Die Regeln des Spiels (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2011
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Erfahrungsbericht von der_dominator
parental advisory - explict content
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ob man einen Film mag, oder nicht, entscheidet sich oft in den ersten zehn Minuten. Das war bei Moulin Rouge so, wo der hektische Anfang den Kinogänger schier zu erschlagen drohte, das war in Scorseses „Gangs of New York“ so, wo auf ein „Intro“ verzichtet wurde um direkt in den Film, mit all seiner Brutalität einzusteigen und das ist auch bei „die Regeln des Spiels“ so. Natürlich heben sich die Filmemacher die ganz großen Special Effekts für den Schluß auf und auch die eine oder andere Wendung der Handlung wird erst zum Ende hin sichtbar dennoch sind es die ersten Minuten die eine Sympathie entwickeln oder es bleiben lassen. Was beim Menschen und seinem Gegenüber, egal ob männlicher oder weiblicher Natur also lediglich wenige Sekunden benötigt, das dauert beim Film die besagten zehn Minuten länger. Und bereits diese zehn Minuten haben es in sich; und teilen das Kino in zwei Teile…
Roger Avary, den meisten wohl als helfende Hand Tarantinos für dessen Drehbuch zu Pulp Fiction bekannt, erzählt in seinem zweiten Film (nach „Killing Zoe“) die Geschichte dreier College Studenten die nichts anderes im Sinn haben als Sex und Drogen. Was sich banal anhört, ist es letztendlich auch, denn über mehr als eine „Beziehungskiste“ kommt Avarys Film, auf einem Ellis Roman basierend, leider nicht hinaus.
Sean Bateman (James van der Beek), jung, einiger maßen attraktiv und Drogendealer, verliebt sich in Lauren (Shannyn Sossamon) weil er denkt die Briefe, die sein Postfach mit einem Hauch verträumter Romantik füllen, seien von ihr. Doch Lauren hat zunächst kein Interesse an ihm, denn sie, noch Jungfrau, will sich für ihren Schwarm, gerade unterwegs in Europa aufsparen. Doch mit der Zeit beginnt sie Interesse am smarten „Ladykiller“ zu entwickeln. Zumindest solang, bis dieser auf einer Party, auf der er dachte Lauren wäre nicht anwesend, weil verreist, deren Mitbewohnerin (Jessica Biel) „vögelt“. Dass die Briefe gar nicht von ihr stammen, sondern von einer Unbekannten, weiß er zu diesem Zeitpunkt nicht, letztere nimmt sich immer im Hintergrund agierend, das Leben. Eine Idee, die auch Sean hat, sie aber nicht umzusetzen weiß und einen Selbstmord versuch vortäuscht.
Rein optisch ist „die Regeln des Spiels“ ein absoluter Hochgenuss. Avary arbeitet mit Splitscreens die zwei Protagonisten parallel agieren lassen ehe sie aufeinander, und damit wieder „auf eine Leinwand“ treffen oder nutzt die Technik um zu zeigen was sich bestimmt Charaktere im Moment wünschen und wie sie sich wirklich verhalten. So kann man in einer Szene sehen wie der Bi-sexuelle Paul, nebenbei Ex Freund von Lauren, versucht Sean zu verführen. Das ganze passiert allerdings rein fiktional, denn in Wirklichkeit und damit im „rechten Screen“ passiert nichts.
Aber nicht nur die Splitscreens wissen zu gefallen. Die „Weltuntergangsparty“ bei der der Film beginnt, ehe er durch Rückblenden die Geschehnisse der letzten Tage aufgreift und die Figurenkonstellationen erklärt, und zu der er auch wieder zurückkehrt, wird zum Beispiel aus mehreren Szenen zusammengesetzt. So beginnt alles aus dem Blickwinkel von Lauren, ehe der Film „zurückgespult“ (wobei er tatsächlich rückwärts läuft, Musik inklusive) wird um das ganze aus der nächsten Perspektive, aus der von Paul, darzustellen. Das ganze ist aber nicht nur Spielerei, sondern macht Sinn. Schnell bekommt man einen „Überblick“ über das Geschehen und bekommt die Hauptakteure vorgestellt.
