Der Sieger (DVD) Testbericht

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ab 8,66
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von StarTheBuck

Der ruhige Mann und die wilde Frau

5
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

O'Hara, Wayne, Ford, Handlung

Kontra:

eventuell Bildqualität der frühen 50er Jahre

Empfehlung:

Ja

Hallöchen!
Er war einer meiner ersten John Wayne Filme, die kein Western waren und er, seine Geschichte und Entstehung hat mich fasziniert. Oh … und er ist mit Maureen O’Hara.

===+++ DVD Infos & Kauf +++===
Der Film stammt aus dem Jahre 1952 und stammt von John Ford.
+ Komponist: Victor Young
+ Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
+ Sprache: Deutsch (Dolby Digital 1.0), Englisch (Dolby Digital 1.0)
+ Untertitel: Deutsch
+ Region: Region 2
+ Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
+ FSK: Freigegeben ab 6 Jahren
+ Spieldauer: 129 Minuten

Ich habe bei Amazon für den Film 4,99 Euro gezahlt.
Diese DVD-Edition enthält folgende Extras:
+ Kurzfilm „Rookie of the Year“ von John Ford mit John Wayne und Sohn Patrick Wayne in den Hauptrollen
+ Produktionsnotizen
+ Trailer

Der Kurzfilm ist nett, relativ harmlos aber für alle John Wayne Fans natürlich ein Muss. Der Rest ist absolut vernachlässigbar.


===+++ Darsteller, Regie & Produktion +++===

John Wayne … Sean Thornton
Maureen O’Hara … Mary Kate Danaher
Barry Fitzgerald …. Michaleen Oge Flynn
Ward Bond … Father Peter Lonergan
Victor McLaglen … Squire “Red” Will Danaher
Mildred Natwick … Witwe Sarah Tillane

Regie … John Ford
Die Geschichte stammt von Maurice Walsh, einer irischen Autorin der 1930er Jahre, die in einer Zeitung veröffentlich wurde.

Was soll man zu John Wayne kurz sagen? Geboren wurde er 1907 und starb 1979 an Krebs, was Maureen O’Hara, einer langjährigen Gefährtin, sehr nahe ging (So in ihrer Autobiographie). Der wohl bekannteste Spitzname ist „Duke“, so wird er auch von seinen Kollegen in den „Special Features“ angesprochen. Er drehte zahlreiche Western, aber auch zahlreiche andere Filme so z.B. „Der Sieger“ (The Silent Men). Er gewann 25 Filmpreise – unter anderem einen Oscar für „True Grit“.

Maureen O’Hara wurde mit anderen Filmen bekannt, ihr erster großer Erfolg war in den dreißiger Jahren eine Hitchcock Verfilmung „Jamaika Inn“, weiters spielte sie in „Der Glöckner von Notre Dame“ auch an der Seite von Charles Laughton. Mit gefallen am besten „Bagdad“, „The Fallen Sparrow“ und „Silent Men“, nicht zu vergessen „McLintock!“. Sie zog sich nach einigen Misserfolgen und mit ihrem dritten Ehemann, einem Piloten, zurück aus dem Filmgeschäft. Nach dessen frühen Tod (Flugzeugabsturz) kehrte sie nur für kleinere Rollen wieder zurück auf die Leinwand. Heute lebt sie, immerhin im Jahre 1920 geboren, in Irland.

Mit John Ford hatten die beiden schon einige Filme gedreht. Ford begann mit dem Filmen bereits im Jahr 1917, ist also quasi ein Pionier. Zu seinen bekannten Filmen zählen: Mary of Scots (m. Katherine Hepburn), Stagecoach (m. John Wayne), How Green was my Valley (m. Maureen O’Hara u. Walter Pidgeon), The Grapes of Wrath (m. Henry Fonda), Rio Grande (m. John Wayne u. Maureen O’Hara) und The Wings of Eagles (m. John Wayne u. Maureen O’Hara).
Ford hat die Geschichte in einer Zeitung gefunden und lange Zeit davon gesprochen ein Drehbuch dafür herzustellen, bei dem auch, laut Maureen O’Haras Autobiographie, sie mitgewirkt hat. Über mehr als ein Jahrzehnt hat Ford daran gearbeitet.
Gefilmt wurde in Irland, in der Nähe von Maureen O’Haras Heimat. Ihre Familie war oftmals am Set und viele Nebencharaktere wurden mit einheimischen besetzt. Ford war ein sehr launischer Autor, die Stars hatten es niemals leicht mit ihm. Doch zwischen Wayne, O’Hara und ihm existierte ein besonderes Band, daher blieben sie ihm stets treu.

