Die Geister, die ich rief... (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 05/2008
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Erfahrungsbericht von DieEine
Alle Jahre wieder rufe ich die Geister
Pro:
Bill Murray, kritisch, komisch, ernst, zeitgemäße Verfilmung eines Klassikers
Kontra:
ich habe nichts auszusetzen
Empfehlung:
Ja
Freitags ist mit mir immer recht wenig anzufangen. Meisten verbringe ich den Abend vor dem Fernseher. So auch letzten Freitag, für den ich mir extra einen Film gekauft habe, der zu meiner momentanen Weihnachts-Vorfreuden-Stimmung passt: \"Die Geister, die ich rief\".
Ich liebe die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens einfach. Egal, ob als alter Schwarz-weiß-Film, als Verfilmung mit den Muppets oder eben als Komödie mit Bill Murray, die Geschichte von Ebeneezer Scrooge gehört zu Weihnachten einfach dazu wie der Tannenbaum.
In der Verfilmung von Richard Donner aus dem Jahr 1988 geht es allerdings nicht in erster Linie um den alten Scrooge. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der skrupellose Fernsehboss Frank Cross (Bill Murray), der zu Weihnachten neben einer Live-Show von Dickens´ Weihnachtsgeschichte einige blutrünstige Filme á la \"Der Tag, an dem das Rentier starb\" im Programm hat. Weihnachten bedeutet ihm nichts, für ihn zählen nur Einschaltquoten.
Kurz vor Weihnachen feuert er noch einen Mitarbeiter und versagt seiner Sekretärin (Alfre Woodard) eine Gratifikation. In einem ruhigen Moment in seinem Büro erscheint ihm sein früher Chef, der seit sieben Jahren tot ist und schon sehr verwest vor ihm steht. Er prophezeit ihm, dass ihm drei Geister begegnen werden.
Völlig verwirrt von dieser Nachricht, ruft Frank seine verflossene Liebe Claire an, die auch prompt am Set zu den Proben der Live-Show erscheint. Leider ist Frank wieder zu dumm und egoistisch um ihr seine Liebe zu gestehen und Gefühle zu zeigen und da kommt auch schon der erste Geist. Der Geist der vergangenen Weihnacht (David Johansen) nimmt Frank mit auf eine Reise in seine Vergangenheit. Er sieht seine traurige Kindheit und den Tag, an dem Claire ihn verließ, weil er mehr an sich und seine Karriere dachte als an Weihnachten.
Total von der Rolle benimmt Frank sich im TV-Studio etwas daneben und wird mehr oder weniger von der Produktion ausgeschlossen. Völlig verlassen steht er in der Kulisse als er den Geist der gegenwärtigen Weihnacht (Carol Kane) trifft. Diese kleine Geisterfrau ist ziemlich rabiat und prügelt Frank im wahrsten Sinne des Wortes von einer Szenerie in die nächste. Er sieht wie friedlich sein Bruder James mit seinen Freunden feiert und dabei an seinen Bruder denkt und er sieht seine Sekretärin arm aber glücklich mit ihrer Familie feiern. Lediglich ihr kleinster Sohn macht ihr Sorgen, denn der hat seit dem Tod seines Vaters kein Wort mehr gesprochen.
Völlig gerührt wird Frank vom Geist wieder verlassen und wartet nun auf den Geist der zukünftigen Weihnacht. Sein Warten wird allerdings von seinem ehemaligen Mitarbeiter gestört. Dieser stürzt bis an die Zähne bewaffnet in Franks Büro und schießt wild um sich. Frank rettet sich in den Fahrstuhl und fährt in seine mögliche Zukunft, wo er seiner eigenen Beerdigung beiwohnt.
Geläutert unterbricht er nach diesen Begegnungen mit den Geistern die Live-Show und hält eine sehr bewegende Rede für mehr Menschlichkeit und mehr Weihnachtlichkeit.
Wie Ebeneezer Scrooge ist er ein neuer, ein besserer Mensch geworden.
Meine Meinung zum Film
***********************
Charles Dickens wollte seine Leser mit seiner Geschichte von Weihnachten wohl eher zum Nachdenken denn zum Lachen bringen, aber zu viel Ernsthaftigkeit ist einfach auch nicht gut und so schätze ich es, dass das Thema des verbitterten Mannes, der durch drei Geister zum Menschenfreund wird, bei \"Die Geister, die ich rief\" (im Original \"Scrooged\") mit Humor genommen wird ohne die Geschichte auf die Schippe zu nehmen.
