Die Glücksritter (DVD) Testbericht

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ab 7,04
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2010

5 Sterne
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Erfahrungsbericht von Myhnegon

Verkehrte Welt

Pro:

Story, lustig, Schauspieler, interessante Thesen

Kontra:

teilweise etwas hektisch

Empfehlung:

Ja

Heute möchte ich Euch mal wieder einen Film vorstellen, der kürzlich im Fernsehen lief...

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Die Story
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Die alternden Duke-Bruder Randolph und Mortimer schließen eine Wette um ein wissenschaftliches Thema ab: Sie wollen den reichen Börsenspekulanten Louis Winthorpe III ruinieren und ihm neben seinem Geld auch seine Freunde, seine Verlobte und sein Haus wegnehmen. Im Gegenzuge stellen sie dem schwarzen Bettler Billy Ray, den sie alsbald William nennen, Louis’ Haus, Geld und Job zur Verfügung.

Während Randolph davon überzeugt ist, dass William sich alsbald ganz in seine neue Rolle einfügen und Louis zum Verbrecher wird, ist Mortimer davon überzeugt, dass daraus nichts wird. Zu dumm für die beiden, dass ihre „Versuchskaninchen“ von der Wette erfahren und sich sowohl miteinander wie auch mit einer neuen Bekannten und dem Butler Coleman verbünden, um sich an den beiden zu rächen...

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Weitere Infos
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Der 1983 von Paramount Pictures in den USA produzierte Film ist etwa 117 Minuten lang und ab 16 Jahren freigegeben. Die DVD kostet bei Amazon derzeit € 7,99, während das Video dort nur noch im z-Shop (ab € 3,90 + Versandkosten) zu bekommen ist.

Louis Winthorpe III.............Dan Akroyd
Billy Ray...............…….......Eddie Murphy
Regie....................................John Landis
Musik...................................Elmer Bernstein
Außerdem sind in den Nebenrollen Jamie Lee Curtis als Prostituierte und James Belushi als Partyaffe zu sehen.

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Meine Meinung
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Als ich die Altersbegrenzung sagte, habe ich mich erstmal gefragt, warum der Film wohl erst ab 16 Jahren freigegeben ist, da ich mich an keine dementsprechend heftige Szene erinnern konnte, aber darum geht es wohl auch nur in zweiter Linie. Viel mehr sind hierfür verantwortlich die derbe Ausdrucksweise der meisten Personen, Louis’ glücklicherweise missglückter Selbstmordversuch, der jedoch nicht zur Nachahmung empfohlen ist, sowie der gelegentlich auftauchende Sex, den man bestenfalls an Blümchensex beschreiben kann und der besonders im Falle von Louis und Penelope ausgesprochen langweilig vonstatten zu gehen scheint. Okay, das amerikanische System – vor allem die Polizei – kommt auch nicht gerade gut weg, was wohl ein weiterer Grund für die trotzdem erstaunlich hoch angesetzte Altersfreigabe ist.

Jedenfalls beginnt der Film recht interessant damit, wie unterschiedlich sich die Leute auf den Tag vorbereiten, wozu schöne Musik gespielt wird, die einen ein furioses Finale erwarten lässt. Dieses wird zwar nicht geboten, aber es ist doch überraschend, wie unglaublich arrogant und dabei absolut unselbstständig Louis ist. Dan Akroyd spielt das erstaunlich gut und obwohl ich ihn optisch nicht unbedingt für den richtigen Typ gehalten hätte, passt er durchaus in die Rolle. Im Gegensatz dazu ist Billy Ray anfänglich nur laut und peinlich, was den Kontrast zwischen den beiden Schichten genauso schön deutlich macht, wie es wohl von den Machern gewünscht ist. Dazu muss ich sagen, dass es Eddie Murphy gelingt sowohl den Bettler wie auch den reichen Schnösel ausgezeichnet zu spielen. Erstaunlich war die Veränderung aber schon, da er Louis verurteilt, obwohl er ja wissen sollte, wie man sich fühlt, wenn man am Boden ist.

Eine unglaubliche Arroganz legen aber vor allem die beiden Duke-Brüder an den Tag und das nicht nur, wenn es darum geht, mit Menschen und deren Leben umzugehen. Trotzdem muss ich zugeben, dass ihre Theorien durchaus interessant sind und obwohl das Ganze ziemlich gemein ist, kann ich nicht umhin zu bewundern mit welcher Leichtigkeit Louis’ gesellschaftlicher Abstieg eingefädelt ist. In diesem Zusammenhang lässt sich auch wunderbar erkennen, was man mit dem nötigen Kleingeld alles erreichen kann. Hierbei steht natürlich die Veränderung beider Männer im Vordergrund, bei der alles genauso kommt, wie Randolph es sich gedacht hatte. Damit ist bewiesen, dass in erster Linie alles vom Umfeld und den persönlichen Umständen und nur in zweiter Linie vom Blut abhängt, was ich aber keine allzu erstaunliche Erkenntnis finde. Somit war der Rollentausch auch in der Persönlichkeit nicht wirklich verwunderlich, aber er ging erschreckend schnell vonstatten.

