Ernst sein ist alles (VHS) Testbericht
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Erfahrungsbericht von northstar
Ernst sein ist alles - Ach wirklich?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wieder einmal ging ich diese Wochenende ins Kino, nachdem ich es nämlich nicht geschafft hatte mir Oscar Wilde’s „Bunbury“ im Aachener Theather an zu sehen. Aber wenn alles nichts hilft, dann guckt man halt den Film...
Inhalt
England gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Der Begriff des Dandy könnte auf niemand besser passen als auf die zwei Freunde Jack Worthing und Algernon Moncrieff. Beide sind Lebemänner wie es im Buche steht und beide wollen einem entkommen, nämlich dem Ernst des Lebens.
So erfinden beide Phantasiefiguren: Algernon, kurz Algy gennant, den dauerkranken „Bunbury“, der auf dem Land wohnt. Jack dagegen erfindet seinen Bruder „Ernst“, der die Stadt unsicher macht und ein lasterhaftes Leben führt. Beide müssen sich natürlich um ihre 2 Figuren kümmern und verschwinden so desöfteren, um eben als diese Figuren selbst ihr Leben in vollen Zügen zu genießen.
Jack, der eigentlich auf dem Lande lebt, sollte sich stattdessen vielmehr um sein Mündel, seine Nichte Cecily kümmern. Diese träumt den lieben langen Tag nur vor sich hin, sehr zum Verdruss ihrer Lehrerin Miss Prism. Diese schwärmt derweil heimlich für den Priester, Dr. Chasuble, der allerdings dadurch enorm verunsichert wird, ist er doch ein Mann Gottes und nicht des Fleisches.
Jack hat allerdings auf dieses trisste Landleben desöftern keine Lust und reist nach London, wo er sich als Ernst aus gibt. Dort trifft er auf Algernon’s Cousine, Gwendolen Fairfax, welche sich schon lange für ihn interessiert; für ihn als Ernst, den gerade dieser Name hat es Gwendolen an getan. Beide wollen nun auch heiraten, dies läßt aber Lady Blacknell, ihr Mutter, nicht zu, zumal „Ernst“ ihr gestanden hat als Baby in einer Reisetasche gefunden worden zu sein. Er kennt seine Herkunft nicht, wurde adoptiert und so jemanden kann sich die Dame aus feinem Hause nicht als Mann ihrer Tochter denken.
Algy bekommt dies natürlich alles mit und reist derweil als „Ernst“ auf’s Land hinaus, wo er Cecily kennen lernt, von der ihr Jack schon so oft berichtet hat. Zuhause gab er vor, „Bunbury“ besuchen zu fahren. Beide verlieben sich, denn auch Cecily will nur jemand lieben der „Ernst“ heißt.
Jack kehrt nach der Ablehnung in London zurück auf’s Land, jedoch zu früh, denn so trifft er auf Algy alias „Ernst“, den er gerade für tot erklären wollte. So müssen die beiden Brüder spielen. Aber das nächste Unheil naht auch schon: Gwendolen kann sich nicht von „Ernst“ alias Jack trennen, schickt Brief nach Brief und hält es schließlich nicht länger aus & fährt selbst auf’s Land hinaus. Dort will sie ihrem geliebten „Ernst“ wieder sehen.
Leider gibt es dort nun zwei von der Sorte & Lady Blacknell läßt auch nicht mehr lange mit einem Besuch auf dem Anwesen Worthing’s warten...
Meine Meinung
Eines voraus: ich kannte das Theaterstück Oscar Wilde’s nicht, als ich mir diesen Film ansah. Was wohl auch gut so ist, denn sonst käm manche überraschende Wendung gar nicht mehr so überraschend, mancher Wortwitz ginge verlorren.
„Ernst sein ist Alles“ oder „The Importance of Beeing Earnest“ wie er im Originaltitel heißt ist ein feine kleine Komödie, die wohl an vielen Leuten einfach so vorbei gegangen ist. Eine Schande, wie ich finde.
Der 97 Minuten lange Film zeigt ein Verwirrspiel mit aberwitzigen Konsequenzen, in dem Lügen und Halbwahrheiten sich nur so die Klinke in die Hand geben. Und mittendrin steht auch noch die Frage nach der wahren Identität Jack’s, was letztlich auch noch aufgeklärt werden kann.
Rupert Everett ist briliant als Dandy Algy. Everett kennt man bereits aus Oliver Parker’s „Abn Ideal Husband“, ebenfalls nach Oscar Wilde verfilmt. Ebenso überzeugt Colin Firth als Jack. Beide bringen den lockeren Lebensstil des Dandys perfekt zum Ausdruck und ergänzen sich in ihrem Spiel hervorragend.
Ebenso umwerfend besetzt: Dame Judi Dench als Lady Blacknell, Algy strenge Tante. Sie ist hochnässig, auf Prestige bedacht und immer um ihr Ansehen besorgt. Urkomisch vor allem in der Szene, wo sie Jack vorlädt und dieser ihr Rede und Antwort über sich selbst als „Ernst“ stehen muss.
