Dog Soldiers (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von winterspiegel
Hunde, wollt ihr ewig leben?
Pro:
Action und Tempo, düstere Atmosphäre, unterkühlter Witz
Kontra:
Etwas zäher Auftakt, teilweise die Wolfsmasken
Empfehlung:
Ja
Ab und zu such ich mir – trotz dem ich’s eigentlich viel besser wissen müsste - einen Film einfach aufs Geradewohl aus. Und obwohl das in den seltensten Fällen bisher gut gegangen ist, lass ich mich dann doch immer wieder zu solch einer spontan Aktion hinreisen.
Denn im Grunde sollte man sich halt schon nicht auf die hochtrabenden Versprechungen die die DVD Hülle verheißt- oder ein schickes Cover suggeriert einlassen, sondern sich vorher eingehender informieren, bevor man sich in den uneingeschränkten Filmgenuss begibt.
Aber hin und wieder - wenn auch eher selten - gibt es dann doch bei solch einem eher weniger empfehlenswerten Roulettspiel, die eine oder andere Überraschung im positiven Sinne.
Filmhandlung
Eine Gruppe Soldaten ist in den undurchdringlichen Wäldern Schottlands unterwegs um an einer Übung teilzunehmen. Die größtenteils miese Laune der Soldaten wird auch nicht besser, als einer aus der Truppe abends am Lagerfeuer eine Schauergeschichte zu erzählen beginnt, wie sie sich angeblich ganz in der Nähe abgespielt haben soll. Kurz darauf machen sich die Männer fast in die Hosen, als völlig unerwartet eine völlig zerfetzte tote Kuh in ihr Nachtlager geschleudert wird.
Am nächsten Tag macht sich der Trupp auf, um Kontakt mit einer anderen Einheit herzustellen und den seltsamen Vorfall zu melden. Doch kurz darauf stolpern sie in ein Militärlager, in dem sie außer einem Schwerverletzten keine weitere Menschenseele vorfinden. Doch überall wimmelt es vor ekligen Innereien und jede Menge Blut. Auch scheinen die Ausrüstungsgegenstände nicht unbedingt zum üblichen Equipment einer sich auf Übung befindlicher Einheit zu gehören.
Doch darüber können sich die Männer vorerst keine Gedanken machen, denn schnell verschärft sich die Lage, als es wieder langsam dunkel wird. Die Soldaten werden aus den Wäldern heraus von irgendwelchen Geschöpfen angegriffen. Als die Situation immer aussichtsloser wird, werden die Handvoll Überlebender von einer Frau im Jeep aufgesammelt, und vorerst mal in Sicherheit gebracht.
In einem abgelegenen Landhaus, das die Bewohner anscheinend erst kurz vorher verlassen haben, verbarrikadieren sich die Flüchtenden. Doch bis der Morgen graut ist es noch lange. Lange genug jedenfalls, um den Kreaturen der Nacht die Bühne für ein grausliches Schauspiel zu bereiten…
Kritik
Oh nein - dachte ich schon, als die ersten Filmminuten des von Neil Marshall inszenierten Werwolfstreifens über den Bildschirm liefen. Es sah leider ganz danach aus, dass es sich hier um ein dementsprechend grässliches Machwerk handelte, sodass ich schon befürchtete nicht bis zum Ende durchzuhalten. Doch dann machte der Film einen Schritt in eine Richtung, der mir mit den fortlaufenden Geschehnissen immer besser gefiel.
Aber zuerst musste ich noch den einfallslosen Einstieg überstehen, der in wilden Schnitten eingefangen wurde und mich fast schwindlig werden ließ. Auch die schon oft in ähnlichen Filmen dargestellte rüde Soldatenkonversation die hier gezeigt wird, ist wenig einfallsreich und kann allenfalls durch das Fußballthema aufgelockert werden, das sich im weiteren Verlauf als eine Art Running Gag entpuppt.
