiden unverbesserlichen Streithähne verdächtigt das Gold der Schoschonen gestohlen und Falschen Hasen getötet zu haben. Santa Maria, der wahre Bösewicht, scheint davon zu kommen und sich ins Fäustchen zu lachen.
Aber der wilde Westen wäre doch nichts ohne Schatzkarten, Schießereien und kriegswütige Indianer.
So verhilft der Schurke Santa Maria den beiden tragischen Helden zur Freiheit als ihm etwas über eine Schatzkarte zu Ohren kommt, die sich im Besitz Abahachis befindet, oder besser befand.
Der Vorzeigeindianer hat sich in jugendlichem Leichtsinn dazu hinreißen lassen die Karte zu teilen. Es gilt nun die drei fehlende Teile zu beschaffen um die Schulden bei den Schoschonen zu begleichen. Ein Unterfangen bei dem ihnen Santa Maria ständig auf der Spur sein wird.
Da hätte ich doch fast die Schoschonen vergessen, die beim Anblick der verlassenen Marterpfähle und dem des toten Hasen, dem geliebten Haustier des Häuptlings kurzer Hand beschließen das Kriegsbeil auszugraben.
Dumm nur, dass es das in diesem, zugegebenermaßen etwas abgehalfterten, Indianerstamm gar nicht gibt. In Ermangelung einer passenderen und vielleicht auch handlicheren Alternative wird der fast vergessene Klappstuhl ausgegraben und mit auf den Kriegszug genommen. Ein schönes Bild bietet sich dem Zuschauer als die stolzen Schoschonen mit einem Ponny und einem Klappstuhl die Verfolgung von Abahachi und Ranger aufnehmen.
Um die Verfolger zu verwirren bedienen sich Abahachi und sein Blutsbruder einer sehr schillernden Persönlichkeit, die auf der Puder Rosa Range ihr Domizil hat.
Der gute Mann, (oder vielleicht doch eher die gute Frau?) trägt den vielsagenden Namen Winnetouch und ist der zu tiefst tuntige Zwillingsbruder von Abahachi, dessen Lieblingsfarbe zweifelsohne rosa ist.
Ranger und Abahachi besuchen derweil das Halbblut Uschi (MARIE BÄUMER) und den Möchtegern-Indianer Dimitri (RICK KAVANIAN) um die fehlenden Teile der Karte zu erlangen.
Natürlich ist alles nicht so einfach wie es scheint...
Eindrücke
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Der Schuh des Manitu sprüht vor Humor und wirklich spritzigem Wortwitz. Der Film stellt eine wahrhaft gelungene Parodie nicht nur auf die guten alten Winnetou-Filme dar. Viele Szenen erinnern auch an andere berühmte Western und nicht nur die Parodie auf "Spiel mir das Lied vom Tod" dürfte jedem Zuschauer im Gedächtnis bleiben.
In jeder Phase des Films kann man den Spaß fast greifen, den die Darsteller bei den Dreharbeiten gehabt haben müssen.
Michael "Bully" Herbig kann in beiden Rollen, sowohl als Abahachi als auch als Winnetouch jederzeit überzeugen. Christian Tramitz steht im dabei in nichts nach.
Mit ihrem urtypischen bayerischen Akzent, der so gar nicht in den wilden Westen passen will, gewinnen sie schnell die Herzen der Zuschauer, auch derer, die sich nicht zu den Konsumenten der Bully-Parade zählen. Dem stets in dezentes rosa gekleideten Winnetouch fliegen die Sympathien nur so zu und spätestens als er sich liebvoll um sein Pferd
Jaqueline kümmert, dass unter einem leicht nervösen Magen leidet und dazu neigt sich viele Sachen noch einmal durch den Kopf oder auch durch die Nase gehen zu lassen, kann er sich auch des letzten Lachers gewiss sein.
Die übrigen Rollen sind ebenfalls perfekt besetzt.
Sky du Mont erinnert in der Rolle des Bösewichts Santa Maria an eine Aufsichtsperson über eine Gruppe Schuljungen auf einem Ausflug, denen man auch manchmal einen Befehl zum kollektiven Toilettenbesuch erteilen muss.
Das Trio der Bully-Parade wird komplettiert durch Rick Kavanian, der in der Rolle des griechischen "Austauschbanditen" Dimitri voll aufzugehen scheint.
Fazit
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Ich zähle mich nicht zu einem Fan von Michael Herbig und auch habe ich noch nie eine Folge der Bully-Parade gesehen. Trotzdem konnte ich den Film genießen und habe bei manchen Szenen fast Tränen gelacht. Selbst mehrere Stunden später ließen mich die besonders gelungenen Szenen und die dazu gehörigen Sprüche nicht los.
Dieser Film strapaziert die Bauchmuskeln und das nicht zu knapp.
Wer einen anspruchsvollen Film erwartet ist hier falsch. Wer aber ohne groß über Sinn oder Unsinn nachdenken zu wollen, mal wieder herzhaft lachen will, dem kann ich nur empfehlen eine Investition in die Kinokarte zu tätigen.
Viel Spaß mit dem Muskelkater im Bauch!
tweety3
27. Mai 2002
68 Bewertungen, 8 Kommentare
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09.04.2003, 18:17 Uhr von mus21
Bewertung: sehr hilfreichDein Bericht ist klsase .. und der FIlm war/ist es auch!!
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08.04.2003, 01:51 Uhr von Er@ser
Bewertung: sehr hilfreichGuter Film wie auch dein Text!
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26.09.2002, 18:54 Uhr von P_Horch
Bewertung: sehr hilfreichEin absolut genialer Film ....
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31.05.2002, 02:32 Uhr von soulfly1972
Bewertung: sehr hilfreichklasse beitrag !
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27.05.2002, 11:19 Uhr von Gernot2000
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht. LG Gernot
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27.05.2002, 10:57 Uhr von zomtech
Bewertung: sehr hilfreichsuper bericht, schau doch mal bei mir vorbei
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27.05.2002, 10:50 Uhr von Papaschlumpf_16
Bewertung: sehr hilfreich-schöner beitrag
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27.05.2002, 10:22 Uhr von ahaefner
Bewertung: sehr hilfreichDa ich im Bauch keine Muskeln habe war es dann doch nicht gar so anstrengend *g*
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