Der Film war für 7 Oscard nominiert (Cinematographie, Regie, Nebenrolle, Art-Direction Set Decoration bei Farbfilmen, bester Film, Sound, Drehbuch), gewann aber nur Cinematographie und Regie. Wayne und O’Hara erhielten keinerlei Nominierungen.

===+++ Handlung +++===
Handlungsort: ländliches Irland nach dem Zweiten Weltkrieg

Sean kommt mit dem Zug in seine Heimatdorf in Irland an und möchte sein Geburtshaus erwerben. Michaleen, sein Kutscher, der ihn überall hinbringt, erklärt ihm, dass das Haus der Witwe Tillane gehöre. Wieso Sean nach Irland zurückgekommen ist, nach all den Jahren, ist lange Zeit unbekannt. Er war Boxer in den USA, wohin seine Eltern mit ihm als Kind ausgewandert waren, und hatte seinem Gegner einen tödlichen Schlag verpasst, danach hatte er sich zurückgezogen. Irland sollte ihn nicht kennen und anfänglich war dies tatsächlich der Fall.

Bereits bei der Fahrt in den Ort sieht er eine junge rothaarige Frau, die auf einer Wiese Schafe hütet. Sie beachtet ihn anfänglich nicht. In der Kirche bei der Messe trifft er sie wieder und reicht ihr beim Verlassen sogar das geweihte Wasser, in seinen Händen, für das Kreuzzeichen. Michaleen ist entrüstet, dies würden nur verheiratete Paare machen dürfen. Die Rothaarige – Mary Kate Danaher – verlässt fluchtartig das Kirchenareal.

Michaleen bringt ihn zur Witwe Tillane, einer Großgrundbesitzerin, die ihm im Endeffekt das Haus verkauft, auch weil Will Danaher das Haus stürmt und von ihr verlangt, ihm das Cottage zu verkaufen. Sie könne es nicht einfach einem Fremden geben. Dies war Seans Glück.

Danaher kommt vollkommen entrüstet nachhause. Mary Kate macht dem Junggesellen den Haushalt und gibt ihm stets Kontra. Natürlich ist Danaher wütend über Sean, der ihm das ersehnte Cottage vor der Nase weggeschnappt hat.

Als er das erste Mal in sein Steincottage kommt, ist aufgekehrt und er merkte, dass sich jemand im Haus aufhielt. Quasi wortlos versucht Mary Kate zu flüchten, Sean erwischt sie noch und es kommt zu einem flüchtigen Kuss.

Sean, der sich in Mary Kate, verliebt hat, würde gerne um ihre Hand anhalten, doch Will verneint dies natürlich. Am liebsten hätte Sean ihn zum Kampf gefordert, doch hatte er sich geschworen, nicht mehr zuzuschlagen.

Bei einem Pferderennen erkennt Mary Kate, die ihn natürlich gerne geheiratet hätte, dies aber traditionell ohne den Segen des Bruders nicht konnte, dass Sean offenbar Interesse an der Witwe zeigte. Natürlich war dies ein Plan. Man lässt Will Danaher in dem Glauben, dass die Witwe einer Ehe zustimmen würde, wenn seine Schwester aus dem Haus wäre – zwei Frauen in einem Haus, wer würde dies schon wollen?

So wird Michaleen als Heiratsvermittler eingesetzt – macht die Termine auf und beaufsichtig das nicht verheiratet Paar. Rasch flüchten sie quer über die Felder auf eine nahegelegenen Friedhof. Dort, von einem Gewitter überrascht, kommt es zu einem Kuss und sie lässt ihn somit wissen, dass sie genauso für ihn empfinde.

Mittlerweile hatte er das Haus nett hergerichtet und einer Eheschließung stand nichts mehr im Wege. Es wird geheiratet. Am Hochzeitstag fliegt der Schwindel mit der Witwe auf und Danaher weigert sich, Mary Kate ihre Mitgift zu geben – Möbel und eine bestimmte Summe Geld.

Bereits bei der Heimkehr ins nun gemeinsame Cottage stellt Mary Kate fest, dass sie nur eine Ehefrau sein könne, wenn sie ihre Mitgift besäße. So wird die Ehe nicht vollzogen. Auf der einen Seite versucht Mary Kate ihren sturen Kopf durchzusetzen und Sean dazu zu bewegen, dass er mit ihrem Bruder über das Geld verhandle, da die Möbel bereits durch gute Freunde zurückerobert wurden, noch in der Hochzeitsnacht. Sean geht diesem Streit aus dem Weg und versteht nicht, wieso ihr dies so wichtig war. Er besaß Geld und sie konnte alles haben, was sie wollte. Er scheint ihr auch eine kleine Kutsche.

