Die Reifeprüfung (DVD) Testbericht

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ab 4,54
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  langweilig

Erfahrungsbericht von XXLALF

Braver Junge

5
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  langweilig
  • Altersgruppe:  ab 12 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

Schöner Film mit tollen Soundtracks

Kontra:

Finde ich keine

Empfehlung:

Ja

Zurzeit schaue ich sehr gerne Filme an, in welchen mir bekannte und auch recht gern gehörte Musikstücke gespielt werden, wie z.B. "Mrs. Robinson" oder "The Sound Of Silence" von Simon & Garfunkel. Na ja, schwer ist es jetzt nicht mehr den Titel des Films zu erraten, welchen ich mir zu Gemüte geführt hab. Richtig "Die Reifeprüfung" mit Dustin Hoffman, der darin einen 20zig jähriger spielt, obwohl er damals im Film schon 30zig war. In- und auswendig kenne ich diesen Film schon, welcher mir nicht nur von der Story gut gefällt, sondern auch von der Musik, zumal das Lied "Mrs. Robinson" eigens für den Film komponiert wurde.

Nun zuerst kurz zur Story

Benjamin Braddock, der mit seinen 20 Jahren noch als Sex unerfahren gilt, kehrt in das sonnige Kalifornien in die Villa seiner wohlhabenden Eltern zurück, nachdem der seinen College-Abschluss mit Auszeichnung und Bravur bestanden hat. Ihm zu Ehren haben seine Eltern eine Party in die Gänge geleitet, zu welcher sie nur IHRE besten Freunde geladen haben, die alle nicht nur wie sie recht reich und wohlhabend sind, sondern auch etwa in ihrem Alter oder sogar noch älter sind.

Unter dieser Generation, die mit ihrer Herzlichkeit und den wohlgemeinten Ratschlägen ihn regelrecht bombardieren, fühlt sich Benjamin überhaupt nicht wohl, sodass er sich in sein Zimmer verdrückt, und seine Fischen im Aquarium beobachtet.

Lang dauert es nicht bis, Mrs. Robinson, welche eine recht attraktive, verheiratete Frau so Mitte 30, vor seiner Tür steht. Sie kam allein zur Party, weil ihr Mann, ein Geschäftspartner von Benjamins Vater, noch geschäftlich unterwegs ist. Und nun bittet sie Benjamin, er möge sie nachhause fahren, weil sie sich allein in einem leeren Haus fürchtet. Benjamin gehorcht, auch wenn er ein recht mulmiges Gefühl dabei hat, weil sie mit ihren recht freizügigen Gesten, und Verführungskünsten ihn mächtig in Verlegenheit brachte. Im Grunde nach weiß er, oder kann es sich denken, was auf ihn wartet. Aber trotzdem erfüllt er ihr ihren Wunsch, und fährt sie heim in ihr recht luxuriöses Domizil. Und dort zieht diese recht erfahrene Frau alle erdenklichen Register, um den zweiten Anlauf zu starten, und diesen unerfahrenen Benjamin zu verführen. Aber so unerfahren ist Benjamin nun auch wieder nicht, dass er nicht durchschaut, was für ein Spielchen sie mit ihm spielt. Und dennoch hat Benjamin Hemmungen sich mit dieser verheiraten Frau einzulassen, welche nicht nur etwa im Alter seiner Mutter ist, sondern dieses Ehepaar auch zu den Freunden seiner Eltern zählt. Oder aber, er hat Angst vor dem "ersten Mal", was ja kein junger Mann gerne zugibt. Auf jeden Fall zögert er, was nach Angst und Unsicherheit aussieht, sodass sie zu ihm sagt, dass er sich nicht so anstellen solle.

Im selben Augenblick kommt Mr. Robinson nach Hause, welcher Gott-sei-Dank keinen Verdacht schöpft, was seine Frau mit diesem Jüngling vorhatte.

Na ja, als Angsthase oder gleich von vorn herein als Versager dazustehen, das will kein junger Mann und schon gar nicht Benjamin, welcher sich kurze Zeit später mit ihr in einem Hotelzimmer trifft, wo sie es ihm besorgt. Ja, Benjamin findet Mrs. Robinson sehr attraktiv, was er ihr auch sagt, und sie dann miteinander ein Verhältnis anfangen.

