Der Schuh des Manitu (DVD) Testbericht

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ab 5,22
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Erfahrungsbericht von fenikso

Wolld's an Prosecco?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es hätte so schön sein können: Ranger, ein stattlicher Cowboy und Greenhorn in seinen besten Jahren, rettet Abahachi, einem Indianerhäuptling, das Leben. Mein Gott, was hätte der angeben können. Aber Abahachi schließt mit Ranger Blutsbruderschaft, und von nun an kann die beiden Nichts, aber überhaupt gar Nichts, mehr trennen.

Die Zeit vergeht, und Abahachi will seinem Stamm ein Stammlokal schenken. Da aber Apachen nicht gerade die Vermögensten der Indianer sind, leiht sich der findige Häuptling etwas Gold von den Schoschonen. Damit will er von Santa Maria, einem Immobilienmakler aus Wyoming, ein fertiges Lokal erwerben - in bester Lage.

Falscher Hase, Sohn des Schoschonenhäuptlings Listiger Lurch, bringt den versprochenen Kredit mit schlapper 37,5%-Verzinsung vorbei - und der Deal ist komplett.

Komplett? Nein. Ein kleines Dorf in Nordgallien... uops, abgeschweift. Nein, einen Makel hat das "Apachenpub": Es besteht nur aus einer einzigen Wand... die natürlich prompt umfällt.

Falscher Hase sieht den Stammkredit samt Verzinsung schon den Bach herunter gehen... Da schnappt er sich "sein" Gold wieder, und fängt an zu rennen. Da hat er allerdings die Rechnung ohne Santa Maria gemacht: Eiskalt knallt der ihn ab.

Abahachi und Ranger können dem Toten nur noch die letzte Ehre erweisen. Sie bringen ihn zum Stamm der Schoschonen, damit diese über den Verbleib des Häuptlingssohnes informiert sind.
Schon merkt man, dass Immobilienmakler aus Wyoming mit allen Wassern gewaschen sind: Santa Maria hat sich das Vertrauen der Schoschonen erschlichen - und die beiden Helden landen am Marterpfahl.
In letzter Minute gelingt den beiden die Flucht. Sie wollen einen Indianerschatz ausfindig machen, um wenigstens die Schulden bei den Schoschonen abgleichen zu können.

Schon tun sich die Probleme auf: Grauer Star, Abahachis Großvater, lehrte seinen Neffen Alles zu teilen. So teilte er auch die Schatzkarte - stockbesoffen - in vier Teile. Allerdings kann er sich nur an den Verbleib von zwei der Bruchstücke erinnern: einen besitzt Abahachi selbst - den anderen... sein Zwillingsbruder...
Damit aber nicht genug: Nicht nur, dass Abahachi nur über den Aufenthalt der halben Karte informiert ist, auch verfolgen ihn Santa Marias Schergen...

Mit Hilfe von Abahachis Bruder Winnetouch kommen der Indianerhäuptling und sein Blutsbruder auf den restlichen zwei Teilen auf die Spur. Und die Bösen sind immer knapp dahinter...

Ob die Helden es schaffen, die Karte komplett in ihren Besitz zu bekommen, die Schoschonen auszubezahlen, Santa Maria der Gerechtigkeit zu überliefern und wie die Schoschonen doch noch an ein Kriegsbeil kommen - die Antwort gibts nur auf DVD.


feniksos filmfazit:
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Herrlich dämlich. Michael "Bully" Herbig, Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Regisseur dieses Streifens, liefert das Beste ab, was deutsche Comedy zu bieten hat.
Die Rahmenhandlung ist so schlicht wie genial - und geklaut. Wie alles andere übrigens auch. Winnetou-Fanatiker dürfte der Herzkasper treffen, wenn sie Bullys Persiflage zu sehen bekommen...
Über den ganzen Film hinweg verstreut sind Kalauer vom Wortwitz ("Stamm-Lokal") über Limmericks ("wo die Schoschonen schön wohnen") bis hin zu recht eigenwilligen, typisch Bully-Witzen ("dieses Buch gehört...").
Besonders Winnetouch, der etwas "andere" Zwillingsbruder (auch im "Lederstrumpf"), erfreute sich bei den Zuschauern größter Beliebtheit.
Was den Film für fenikso besonders angenehm macht: man spricht deutsch - oder so etwas ähnliches. Ranger und Co "ham an übelsdn Dialeggd drauf" - bayrisch ad ids besd.

Die Schauspieler:
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Michael "Bully" Herbig: Abahachi, Winnetouch
Köstlich. Bully, wie er leibt und lebert. Tolle Mimik, und, vor allem als Winnetouch, tolle Gestik, kombiniert mit "an richdiggn Feeling" für die Rollen - traum(schiff)haft.

Christian Tramitz: Ranger
Mein Lieblingscharakter. Der etwas unbeholfene, im Western leicht überforderte Cowboy, kommt so richtig gut an. Liegt vor allem am Schauspieler, der diese Rolle perfekt ausfüllt. OK, wurde ja auch extra für ihn zurechtgeschrieben... aber trotzdem.

Rick Kavanian: Dimitri
Der Grieche im Wilden Wilden Westen komplettiert die Bullyparade-Stammcrew. Leider nur zu kurz zu sehen - und mit zu wenig Dreherverworte. Da hilft nur eins: Ouzo. Enttäuscht etwas in der Rolle - da ist man aus der Bullyparade besseres gewohnt.