Diese liefern durchaus überzeugenden Leistungen, egal als ob dummes Flittchen (Jessica Biel) oder verträumte Jungfer (Shannyn Sossamon), ab. Lediglich Dawsons Creek Beau van der Beek, steht ein wenig hinten an. Er wirkt eine runde zu cool. Ein Problem, an dem der ganze Film krankt. Der letzte Funke will einfach nicht überspringen, denn dafür ist die Anzahl der Charakter mit denen man sich etwa identifizieren könnte einfach zu gering, sie zu oberflächig „gezeichnet“.
Auch die Handlung, durchaus mehr als „Durchschnitt“ macht den Film zu einem Zitterspiel, denn der Grad zwischen „mögen“ und „hassen“ liegt hier nicht weit und so wird „die Regeln des Spiels“ wohl eher weniger die Massen der Kinogänger erreichen, was durchaus Schade ist. Der Grund ist einfach: es wird gefickt, gekotzt (auch bei ersterem), gespuckt und geflucht, was sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Das der Drogenkonsum den einer Handelsüblichen Kleinstadt um ein weites übersteigt weil der Schnee nur in den wenigsten Szenen vom Himmel fällt, gehört zum Bild voller Klischees, das Avary zeichnet, weil nur dort sein Film funktioniert. Von einer „Jugendstudie“ zu sprechen ist dennoch übertrieben.
Was dennoch bleibt, die geniale Regie einhergehend mit einer guten Kameraarbeit und motivierten, weil überzeugenden Jungschauspielern. Zudem gesellt sich ein wirklich überzeugender und in jeder Minuten passender Soundtrack. Lediglich die Thematik mit der sich der Film beschäftigt und deren oberflächige „Aufarbeitung“ verhindern den potentiellen Kultfilm. Die Kinokarte ist „Die Regelnd es Spiels“ aber auf alle fälle wert, und wenn nicht, kann man das Kino nach den ersten zehn Minuten ja verlassen.
[unterm Strich bleibt]
Die Regeln des Spiels (The Rules of Attraction)
USA 2002
Regie: Roger Avary
FSK: ab sechzehn Jahren
Darsteller: James van der Beek, Shannyn Sossamon, Ian Sommerhalder, Jessica Biel u.a.
© der_dominator im Mai - empfehlenswert
Roger Avary, den meisten wohl als helfende Hand Tarantinos für dessen Drehbuch zu Pulp Fiction bekannt, erzählt in seinem zweiten Film (nach „Killing Zoe“) die Geschichte dreier College Studenten die nichts anderes im Sinn haben als Sex und Drogen. Was sich banal anhört, ist es letztendlich auch, denn über mehr als eine „Beziehungskiste“ kommt Avarys Film, auf einem Ellis Roman basierend, leider nicht hinaus.
Sean Bateman (James van der Beek), jung, einiger maßen attraktiv und Drogendealer, verliebt sich in Lauren (Shannyn Sossamon) weil er denkt die Briefe, die sein Postfach mit einem Hauch verträumter Romantik füllen, seien von ihr. Doch Lauren hat zunächst kein Interesse an ihm, denn sie, noch Jungfrau, will sich für ihren Schwarm, gerade unterwegs in Europa aufsparen. Doch mit der Zeit beginnt sie Interesse am smarten „Ladykiller“ zu entwickeln. Zumindest solang, bis dieser auf einer Party, auf der er dachte Lauren wäre nicht anwesend, weil verreist, deren Mitbewohnerin (Jessica Biel) „vögelt“. Dass die Briefe gar nicht von ihr stammen, sondern von einer Unbekannten, weiß er zu diesem Zeitpunkt nicht, letztere nimmt sich immer im Hintergrund agierend, das Leben. Eine Idee, die auch Sean hat, sie aber nicht umzusetzen weiß und einen Selbstmord versuch vortäuscht.