Doch dann kommt die hübsche Elaine, Mrs. Robinsons Tochter, welche die Braddocks sehr nett und sympathisch finden für ein paar Tage von der Universität nach Hause. Mit ihr wollen sie ihren Sohn verkuppeln, wobei sie ihn so bedrängen, dass er mit ihr ausgeht soll, was er auch folgsam macht, aber nur, damit er seine Ruhe hat. Und damit es kein zweites Mal passiert, verhält er sich Elaine gegenüber, ziemlich rüpelhaft, indem er sie in ein Striplokal führt, wo sie sich sehr gedemütigt fühlt. Gedemütigt von ihm und der Striperin.

Als Mrs. Robinson von diesem Téte-á-téte erfährt, reagiert sie überaus eifersüchtig, indem sie ihm nicht nur den Umgang mit ihrer Tochter verbietet, sondern ihr auch erzählen will, was zwischen ihr und Benjamin vorgefallen ist. Aber dem kommt Benjamin ihr zuvor, zumal er Elaine über alles liebt, und somit vor ihr keine Geheimnisse haben will. Jedoch mit dieser Reaktion hat Benjamin von ihr nicht gerechnet, dass sie so sang- und klanglos ihre Sachen zusammenpackt und wieder zur Uni fährt. Benjamin jedoch fährt ihr hinterher, mietet sich sogar in einem Zimmer ein, nur um in ihrer Nähe sein zu, was wiederum Elaine gar nicht gefällt, zumal sie dort einen anderen jungen wohlhabenden Mann kennengelernt hat, den sie heiraten will. Doch als der Paar in der Kirche vorm Traualtar steht, taucht Benjamin plötzlich auf, um sie zu entführen, wobei er keine Gewalt anlegen muss, da sie ihm ohne weiteres, ja sogar freudenstrahlend in einen Bus folgt.

Nun zur eigenen Meinung

Im gewissen Sinn hat es mir der Film schon mächtig angetan, was nicht allein an den Songs von "Simon & Garfunkel" liegt, sondern auch an der Story allgemein, weil diese in gewissen Punkten mir unheimlich nahe geht. Oh nein, einen Jüngling verführt, das habe ich nicht, aber wie sich jemand fühlen muss, welcher sein Können unter Muss auf Beweis zu stellen hat, obwohl es ihm ein Aber ist als Vorzeigeäffchen zu dienen. Widerlich kann ich nur sagen, widerlich.

Klar, Eltern oder Großeltern sind mächtig stolz auf ein Kind, welches eine Begabung oder Fähigkeit besitzt, das andere in Staunen versetzt. Aber ob dies das Kind genauso sieht, wenn es unter Druck, JETZT, das zu zeigen hat, was es kann, das bezweifle ich sehr stark. Da sollte das Kind mitentscheiden dürfen, ob ihm danach ist oder nicht. Sonst wirkt es wie ein Vorzeigeäffchen in einem Zirkus.

Und ein solches ist Benjamin, für seine Eltern, als er zum einen mit dem glänzenden Abschluss in der Hand und dann die neue Taucherausrüstung im Swimmingpool, vor versammelter Gesellschaft zu präsentieren hat. Benjamin ist der ganze Stolz seiner Eltern, welche immer nur das Beste für ihn wollen. Und deshalb entscheiden auch sie, wer zur Party eingeladen wird, wobei es den Anschein macht, dass Benjamin überhaupt keine Freunde hat. Im gewissen Sinn, ist Benjamin das Paradestück seiner Eltern, welcher entweder aus Bequemlichkeit den Mund nicht auftut, oder aber er hat dies schon aufgeben und findet keine Veranlassung zu diesem tun, weil er im Elternhaus alles schon vorgekaut bekommt, das ganze Leben, welches so still und gemütlich vor sich in dahinplätschert.

Er macht sich auch keine Gedanken für die Zukunft, er lässt alles so auf sich zukommen, wobei er andere für sich denken lässt, und erst als das Wort "Plastik" fällt, aufhorcht. Ja, Plastik war im Jahre 1967 wie Zukunftsmusik, wobei eigentlich das Wort wie ein Wortsignal für Synthetik steht, welches sich zu dieser Zeit nur besser verdienende Leute leisten konnten. Und deshalb bekommt er dies auch als guten Rat, darauf zu bauen. Jede/r weiß, was für Benjamin gut ist, nur er weiß es nicht, wobei es mir so vorkommt, als ob er in einer ihm vertrauten Umgebung als Fremder lebt.