Die beiden Damen des Films werden ebenso gekonnt von Reese Witherspoon und Frances O’Conner gespielt. Witherspoon’s Cecily ist träumerishc und naive, aber eben nicht auf den Mund gefallen. O’Conner’s Gwendolen dagegen ist weltfremd und überheblich, aber dennoch sympatisch.
Regisseur Parker hat auch die Nebenrollen perfekt besetzt. So etwa Miss Prism, welche von Anna Massay verkörpert wird. Alt, schrullig, aber äußerst nett spielt sie die alte Verliebte, die keine Chance für ihre Liebe sieht. Tom Wilkinson weiß derweil als Priester zu überzeugen, der sich dieser Liebe wohl nicht ewig erwehren kann.
Ebenso köstlich: die Diener und Angestellten, welche stets respektlos, aber immer korrekt bleiben. Typisch englisch mag man sagen.
Typisch englisch ist auch der Humor des Films. Alles ist sehr zurück gehalten, sehr bedacht. Aber dann sitzt eben jedes Wort, jeder Satz. Oscar Wilde mag schon lange tot sein, aber sein Humor scheint ewig verständlich.
So ist „Ernst sein ist Alles“ sicherlich nicht ein Film für den normalen Kinogänger der eine Komödie im heutigen Sinne erwartet. Wer Jim Carrey und Grimassen mag, der such thier vergebens. Hier ist zuhören angesagt. Wer das kann, wir hier allerdings bestens unterhalten und neben dem Humor kommt auch die Liebe nicht zu kurz, denn eins sei verraten, ein Happy End gibt es dennoch, auch wenn „Gute Romane niemals glücklich enden sollten“. Andererseits ist das hier auch der Ernst des Lebens...
------------------ by Northstar´02 ------------------
Linktipps:
http://www.miramax.com/theimportanceofbeingearnest/index.html - Miramax Seite zum Film.
www.concorde-film.de - Deutsche Seite mit Unterseite zu Ernst sein ist Alles.
Cast:
Rupert Everett – Algernon „Algy“ Moncrieff
Colin Firth – Jack Worthing
Frances O’Connor – Gwendolen Fairfax
Reese Witherspoon – Cecily Cardew
Judi Dench – Lady Bracknell
Tom Wilkinson – Dr. Chasuble
Anna Massey – Miss Prism
Edward Fox – Lane
Patrick Godfrey – Merriman
Charles Kay – Gribsby
Crew:
Oliver Parker – Regie & Drehbuch nach Oscar Wilde
Charlie Mole – Musik
Tony Pierce-Roberts – Kamera
Guy Bensley - Schnitt
Kurze Filmographie Oliver Parker’s:
1994 - Unsigned
1995 – Othello
1995 – A Little Loving
1995 – Short Cut
1999 – An Ideal Husband
2002 – The Importance Of Beeing Earnest
Inhalt
England gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Der Begriff des Dandy könnte auf niemand besser passen als auf die zwei Freunde Jack Worthing und Algernon Moncrieff. Beide sind Lebemänner wie es im Buche steht und beide wollen einem entkommen, nämlich dem Ernst des Lebens.
So erfinden beide Phantasiefiguren: Algernon, kurz Algy gennant, den dauerkranken „Bunbury“, der auf dem Land wohnt. Jack dagegen erfindet seinen Bruder „Ernst“, der die Stadt unsicher macht und ein lasterhaftes Leben führt. Beide müssen sich natürlich um ihre 2 Figuren kümmern und verschwinden so desöfteren, um eben als diese Figuren selbst ihr Leben in vollen Zügen zu genießen.
Jack, der eigentlich auf dem Lande lebt, sollte sich stattdessen vielmehr um sein Mündel, seine Nichte Cecily kümmern. Diese träumt den lieben langen Tag nur vor sich hin, sehr zum Verdruss ihrer Lehrerin Miss Prism. Diese schwärmt derweil heimlich für den Priester, Dr. Chasuble, der allerdings dadurch enorm verunsichert wird, ist er doch ein Mann Gottes und nicht des Fleisches.
Jack hat allerdings auf dieses trisste Landleben desöftern keine Lust und reist nach London, wo er sich als Ernst aus gibt. Dort trifft er auf Algernon’s Cousine, Gwendolen Fairfax, welche sich schon lange für ihn interessiert; für ihn als Ernst, den gerade dieser Name hat es Gwendolen an getan. Beide wollen nun auch heiraten, dies läßt aber Lady Blacknell, ihr Mutter, nicht zu, zumal „Ernst“ ihr gestanden hat als Baby in einer Reisetasche gefunden worden zu sein. Er kennt seine Herkunft nicht, wurde adoptiert und so jemanden kann sich die Dame aus feinem Hause nicht als Mann ihrer Tochter denken.
Algy bekommt dies natürlich alles mit und reist derweil als „Ernst“ auf’s Land hinaus, wo er Cecily kennen lernt, von der ihr Jack schon so oft berichtet hat. Zuhause gab er vor, „Bunbury“ besuchen zu fahren. Beide verlieben sich, denn auch Cecily will nur jemand lieben der „Ernst“ heißt.