\"Die Geister, die ich rief\" ist einfach eine sehr zeitgemäße Umsetzung des Stoffs und Bill Murray ist als kaltherziger Zyniker grandios besetzt, denn er ist komisch ohne albern zu sein, er spielt einfach sehr menschlich, auch wenn er einen Unmenschen spielt.
Auch zeitgemäße Medienkritik spielt bei dem Film eine Rolle, denn Frank ist der jüngste Fernsehchef in der Geschichte Amerikas und ist nur mit seiner kalten, berechnenden Art so weit gekommen. Er weiß was die Leute sehen wollen und zeigt Weihnachten einen blutrünstigen Weihnachtsfilm mit Lee Mayors in der Hauptrolle. Am Ende des Film kommt als Resultat dieser Gewaltverherrlichung der gefeuerte Mitarbeiter mit einem Gewehr ins Büro gestürmt - Michael Moore lässt grüßen.
Trotz aller Kritik und trotz komödiantischer Umsetzung, bleibt am Ende doch die Message des Films und die wird nochmal sehr schön und sehr amerikanisch in Franks Abschlussrede zusammengefasst. Er plädiert für mehr Menschenliebe und für mehr Miteinander und das ist es doch letztendlich was zählt (vergessen wir mal die Szene in der Regie, die Frank nur unter Gewaltandrohung auf Sendung bleiben lassen).
Bei mir sorgt die Dickensche Weihnachtsgeschichte, egal in welcher Form, immer für einen kurzen Moment des Innehaltens und Nachdenkens. Auch als Komödie verfehlt die Geschichte die Wirkung einfach nicht und gehört eben für die richtige weihnachtliche Stimmung einfach dazu. Ohne drei schaurige Geister gibt es bei mir eben kein Weihnachten.
Noch kurz zur DVD
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Den vollen Tongenuss bekommt man hier nur in englischer Sprache geboten, aber die normale Surround Qualität in Deutsch, Französich, Italienisch und Spanisch ist völlig in Ordnung. Die Bildqualität ist leider nicht so herausragend, der Film ist eben schon von 1988. Mich stört der leichte Grauschleier aber gar nicht, für mich gehört das einfach zum Charme des Film dazu. Untertitel sind in 17 Sprachen vorhanden. Als Special findet man auf der DVD leider nur den Original-Kinotrailer, was mich aber nicht abgehalten hat, die DVD mit in meine Sammlung aufzunehmen. 9,99 Euro habe ich dafür bezahlt und in meinem Augen ist der Film ein Klassiker der 80er Jahre, den man sich immer wieder ansehen kann - eben alle Jahre wieder.
Übrigens: \"Die Geister, die ich rief\" läuft am 05.12. Um 20.15 Uhr auf Pro7.
Ich liebe die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens einfach. Egal, ob als alter Schwarz-weiß-Film, als Verfilmung mit den Muppets oder eben als Komödie mit Bill Murray, die Geschichte von Ebeneezer Scrooge gehört zu Weihnachten einfach dazu wie der Tannenbaum.
In der Verfilmung von Richard Donner aus dem Jahr 1988 geht es allerdings nicht in erster Linie um den alten Scrooge. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der skrupellose Fernsehboss Frank Cross (Bill Murray), der zu Weihnachten neben einer Live-Show von Dickens´ Weihnachtsgeschichte einige blutrünstige Filme á la \"Der Tag, an dem das Rentier starb\" im Programm hat. Weihnachten bedeutet ihm nichts, für ihn zählen nur Einschaltquoten.
Kurz vor Weihnachen feuert er noch einen Mitarbeiter und versagt seiner Sekretärin (Alfre Woodard) eine Gratifikation. In einem ruhigen Moment in seinem Büro erscheint ihm sein früher Chef, der seit sieben Jahren tot ist und schon sehr verwest vor ihm steht. Er prophezeit ihm, dass ihm drei Geister begegnen werden.
Völlig verwirrt von dieser Nachricht, ruft Frank seine verflossene Liebe Claire an, die auch prompt am Set zu den Proben der Live-Show erscheint. Leider ist Frank wieder zu dumm und egoistisch um ihr seine Liebe zu gestehen und Gefühle zu zeigen und da kommt auch schon der erste Geist. Der Geist der vergangenen Weihnacht (David Johansen) nimmt Frank mit auf eine Reise in seine Vergangenheit. Er sieht seine traurige Kindheit und den Tag, an dem Claire ihn verließ, weil er mehr an sich und seine Karriere dachte als an Weihnachten.