Und wenn ihm das ganze Gelaber zu viel wird, findet er seine Rückzugsmöglichkeiten entweder im Swimmingpool, in welchem er dann buchstäblich untertaucht, oder er setzt sich in seinen Sportwagen und fährt stundenlang damit durch die Gegend.

Man merkt Benjamin an, dass ihn so manches an seinen Eltern stört, aber nicht mit ihnen ins Gespräch kommen kann, weil ihm wahrscheinlich der Mut fehlt, da er von ihnen noch (finanziell) abhängig ist.
Aber dennoch kann sich Benjamin nicht beklagen, zumal ihm seine Eltern ein recht sorgenfreies Leben bieten. Er geht seinen Vergnügungen nach, hat Geld, aber noch keine sexuelle Erfahrung. Entweder ist er zu schüchtern, oder es fehlt ihm die Gelegenheit, selber ein Mädchen kennenzulernen. Aber wozu hat er Eltern die für ihn denken und handeln, und deshalb deichseln sie es für ihn, indem sie ihn mit der schönen Tochter der vermögenden Robinsons verkuppeln.

Obwohl Benjamins Eltern meinen, dass sie ihren Jungen in- und auswendig kennen, wissen sie nicht, dass er ein Verhältnis zu einer verheirateten Frau pflegt, die nicht nur eine Tochter in Benjamins Alter hat, sondern auch zu ihren persönlichen Freunden zählt.

Ja, und diese entführt ihn geschickt in die Gärten der Lüste, wobei diese "Dame" den armen Benjamin mit kühler aber auch bestimmender Überlegenheit langsam zu vernaschen beginnt, beinahe schon so wie eine Professionelle, welcher Gefühle in dieser Hinsicht fremd sein müssen. Im Grunde kann man sie schon als Vorreiter, oder Symbolfigur der (freien)-Marktwirtschaft sehen, welcher NUR nach dem "einen" der Sinn steht. Sie will das arme Bürschchen, und wenn ihm diese Beischlafstündchen zuwider werden, dann mutiert sie zur reinsten Furie.

Warum und wieso sie das macht, hat entweder den Grund, dass sie sich noch was beweisen muss, wie attraktiv und begehrenswert sie noch ist, obwohl sie ihre Begehrenswertigkeit anderen regelrecht aufdrängt. Im Grunde mangelt es ihr sehr am Selbstwertgefühl, was sie mit ihrer Eifersucht zum Ausdruck bringt.

Daten zum Film "Die Reifeprüfung"

Originaltitel: THE GRADUATE
Drehbuch: Calder Willingham, Buck Henry
Literaturvorlage: Charles Webb: THE GRADUATE
Darsteller: Dustin Hoffman (Benjamin), Anne Bancroft (Mrs. Robinson), Katharine Ross (Elaine Robinson), Murry Hamilton (Mr. Robinson), William Daniels (Mr. Braddock), Elizabeth Wilson (Mrs. Braddock), Buck Henry (Angestellter), Brian Avery (Carl Smith), Walter Brooke (Maguire), Norman Fell (McCleary), Alice Ghostman (Mrs. Singleman), Marion Lorne (Miß De Witt).
Regisseur: Mike Nichols
Komponist: Dave Grusin, Paul Simon

Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 - 1.78:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: STUDIOCANAL
Erscheinungstermin: 2. Februar 2012
Produktionsjahr: 2001
Spieldauer: 102 Minuten


Im Grunde, was will uns diese Geschichte im Film sagen, welche für das Jahr 1967 als ziemlich gewagt galt, weil so ein offener Blick auf Sex, obwohl es überhaupt im Film nicht viel zu sehen gibt, mehr als verpönt war. Meiner Meinung nach sind es eindeutig die raffinierten Verführungskünste, mit welcher sie den Jüngling dorthin bekommt, wo sie ihn haben will, wobei erschwerend noch dazukommt, dass es sich um eine verheiratete Frau aus dem Freundeskreis der Familie handelt, welche sich mit einem Jüngling einlässt. Damals war es ein Skandal, welcher heute vielleicht nur kühl belächelt wird.

