Ein Vogel auf dem Drahtseil (DVD) Testbericht

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ab 6,20
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Erfahrungsbericht von Bjoern.Becher

Kurzfristige Belustigung, aber mehr?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Mel Gibson ist schon lange als Schauspieler dabei und feierte schon früh Erfolge. Schon 1979 feierte er mit Mad Max seinen ersten großen Erfolg und seit dem ist er ein Star. Schnell schlachtete er die Rolle des Ex-Cop Max Rockatanky, der alleine in einer anarchischen Welt kämpft, zu einer Serie aus und schaffte von 1979 – 1985 3 Kassenknüller und die Gerüchte halten sich ja sehr hartnäckig, dass uns schon bald ein 4. Teil präsentiert werden wird. Gleich nach der Mad Max-Reihe setzte Gibson sein Drehen von Filmreihen fort und begann mit der Lethal Weapon-Reihe, welche uns bis heute 4 Teile beschert hat und damit komme ich langsam, nach langer Vorrede auf den Film, der heute das Thema meines Berichts sein soll. Ein Vogel auf dem Drahtseil schaffte es kurz die Lethal Weapon-Reihe zu durchbrechen, kam dieser Film doch genau 2 Jahre nach Teil 2, und 2 Jahre vor Teil 3 in die Kinos. Zwischen den Teilen 2 und 3 der Mad Max-Reihe hatte sich Gibson auch einem anderen Filmprojekt gewidmet, nämlich einer erneuten Verfilmung des Klassikers \"Meuterei auf der Bounty\" (unter dem Titel \"Die Bounty\") und das war nicht nur ein Riesen Erfolg, sondern ist auch immer noch ein super Film. Ob er einen solchen super Film auch zwischen den Teilen 2 und 3 der Lethal Weapon-Reihe abgeliefert hat, versuche ich mit meinem heutigen Bericht zu klären. Dabei gilt natürlich wieder das meine Bewertung des Films rein subjektiv ist, vielen wird er vielleicht besser gefallen, vielen auch schlechter, denn jeder hat einen unterschiedlichen Geschmack.

So nach der langen Vorrede seid ihr jetzt erlöst, denn es geht nun los mit dem Inhalt des Films.

Der Inhalt
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15 Jahre ist es her, dass der das leben in vollen Zügen genießende \"Hippie\" Rick Jarmin (Mel Gibson) irgendwie in einen großen Drogendeal geschlittert ist. Er wurde erwischt, doch er konnte seinen Kopf retten. Er sagte gegen die Hintermänner aus, zwei korrupte Polizisten, und bekam selbst Straffreiheit. Der eine korrupte Polizist, Eugene Sorensen (David Carradine), wurde verhaftet und saß nun 15 Jahre lang im Gefängnis, der andere, Albert Diggs (Bill Duke) befindet sich seit dem auf der Flucht. Rick musste dafür aber viel aufgeben, denn seit dem wechselt er alle paar Monate seinen Namen, seinen Beruf und seinen Wohnort, also sein ganzes Leben. Auch seine Freundin, Marianne Graves (Goldie Hawn), die er heiraten wollte, musste er zurücklassen. Sie glaubt seitdem, er seit tot. Doch eines Tages taucht Marianne zufällig an der Tankstelle auf, an der Rick zur Zeit arbeitet. Sie erkennt ihn natürlich wieder, ist sich aber nicht hundertprozentig sicher. Rick will daraufhin wieder schnell seine Identität wechseln, doch leider kommt er bei seiner Kontaktaufnahme mit den für das Zeugenschutzprogramm zuständigen Behörden an den korrupten Polizisten Joe Weyburn (Stephen Tobolowsky), und dieser verrät ihn an Sorensen, der gerade entlassen wurde, und Diggs, die beide natürlich nach Rache dürsten. So fahren die beiden zur Tankstelle, um Rick zu töten, just in dem Moment kommt auch Marianne wieder vorbei, weil sie sich vergewissern will, ob wirklich Rick der Tankwart ist und nach einer wilden Schießerei können Rick und Marianne gerade so gemeinsam fliehen. Ihnen auf den Fersen sind aber nicht nur die Killer, sondern auch die Polizei, die Rick nun für einen Mörder hält. Und beim Zeugenschutzprogramm kennt niemand mehr Rick, denn Weyburn hat seine Akte aus dem PC gelöscht. Also muss sich Rick auf den Weg zu einem pensionierten Polizisten machen, welcher der einzige ist, der seine wahre Identität und damit seine Unschuld bestätigen kann.

