Erfahrungsbericht von Carola
Ausgezeichneter Film - ein Flop an der Kinokasse
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
DER SCHMALE GRAT kam ungefähr zeitgleich mit Spielbergs SOLDAT JAMES RYAN hierzulande in die Kinos und offenbar waren viele mit diesem Film überfordert. Erwartet hatten viele einen typischen Kriegsfilm, der - wie letztlich auch der JAMES RYAN - nach den üblichen Mustern des Soldatenfilms funktioniert: Es ist von vornherein klar um welchen Krieg und welche Episode daraus es geht, die Charaktere werden einschließlich ihres Ranges nacheinander eingeführt, ein Auftrag wird erteilt, dieser wird unter Schwierigkeiten gemeistert und das ganze endet mit viel Pathos und Patriotismus und nicht zu vergessen: es gibt von vornherein natürlich auch einen Hauptdarsteller als Identifikationsfigur.
Terence Malick tat 'uns' diesen Gefallen nicht. Herausgekommen ist aber ein Gesamtkunstwerk (was mich streckenweise z.B. durch die Stimme aus dem Off) an APOKALYPSE NOW erinnerte und mindestens genau so gut ist. In diesem Film, der auf einer kleinen Südsseeinsel spielt und einen eigentlich völlig unwichtigen Teil des Krieges gegen die Japaner zeigt, ist jeder Satz und jede Szene wichtig. Nicht nur der schmale Grat zwischen Krieg und Frieden, Wahnsinn und Patriotismus, Harmonie und Chaos, sondern auch zwischen Zivilisation (hier entgegen üblichen Konventionen durch die Einwohner dieser Insel) und Barbarei (Japaner und Amerikaner) wird in diesem fast drei Stunden langen Film aufgezeigt, der weder für die eine noch für die andere Seite Partei ergreift.
Aber zurück zu der Frage: Warum floppte der Film an den Kassen? Seien wir mal ehrlich und vielleicht etwas klischeehaft. Der normale Konsument eines Kriegsdramas will keinen Film sehen, in welchem sich philosohische Fragen gestellt werden, in welchem es keinen Hauptdarsteller und somit auch keine Identifikationsfigur gibt und der nicht nur den Krieg in seiner Brutalität zeigt, sondern diesen kontrastiert mit friedlichen Bildern. Kritisiert wurde außerdem, daß die Besetzung mit großen Schauspielern (John Travolta, George Clooney z.B.), die jedoch alle nur kleine Rollen (manchmal nicht mehr als eine Minute) hatten dazu da war möglichst viele Oskars abzugraben. ich denke, daß das absolut nicht stimmt. Malick hat Hollywood schon lange den Rücken gekehrt und war auch bei der Oskarverleihung nicht anwesend. Vielmehr (so habe ich damals in der Cinema gelesen), standen diese Schauspieler bei ihm Schlange für eine kleine Rolle in seinem Film.
Für mich ist dieser Film der Beste der letzten vier Jahre und auch der einzige Film den ich mir bisher jemals als Video gekauft habe. Fantastische Bilder und überzeugende Darsteller (z.B. Nick Nolte als patriotisch-wahnsinniger Befehlshaber) tiefsinnige Dialoge (die wirklich zum Nachdenken anregen) und mir keineswegs zu lange. Ich hoffe, daß es jemals einen Director's Cut von diesem Film geben wird.
Terence Malick tat 'uns' diesen Gefallen nicht. Herausgekommen ist aber ein Gesamtkunstwerk (was mich streckenweise z.B. durch die Stimme aus dem Off) an APOKALYPSE NOW erinnerte und mindestens genau so gut ist. In diesem Film, der auf einer kleinen Südsseeinsel spielt und einen eigentlich völlig unwichtigen Teil des Krieges gegen die Japaner zeigt, ist jeder Satz und jede Szene wichtig. Nicht nur der schmale Grat zwischen Krieg und Frieden, Wahnsinn und Patriotismus, Harmonie und Chaos, sondern auch zwischen Zivilisation (hier entgegen üblichen Konventionen durch die Einwohner dieser Insel) und Barbarei (Japaner und Amerikaner) wird in diesem fast drei Stunden langen Film aufgezeigt, der weder für die eine noch für die andere Seite Partei ergreift.
Aber zurück zu der Frage: Warum floppte der Film an den Kassen? Seien wir mal ehrlich und vielleicht etwas klischeehaft. Der normale Konsument eines Kriegsdramas will keinen Film sehen, in welchem sich philosohische Fragen gestellt werden, in welchem es keinen Hauptdarsteller und somit auch keine Identifikationsfigur gibt und der nicht nur den Krieg in seiner Brutalität zeigt, sondern diesen kontrastiert mit friedlichen Bildern. Kritisiert wurde außerdem, daß die Besetzung mit großen Schauspielern (John Travolta, George Clooney z.B.), die jedoch alle nur kleine Rollen (manchmal nicht mehr als eine Minute) hatten dazu da war möglichst viele Oskars abzugraben. ich denke, daß das absolut nicht stimmt. Malick hat Hollywood schon lange den Rücken gekehrt und war auch bei der Oskarverleihung nicht anwesend. Vielmehr (so habe ich damals in der Cinema gelesen), standen diese Schauspieler bei ihm Schlange für eine kleine Rolle in seinem Film.
Für mich ist dieser Film der Beste der letzten vier Jahre und auch der einzige Film den ich mir bisher jemals als Video gekauft habe. Fantastische Bilder und überzeugende Darsteller (z.B. Nick Nolte als patriotisch-wahnsinniger Befehlshaber) tiefsinnige Dialoge (die wirklich zum Nachdenken anregen) und mir keineswegs zu lange. Ich hoffe, daß es jemals einen Director's Cut von diesem Film geben wird.
6 Bewertungen, 1 Kommentar
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19.04.2002, 00:41 Uhr von filmorama.de
Bewertung: sehr hilfreichder film ist einfach genial
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