Die Glücksritter (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2010
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Erfahrungsbericht von gnoi_
Aus arm mach reich
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Heute war mal wieder ein heißer Tag, doch da ich die Hitze hasse und ich sowieso zur Zeit internersüchtig bin, hab ich mir soeben mal wieder einen richtig genialen Film reingezogen. Diesmal die beinahe Uralt-Komödie (da von 1983) „Die Glücksritter“ mit Eddie Murphy und Dan Aykroyd.
@@@ Story @@@
Louis Winthorpe III (Aykroyd) ist ein versnobter, stinkreicher Geschäftsmann, der im Börsengeschäft ein Vermögen erwirtschaftet. Scheinbar alles scheint zur Zeit in seinem Leben zu passen: Erfolg im Beruf, ein mehr als nur schickes Heim, einen Butler, Limousine, eine hübsche Frau usw. Doch eines Tages soll sich das alles schlagartig ändern. Seine beiden Vorgesetzten Randolph und Mortimer Duke, die so was wie die Urväter der dortigen Börsenlandschaft sind, sind sich uneinig darüber, welche Menschen es zu Erfolg in Leben bringen können. Sind es diejenigen, die genetisch bedingt schon von Geburt aus prädestiniert für Erfolg sind oder sind die Menschen bzw. ihr Umfeld dafür für verantwortlich was sie aus ihrem Leben machen?
Die beiden schließen eine Wette ab: „Wetten, dass wir es schaffen, Winthorp zu einem armen Schlucker zu machen, der dann zum Kriminellen wird und dass wir gleichzeitig einen armen Schlucker zu einem erfolgreichen Geschäftsmann umpolen können?“
Als solch ein armer Schlucker muss Billie Ray Valentine (Eddie Murphy) herhalten, ein Schwarzer aus dem Ghetto, der den beiden mehr oder weniger unfreiwillig über den Weg läuft.
Das Intrigenspiel kann also beginnen. Winthorpe wird in inszenierter Weise Diebstahl und Drogendealerei vorgeworfen, dann verhaftet, entlassen und seine Verlobte wird ihm abspenstig gemacht. Noch viel schlimmer, all seine Kreditkarten werden gesperrt, er steht also völlig mit leeren Händen da, und in sein Haus gelangt er ebenfalls nicht mehr, da auch sein Butler mit in das miese Spiel der Dukes gezogen wird. Im Gegenzug wird Valentine von der Straße aufgelesen und ihm wird das Leben Winthorps übertragen.
Winthorpe, der inzwischen Unterschlupf bei der Prostituierten Ophelia (Jamie Lee Curtis) gefunden hat, muss in der Folge mit ansehen wie er von allen Seiten von seinen Mitmenschen und Freunden verstoßen wird und Valentine den Dukes zu weiteren Erfolgen hilft und dabei selbst immer angesehener wird. Der ehemals so feine Herr wird psychisch also stark in Mitleidenschaft gezogen und steht nach einem Alkoholexzess und einem beinahe verübten Attentat auf Valentine kurz vor dem Selbstmord.
Auf der Weihnachtsparty der Firma Duke wird Valentine jedoch lauschenderweise auf die Wette der beiden Dukes aufmerksam, er erfährt also, dass er selbst nur als Versuchskaninchen herhalten musste und schon bald wieder auf die Straße zurückgeschickt werden würde.
Kurzerhand verbündet er sich mit Winthorpe und schmiedet mit jenem zusammen einen Plan, wie sie den Dukes eins auswischen können...
@@@ Meine Meinung @@@
Erst mal sorry für die eigentlich viel zu lange Inhaltsangabe, da fass ich mich sonst ja eher kürzer, aber um auch nur annähernd zu verstehen was in dieser Komödie passiert, musste ich da ein paar mehr Details als sonst erwähnen.
A propos Komödie, ich muss schon sagen, dass ich gar nicht mal soviel bei diesem Film lachen musste. Klar, da gibt es einige geniale Szenen, die fast ausnahmslos diejenigen Szenen mit Eddie Murphy sind, aber was mich vielmehr an „Die Glücksritter“ fasziniert hat, war und ist die angedrehte, mehr als innovativ zu bezeichnende Story. Man stelle sich nur mal vor, es würde tatsächlich jemanden gelingen einen wohl angesehenen Bürger in den Ruin zu treiben. In der Realität wohl in der dargestellten Gnadenlosigkeit kaum vorstellbar, gelingt es den Dukes doch Winthorp innerhalb eines Tages all das wegzunehmen, wofür er sein Leben lang „geschuftet“ hat. Erschreckend ist es dennoch. Im Film allerdings überaus spannend und interessant mitzuverfolgen. Anstelle von Komödie könnte man durchaus auch sagen Gesellschaftskritik, eingebettet in ein Meer aus Sarkasmus (oder so ähnlich :) ) Auffallend aber ohne Zweifel das letzte Drittel des Film, wo sogar mehr Witz versprüht wird, ich sag nur die Zugfahrt. Was es damit auf sich hat, verrat ich aber hier nicht...