Obwohl Louis so ein arroganter Schnösel war, ist der Fall so tief, dass man seine Verzweiflung nachfühlen und ihn auch durchaus bemitleiden kann. Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Louis’ sogenannte Freunde und sogar seine Verlobte an seine Schuld glauben, da selbst dem Zuschauer klar ist, dass er so was niemals tun könnte. Im Nachhinein war das aber nicht das schlechteste ist, was ihm passieren konnte, da er erkennt, dass es auch wahre Freunde und ein anderes Leben gibt als das steife, da er geführt hat. Trotzdem ist es überraschend und nahezu unglaublich, wie sehr Louis sich zum Deppen macht und das nur, weil er sich nicht mehr anders zu helfen weiß. Schlimmer ist allerdings Mortimers Aussage „Nach allem, was er getan hat, will ich ihn nicht mehr zurück“, die ebenso von seiner Herzlosigkeit wie der Ausspruch „Scheiß drauf“, als er in einem Wutausbruch gebremst und darauf hingewiesen wird, dass sein Bruder gerade infarktet.

Mich erinnern die beiden Duke-Brüder übrigens ein bisschen an die beiden älteren Herren vom Balkon der Muppetshow, da sie genauso bissig wie lustig sind, weshalb man wohl sagen kann, dass hier mit ... und ... eine perfekte Besetzung dieser Rollen gefunden wurde. Fast noch lustiger und cooler ist nur der perfekt besetzte Butler Coleman, der einen mit seiner Mimik mehr als einmal verblüfft. Weit weniger verblüffend ist Louis’ völlig steife, wenn auch irgendwie gutaussehende Verlobte Penelope über die ich nur sagen kann, dass ich noch nie jemanden so leidenschaftslos „ich will dich“ habe sagen hören. Im krassen Gegensatz hierzu steht Jamie Lee Curtis in der Rolle der Prostituierten, die ihr zwar nicht gerade auf den Leib geschrieben ist, aber die sie dennoch erstaunlich gut spielt, wobei ich ihre Schminke trotzdem absolut furchtbar finde.

Während man über Louis noch sagen kann, dass es etwas niedliches hat, wie sich die Zuneigung zwischen ihm und der Prostituierten entwickelt, da dies recht schleichend und somit sogar einigermaßen glaubwürdig geschieht, fällt mir zu Billy Ray vor allem ein, dass sein Umzug in Louis fantastisches Haus und das seltsame Angebot der Duke-Brüder immer wieder zu lustigen Missverständnissen führt. So kann man mehr als einmal herzlich lachen. Im Gegensatz zu Louis beweist er auch dort von vornherein Menschlichkeit und sichert sich so zumindest beim Butler Coleman einen vollständig anderen Status. So kommt es auch, dass dieser sich an den absolut gelungenen Racheplänen beteiligt, die sich mit spannenden Momenten und unglaublichen Zufällen gestalten, wozu sich letztlich ein ausgesprochen gelungenes Ende gesellt.

Doch kommen wir zu den technischen Details, wie der Synchronisation, die zwar leichte Fehler aufweist, welche aber nicht weiter tragisch sind. Auch Regie und Kameraführung waren eher durchschnittlich, aber keinesfalls schlecht, zumal hier ein paar interessante Einfälle eingearbeitet wurden. Da sind zum einen die Lichtspiele zu benennen, die genutzt werden, um besondere Momente und/oder Personen hervorzuheben und zum anderen, dass immer wieder Bilder oder Statuen von altehrwürdigen Herren in entscheidenden Momenten gezeigt werden, was einen etwas einschüchternden Effekt hat. Weniger gelungen ist Louis blaues Auge, das genauso unecht aussieht wie der Affe im Zug, was aber auch daran liegen mag, dass der Film schon ziemlich alt ist, und daher zu verzeihen ist. Entsprechend sind die Kulissen auch nicht so hervorstechend wie die in den heutigen Hollywoodproduktionen, was aber auch nicht zu diesem Film gepasst hätte.

Dabei fällt mir ein, dass mir persönlich die Wall Street viel zu hektisch und laut und voller Menschen wäre, was den Duke-Brüdern dann ja auch zum Verhängnis wird. Auch hier ist wieder erschreckend, wie schnell sich alle gegen sie stellen und sich regelrecht über ihren übrigens auch sehr tiefen Fall zu freuen scheinen. So bekommt in diesem Film zwar jeder, was er verdient, aber Randolph tut mir trotzdem irgendwie leid, da er trotz allem einen zumindest teilweise sympathischen Eindruck macht. Schade ist dieser Absturz übrigens auch für die, die mit abstürzen, weil sie sich an die Dukes ranhängen, aber auf sie wird nicht weiter eingegangen und da die Börse nun mal gewisse Risiken birgt, macht man sich darum nicht allzu viele Gedanken. Jedenfalls erhält man interessante Einblicke in die Wall Street, wozu sogar das ein oder andere erklärt wird.

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Fazit
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Da der Film überwiegend lustig ist, aber auch zum Nachdenken anregt, bekommt er schon mal ein klares Empfehlenswert von mir, aber da er mir teilweise doch etwas zu laut und hektisch oder auch albern ist, „nur“ vier Sterne.

41 Bewertungen, 2 Kommentare

  • hjid55

    10.03.2007, 20:31 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lg Sarah

  • w.gruentjens

    13.10.2004, 22:22 Uhr von w.gruentjens
    Bewertung: sehr hilfreich

    scheint mir auch hoch gegriffen.