Der Schuh des Manitu (DVD) Testbericht

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ab 5,22
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Erfahrungsbericht von Klops

Von Cowboys und Indianern - ein Western?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

1.Einleitung
Es gibt keine Sexualität im wilden Westen? Es gibt den Film, der das widerlegt jetzt endlich auf DVD: Der Schuh des Manitu. Der Film wurde im letzten Sommer mit fast 10 Millionen Besuchern zum erfolgreichsten Film aller Zeiten. Ob der Film auch mich überzeugen konnte? Lest doch selber!

2.Story und eigene Eindrücke
Alles fängt damit an, dass Ranger, ein Cowboy, und der Apachenhäuptling Abahachi Blutsbrüder werden, weil Ranger Abahachi das Leben an einem Bahnübergang gerettet hat. Seitdem reiten die beiden umher und verbringen ihren Alltag mit ziemlich sinnlosen Sachen, wie Spurenlesen.

Leider geht schon bei der Blutsbrüderschaft etwas schief und schon hier merkt man, dass sich Ranger und Abahachi andauernd streiten und fast nie der gleichen Meinung sind, aber in schwierigen Situationen doch zusammen halten.

Nach einiger Zeit entschließt sich Abahachi ein Stammlokal für seinen Stamm zu gründen, den Apachenpub. Er leiht sich Geld von dem Häuptlingssohn der Schoschonen und kauft dem Geschäftsmann Santa Maria den Pub ab. Leider erweist dieser sich als sehr unseriös und erschießt den Häuptlingssohn und der Pub ist auch nicht das, was Abahachi sich vorstellte.

Leider halten die Schoschonen mit ihrem Häuptling listiger Lurch Abahachi und Ranger für die Mörder. Bei Sonnenaufgang sollen die beiden getötet werden. Zum Glück gelingt ihnen die Flucht und Abahachi fällt ein, wie Ranger und Abahachi die Schulden bei den Schoschonen begleichen können: Mit Hilfe einer Schatzkarte, die Abahachi geerbt hat. Leider hat er diese im betrunkenen Zustand mit 3 anderen geteilt. An den einen kann er sich noch erinnern: Sein 2 Minuten älterer Zwillingsbruder Winnetouch.

Also machen sich Ranger und Abahachi auf den Weg zur Puder-Rosa Ranch, einer Beautyfarm, die von Winnetouch geführt wird. Winnetouch entpuppt sich als etwas feminin. Von ihm erfahren Ranger und Abahachi, dass die anderen beiden Teile der Karte bei dem Griechen Dimitri, der inzwischen eine Kneipe in Mexiko besitzt und bei der schönen Uschi, die in einem Saloon singt und tanzt, befinden.

Leider hat auch Santa Maria mit seiner Bande allen voran dem treuen Hombre etwas von dem Schatz mitgekriegt und trachtet jetzt danach ihn zu bekommen. Ob Abahachi und Ranger eher den Schatz finden? Wer das wissen will, muss sich den Film schon selber angucken.

Ich finde die Story einfach cool. Eigentlich eine typische Westernstory, die mit vielen eigenen Elementen und natürlich viel Humor aufgepeppt wurde. Es wird so ziemlich alles auf die Schippe genommen, was nur auf die Schippe genommen werden kann. Es kommen sehr viele Charaktere vor, die man in ähnlicher Art schon aus anderen Western kennt, nur wurden diese herrlich dargestellt und lustig gemacht.

Ich wusste auch nicht, dass Indianer so cool sein können. Diese Indianer haben nichts, was einen Indianerstamm ausmacht: keine Pferde, kein Kriegsbeil und keine Kriegsbemalungen. Statt dem Pferd benutzen die Indianer halt ein „krasses Pferd“ (Lore) und statt dem Kriegsbeil wird halt ein Klappstuhl ausgegraben. Auch die Szenen im Indianerdorf sind nicht schlecht. Ohne die Indianer würde wahrscheinlich einiges an Flair verloren gehen.

3.Schauspieler und Regisseur
Die Hauptrollen spielt Michael „Bully“ Herbig, den man schon aus der Bullyparade kennt. Er spielt die Rollen von Abahachi und seinem schwulen Zwillingsbruder fantastisch. Er passt sehr gut in diese Rollen.

