Der schmale Grat (DVD) Testbericht

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ab 3,85
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Erfahrungsbericht von Scrootch

Willkommen im Pazifik-Paradies

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Zeig mir wo die Eisernen Kreuze wachsen, könnte auf diesen Film passen, wenn er in der ehemaligen Wehrmacht spielen würde. Im 2. Weltkrieg besetzen die Amerikaner eine Insel nach der anderen im Pazifik und befreien sie von den Japanern. Diese Taktik war eine der größten Materialschlachten im 2. Weltkrieg und eine logistische Meisterleistung. Die Inseln wurden bereits wenige Tage nach der Landung als Basis für weitere Operationen benutzt und ausgebaut, bevor noch die letzten Japaner besiegt oder von der Insel geworfen worden waren.

1942 ist eine Infanterie-Kompanie des USMC (US Marine Corps) ist an der Landung auf der Pazifik-Insel Guadalcanal beteiligt. Ein kleines Fleckchen Erde, das einen entscheidenden Wendepunkt im Pazifik darstellte.
Noch wissen weder die Soldaten noch die Vorgesetzten, was sie auf dieser Insel erwartet. Was die Soldaten während der Landung erwartet lässt die Eroberung der Insel wie einen Spaziergang anmuten. Doch kaum lassen sie den Strand hinter sich und erreichen den schier undurchdringlichen Urwald und die Berge der Insel treffen sie auf einen Feind der zu allem entschlossen ist und auch angesichts einer großen gegnerischen Übermacht nicht klein beigibt.
Sehr schnell beginnen die Soldaten zu begreifen, dass hier nicht der einzelne Soldat sondern die Gemeinschaft zählt. Innerhalb der Kompanie verschwimmen die Hierarchien und nur das nackte Überleben zählt.
So setzt sich auch der Kompaniechef gegen einen direkten Befehl seines Bataillons-Kommandeurs zur Wehr, der seine Kompanie scheinbar in den sicheren Tod schickt.
So kämpft sich die Kompanie durch blutige Schlachten und sieht sich rücksichtslosen Vorgesetzten ausgesetzt ........

Die Geschichte von James Jones wurde von Terrence Malick zum Teil sehr eigenwillig und surreal umgesetzt. So kommt es mitten in den heftigsten Kämpfen vor, dass der Klang der Schlacht ausgeblendet wird und man sich nur noch dem Bild des Krieges ausgesetzt sieht. Dies stellt kein fehlendes Detail dar, sondern unterstreicht vielmehr die Eindringlichkeit der Bilder. Diese Umsetzung hat nicht umsonst den Goldenen Bären 1999 erhalten und wurde für 7 Oscar nominiert. Eigentlich hätte er den Vorzug für den besten Film bekommen müssen, aber „Der Soldat James Ryan“ hatte wohl die bessere Lobby.

Nicht zuletzt dank einem Aufgebot an Stars, die eigentlich „nur“ die Realität spielen – das aber sehr gekonnt – und der Musik von Hans Zimmer heben dieses Werk von der üblichen Hollywood-Kriegsfilm-Maschinerie ab.
Der zweifelnde Kompaniechef wird gespielt von Sean Penn und der ehrgeizige Kommandeur, der endlich zum Colonel und dann auch zum General befördert werden will, nachdem man ihn stets übergangen hat, von Nick Nolte. In weiteren Rollen sind neben George Clooney so namhafte Akteure wie Adrien Brody, Jim Caviezel, Ben Chaplin, John Cussack, Woody Harrelson, Elias Koteas, und John R. Reilly. Ein Aufgebot mit dem man mehrere gute Hollywood-Streifen drehen könnte.
Zur Musik ist zu sagen, dass durch und durch geht, wenn sie einmal durch den Schlachtenlärm dringt. Aber nicht nur Hans Zimmer hat hier Einfluß gehabt, sondern Malick lässt auch traditionelle melanesische Gesänge (ähnlich unseren Kirchen-Chorälen) einfließen. Ein ganz interessante Variante der Vertonung, die mir so bisher noch nicht begegnet war in einem Hollywood-Streifen. Der Ton kommt in aller Sprachen in Dolby Digital 5.1 und macht aus dem Film ein wahres Erlebnis.

Auf der DVD ist aber mit dem Film noch nicht Schluss. Neben den obligatorischen animierten Menüs (das so etwas noch erwähnt wird) findet man als Bonusmaterial noch den Original Kino Trailer sowie die erwähnten melanesischen Lieder. Daneben gibt es noch den Untertitel in Castellano, Englisch und Deutsch für Hörgeschädigte. Das war es dann auch. Ein Making Of sucht man ebenso vergebens wie entfallene Szenen.

Fazit:
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Diese DVD biete nicht nur einmal 164 Minuten sehr gute Unterhaltung, sondern man kann sich diesen Film auch durchaus mehrmals anschauen. Es ist erstaunlich, wie oft man dann doch feststellt, dass einem bisher dieses oder jenes Detail entgangen war. En Phänomen, das ich bisher nicht oft hatte.
Der Film als solcher ist auch durchaus den stolzen Preis von 50 Mark wert. Leider ist die sonstige Ausstattung der DVD mehr als mager. Zumindest ein Making Of wäre bei einem Film dieser Klasse angebracht gewesen. Aber Fox 2000 Pictures geht mit Bonusmaterial bekanntlich eher „sparsam“ um.
Wer nun die 25 € nicht investieren will, dem empfehle ich dringend, sich die DVD in der Videothek um die Ecke auszuleihen und anzuschauen. Immer vorausgesetzt man lehnt Filme mit bezug zum Krieg nicht gänzlich ab. Es sei aber darauf hingewiesen, dass „Der Schmale Grat“ kein Kriegs- sondern ein Anti-Kriegsfilm ist und auch als solcher verstanden werden will.

© renebl / Scrootch

Technische Daten:
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Laufzeit: 164 Minuten
Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch
Regionalcode: 2

Regie: Terrence Malick
Darsteller: s. Text
Bildformat: 2.35:1 (16:9-Widescreen)
FSK: 16 Jahre

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