Der schmale Grat (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Nietzsche

Poesie des Wahnsinns

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nachdem der Film „Der Soldat James Ryan“ bei mir in der Kritik eher schlecht weg kam, wurde mir von einem Ciao-Mitglied der Film „Der schmale Grat“ empfohlen. Gestern hatte ich nun die Möglichkeit mir diesen Film im Fernsehen anzusehen.

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Die Story:
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Der Film spielt während des zweiten Weltkrieges. Die Schützenkompanie „C-Force-Charlie“ versucht auf der Salomon-Insel Guadalcanal in einer entscheidenen Schlacht den japanischen Stützpunkt einzunehmen, der sich auf einem Hügel befindet.

Die Landung auf der Insel erfolgte erstaunlicherweise problemlos und ohne Gegenwehr, doch der Kampf um den Stützpunkt erweist sich als schwierig, da die Japaner mit ihrem Maschinengewehren das gesamte Gebiet in Schach halten. Dennoch gibt Lieutenant Colonel Gordon Tall (Nick Nolte) den Befehl zum direkten Sturm. Sergeant Keck weigert sich den Befehl auszuführen, da er nicht bereit ist seine Männer in den sicheren Tod zu schicken. Das hat zwei Konsequenzen: Tall rückt selbst zur Truppe vor, um sich ein Bild von der Situation zu machen und schickt schließlich 7 Männer auf den Hügel, die diesen auskundschaften und einnehmen sollen und Keck wird mit dem nächsten Flieger voller Verwundeter nach Hause geschickt – nicht, ohne für eine Auszeichnung vorgeschlagen zu werden.

Die Einnahme des Hügels klappt, jedoch nicht ohne Tote zu hinterlassen... .

Mehr zur Handlung zu sagen ist schwierig, da diese mehr in Bildern, Sprache und Eindrücken vermittelt wird, als in wirklicher Story.

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Meine Meinung:
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Ich bin froh, daß mir dieser Film ans Herz gelegt wurde, denn da ich von ihm vorher noch nichts gehört hatte, hätte ich ihn mir sonst vielleicht nicht angesehen. Dabei hätte ich viel verpaßt!

Der Film ist in Eindrucksvollen Bildern eingefangen, die die meißte Zeit von Gedanken der Soldaten untermalt werden, die durch Off-Stimmen dem Zuschauer vermittelt werden. Dabei sind diese Gedanken fast schon poetisch, meißt jedoch philosophischer Natur. Sie fragen nach dem Sinn, machen sich die Absurdität der Situation – des Krieges bewußt. Sie klagen nicht an, doch hinterfragen. Fragen danach, wie das Böse in die Welt kommt werden wach oder aber auch die Frage danach, wie es sein kann, daß ein und derselbe (Gott) zugleich das Gute und das Böse in die Welt bringt.
Diese Fragen spiegeln sich auch in scheinbar zufällig eingefangenen Bildern wieder: Grashalme, über die unvermittelt Blut spritzt, ein Papageienjunges das aus dem Nest gefallen ist und nun um sein Leben ring, ein Soldat, der sich im hohen Gras vor dem Feind versteckt und fast selbstvergessen einer Mimose über die Blätter streicht, die sich durch die Berührung zusammenfalten, ein Soldat, der sich in den Wahnsinn flüchtet um der Realität zu entkommen.

Der Film steckt voll von diesen Bildern, durch die die Stimmung des Filmes und sein „Charme“ verstärkt werden. Hier wird der ganz normale Wahnsinn des Krieges nicht durch „plumpe“ Metzeleien eingefangen, sondern weitaus vielschichtiger und durch Bilder und Texte kritisch hinterfragt.
Statt den Zuschauer mit Brutalität zu schocken, wird der Zuschauer hier durch gezielte Fragen, durch intensive Bilder selbst in den Film einbezogen. Zumindest in soweit, als das er anfängt über die Sinnlosigkeit und Absurdität des Krieges zu reflektieren. Brutale Bilder kann man ignorieren oder wegsehen, doch diese Bilder nicht und schon gar nicht die Fragen, da sie ständig präsent sind in diesem Film und beständig am eigenen Intellekt rütteln.

Dieser Film macht deutlich, daß es im Krieg keine Helden gibt und auch kein Gut oder Böse. Der Feind steht auf beiden Seiten, genauso wie Menschen, die um ihr Leben kämpfen und voller Angst und Verzweiflung darauf hoffen unversehrt der Hölle zu entkommen.
Das Böse ist nicht der Feind, sondern der Krieg selbst, der Menschen in Extremsituationen schickt, die sie sich selbst geschaffen haben.
Der Film erinnert ein wenig an „Apocalypse Now“. Zum einen wegen der Machart und zum anderen durch die Message, die dem Zuschauer vermittelt wird – durch die Absurdität des Krieges, die hier nur allzu deutlich vermittelt wird.

In dem Film geben sich große Stars die Klinke in die Hand, spielen dennoch aber allesamt nur Nebenrollen! Zum einen, weil sie oft nur kurze Szenen spielen und zum anderen, weil es keinen wirklichen Hauptdarsteller gibt.
Viele der bekannten Schauspieler habe ich nur beim zweiten oder dritten Hinsehen erkannt, was auch daran liegt, daß hier nicht durch bekannte Gesichter zu beeindrucken versucht wird. Statt der Darsteller steht allein die Handlung im Mittelpunkt des Geschehens!

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Fazit:
*****
Der schmale Grat ist kein Film für einen gemütlichen Fernsehabend, dennoch auf jeden Fall lohnenswert, da er durch seine Bild- und Wortgewalt dem Zuschauer direkt unter die Haut geht und ihn zur Reflektion zwingt. Der Film verzichtet dabei erfreulicherweise auf falschen Pathos und Heldentum, das beim Thema Krieg einfach fehl am Platz zu sein scheint.
Wer eine actionreiche Handlung erwartet wird bitter enttäuscht werden, denn hier steht der Mensch und seine Fragen im Vordergrund – nicht die bloße Unterhaltung.

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USA 1998
Länge: 170 Minuten

Darsteller:
Sean Penn (First Sergeant Edward Welsh), Adrien Brody (Corporal Fife), Jim Caviezel (Private Witt), Ben Chaplin (Private Bell), George Clooney (Captain Charles Bosche), John Cusack (Captain John Gaff), Woody Harrelson (Sergeant Keck), Elias Koteas (Captain James "Bugger" Staros), Nick Nolte (Lieutenant Colonel Gordon Tall), John C. Reilly (Mess Sergeant Storm), Arie Verveen (Private Dale), Dash Mihok (Private First Class Doll), John Savage (Sergeant McCron)

Regie: Terrence Malick


Stab:

Produzenten: Robert Michael Geisler, John Roberdeau, Grant Hill für Phoenix Pictures

Drehbuch: Terrence Malick

Roman "Insel der Verdammten" von James Jones

Musik: Hans Zimmer, Chants From The Thin Red Line

Kamera: John Toll

16 Bewertungen, 2 Kommentare

  • zettikonfetti

    20.02.2002, 17:12 Uhr von zettikonfetti
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hui, hab ich auch noch nicht gesehen... der zettikonfetti

  • kingsunday

    18.02.2002, 19:18 Uhr von kingsunday
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hallo Friedrich! Nein, war nur ein Joke. Hier hast due einen wirklich sehr guten Bericht hinterlassen. Danke für deine Bewertung meines Berichtes. Gruß, KingSunday