Geprägt ist der Film sicherlich durch seine beiden Hauptcharaktere Murphy und Aykroyd, die ihre Rollen wunderbar ausfüllen und auch wunderprächtig miteinander harmonieren. Anfangs haben wir einen richtigen Drecksack in Form des snobbigen Louis Winthorpe zu tun, dem man wegen seiner arroganten Art und seinem feinen Getue direkt wünscht, dass er bald mal einen auf den Deckel bekommt. Schön mitanzusehen ist in der Folge sein psychischer Wandel, den er durchzumachen hat. Erst das Schwein, dann verzweifelt bis hin zur Selbstmordgefahr, dann am Ende schon richtig erträglich. Insgesamt kann man dem Kerl nur Lob aussprechen, geniale Verkörperung seiner Rolle. Und ich muss sagen, der einzige Film, in dem mir Aykroyd so richtig positiv aufgefallen ist
Parallel dazu die Entwicklung des Billie Ray Valentine. Hier haben die Macher wohl gerne mit den typischen Gesellschaftsklischees gespielt. Valentine, der böse, arme Schwarze, andererseits der feine Herr Winthorp aus guten Verhältnissen. Aber diese eigentlich dusselige Klischeeverbratung tut dem Film keineswegs einen Abbruch, auch wenn Murphy als der immer lustige Schwarze herhalten muss. Für mich glänzt Murphy in seiner Rolle allerdings nicht durch urkomische Witzeinlagen für die er allgemeinhin bekannt und beliebt ist (was ich im übrigen nicht nachvollziehen kann), sondern durch seine freche Schnauze wie man so schön sagt. Nicht direkt zum Lachen, aber situationsbezogen muss man doch immer wieder schmunzeln mit welcher Lockerheit und Direktheit sich Valentine durch die Story wühlt.
Von Murphy hat der Film sicherlich auch seine Besonderheit, auch wenn alle anderen Darsteller überaus passend gewählt wurden, so sticht er doch aus allen heraus und das nicht nur durch sein „anderes“ Äußeres.
Als seelische Auffangstation muss schließlich die Prostituierte Ophelia herhalten (J.L. Curtis), die auf mich als quasi ergänzender Part in diesem Film ebenfalls eine ganz fantastische Darbietung leistet. Auch ganz nett für die männliche Zuschauerschar, man kann sie einmal oben ohne sehen :) Ansonsten vielleicht dialogmäßig nicht ganz so die Granate wie die beiden Hauptprotagonisten, aber stets gut eingebaut in den Tathergang. Eine interessante, und gleichzeitig bewundernswerte junge Dame, die zwar gesellschaftlich auf niedrigem Niveau fährt, jedoch ein kluges Köpfchen hat und beim genauen Betrachten so gar nicht dem entspricht, was man sonst so von einer Prostituierten erwartet.
Ach ja, einen sollte ich an dieser Stelle nicht vergessen, den Butler Winthorpes , Coleman. Leider hat der Gute nur einen Nebenrollenstatus inne, aber immer wenn er im Bilde ist, blitzt sein schauspielerisches Können deutlich auf. Schwer zu beschreiben, was mir so an Coleman gefallen hat, ich weiß nur, dass sein Handeln und seine Kommentare stets interessant zu verfolgen waren.
Nun, was soll man an solch einem Film sonst noch großartig bewerten? Nur der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass weder irgendwelche Effekte, noch spektakuläre Musik, ausschweifende Kameraführung, noch Atmosphäre oder sonst was ausschlaggebend in „Die Glücksritter“ sind. Man muss ja auch bedenken, dass der Film erstens Anfang der 80er in die Kinos kam und zweitens solcher Krimskrams gar nicht zu einer solchen Art von Film passen würde.
@@@ Daten @@@
Originaltitel: Trading Places
Regie: John Landis
Erschienen: 1983 (USA)
Darsteller: Eddie Murphy, Dan Aykroyd, Jamie Lee Curtis
Dauer: ca. 118 Minuten
FSK: 16
@@@ Fazit @@@
Genug gelabert! Eines steht fest, „Die Glücksritter“ ist einer der Filme, die man auf gar keinen Fall verpasst haben sollte. Zu keiner Minute langweilig (und das bei der Länge!), immerzu interessant zu verfolgen, starke Darsteller, noch besseres Skript, Sarkasmus, Witz usw. usw.