Ja, so ändern sich die Zeiten, wobei nach dem Film, als dieser gedreht wurde, alles nicht mehr so ist wie es war. Man lebt freizügiger und offener, was nicht allein mit Sex zu tun hat, sondern auch im Aufbegehren gegenüber den Eltern, was in der letzten Szene im Film, in der Flucht der jungen Leute verdeutlicht wird. Sie leisten mit dieser Flucht, vor der ganzen versammelten Gesellschaft wirklich mutig Widerstand, und zeigen damit, dass sie sich nicht nur von ihrer Eltern frei machen, sondern sich auch nicht mehr manipulieren lassen (wollen).

Ich finde, dass "Die Reifeprüfung" auch heute noch ein toller Film ist, dessen Story durch die Filmmusik von Simon & Garfunkel getragen wird. Wunderbare, romantische wie auch melancholische Songs zu einer ebenso romantischen Liebesgeschichte.

Ein Film, welchem ich die höchste Punktezahl gebe.

Fazit: Ansehen

103 Bewertungen, 23 Kommentare

  • BoxerRocko

    28.11.2013, 07:49 Uhr von BoxerRocko
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße

  • Gi22Fr

    25.07.2013, 15:49 Uhr von Gi22Fr
    Bewertung: besonders wertvoll

    klasse beschrieben

  • Juri1877

    01.03.2013, 22:21 Uhr von Juri1877
    Bewertung: besonders wertvoll

    bw nachgereicht für diesen TOP-Bericht

  • Lale

    17.10.2012, 17:48 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    Allerbesten Gruß *~*

  • Doomday

    11.10.2012, 14:54 Uhr von Doomday
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr cooler Film alt aber gut ;) SH

  • pontiaclilly

    06.10.2012, 00:25 Uhr von pontiaclilly
    Bewertung: sehr hilfreich

    schaue ich immer wieder gern!

  • katjafranke

    04.10.2012, 15:28 Uhr von katjafranke
    Bewertung: besonders wertvoll

    Viele liebe Grüße Katja

  • severine

    01.10.2012, 21:56 Uhr von severine
    Bewertung: sehr hilfreich

    ... und eine gute Woche!

  • Summermoon

    01.10.2012, 15:55 Uhr von Summermoon
    Bewertung: sehr hilfreich

    Einen schönen Wochenstart! :)

  • anonym

    30.09.2012, 00:55 Uhr von anonym
    Bewertung: besonders wertvoll

    Super Bericht! Bw. LG Just86

  • Magicfinger

    27.09.2012, 00:06 Uhr von Magicfinger
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße Magicfinger ;-)

  • anonym

    20.09.2012, 04:54 Uhr von anonym
    Bewertung: besonders wertvoll

    BW und liebe Grüsse

  • manu63

    20.09.2012, 00:14 Uhr von manu63
    Bewertung: sehr hilfreich

    viele Grüße von Manuela

  • catmum68

    18.09.2012, 17:07 Uhr von catmum68
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreicher Bericht, LG

  • Bienitz

    16.09.2012, 09:55 Uhr von Bienitz
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße aus Leipzig, Randolf

  • giselamaria

    16.09.2012, 09:27 Uhr von giselamaria
    Bewertung: besonders wertvoll

    ja - ich habe diesen Film auch schon mehrmals im TV gesehen, immer wieder interessant, stimmt !- LG gisela

  • goat

    15.09.2012, 20:37 Uhr von goat
    Bewertung: besonders wertvoll

    Der Film lief letztens auf Arte. Leider finden wir den "deutschen" Arte-Sender und somit laufen die Filme überwiegend in französisch, selten auf englisch - wie in diesem Fall und manchmal auf deutsch. Ich habe ihn mir eine kurze Zeit lang auf englisch angesehen und das hat mir schon gefallen.

  • sirikit06

    15.09.2012, 18:54 Uhr von sirikit06
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche Dir ein schönes WE! LG

  • Noire

    15.09.2012, 18:25 Uhr von Noire
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wünsche dir noch ein schönes Restwochenende (:

  • Tweety30

    15.09.2012, 16:31 Uhr von Tweety30
    Bewertung: besonders wertvoll

    BW und einen schönen Samstag!

  • Baby1

    15.09.2012, 15:16 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • sigrid9979

    15.09.2012, 14:58 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    WÜNSCHE EINEN SONNIGEN SAMSTAG

  • Nina1805

    15.09.2012, 13:39 Uhr von Nina1805
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und einen schönen Samstag!