Sky Du Mont: Santa Maria
Die absolute Top-Besetzung. Den herrlich fiesen und immer gut gelaunten Bösewicht verkörpert keiner so gut wie Du Mont. Bekannt aus vielen Folgen "Der Alte" oder durch "Manila", Gastauftritte in "Saskia" und "Der Clown" hat sich der in Buenos Aires geborene Schauspieler in Deutschland einen Namen gemacht. Die Amerikaner kennen ihn auch: Aus "General Hospital" und zuletzt in Stanley Kubricks Meisterwerk "Eyes Wide Shut". Zum glück sagte er auch für die Rolle des Santa Maria zu - er setzt etliche Glanzlicher im Film...

Hilmi Sölzer: Hombre
Bekannt geworden an der Seite von Tom Gerhard ("Voll Normaaaal", "Ballermann 6") spielt er hier Santa Marias Lakeien. Und auch er zeigt eine glanzvolle, fehler- und tadelfreie Vorstellung.

Nebendarsteller: Keine Probleme. Vor allen John aus Santas Gefolge ist wirklich... cool.


Bild/Ton:
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Schlichtweg hervorragend. Gestochen scharfe Bilder, wunderbare Landschaften, und der dazu passende musikalische Hintergrund. Die Hintergrundmelodien passen immer zum aktuellen Geschehen, und drängen sich auch nicht nur Missklänge oder Lautstärke in den Vordergrund. Sie begleiten eben die Handlung - und genau das sollen sie.
Spezialeffekte findet man in einem Western selten - das gilt auch für Western-Persiflagen.


Die DVDs:
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Die 2 DVD-Box trägt den Titel "Deluxe Widescreen Edition". Wie bereits aus der Platinum Edition von MAWA bringt Constantin Video damit eine extra DVD voll mit Bonusmaterial ins Haus - sage und schreibe 152 min.

Film-DVD:
16:9-Film in deutsch (DD5.1 und DTS) mit optionalem Untertitel (deutsch für Hörgeschädigte und Nicht-Südstaatler) oder mit Audiokommentar (Bully, Dimitri und Winnetouch erzählen ihre Gedanken - wirklich hörenswert).

Bonusmaterial-DVD:
Making of: 22 min lang, und ganz genau das, was fenikso unter einem Mäigging off versteht.
Entfallene Szenen: 17 Stück an der Zahl, inkl. alternativer Anfang. Lieblingsszene: Kratzer
Outtakes: kennt man eher von Jackie Chan-Filmen - aber auch diese sind genial...
Winnetouchs Urlaubs-Dias: Diashow, in der uns Winnetouch etwas über die Entstehung des Films und einiger Privata erzählt
PR-Wüste: Alles, was mit Vermarktung von "Der Schuh des Manitu" zu tun hat - inkl. 13 Minuten eines englischen Showreels
Abahachis Stammbaum: verbirgt interessante Hintergrundinfos, Buchauzüge, Kinotrailer der Original-Winnetou-Streifen sowie ein absolut einmaliges Interview mit Bully und den Zwillingsbrüdern Winnetouch und Abahachi
Bleichgesichter: Biografien und Interviews von und mit Cast und Crew - durchschnittlich...
Außerdem verbirgt sich noch ein Hidden Feature auf der Silberscheibe. Suchen, staunen und erleben...
Wer zu faul dazu ist:
Ins Menü "Abahachis Stammbaum" gehen. Dann entweder drei mal nach links und anschließend nach oben oder umgekehrt (rechts/unten). Bei mir funzt aber nur das Zweitgenannte... Zum Hidden Feature des DVD-Rom-Parts kann ich leider nichts sagen - besitze kein funktionierendes DVD-Laufwerk :(

feniksos fazit:
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Der Film ist wirklich der absolute Comedy-Oberhammer. Zu Recht der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten, und der erfolgreichste Film in Deutschland des Jahres 2001 - noch vor Harry Potter.
Die Parallelen sind klar: Abahachi/Winnetou, Ranger/Old Shatterhand und Dimitri/Hatchi Halef Omar Ben... Ziemlich alle Karl May-Verfilmungen werden erwähnt oder auf die Schippe genommen. Deutsche Gründlichkeit eben...
Die DVD ist - einfach rundherum gelungen. So sieht eine richtige DVD aus, diese Ausstattung will man haben. Wenn der Film in Amerika angelaufen ist, gibt es sicherlich eine DVD mit einer englischen Version. Das soll man sich mal vorstellen...
Insgesamt zeigt der Film nur minimalistische Schwächen, und die DVD zeigt gar keine. Somit macht das, bei einer Gewichtung von 1:0,75 und den Noten von 1 und 1, eine Gesamtbewertung von genau 1.

Kleine Zusatzinfo:
Derzeit wird auf www.bullpara.de gerade abgestimmt, welcher Film als nächstes vom Bully-Team produziert wird. Neben einem zweiten Teil von "Der Schuh des Manitu" stehen dort "Sissi - Die Wechseljahre einer Kaiserin", "Unser Traumschiff" und "Der Film, wo keiner mit rechnet" zur Auswahl. Und ein "Bully, lass den Scheiss". Das Endergebnis wird dann, ich glaube Mitte Juni, in TV Total bekannt gegeben. Also, wenn auch schon die Politik schei*egal ist, wählt wenigstens hier ;)

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