Die purpurnen Flüsse (VHS) Testbericht

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ab 8,95
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Erfahrungsbericht von sweezer

blut auf französisch

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

ZUM INHALT:

Der Polizist Pierre Niemans, der vornehmlich Vorträge und Lehrgänge hält, wird von der Polizei des französischen Bergdorfes Guernon um Hilfe in einem skurrilen Mordfall gebeten.

Dort angekommen wird ihm die Leiche eines Studenten präsentiert, welche in einer Felswand gefunden wurde. Die Leiche wurde in embryonaler Haltung gefesselt und es wurden ihr Augen und Hände entfernt. Ferner ergibt die Autopsie, dass der junge Mann vorher grausam gefoltert, aber stundenlang am Leben gehalten wurde, damit er sein Martyrium bewusst erlebt.

Schockiert von der Brutalität der Vorgehensweise beginnt Niemans seine Ermittlungen, die ihn zunächst in die Universität führen, wo der Tote studierte und an einer Doktorarbeit über Genetik arbeitete. Auffällig an dieser Universität ist sofort das hohe körperliche und geistige Potential, das alle Studenten zu haben scheinen.

Währenddessen in einem 200 km entfernten Dorf…

Der Pariser Polizist Max Kerkerian (wir erfahren leider nicht, warum er in dieses Kaff versetzt wurde…) schiebt hier mit seinen beiden Kollegen eine lässige, ruhige Kugel. Die Zeit wird sich mit Abhängen vertrieben und während eines Einsatzes darf auch ruhig mal ein Joint die Runde drehen.

Dann geschehen an einem Morgen gleich zwei, für das Dorf ungewöhnliche Dinge: Eine Grabschändung und ein Einbruch in das Archiv der örtlichen Dorfschule. Zunächst kümmert sich Kerkerian um die Grabschändung. Es handelt sich um das Grab eines in den 80er Jahren gestorbenen Mädchens Judith, das mit Nazi-Symbolen verunziert wurde. Da er jedoch ohne das Einverständnis der Eltern die Gruft nicht untersuchen darf, geht er zunächst dem Einbruch in der Schule nach. Hier ist bemerkenswert, dass nach Auskunft der Rektorin anscheinend überhaupt nichts fehlt. Als Kerkerian interessehalber nachragt, ob die Rektorin sich zufällig an Judith erinnert, stellen beide fest, dass genau deren Unterlagen fehlen. Über Umwege findet Kerkerian dann heraus, das Judith seinerzeit von einem LKW überfahren wurde und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt war. Ein Gespräch mit ihrer Mutter führt Kerkerian dann ebenfalls zu der Universität in Guernon.

Dort hat Niemans inzwischen eine zweite Leiche entdeckt, die zwar auch in der bekannten Embryohaltung gefesselt ist und die in den Händen zwei Glasaugen hält. Auch dieser Tote war in der Universität eingeschrieben und befasste sich ebenfalls mit Genetik.

Ein Zufall führt Niemans und Kerkerian dann bei ihren Ermittlungen zusammen. Als sie den ansässigen Augenarzt, welcher auch mit der Universität zu tun hat, bezüglich der gefundenen Glasaugen aufsuchen, finden sie ihn ebenfalls ermordet und grausam verstümmelt vor.

Schnell wird beiden klar, dass die Quelle der Geschehnisse in der Universität zu suchen ist…



MEINE EINDRÜCKE:

Das französische Filme ihren eigenen Charakter und Reiz haben, die nicht jedem gefallen, ist unstrittig. Hier jedoch wird uns ein Film präsentiert, der an Spannung und Qualität mit den amerikanischen Top-Thrillern locker mithalten kann und selbst einen Vergleich mit \"Sieben\" nicht unbedingt zu scheuen braucht.

Die Darsteller sind hervorragend ausgewählt. Jean Reno (\"Leon-Der Profi\") als Pierre Niemans spielt gewohnt souverän und Vincent Cassel (\"Dobermann\", \"Hass\") wird dem frech-durchgeknallten Charakter des Max Kerkerian mehr als gerecht.

Neben diesen beiden sehen wir als bekannten Darsteller noch Jean-Pierre Cassel als Augenarzt Cherneze. Sämtliche anderen Darsteller sind mir unbekannt, machten ihre Sache aber durchweg gut.

Auch für einen kleinen Spaßfaktor während dieser sonst so spannenden Geschichte ist gesorgt: Max’ Kollegen bei der Dorfpolizei tragen mit ihrer \"Pinkelst Du mir nicht ans Bein – pinkel ich Dir nicht ans Bein !\"- Einstellung zu manchem Lacher bei.

Zu erwähnen wäre auch noch die hervorragende Auswahl der Drehorte. Wir sehen tolle Berglandschaften/-dörfer mit wunderschön-schroffem Charakter. Hier wird der krasse Gegensatz zwischen der Teilnahme der Dörfler am Weltgeschehen, jedoch gleichzeitig lieber in seinem Dörfchen für sich bleiben, gezeigt.

Des weiteren sind die Aufnahmen der Toten gelungen. Man sieht genug, um schockiert zu sein, aber nicht zu viel, um ekelhaft abgestoßen zu werden. Viel mehr wird hier auf Wortwahl und Beschreibung gesetzt. Der Rest wird der Phantasie des Betrachters überlassen.

Natürlich ist der aufmerksame Zuschauer schnell auf der richtigen Fährte, wenn er ahnt, was es mit den Geschehnissen auf sich hat und das es höchstwahrscheinlich um Genetik geht. Aber es kommt am Ende dann doch noch überraschender, als man dachte…


MEIN FAZIT:

Ein spannender, sehr kurzweiliger Film. Allerdings kann man sich den Film, wegen seines Endes, vermutlich nur einmal oder nur in größeren Abständen anschauen, weil der Überraschungseffekt sonst weg ist. Wer ihn noch nicht kennen sollte, dem sei ein Gang in die nächste Videothek empfohlen.

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