Der Sieger (DVD) Testbericht

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ab 8,66
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von bigmanu

Schlagkräftige Männer, kratzbürstige Frauen :o)))

Pro:

toller Klassiker, überzeugende Darsteller, witzige Dialoge

Kontra:

evtl. die Ausstattung der DVD

Empfehlung:

Ja

Gestern war mir mal wieder nach einem schönen alten Klassiker, also suchte ich unseren Video bzw. DVD Schrank durch. Ich habe sehr viele alte Filme im Schrank, und auch mein Männe steht auf diese alten Schinken. Entschieden habe ich mich dann für „Der Sieger“ von 1952 mit John Wayne. Das ist einer meiner Lieblingsfilme, und seit meinem letzten Geburtstag besitze ich von diesem Film auch eine DVD.


Gekauft hat diese DVD mein Männe, um mich damit zu überraschen. Unsere Fernsehaufnahme war wirklich nicht von überragender Qualität. Unter www.amazon.de kann man diese DVD im Moment für knapp 20,00 Euro kaufen.


Die Geschichte ist einfach aber schön, und lebt von den wirklich tollen Schauspielern und den schönen Landschaftsaufnahmen in Irland. Der ganze Film ist überhaupt eine Liebeserklärung des Regisseur John Ford an seine alte Heimat Irland.


Zur Handlung:
Der Film beginnt damit, das der Amerikaner Sean Thornton (John Wayne) mit dem Zug in einem kleinen Kaff in Irland landet, und dort nach dem Weg zu seinem Geburtsort fragt. Er hat seine Boxkariere an den Nagel gehängt, nachdem er in einem Kampf seinen Gegner getötet hatte. Das erfährt man allerdings erst im Laufe des Filmes. Jetzt möchte er sein Geburtshaus zurückkaufen, und dort ansässig werden.

Ein alter Bekannter, der ihn als Kind gekannt hat, Michaleen Og Flynn (Barry Fitzgerald), bringt ihn zur wohlhabenden Witwe Sarah Tillane (Mildred Natwick), die jetzt die Besitzerin seines Geburtshauses ist. Doch auch Will Danaher (Victor McLaglen), dessen Besitz an das Haus grenzt, hat seit Jahren ein Auge darauf geworfen. Nachdem er ziemlich plump wird, verkauft die Witwe Tillane das Haus an Sean Thornton. Dadurch bekommt dieser ungewollt gleich einen Feind in Irland, den Will Danaher schäumt vor Wut.

Welche Nachteile das für ihn hat, stellt Sean fest, als er sich in die Schwester von Danaher verliebt, die stürmische und leicht widerborstige Mary Kate Danaher (Maureen O´Hara). Auch sie ist ihm zugetan, und der örtliche Heiratsvermittler Michaleen Og Flynn wird tätig. Doch ihr Bruder verweigert seine Zustimmung, und ohne diese kann und will sie nicht heiraten. So will es der Brauch und die Tradition.

Zusammen mit dem Dorfpriester und dem Pastor des Ortes denkt sich Michaleen Og Flynn eine List aus. Will Danaher ist schon seit Jahren hinter der Witwe Tillane her, die ihn aber bisher immer abgewiesen hat. Sie reden dem Mann nun ein, das sie ihn heiraten wird, sobald seine Schwester aus dem Haus ist. Außerdem schüren sie seine Eifersucht, indem sie ihm vormachen Sean wäre hinter seiner Witwe her. Widerwillig gibt er seine Einwilligung zur Hochzeit, die Mitgift wird verhandelt und Sean darf um seine Braut werben. Natürlich alles streng nach den Traditionen, die nicht ganz einfach sind. Doch schließlich kommt es zur Hochzeit, und alles könnte jetzt glücklich enden.

Auf der Hochzeitfeier entdeckt Danaher allerdings, hat man ihm etwas vorgemacht hat. Ziemlich plump macht er seiner Witwe einen Antrag, den diese entrüstet ablehnt. Er verweigert daraufhin seiner Schwester die Mitgift und schlägt Sean nieder. Jetzt zeigt Mary Kate, wie stur sie sein kann. Ohne Mitgift, vor allem ohne ihre Möbel und Haushaltsachen, die seit Jahren in der Familie vererbt werden, fühlt sie sich nicht verheiratet. Sie schließt Sean aus dem Schlafzimmer aus, und beide verbringen eine sehr ungemütliche Hochzeitsnacht. Die Stimmung hebt sich etwas, als die Freunde der beiden am nächsten Morgen zumindest die Sachwerte ihrer Mitgift bringen. Doch von den 350 Pfund in Gold will sich Danaher nicht trennen. Mary Kate dringt darauf, das Sean diese einfordert, dieser will sich aber aus verständlichen Gründen nicht mit seinem Schwager schlagen. Und genau darauf läuft es nämlich hinaus.