Total von der Rolle benimmt Frank sich im TV-Studio etwas daneben und wird mehr oder weniger von der Produktion ausgeschlossen. Völlig verlassen steht er in der Kulisse als er den Geist der gegenwärtigen Weihnacht (Carol Kane) trifft. Diese kleine Geisterfrau ist ziemlich rabiat und prügelt Frank im wahrsten Sinne des Wortes von einer Szenerie in die nächste. Er sieht wie friedlich sein Bruder James mit seinen Freunden feiert und dabei an seinen Bruder denkt und er sieht seine Sekretärin arm aber glücklich mit ihrer Familie feiern. Lediglich ihr kleinster Sohn macht ihr Sorgen, denn der hat seit dem Tod seines Vaters kein Wort mehr gesprochen.
Völlig gerührt wird Frank vom Geist wieder verlassen und wartet nun auf den Geist der zukünftigen Weihnacht. Sein Warten wird allerdings von seinem ehemaligen Mitarbeiter gestört. Dieser stürzt bis an die Zähne bewaffnet in Franks Büro und schießt wild um sich. Frank rettet sich in den Fahrstuhl und fährt in seine mögliche Zukunft, wo er seiner eigenen Beerdigung beiwohnt.
Geläutert unterbricht er nach diesen Begegnungen mit den Geistern die Live-Show und hält eine sehr bewegende Rede für mehr Menschlichkeit und mehr Weihnachtlichkeit.
Wie Ebeneezer Scrooge ist er ein neuer, ein besserer Mensch geworden.
Meine Meinung zum Film
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Charles Dickens wollte seine Leser mit seiner Geschichte von Weihnachten wohl eher zum Nachdenken denn zum Lachen bringen, aber zu viel Ernsthaftigkeit ist einfach auch nicht gut und so schätze ich es, dass das Thema des verbitterten Mannes, der durch drei Geister zum Menschenfreund wird, bei \"Die Geister, die ich rief\" (im Original \"Scrooged\") mit Humor genommen wird ohne die Geschichte auf die Schippe zu nehmen.
\"Die Geister, die ich rief\" ist einfach eine sehr zeitgemäße Umsetzung des Stoffs und Bill Murray ist als kaltherziger Zyniker grandios besetzt, denn er ist komisch ohne albern zu sein, er spielt einfach sehr menschlich, auch wenn er einen Unmenschen spielt.
Auch zeitgemäße Medienkritik spielt bei dem Film eine Rolle, denn Frank ist der jüngste Fernsehchef in der Geschichte Amerikas und ist nur mit seiner kalten, berechnenden Art so weit gekommen. Er weiß was die Leute sehen wollen und zeigt Weihnachten einen blutrünstigen Weihnachtsfilm mit Lee Mayors in der Hauptrolle. Am Ende des Film kommt als Resultat dieser Gewaltverherrlichung der gefeuerte Mitarbeiter mit einem Gewehr ins Büro gestürmt - Michael Moore lässt grüßen.
Trotz aller Kritik und trotz komödiantischer Umsetzung, bleibt am Ende doch die Message des Films und die wird nochmal sehr schön und sehr amerikanisch in Franks Abschlussrede zusammengefasst. Er plädiert für mehr Menschenliebe und für mehr Miteinander und das ist es doch letztendlich was zählt (vergessen wir mal die Szene in der Regie, die Frank nur unter Gewaltandrohung auf Sendung bleiben lassen).
Bei mir sorgt die Dickensche Weihnachtsgeschichte, egal in welcher Form, immer für einen kurzen Moment des Innehaltens und Nachdenkens. Auch als Komödie verfehlt die Geschichte die Wirkung einfach nicht und gehört eben für die richtige weihnachtliche Stimmung einfach dazu. Ohne drei schaurige Geister gibt es bei mir eben kein Weihnachten.
Noch kurz zur DVD
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Den vollen Tongenuss bekommt man hier nur in englischer Sprache geboten, aber die normale Surround Qualität in Deutsch, Französich, Italienisch und Spanisch ist völlig in Ordnung. Die Bildqualität ist leider nicht so herausragend, der Film ist eben schon von 1988. Mich stört der leichte Grauschleier aber gar nicht, für mich gehört das einfach zum Charme des Film dazu. Untertitel sind in 17 Sprachen vorhanden. Als Special findet man auf der DVD leider nur den Original-Kinotrailer, was mich aber nicht abgehalten hat, die DVD mit in meine Sammlung aufzunehmen. 9,99 Euro habe ich dafür bezahlt und in meinem Augen ist der Film ein Klassiker der 80er Jahre, den man sich immer wieder ansehen kann - eben alle Jahre wieder.
Übrigens: \"Die Geister, die ich rief\" läuft am 05.12. Um 20.15 Uhr auf Pro7.
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