Jack kehrt nach der Ablehnung in London zurück auf’s Land, jedoch zu früh, denn so trifft er auf Algy alias „Ernst“, den er gerade für tot erklären wollte. So müssen die beiden Brüder spielen. Aber das nächste Unheil naht auch schon: Gwendolen kann sich nicht von „Ernst“ alias Jack trennen, schickt Brief nach Brief und hält es schließlich nicht länger aus & fährt selbst auf’s Land hinaus. Dort will sie ihrem geliebten „Ernst“ wieder sehen.
Leider gibt es dort nun zwei von der Sorte & Lady Blacknell läßt auch nicht mehr lange mit einem Besuch auf dem Anwesen Worthing’s warten...
Meine Meinung
Eines voraus: ich kannte das Theaterstück Oscar Wilde’s nicht, als ich mir diesen Film ansah. Was wohl auch gut so ist, denn sonst käm manche überraschende Wendung gar nicht mehr so überraschend, mancher Wortwitz ginge verlorren.
„Ernst sein ist Alles“ oder „The Importance of Beeing Earnest“ wie er im Originaltitel heißt ist ein feine kleine Komödie, die wohl an vielen Leuten einfach so vorbei gegangen ist. Eine Schande, wie ich finde.
Der 97 Minuten lange Film zeigt ein Verwirrspiel mit aberwitzigen Konsequenzen, in dem Lügen und Halbwahrheiten sich nur so die Klinke in die Hand geben. Und mittendrin steht auch noch die Frage nach der wahren Identität Jack’s, was letztlich auch noch aufgeklärt werden kann.
Rupert Everett ist briliant als Dandy Algy. Everett kennt man bereits aus Oliver Parker’s „Abn Ideal Husband“, ebenfalls nach Oscar Wilde verfilmt. Ebenso überzeugt Colin Firth als Jack. Beide bringen den lockeren Lebensstil des Dandys perfekt zum Ausdruck und ergänzen sich in ihrem Spiel hervorragend.
Ebenso umwerfend besetzt: Dame Judi Dench als Lady Blacknell, Algy strenge Tante. Sie ist hochnässig, auf Prestige bedacht und immer um ihr Ansehen besorgt. Urkomisch vor allem in der Szene, wo sie Jack vorlädt und dieser ihr Rede und Antwort über sich selbst als „Ernst“ stehen muss.
Die beiden Damen des Films werden ebenso gekonnt von Reese Witherspoon und Frances O’Conner gespielt. Witherspoon’s Cecily ist träumerishc und naive, aber eben nicht auf den Mund gefallen. O’Conner’s Gwendolen dagegen ist weltfremd und überheblich, aber dennoch sympatisch.
Regisseur Parker hat auch die Nebenrollen perfekt besetzt. So etwa Miss Prism, welche von Anna Massay verkörpert wird. Alt, schrullig, aber äußerst nett spielt sie die alte Verliebte, die keine Chance für ihre Liebe sieht. Tom Wilkinson weiß derweil als Priester zu überzeugen, der sich dieser Liebe wohl nicht ewig erwehren kann.
Ebenso köstlich: die Diener und Angestellten, welche stets respektlos, aber immer korrekt bleiben. Typisch englisch mag man sagen.
Typisch englisch ist auch der Humor des Films. Alles ist sehr zurück gehalten, sehr bedacht. Aber dann sitzt eben jedes Wort, jeder Satz. Oscar Wilde mag schon lange tot sein, aber sein Humor scheint ewig verständlich.
So ist „Ernst sein ist Alles“ sicherlich nicht ein Film für den normalen Kinogänger der eine Komödie im heutigen Sinne erwartet. Wer Jim Carrey und Grimassen mag, der such thier vergebens. Hier ist zuhören angesagt. Wer das kann, wir hier allerdings bestens unterhalten und neben dem Humor kommt auch die Liebe nicht zu kurz, denn eins sei verraten, ein Happy End gibt es dennoch, auch wenn „Gute Romane niemals glücklich enden sollten“. Andererseits ist das hier auch der Ernst des Lebens...
------------------ by Northstar´02 ------------------
Linktipps:
http://www.miramax.com/theimportanceofbeingearnest/index.html - Miramax Seite zum Film.
www.concorde-film.de - Deutsche Seite mit Unterseite zu Ernst sein ist Alles.
Cast:
Rupert Everett – Algernon „Algy“ Moncrieff
Colin Firth – Jack Worthing
Frances O’Connor – Gwendolen Fairfax
Reese Witherspoon – Cecily Cardew
Judi Dench – Lady Bracknell
Tom Wilkinson – Dr. Chasuble
Anna Massey – Miss Prism
Edward Fox – Lane
Patrick Godfrey – Merriman
Charles Kay – Gribsby
Crew:
Oliver Parker – Regie & Drehbuch nach Oscar Wilde
Charlie Mole – Musik
Tony Pierce-Roberts – Kamera
Guy Bensley - Schnitt
Kurze Filmographie Oliver Parker’s:
1994 - Unsigned
1995 – Othello
1995 – A Little Loving
1995 – Short Cut
1999 – An Ideal Husband
2002 – The Importance Of Beeing Earnest
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