Der Soldat James Ryan (VHS) Testbericht

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ab 6,61
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Erfahrungsbericht von Carola

Letztlich ein konventioneller Soldatenfilm

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Der ‚Soldat James Ryan’ gehört für mich zu DEN Filmen der letzten Jahre, die am meisten überschätzt werden. Seien wir doch ehrlich, was passiert eigentlich nach dem guten Teil des Films, der gerade mal 30 Minuten umfasst?

Sicher in diesen ersten 30 Minuten des Films, die sicherlich in die Filmgeschichte eingehen werden, wird realistisch und schonungslos am Beispiel der Landung in der Normandie gezeig, was Krieg bedeutet.

Allerdings kann man danach eigentlich getrost abschalten oder das Kino (wenn er mal wieder gezeigt wird) verlassen. Dann ist der gute Teil des Films auch schon vorbei.

Der Rest des Films bedient eigentlich typische und konventionelle Genre-Muster. Die Soldaten werden brav der Reihe nach vorgestellt, die Aufgabe wird gestellt (hier: Rettung des Soldaten Ryan für die Mutter, die schon ihre anderen Söhne verloren hat), die Aufgabe wird unter großen Schwierigkeiten erfüllt.

Am erschütterndsten jedoch waren für mich die Schlusssequenzen. Da steht – Jahrzehnte später – der gerettete Soldat mit seiner Frau am Grab seines Retters, im Hintergrund seine Familie und sagt zu seiner Frau: „sag mir das es sich gelohnt hat“. Ganz abgesehen davon, dass ich meinte die amerikanische Nationalhymne zu hören (gespielt wird sie nicht), musste ich in dem Moment eigentlich nur noch denken: Sag mir, dass es sich gelohnt hat, dass ich ein guter amerikanischer Staatsbürger gewesen bin, genug Kinder für das Land produziert habe und immer pünktlich meine Steuern gezahlt habe.

Fraglich war für mich zudem, ob es tatsächlich damals so wenige schwarze Soldaten bei den amerikanischen Streitkräften gab. Suggeriert wird im Gegenteil, dass dieser Krieg und vor allem diese Episode eine Angelegenheit der weißen amerikanischen oberen Mittelschicht war. Zumindest kamen die meisten Personen, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, aus eben dieser Schicht.

Spielberg hat hier eigentlich einmal mehr einen Film abgeliefert, der dem patriotischen Geist der Durchschnittsamerikaners (so zumindest das Klischee) bedient und damit auch erfolgreich war. Filmgeschichte jedoch hat er lediglich mit den ersten dreißig Minuten geschrieben.

Für mich kam erschwerend auch noch hinzu, dass Tom Hanks die Hauptrolle spielt und er zu den Schauspielern gehört, bei denen ich eigentlich wegrennen muss. Wieder einmal spielte er, wie immer, zu gefällig, zu rund, zu brav.

Ein ganz anderer Antikriegs-Film, der im gleichen Jahr in die Kinos kam, hatte – obwohl um Klassen besser – weniger Erfolg an den Kinokassen und auch bei der Oskarvergabe: Der schmale Grat von Terence Malick.

18 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Bettina-l

    25.02.2002, 22:41 Uhr von Bettina-l
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein nachdenklicher film!

  • Mischka27

    17.02.2002, 15:41 Uhr von Mischka27
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ist schon an vielen Schulen der Bundeswehr ein Lehrfilm

  • BigRobShag

    17.02.2002, 15:13 Uhr von BigRobShag
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich finde nicht, daß nur der erste Teil des Films sehenswert ist. Zum Anfang zeigt sich der Stellungskrieg, der noch ziemlich anonymisiert abläuft, erst als die Soldaten direkt aufeinandertreffen, wie bei der Messerszene im Haus(werde meinen Bei

  • huskiestef78

    17.02.2002, 15:08 Uhr von huskiestef78
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schau dir mal unter Community meinen Bericht „Geld doch ab 11 Lesungen weniger“ und sage mir mal was du dazu sagst!