Richtig interessant wird es aber erst, als das einführende Geplänkel vorbei- und es schließlich Schlag auf Schlag in Richtung eines waschechten Horrorfilmes geht. Das Tempo, dass hierfür vorgelegt wurde ist dabei atemberaubend hoch und verliert bis auf wenige etwas ruhigere Passagen auch kaum an Geschwindigkeit.
Wolfsattacken am laufenden Band, sowie ununterbrochenes Maschinengewehrfeuer und Explosionen machen so richtig Laune, - wenn auch immer ganz knapp am schmalen Grat eines haarsträubenden Trash-Movies entlang.
Somit fühlte ich mich stellenweise sehr an die zweite Hälfte des Tarantino Films „From Dusk Till Dawn“ erinnert. Und es fällt mir ehrlich gesagt schwer zu sagen, ob mir das damalige Vampirgemetzel, oder eben diese (im positiven Sinne) völlig überzogene Werwolfschlacht besser gefiel.
Um dem geradlinigen Handlungsverlauf Ausdruck zu verleihen, hat man auf ein paar weniger bekannte- dafür aber wohl umso schlagkräftigere Darsteller zurückgegriffen, die sich den immer heftiger werdenden Angriffen der blutrünstigen Wölfe entgegenstellen. Dieser Kampf auf Leben und Tod spielt sich zum größten Teil in einem abgelegenen Waldhaus ab, das die Stimmung von Abgeschiedenheit und Ausgeliefertsein sehr passend rüberbringt.
Das Design der Werwölfe wird erst so ab der zweiten Filmhälfte langsam ersichtlich. Bis dahin agieren diese weitestgehend im Verborgenen. Doch ich finde, dass man sie ruhig noch etwas länger den Blicken der Zuschauer vorenthalten hätten lassen sollen, da mir diese pelzigen Genossen dann doch insgesamt zu stilistisch und zu puppenhaft entworfen wurden.
Noch ein Wort zur Altersfreigabe: Einigermaßen verwundert war ich schon, als sich herauskristallisierte , dass diese Horror-Mär ein paar ganz schön deftige Einlagen in Richtung FSK 18 hatte, aber dennoch mit einer wohl sehr gnädigen 16er Einstufung davonkam.
Es gibt zwar kein gnadenloses Schlachtfest zu bewundern, aber hin und wieder quellen halt doch Gedärme durch die Bauchdecke, oder fliegen recht detailliert abgerissene Extremitäten durch die Luft. Vom literweise vergossenen Lebenssaft, der durch nicht wenige Sequenzen spritzt, einmal ganz abgesehen.
Anmerkung zur DVD-Version:
Der 100 Minuten lange Film wird auf einer alles in allem recht guten DVD präsentiert. Ton und Bild sind mit kleineren Abstrichen auf hohem Level und auch die Bonusausstattung kann sich durchaus sehen lassen.
Audiokommentar von den Produzenten, nicht verwendete Szenen, Making of, hinter den Kulissen Featurette, Kurzfilm und Interviews von Cast und Crew sind hier die wichtigsten Extras dieses englischen Horrorstreifens.
Nur schade, dass der Filmbegleitende Kommentar nur im Original vorliegt. Alle anderen Extras sind aber mit deutschen Untertiteln aufrufbar.
Fazit
Genreliebhaber mit einer Affinität zu Grusel- und Monstergeschichten, dürften sich hier so richtig heimisch fühlen. Obwohl es immer wieder ins Auge sticht, dass hier mit einem begrenzten Budget gearbeitet wurde, macht der Streifen einfach einen riesigen Spaß.
Dass hier die Produzenten von „Hellraiser“ und „Trainspotting“ am Werk waren, ist demzufolge überhaupt kein Zufall. Trockener, englischer Humor, vermischt mit nie ermüdendem Actiongehalt und an den richtigen Stellen ein wenig Splatter, dürfte sicher die richtige Mixtour für einen gelungenen Filmeabend bieten.