Die nächste Hauptrolle spielt Christian Tramnitz als Ranger, eine Kollege von Bully aus der Bullyparade und aus alten Radiozeiten. Als etwas tollpatschiger Blutsbruder von Abahachi kommt er sehr gut rüber.

Wie die Faust auf Auge passt die Rolle von Sky Dumont, der Santa Maria spielt. Dieses saubere Image eines Mannes, der seine Bande, wie eine Schulklasse führt, bringt er super rüber. Fast jeder andere wäre hier wohl eine Fehlbesetzung gewesen.

Uschi wird von Marie Bäumer gespielt. Auch sie passt sehr gut in diese Rolle. Sie ist so ziemlich die einzige Frau in dem ganzen Film.

Der nächste Kollege von Bully aus der Bullyparade, ist Rick Kavanian, der die Rolle von Dimitri spielt. Er bringt die Rolle, als Möchtegernindianer sehr gut rüber.

Der letzte im Bunde der wichtigsten Darsteller ist Hilmi Sozer, den man vielleicht schon aus Filmen, wie „Voll normal“ oder „Ballermann 6“ kennt. Er spielt die Rolle des treuen Gefolgsmannes sehr gut.

Bei den Schauspielern wurde alles richtig gemacht. Alle passen fantastisch in ihre Rollen und können mit tollen schauspielerischen Leistungen überzeugen.

Michael „Bully“ Herbig war neben seiner Doppelrolle auch noch Regisseur, Produzent und Drehbuchautor. Er liefert also wirklich eine Energieleistung, die sich letzten Endes ja auch gelohnt hat.

4.Der Drehort, Kulissen und Special Effects
Bully hat sehr lange nach einem geeigneten Drehort gesucht. Er war in Australien, Südafrika und Südamerika. Sogar Jugoslawien, wo die Karl May Filme entstanden, war ein Kandidat. Letztendlich setzte sich aber Südspanien durch. Dort wurden schon viele Sergio Leone Western gedreht. Die Kulissen passen einfach für einen Western. Sehr gut kommt auch die Puder-Rosa-Ranch rüber.

Der Film benutzt zwar nicht all zu viele Special Effects, aber die, die angewendet werden sind wirklich gut.

5.Anspielungen?
Es wird natürlich sehr viel auf Karl May Filme angespielt, die auch ein Grund für die Entstehung des Films waren. Karl May kommt sogar kurz höchstpersönlich vor. Ein paar Szenen wurden auch aus Indiana Jones übernommen.

Natürlich ist alles völlig übertrieben dargestellt, was die Anspielungen so lustig macht. Die meisten Anspielungen dürfte wohl jeder erkennen.

6.Genre
Der Film ist eine Western-Komödie mit sehr vielen Anspielungen und leichten Gags, wer also etwas anspruchsvolles erwartet, ist an der falschen Stelle. Streckenweise ist der Film sehr verrückt und überdreht, wird dann aber auch wieder etwas ernster. Natürlich dürfen, wie in jedem Western auch Tanz- und Singeinlagen nicht fehlen. Die zusätzlichen Schießereinen und Raufereinen, sowie die vielen Szenen mit Indianern und Pferden, verleihen dem Film das nötige Westernflair ohne dabei das komödiantische zu vergessen.

7.Ausstattung der DVD
Auf der Hülle sind die Hauptdarsteller abgebildet. Hinten finden sich Infos zu DVD-Inhalt und zum Hauptfilm.

In der Hülle finden sich dann 2 DVDs, die so eingepackt wurden, dass das ganze nicht zu gequetscht aussieht. Außerdem findet sich noch ein kleiner Klappzettel, mit den Szenen und dem Inhalt der beiden DVDs.
Auf der ersten DVD befindet sich der Hauptfilm, der 82 Minuten lang ist. Der Film ist auf Deutsch und für Hörgeschädigte lassen sich Untertitel einblenden. Außerdem kann man den Film mit Audiokommentaren von Bully, Dimitri und Winnetouch laufen lassen. Mit dem Intellimode ist es möglich während des Films Bonusmaterial abzurufen.
Natürlich kann man alle 20 Szenen des Films von einem Menü aus abrufen, was inzwischen Standard ist.

Das besondere ist aber die zweite DVD, die mit 152 Minuten Bonusmaterial vollgepackt ist.

Man kann alle Sachen über verschiedene Menüs anwählen, die sehr übersichtlich gestaltet sind.