Rein optisch ist „die Regeln des Spiels“ ein absoluter Hochgenuss. Avary arbeitet mit Splitscreens die zwei Protagonisten parallel agieren lassen ehe sie aufeinander, und damit wieder „auf eine Leinwand“ treffen oder nutzt die Technik um zu zeigen was sich bestimmt Charaktere im Moment wünschen und wie sie sich wirklich verhalten. So kann man in einer Szene sehen wie der Bi-sexuelle Paul, nebenbei Ex Freund von Lauren, versucht Sean zu verführen. Das ganze passiert allerdings rein fiktional, denn in Wirklichkeit und damit im „rechten Screen“ passiert nichts.
Aber nicht nur die Splitscreens wissen zu gefallen. Die „Weltuntergangsparty“ bei der der Film beginnt, ehe er durch Rückblenden die Geschehnisse der letzten Tage aufgreift und die Figurenkonstellationen erklärt, und zu der er auch wieder zurückkehrt, wird zum Beispiel aus mehreren Szenen zusammengesetzt. So beginnt alles aus dem Blickwinkel von Lauren, ehe der Film „zurückgespult“ (wobei er tatsächlich rückwärts läuft, Musik inklusive) wird um das ganze aus der nächsten Perspektive, aus der von Paul, darzustellen. Das ganze ist aber nicht nur Spielerei, sondern macht Sinn. Schnell bekommt man einen „Überblick“ über das Geschehen und bekommt die Hauptakteure vorgestellt.
Diese liefern durchaus überzeugenden Leistungen, egal als ob dummes Flittchen (Jessica Biel) oder verträumte Jungfer (Shannyn Sossamon), ab. Lediglich Dawsons Creek Beau van der Beek, steht ein wenig hinten an. Er wirkt eine runde zu cool. Ein Problem, an dem der ganze Film krankt. Der letzte Funke will einfach nicht überspringen, denn dafür ist die Anzahl der Charakter mit denen man sich etwa identifizieren könnte einfach zu gering, sie zu oberflächig „gezeichnet“.
Auch die Handlung, durchaus mehr als „Durchschnitt“ macht den Film zu einem Zitterspiel, denn der Grad zwischen „mögen“ und „hassen“ liegt hier nicht weit und so wird „die Regeln des Spiels“ wohl eher weniger die Massen der Kinogänger erreichen, was durchaus Schade ist. Der Grund ist einfach: es wird gefickt, gekotzt (auch bei ersterem), gespuckt und geflucht, was sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Das der Drogenkonsum den einer Handelsüblichen Kleinstadt um ein weites übersteigt weil der Schnee nur in den wenigsten Szenen vom Himmel fällt, gehört zum Bild voller Klischees, das Avary zeichnet, weil nur dort sein Film funktioniert. Von einer „Jugendstudie“ zu sprechen ist dennoch übertrieben.
Was dennoch bleibt, die geniale Regie einhergehend mit einer guten Kameraarbeit und motivierten, weil überzeugenden Jungschauspielern. Zudem gesellt sich ein wirklich überzeugender und in jeder Minuten passender Soundtrack. Lediglich die Thematik mit der sich der Film beschäftigt und deren oberflächige „Aufarbeitung“ verhindern den potentiellen Kultfilm. Die Kinokarte ist „Die Regelnd es Spiels“ aber auf alle fälle wert, und wenn nicht, kann man das Kino nach den ersten zehn Minuten ja verlassen.
[unterm Strich bleibt]
Die Regeln des Spiels (The Rules of Attraction)
USA 2002
Regie: Roger Avary
FSK: ab sechzehn Jahren
Darsteller: James van der Beek, Shannyn Sossamon, Ian Sommerhalder, Jessica Biel u.a.
© der_dominator im Mai - empfehlenswert
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