Wer allerdings Anspruchsvolles auch in diesem Bereich erwartet, der sollte aber am Besten gleich die Finger von diesem Werwolfgeheule der etwas anderen Art lassen.
© winterspiegel für Ciao & Yopi
Denn im Grunde sollte man sich halt schon nicht auf die hochtrabenden Versprechungen die die DVD Hülle verheißt- oder ein schickes Cover suggeriert einlassen, sondern sich vorher eingehender informieren, bevor man sich in den uneingeschränkten Filmgenuss begibt.
Aber hin und wieder - wenn auch eher selten - gibt es dann doch bei solch einem eher weniger empfehlenswerten Roulettspiel, die eine oder andere Überraschung im positiven Sinne.
Filmhandlung
Eine Gruppe Soldaten ist in den undurchdringlichen Wäldern Schottlands unterwegs um an einer Übung teilzunehmen. Die größtenteils miese Laune der Soldaten wird auch nicht besser, als einer aus der Truppe abends am Lagerfeuer eine Schauergeschichte zu erzählen beginnt, wie sie sich angeblich ganz in der Nähe abgespielt haben soll. Kurz darauf machen sich die Männer fast in die Hosen, als völlig unerwartet eine völlig zerfetzte tote Kuh in ihr Nachtlager geschleudert wird.
Am nächsten Tag macht sich der Trupp auf, um Kontakt mit einer anderen Einheit herzustellen und den seltsamen Vorfall zu melden. Doch kurz darauf stolpern sie in ein Militärlager, in dem sie außer einem Schwerverletzten keine weitere Menschenseele vorfinden. Doch überall wimmelt es vor ekligen Innereien und jede Menge Blut. Auch scheinen die Ausrüstungsgegenstände nicht unbedingt zum üblichen Equipment einer sich auf Übung befindlicher Einheit zu gehören.
Doch darüber können sich die Männer vorerst keine Gedanken machen, denn schnell verschärft sich die Lage, als es wieder langsam dunkel wird. Die Soldaten werden aus den Wäldern heraus von irgendwelchen Geschöpfen angegriffen. Als die Situation immer aussichtsloser wird, werden die Handvoll Überlebender von einer Frau im Jeep aufgesammelt, und vorerst mal in Sicherheit gebracht.
In einem abgelegenen Landhaus, das die Bewohner anscheinend erst kurz vorher verlassen haben, verbarrikadieren sich die Flüchtenden. Doch bis der Morgen graut ist es noch lange. Lange genug jedenfalls, um den Kreaturen der Nacht die Bühne für ein grausliches Schauspiel zu bereiten…
Kritik
Oh nein - dachte ich schon, als die ersten Filmminuten des von Neil Marshall inszenierten Werwolfstreifens über den Bildschirm liefen. Es sah leider ganz danach aus, dass es sich hier um ein dementsprechend grässliches Machwerk handelte, sodass ich schon befürchtete nicht bis zum Ende durchzuhalten. Doch dann machte der Film einen Schritt in eine Richtung, der mir mit den fortlaufenden Geschehnissen immer besser gefiel.
Aber zuerst musste ich noch den einfallslosen Einstieg überstehen, der in wilden Schnitten eingefangen wurde und mich fast schwindlig werden ließ. Auch die schon oft in ähnlichen Filmen dargestellte rüde Soldatenkonversation die hier gezeigt wird, ist wenig einfallsreich und kann allenfalls durch das Fußballthema aufgelockert werden, das sich im weiteren Verlauf als eine Art Running Gag entpuppt.
Richtig interessant wird es aber erst, als das einführende Geplänkel vorbei- und es schließlich Schlag auf Schlag in Richtung eines waschechten Horrorfilmes geht. Das Tempo, dass hierfür vorgelegt wurde ist dabei atemberaubend hoch und verliert bis auf wenige etwas ruhigere Passagen auch kaum an Geschwindigkeit.