Die Sache eskaliert, als Mary Kate nach einer gemeinsamen Nacht davon läuft. Sean holt sie aus dem Zug und zerrt sie einen langen Weg zurück, über Stock und Stein, begleitet von sämtlichen Einwohnern der näheren Umgebung. Er wirft sie ihrem Bruder zu Füßen, als dieser es in aller Öffentlichkeit ablehnt, die Mitgift vollständig zu zahlen. Jetzt zahlt Danaher doch, und Sean und Mary Kate verbrennen das Papiergeld. Und dann verschwindet Mary Kate vergnügt in Richtung Haus, während Sean und Will Danaher sich eine gewaltige Schlägerei liefern. Und am Ende wanken die beiden als Freunde, völlig betrunken, nach Hause, und Danaher darf um seine Witwe werben. Männer !!!


Der ganze Film ist unheimlich witzig, und sprüht nur so von Temperament und Lebensfreude. Es gibt sehr schöne Landschaftaufnahmen in Irland, und sehr witzige Aufnahmen die offensichtlich im Studio aufgenommen wurden. Aber so war das eben zu dieser Zeit, und vielleicht macht auch das den Charme eines solchen Klassikers aus. Maureen O´Hara und John Wayne spielen das Paar mit Hindernissen wirklich sehr gut, wenn auch John manchmal einen etwas zu seelenvollem Blick drauf hat. Maureen O`Hara sprüht das Temperament förmlich aus den Augen, und die Widerspenstige kann sie echt gut spielen. John Wayne ist auch in einem Film ohne Sand, Colts und Schießerei sehr gut. Allerdings hat es mich gestört, das er sich zu jeder möglichen und unmöglichen Zeit in diesem Film eine Zigarette anzünden muss. Da fragt man sich doch, ob der Film etwa von der Zigarettenindustrie gesponsert wurde.

Aber auch die anderen Darsteller sind meiner Meinung nach alle erstklassig. Besonders Barry Fitzgerald als Michaleen Og Flynn ist treffend besetzt. Der kleine Zwerg, der gerne einen trinkt, und der Sean immer hilfreich zur Seite steht. Und auch Victor McLaglen ist erstklassig, und wurde als bester Nebendarsteller sogar für einen Oscar nominiert. Gut gefallen hat mir auch Ward Bond als Pfarrer, der nie dazu kommt in Ruhe zu fischen.

Die lange Schlägereiszene am Ende ist ebenfalls sehr lustig. So muss sich ein Mann scheinbar verhalten, wenn er als richtiger Mann gelten möchte. Auf jeden Fall war das die Meinung in den 50er Jahren. Und die Frau reicht dem Mann sogar noch einen Stock, damit er sie züchtigen kann. Für jede aufgeklärte Frau ein Graus, aber in diesem Film stört es mich trotzdem nicht. So waren eben die Ansichten damals, und das ganze wird sehr witzig und lustig dargestellt.

Der Film wurde insgesamt für 7 Oscars nominiert, hat aber nur zwei bekommen. Die Oscars wurden für die beste Regie und die Kamera vergeben. Der Originaltitel dieses Filmes lautet „The Quiet Man“, Regie führte John Ford die Musik ist von Victor Young.


Nun noch ein paar Worte zur DVD an sich. Als Extras gibt es hier einen Kurzfilm mit dem Titel „Rookie of the Year“, einen Trailer und Produktionsnotizen sowie ein Interview mit John Ford. Nicht gerade üppig, aber mir kommt es auch hauptsächlich auf den Film an. Freigegeben ist er ab einem Alter von 6 Jahren, und er läuft 125 Minuten lang. An Sprachen hat man hier die Auswahl zwischen Deutsch und Englisch, wobei der Ton in beiden Sprachen in Mono ist. Das Bildformat ist 4:3, und man hat die Möglichkeit sich in der englischen Fassung deutsche Untertitel einzublenden. Ich sehe mir den Film auch gerne im Originalton an, dazu reicht mein Englisch aus, da ich den Text sowieso auswendig kenne. Was mich an der deutschen Fassung stört, ist die Änderung der Namen. So wird hier aus Sean ein John und aus Mary Kate eine Marianne. So schwer sind die englischen Namen nicht, das man sie nicht hätte übernehmen können. Die Bildqualität ist insgesamt in Ordnung, ist eben ein alter Film. Doch alles in allem bin ich wirklich zufrieden mit der Qualität der DVD. Ist natürlich weitaus besser als meine vom Fernsehen aufgenommene Videofassung.


Mein Fazit:
Ich sehe mir diesen Film immer wieder gerne an, und kann dabei so richtig herzhaft lachen. Auch die Romantik kommt dabei nicht zu kurz, und die beiden Hauptdarsteller sind einfach top. Die Landschaftsaufnahmen sind wirklich sehr schön, und die Musik untermalt das ganze sehr passend. „Der Sieger“ ist einfach ein wunderschöner alter Film, den man sich immer wieder ansehen kann. Auch wenn die DVD nicht übermäßig gut ausgestattet ist, verleihe ich hier alle fünf Sterne. Mir geht es in erster Linie um den Film, und der wurde für sein Alter sehr gut auf DVD umgesetzt. Deshalb von mir auch eine uneingeschränkte Weiterempfehlung.


Gruss von Eurer BigManu

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