Meine Meinung
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Ein Vogel auf dem Drahtseil setzt ausschließlich auf bekannte Elemente. Ein Pärchen, welches sich erst nicht richtig leiden kann, aber zusammenhalten muss, und sich dann ineinander (hier diesmal neu) verliebt, welches sowohl vor Killern als auch vor der Polizei auf der Flucht ist und dabei natürlich immer wieder aufgespürt wird, dabei jedes Mal nach einem Riesenkrachwumm gerade so fliehen kann. Alles wohl bekannt, oft in verschiedenen Versionen verfilmt, mal besser mal schlechter. Um dann zu den besseren Verfilmungen eines solchen Stoffes zu gehören, muss man dem Zuschauer dann schon auch was bieten, und hier versagt \"Ein Vogel auf dem Drahtseil\" fast völlig. Die Geschichte ist absolut unausgegoren und voll von logischen Fehlern, unwahrscheinlichen Wendungen und Mängeln. Da wendet er sich natürlich ausgerechnet an den einzige korrupten Polizisten, da kann dieser mit einem Klick seine ganze Identität löschen und es gibt auch überhaupt keine Akten mehr zu einem Fall, der gerade mal 15 Jahre zurück liegt und wenn man dem glauben kann, was erzählt wird, eigentlich einer der größten und aufsehenerregendsten Fälle hätte sein müssen. Aber alles ist plötzlich wie weg. Es scheint niemanden mehr zu geben, der sich an diesen Fall erinnert, so dass sein einzige Hoffnung ein alter seniler Rentner ist. Da kann ein Schwerverbrecher, der immer noch gesucht wird, einfach mit einem dicken Sportwagen vorfahren und seinen Komplizen aus dem Knast abholen ohne Angst haben zu müssen entdeckt zu werden. Und da ist dass ein Hauptfigur, die man schon fast Superheld nennen kann. Der von Mel Gibson gespielte Rick Jarmin ist fast rundum perfekt. Er hat alle paar Monate einen neuen Job gemacht, und von Automechaniker bis Frisör, er scheint in jedem ein absoluter Star gewesen zu sein. Dann ist diese Person auch moralisch noch völlig integer. Er ist ein absoluter Weltverbesserer, der sogar noch Zeit hat, auf der Flucht von seinem letzten Geld mal schnell 100 Dollar an einen Penner abzugeben, damit dieser sich was zu essen kaufen kann. Lauter solche Sachen, werden dem Zuschauer immer und immer wieder präsentiert und mich haben sie sehr gestört, denn es wird einfach immer wieder zu dick aufgetragen. Die Story ist also schon mal nicht mehr als 08/15-Zeug, aber vielleicht haben die Schauspieler ja überzeugen können?

Mel Gibson schon. Er hat mich zufrieden gestellt. Er liefert solides Handwerk ab, erinnert mit seinem flapsigen Humor gepaart mit der Action etwas an Lethal Weapon. Das ist o.k. Seine Partnerin schon weniger. Goldie Hawn war einfach nervig. Ich weiß, sie hatte diese Aufgabe, aber es war für mich einfach zu viel. Dieses Geplapper wie Salven aus einem Maschinengewehr und dazu die schrillen Schreie, das störte mich ungemein. Man hätte die Rolle doch auch so anlegen können, das ganze aber etwas weniger, denn selbst in den unpassendsten Momenten, nervt sie einfach nur.
Stark war der erste Auftritt von David Carradine zu Beginn des Films. Wie er dastand mit offenem Hemd, lange Haaren, wirklich wie ein Hippie, der sich erst in der neuen Zeit zu recht finden muss. Da dachte ich „Wow“, das könnte ein richtig guter Bösewicht werden. Doch weit gefehlt, denn danach beschränken sich die Auftritte von Herrn Carradine auf ein Minimum, gerade auf jenes Minimum, das man noch merkt, dass er auch mitspielt und eigentlich sogar eine tragende Rolle hat.

Hier hätte man viel mehr machen können. Die Perspektive der Verfolger wird völlig vernachlässigt. Diese kommen immer mal nur kurz vorbei, ballern rum und verlieren dann wieder die Spur. Stattdessen konzentriert sich der Film einzig und allein auf den Konflikt der beiden Flüchtenden. Und dies macht er auch nicht gerade gut. Vieles wiederholt sich, das immer neue streiten und zusammenraufen ist nach einer halben Stunde auf der Flucht schon völlig ausgelutscht und wird dann wieder von vorne wiederholt.
Was kann man sonst an diesem Film hervorheben? Wirklich nix. Die Action ist genauso wie die Komik Standardware. Ware, die zwar immer wieder kurzfristig zu unterhalten weiß, die man aber genauso in zahlreichen anderen x-beliebigen Filmen dargeboten bekommt.
Sollte man sich diesen Film jetzt ansehen?
Meiner Meinung nach muss man sich diesen Film nicht unbedingt ansehen. Wenn er gerade kommt, dann kann man ihn zur kurzfristigen Belustigung als netten Popcorn-Kino-Film sich ansehen, aber extra kaufen oder ausleihen etc. Nein, dann muss man schon Hardcore-Fan von Herrn Gibson oder Frau Hawn sein. Denn Filme wie diesen gibt es wie Sand am Meer, darunter wahrscheinlich auch einige bessere, denn neben kurzweilige Action und Komik hat der Film nur negatives zu bieten, wie eine sehr unausgegorene Story.

Ein Vogel auf dem Drahtseil bekommt von mir 5 von 10 möglichen Punkten!

Titel Deutschland: Ein Vogel auf dem Drahtseil
Originaltitel: Bird on a wire
Genre: Action-Komödie
USA 1990, FSK 12, Laufzeit: 110 Minuten

Darsteller: Mel Gibson (Rick Jarmin), Goldie Hawn (Marianne Graves), David Carradine (Eugene Sorensen), Bill Duke (Albert Diggs), Stephen Tobolowsky (Joe Weyburn), Joan Severance (Rachel Varney), Harry Caesar (Marvin), Jeff Corey (Lou Baird), Alex Bruhanski (Raun), John Pyper-Ferguson (Jamie), Clyde Kusatu (Mr. Takawaki), Jackson Davies (Paul Bernard), Florence Patterson (Molly Baird), Tim Healy (Paul), Wes Tritter (Scottie)

Regie: John Badham
Produzent: Rob Cohen
Drehbuch: Louis Venosta, Eric Lerner
Musik: Hans Zimmer
Kamera: Robert Primes
Schnitt: Frank Morriss, Dallas Puett


© Björn Becher 2002

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