Wolfsattacken am laufenden Band, sowie ununterbrochenes Maschinengewehrfeuer und Explosionen machen so richtig Laune, - wenn auch immer ganz knapp am schmalen Grat eines haarsträubenden Trash-Movies entlang.
Somit fühlte ich mich stellenweise sehr an die zweite Hälfte des Tarantino Films „From Dusk Till Dawn“ erinnert. Und es fällt mir ehrlich gesagt schwer zu sagen, ob mir das damalige Vampirgemetzel, oder eben diese (im positiven Sinne) völlig überzogene Werwolfschlacht besser gefiel.
Um dem geradlinigen Handlungsverlauf Ausdruck zu verleihen, hat man auf ein paar weniger bekannte- dafür aber wohl umso schlagkräftigere Darsteller zurückgegriffen, die sich den immer heftiger werdenden Angriffen der blutrünstigen Wölfe entgegenstellen. Dieser Kampf auf Leben und Tod spielt sich zum größten Teil in einem abgelegenen Waldhaus ab, das die Stimmung von Abgeschiedenheit und Ausgeliefertsein sehr passend rüberbringt.
Das Design der Werwölfe wird erst so ab der zweiten Filmhälfte langsam ersichtlich. Bis dahin agieren diese weitestgehend im Verborgenen. Doch ich finde, dass man sie ruhig noch etwas länger den Blicken der Zuschauer vorenthalten hätten lassen sollen, da mir diese pelzigen Genossen dann doch insgesamt zu stilistisch und zu puppenhaft entworfen wurden.
Noch ein Wort zur Altersfreigabe: Einigermaßen verwundert war ich schon, als sich herauskristallisierte , dass diese Horror-Mär ein paar ganz schön deftige Einlagen in Richtung FSK 18 hatte, aber dennoch mit einer wohl sehr gnädigen 16er Einstufung davonkam.
Es gibt zwar kein gnadenloses Schlachtfest zu bewundern, aber hin und wieder quellen halt doch Gedärme durch die Bauchdecke, oder fliegen recht detailliert abgerissene Extremitäten durch die Luft. Vom literweise vergossenen Lebenssaft, der durch nicht wenige Sequenzen spritzt, einmal ganz abgesehen.
Anmerkung zur DVD-Version:
Der 100 Minuten lange Film wird auf einer alles in allem recht guten DVD präsentiert. Ton und Bild sind mit kleineren Abstrichen auf hohem Level und auch die Bonusausstattung kann sich durchaus sehen lassen.
Audiokommentar von den Produzenten, nicht verwendete Szenen, Making of, hinter den Kulissen Featurette, Kurzfilm und Interviews von Cast und Crew sind hier die wichtigsten Extras dieses englischen Horrorstreifens.
Nur schade, dass der Filmbegleitende Kommentar nur im Original vorliegt. Alle anderen Extras sind aber mit deutschen Untertiteln aufrufbar.
Fazit
Genreliebhaber mit einer Affinität zu Grusel- und Monstergeschichten, dürften sich hier so richtig heimisch fühlen. Obwohl es immer wieder ins Auge sticht, dass hier mit einem begrenzten Budget gearbeitet wurde, macht der Streifen einfach einen riesigen Spaß.
Dass hier die Produzenten von „Hellraiser“ und „Trainspotting“ am Werk waren, ist demzufolge überhaupt kein Zufall. Trockener, englischer Humor, vermischt mit nie ermüdendem Actiongehalt und an den richtigen Stellen ein wenig Splatter, dürfte sicher die richtige Mixtour für einen gelungenen Filmeabend bieten.
Wer allerdings Anspruchsvolles auch in diesem Bereich erwartet, der sollte aber am Besten gleich die Finger von diesem Werwolfgeheule der etwas anderen Art lassen.
© winterspiegel für Ciao & Yopi
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