Unter „Die Legende“ befinden sich ein 22-minütiges Making of, das sehr gelungen ist, sowie entfallene Szenen, Outtakes und Produktionsnotizen, die man sich durchlesen kann. Die entfallenen Szenen sind, bis auf 2 oder 3 nicht so gut, und wurden auch zu Recht herausgeschnitten. Die Outtakes sind für den einen oder anderen Lacher gut.

Sehr interessant fand ich, den Punkt „Making of Visual Effects“. Hier wird gezeigt, wie die ganze Ton- und Bildeffekte entstanden sind.

Unter dem Punkt „PR-Wüste“ verbergen sich 4 Fernseh- und 1 Kinotrailer, so wie einen Radiospot zu „Der Schuh des Manitu“, die sich bis auf den Kinotrailer stark ähneln.
Hier finden sich außerdem verschieden Fernsehauftritte der Schauspieler oder zu Shows, die sich mit dem Film befassten.
Außerdem kann man sich Teile des Films auf Englisch angucken und einige Szenen der Synchronisation miterleben.

Unter dem Punkt „Abahachi’s Stammbaum“ verbergen sich die Kinotrailer zu den ersten drei Winnetoufilmen. Ich fand es sehr interessant zu sehen, wie die Trailer damals gemacht waren. Man kann man sich Interviews mit Abahachi, Winnetouch, Ranger und Santa Maria durchlesen. Außerdem befinden sich hier noch Auszüge aus dem Buch zum Film, die vorgelesen werden und das Interview mit Bully, Abahachi und Winnetouch, das ziemlich witzig ist.

Sehr interessant fand ich auch den Punkt „Bleichgesichter“, unter dem man viele Fotos von den Darstellern und der Crew, so wie sehr interessante Biografien zu den Darstellern, die man sich durchlesen muss.

Der lustigste Punkt des Bonusmaterials ist „Winnetouch’s Urlaubs-Dias“. Hier präsentiert Winnetouch einige Dias der Dreharbeiten, die er ziemlich lustig kommentiert.

Wer ein DVD Laufwerk hat, kann sich noch an kleinen Spielen und Weblinks erfreuen.

8.Altersbeschränkung
Die Altersbeschränkung von 12 Jahren finde ich vollkommen in Ordnung. Jüngere würden einiges von dem Humor wahrscheinlich noch nicht verstehen.

9.Fazit
Der Film ist einfach genial. Es wird ein Feuerwerk an Witzen abgebrannt, das man nicht oft zu sehen bekommt. Die Witze sind zwar nicht unbedingt anspruchsvoll und sind teilweise auch zu überdreht, aber der größte Teil des Film ist einfach nur witzig. Mn ist bis auf kleine Ausnahmen eigentlich nur am lachen oder zumindest am Schmunzeln. Zusammen mit dem zahlreichen und sehr guten Bonusmaterial ist die DVD absolut zu empfehlen. Ich hatte Glück und habe die DVD’s in Hamburg für 15 Euro erstanden. Sonst dürfte der Film zwischen 20 und 25 Euro kosten, aber auch das ist er allemal wert. Wer keinen DVD-Player hat, sollte sich wenigstens die VHS kaufen (ca. 12 Euro), denn auch diese ist es wert, auch wenn man dann das tolle Bonusmaterial verpasst. Insgesamt ein fantastischer Film, den ich nur sehr anspruchsvollen Leuten nicht empfehlen kann, ansonsten kann ich ihn jedem empfehlen.

Vielen Dank fürs Lesen. Über Kommentare und Gästebucheinträge freue ich mich immer.

Ciao, euer Klops.

Anmerkung: Bericht ist auch bei Ciao erschienen (Username: ackerbauer)

17 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Haber

    17.03.2002, 16:28 Uhr von Haber
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hab ihn mir gestern mal wieder auf Video reingezogen, ein Genuss mit vielen Lachern. Den kann man weiterempfehlen. Ciao Haber

  • nikosternchen

    16.02.2002, 12:23 Uhr von nikosternchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr guter bericht ,aber gibts nicht uach einen eigenen kategorie DVD???....lg niko

  • monkey

    16.02.2002, 12:16 Uhr von monkey
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bewertest du auch einen von mir? Viele Grüße, Dein Monkey :o)