Egal welchem Filmgenre man nun frönt, diesem Film sollte man sich nicht entgehen lassen. Gut, dass er regelmäßig im TV zu sehen ist...
Euer gnoi
@@@ Story @@@
Louis Winthorpe III (Aykroyd) ist ein versnobter, stinkreicher Geschäftsmann, der im Börsengeschäft ein Vermögen erwirtschaftet. Scheinbar alles scheint zur Zeit in seinem Leben zu passen: Erfolg im Beruf, ein mehr als nur schickes Heim, einen Butler, Limousine, eine hübsche Frau usw. Doch eines Tages soll sich das alles schlagartig ändern. Seine beiden Vorgesetzten Randolph und Mortimer Duke, die so was wie die Urväter der dortigen Börsenlandschaft sind, sind sich uneinig darüber, welche Menschen es zu Erfolg in Leben bringen können. Sind es diejenigen, die genetisch bedingt schon von Geburt aus prädestiniert für Erfolg sind oder sind die Menschen bzw. ihr Umfeld dafür für verantwortlich was sie aus ihrem Leben machen?
Die beiden schließen eine Wette ab: „Wetten, dass wir es schaffen, Winthorp zu einem armen Schlucker zu machen, der dann zum Kriminellen wird und dass wir gleichzeitig einen armen Schlucker zu einem erfolgreichen Geschäftsmann umpolen können?“
Als solch ein armer Schlucker muss Billie Ray Valentine (Eddie Murphy) herhalten, ein Schwarzer aus dem Ghetto, der den beiden mehr oder weniger unfreiwillig über den Weg läuft.
Das Intrigenspiel kann also beginnen. Winthorpe wird in inszenierter Weise Diebstahl und Drogendealerei vorgeworfen, dann verhaftet, entlassen und seine Verlobte wird ihm abspenstig gemacht. Noch viel schlimmer, all seine Kreditkarten werden gesperrt, er steht also völlig mit leeren Händen da, und in sein Haus gelangt er ebenfalls nicht mehr, da auch sein Butler mit in das miese Spiel der Dukes gezogen wird. Im Gegenzug wird Valentine von der Straße aufgelesen und ihm wird das Leben Winthorps übertragen.
Winthorpe, der inzwischen Unterschlupf bei der Prostituierten Ophelia (Jamie Lee Curtis) gefunden hat, muss in der Folge mit ansehen wie er von allen Seiten von seinen Mitmenschen und Freunden verstoßen wird und Valentine den Dukes zu weiteren Erfolgen hilft und dabei selbst immer angesehener wird. Der ehemals so feine Herr wird psychisch also stark in Mitleidenschaft gezogen und steht nach einem Alkoholexzess und einem beinahe verübten Attentat auf Valentine kurz vor dem Selbstmord.
Auf der Weihnachtsparty der Firma Duke wird Valentine jedoch lauschenderweise auf die Wette der beiden Dukes aufmerksam, er erfährt also, dass er selbst nur als Versuchskaninchen herhalten musste und schon bald wieder auf die Straße zurückgeschickt werden würde.
Kurzerhand verbündet er sich mit Winthorpe und schmiedet mit jenem zusammen einen Plan, wie sie den Dukes eins auswischen können...
@@@ Meine Meinung @@@
Erst mal sorry für die eigentlich viel zu lange Inhaltsangabe, da fass ich mich sonst ja eher kürzer, aber um auch nur annähernd zu verstehen was in dieser Komödie passiert, musste ich da ein paar mehr Details als sonst erwähnen.
A propos Komödie, ich muss schon sagen, dass ich gar nicht mal soviel bei diesem Film lachen musste. Klar, da gibt es einige geniale Szenen, die fast ausnahmslos diejenigen Szenen mit Eddie Murphy sind, aber was mich vielmehr an „Die Glücksritter“ fasziniert hat, war und ist die angedrehte, mehr als innovativ zu bezeichnende Story. Man stelle sich nur mal vor, es würde tatsächlich jemanden gelingen einen wohl angesehenen Bürger in den Ruin zu treiben. In der Realität wohl in der dargestellten Gnadenlosigkeit kaum vorstellbar, gelingt es den Dukes doch Winthorp innerhalb eines Tages all das wegzunehmen, wofür er sein Leben lang „geschuftet“ hat. Erschreckend ist es dennoch. Im Film allerdings überaus spannend und interessant mitzuverfolgen. Anstelle von Komödie könnte man durchaus auch sagen Gesellschaftskritik, eingebettet in ein Meer aus Sarkasmus (oder so ähnlich :) ) Auffallend aber ohne Zweifel das letzte Drittel des Film, wo sogar mehr Witz versprüht wird, ich sag nur die Zugfahrt. Was es damit auf sich hat, verrat ich aber hier nicht...