Nach einiger Zeit, Mary Kate stachelt Sean wieder auf, schleppt er sie querfeldein über Hügel, die Straße und sonstiges zu ihrem Bruder. Ihm ist dabei egal, dass sie einen Schuh verloren hat, hingefallen ist, er hält einfach an ihrem Arm fest und zieht sie. Bis sie schließlich bei ihrem Bruder ankommen und er sie– in einer natürlich demütigenden Art und Weise - ihrem Bruder wieder zurückgibt. In die Enge getrieben übergibt Will ihm das Geld und gemeinsam verbrennen Mary Kate und Sean es. Sie geht nachhause um Abendessen zu bereiten. Und dann kommt es zu dem legendären Kampf zwischen Will und Sean quer durchs Dorf. Bereits als er Mary Kate zu ihrem Bruder geschleppt hat, war die Zuschauermenge größer geworden, die mit ihnen gewandert ist, größer und größer. Im Endeffekt ist das ganze Dorf versammelt ….


===+++ Fazit +++===
Der Film kommt mit wenigen großen Dialogen aus, er arbeitet mit der Kamera und der Mimik der Schauspieler, was ihn einzigartig macht. Dier Qualität des Filmmaterials könnte besser sein, nur um ehrlich zu sein, das macht einen alten Film auch aus.

Es gibt viele Nebenhandlungen, z.B. das Auftreten der IRA (erkennbar an ihren Uniformen), die Gespräche mit Pastor und Priester etc. die allgemein zu der Handlung beitraten. Auch wird immer wieder gesungen, traditionelle irische Lieder, u.a. auch in Gälisch. Auch O’Hara singt und spielt Klavier.

Auch wenn die Geschichte anfänglich banal wirkt, kann man sich herrlich in die Rolle des großen Bruders Will Danaher hineinversetzen, der seine Tochter an den Mann nicht abgeben möchte, der ihm das Stück Land vor der Nase weggeschnappt hat und auch noch Amerikaner ist.

Das Pub ist der zentrale Ort, wo sich alle Männer treffen, um zu trinken aber auch Verhandlungen zu treffen und politische Statements (siehe IRA) von sich zu geben.

Ich liebe Irland und alleine die Landschaftsaufnahmen waren es wert, sich den Film anzusehen. O’Hara versucht am Anfang ihm nicht aufzufallen, da sie die Probleme mit ihrem Bruder irgendwie voraussah. Sie kochte und putze in seinem Haus, während er nur kommentierte.

Es ist auf alle Fälle wert sich den Film im Originalton anzusehen, da Maureen O’Haras herrlicher irischer Akzent zu hören ist, die Betonung bestimmter Konsonanten zum Beispiel. Die wenigen Dialoge sind spritzig und man erkennt Mary Kates Temperament, welches sie stets auslebt. Das rote Haar, das große Temperament … irisch halt.

Es gibt auch eine lustige Anekdote. Als Wayne O’Hara über die Felder schleift, hatte er mit Ford gemeinsam dafür gesorgt, dass überall Schafskot aufgelegt wurde. O’Hara hatte ihn mithilfe einiger Mitarbeiter entfernen lassen, Wayne und Ford taten es wieder. So schreibt sie in ihrer Autobiographie, dass sie tagelang danach gerochen habe.

Ein sehr zu empfehlender Film, besonders weil man Wayne in einer so anderen Rolle sieht. Bei Maureen O’Hara merkt man oftmals, dass sie sich in der irischen Umgebung wohlzufühlen schien. Ihre Sprache wirkt viel natürlicher, da sie ihren Akzent nicht versucht zu verbergen.

Alles Liebe,

Buckii

(aka Lilian-the-Great)

34 Bewertungen, 6 Kommentare

  • catmum68

    18.09.2012, 17:23 Uhr von catmum68
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreicher Bericht, LG

  • Juri1877

    24.08.2012, 01:08 Uhr von Juri1877
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gegen alle Flaggen mit Ohara fand ich auch recht gut

  • Baby1

    23.08.2012, 20:52 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • sigrid9979

    23.08.2012, 13:22 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wüsche dir einen schönen Sonnigen Tag

  • XXLALF

    23.08.2012, 12:20 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...und einen schönen tag

  • katjafranke

    23.08.2012, 11:46 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sonnige Grüße..KATJA