Die purpurnen Flüsse (VHS) Testbericht

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ab 8,95
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Erfahrungsbericht von raggy

Spannung auf französisch

Pro:

spannend, hintergründig, beste Schauspieler, schöne Bilder

Kontra:

hässliche Leichen

Empfehlung:

Ja

Von dem Film „Die purpurnen Flüsse“ hatte ich schon gehört. Es hieß, er sei sehr gut aber auch etwas „eklig“ und schockierend. Ich war aber doch gespannt – und wurde nicht enttäuscht.

Vorlage für den Film ist der gleichnamige Roman von Jean-Christophe Grangé. Ich glaube, den werde ich mir demnächst kaufen. Denn er wird sicher das halten, was der Film bereits versprochen hat – vermutlich sogar mehr.

Die Geschichte:
In der kleinen Universitätsstadt Guernon in den französischen Alpen hat ein grausamer Mord stattgefunden. Der Bibliothekar der Universität wurde gefoltert und verstümmelt und starb qualvoll nach einem stundenlangen Todeskampf. Kommissar Pierre Níemans (glänzend gespielt von Jean Reno) wird eigens aus Paris abberufen, um diesen Fall zu klären. Bereits bei den ersten Ermittlungen stößt Niemans auf Dinge, die den Fall undurchsichtig und misteriös machen und vor allem auf die Ablehnung der Studenten und Mitarbeiter der Universität, die den kleinen Ort beherrscht. Nur bei der Studentin Fanny (gespielt von Nadia Farres) findet er Unterstützung bei seinen Ermittlungen und ein wenig Sympathie.
Fast zum gleichen Zeitpunkt bekommt – einige hundert Kilometer entfernt – Kommissar Max Kerkiran (gespielt von Vincent Kassel) einen anderen Fall zur Untersuchung: Die Gruft der mit 10 Jahren bei einem Unfall tödlich verunglückten Judith wurde geschändet und mit Hakenkreuzen bemalt. Und in der Schule, die das Mädchen besuchte, wurde eingebrochen und es fehlen alle Unterlagen aus der Zeit, als Judith dort zur Schule ging.
Diese beiden Fällen scheinen zuerst nichts miteinander zu tun zu haben. Aber während Niemans durch subtile Hinweise auf weitere schlimm zugerichtete Leichen stößt, führt ein Gespräch mit Judith’s Mutter Max Kerkiran ebenfalls nach Guernon.
Immer mehr kristallisiert sich heraus, daß der Hintergrund beider Fälle in der Universität zu finden ist ...

Die Darsteller und Personen:
Jean Reno stellt hier wieder seine überragenden Fähigkeiten dar. Kommissar Niemans arbeitet konzentriert und konsequent in seinen kriminalistischen Recherchen und hat ein feines Gespür für Hintergründe und subtile Hinweise. Vincent Kassel spielt den leicht durchgeknallten Kommissar Kerkiran, der eher auf die rauhe und robuste Art ermittelt. Er steht jedoch in keinster Weise im Schatten des „großen“ Kollegen.
Nadia Farres als Studentin Fanny erscheint sympathisch aber gleichzeitig läßt sie dahinter die Vermutung offen, daß sie etwas mit den Fällen zu tun haben könnte oder etwas zu verbergen hat.
Alle anderen Darsteller sind eher unbekannt, spielen ihre kleinen und größeren (und größtenteils für die Geschichte nicht unwichtigen) Rollen sehr gut.

Die Inszenierung:
Der Film spielt vorwiegend in dem kleinen Ort Guernon, wobei dort die Universität ein wichtiger Schauplatz ist und viele andere Schauplätze der Universität sehr ähnlich sind. Düster und undurchsichtig scheint die ganze Kulisse etwas verbergen zu wollen.
Außerordentlich beeindruckend sind auch die Szenen in den umliegenden Bergen, die auf das Geschehen und den Ort des Geschehens ebenso einen großen Einfluß haben.
Der Film wechselt immer wieder zwischen düsteren Bildern, beeindruckenden Aufnahmen der Bergwelt und feinsinniger Darstellung der einzelnen Personen.
Obwohl die Leichen allesamt komplett verstümmelt und verunstaltet sind, wird der Zuschauer diesen schlimmen Anblicken nur kurz oder aus der Entfernung ausgesetzt, sodaß der richtige Eindruck entsteht ohne einen allzu großen Schock zu hinterlassen.
Die Hintergrund-Musik untermalt – je nach Situation – die Handlung in passenden Tönen und Lautstärke und wirkt nie aufdringlich oder aufgesetzt.

Insgesamt:
Handelt es sich um einen hervorragenden Thriller, der – im Gegensatz zu vielen Filmen aus amerikanischer Feder – auf die übergroße Action, Krach und spektakuläre Szenen weitestgehend verzichtet.
Im Vordergrund stehen die Geschehnisse aus der Vergangenheit, die zur Ursache der brutalen Morde werden und letztendlich zu einer kaum erwarteten Auflösung führen. Eine Geschichte, die man kaum zu glauben wagt – aber doch scheint es nicht unmöglich, daß sie so passiert sein könnte - und die einen wirklich ernsten und ernsthaften Hintergrund hat.
Die Spannung verläuft in einem langsam ansteigenden Bogen zu einzelnen kleineren Highlights (die Jagd im Haus des Arztes, die Verfolgungsjagd im Auto) und findet ihren Höhepunkt im Show-Down in den Bergen. Wobei dieser Show-Down vielleicht etwas zu übertrieben ist und zu sehr an die typisch amerikanischen Action-Filme erinnert.

Für alle, die nicht gerade ein allzu feines Gemüt haben, ist der Film wirklich nur zu empfehlen.

15 Bewertungen