Geprägt ist der Film sicherlich durch seine beiden Hauptcharaktere Murphy und Aykroyd, die ihre Rollen wunderbar ausfüllen und auch wunderprächtig miteinander harmonieren. Anfangs haben wir einen richtigen Drecksack in Form des snobbigen Louis Winthorpe zu tun, dem man wegen seiner arroganten Art und seinem feinen Getue direkt wünscht, dass er bald mal einen auf den Deckel bekommt. Schön mitanzusehen ist in der Folge sein psychischer Wandel, den er durchzumachen hat. Erst das Schwein, dann verzweifelt bis hin zur Selbstmordgefahr, dann am Ende schon richtig erträglich. Insgesamt kann man dem Kerl nur Lob aussprechen, geniale Verkörperung seiner Rolle. Und ich muss sagen, der einzige Film, in dem mir Aykroyd so richtig positiv aufgefallen ist
Parallel dazu die Entwicklung des Billie Ray Valentine. Hier haben die Macher wohl gerne mit den typischen Gesellschaftsklischees gespielt. Valentine, der böse, arme Schwarze, andererseits der feine Herr Winthorp aus guten Verhältnissen. Aber diese eigentlich dusselige Klischeeverbratung tut dem Film keineswegs einen Abbruch, auch wenn Murphy als der immer lustige Schwarze herhalten muss. Für mich glänzt Murphy in seiner Rolle allerdings nicht durch urkomische Witzeinlagen für die er allgemeinhin bekannt und beliebt ist (was ich im übrigen nicht nachvollziehen kann), sondern durch seine freche Schnauze wie man so schön sagt. Nicht direkt zum Lachen, aber situationsbezogen muss man doch immer wieder schmunzeln mit welcher Lockerheit und Direktheit sich Valentine durch die Story wühlt.
Von Murphy hat der Film sicherlich auch seine Besonderheit, auch wenn alle anderen Darsteller überaus passend gewählt wurden, so sticht er doch aus allen heraus und das nicht nur durch sein „anderes“ Äußeres.
Als seelische Auffangstation muss schließlich die Prostituierte Ophelia herhalten (J.L. Curtis), die auf mich als quasi ergänzender Part in diesem Film ebenfalls eine ganz fantastische Darbietung leistet. Auch ganz nett für die männliche Zuschauerschar, man kann sie einmal oben ohne sehen :) Ansonsten vielleicht dialogmäßig nicht ganz so die Granate wie die beiden Hauptprotagonisten, aber stets gut eingebaut in den Tathergang. Eine interessante, und gleichzeitig bewundernswerte junge Dame, die zwar gesellschaftlich auf niedrigem Niveau fährt, jedoch ein kluges Köpfchen hat und beim genauen Betrachten so gar nicht dem entspricht, was man sonst so von einer Prostituierten erwartet.
Ach ja, einen sollte ich an dieser Stelle nicht vergessen, den Butler Winthorpes , Coleman. Leider hat der Gute nur einen Nebenrollenstatus inne, aber immer wenn er im Bilde ist, blitzt sein schauspielerisches Können deutlich auf. Schwer zu beschreiben, was mir so an Coleman gefallen hat, ich weiß nur, dass sein Handeln und seine Kommentare stets interessant zu verfolgen waren.
Nun, was soll man an solch einem Film sonst noch großartig bewerten? Nur der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass weder irgendwelche Effekte, noch spektakuläre Musik, ausschweifende Kameraführung, noch Atmosphäre oder sonst was ausschlaggebend in „Die Glücksritter“ sind. Man muss ja auch bedenken, dass der Film erstens Anfang der 80er in die Kinos kam und zweitens solcher Krimskrams gar nicht zu einer solchen Art von Film passen würde.
@@@ Daten @@@
Originaltitel: Trading Places
Regie: John Landis
Erschienen: 1983 (USA)
Darsteller: Eddie Murphy, Dan Aykroyd, Jamie Lee Curtis
Dauer: ca. 118 Minuten
FSK: 16
@@@ Fazit @@@
Genug gelabert! Eines steht fest, „Die Glücksritter“ ist einer der Filme, die man auf gar keinen Fall verpasst haben sollte. Zu keiner Minute langweilig (und das bei der Länge!), immerzu interessant zu verfolgen, starke Darsteller, noch besseres Skript, Sarkasmus, Witz usw. usw.
Egal welchem Filmgenre man nun frönt, diesem Film sollte man sich nicht entgehen lassen. Gut, dass er regelmäßig im TV zu sehen ist...
Euer gnoi
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