Ernst sein ist alles (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von frorgy

Wie heißt dein Traummann?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Für Gwendolyn Fairfax (Frances O\'Connor) ist klar: Sie kann nur einen Mann lieben, der Ernst heißt! Dieser Name hat so etwas... vertrauenerweckendes! Für Jack Worthing (Colin Firth), der sich in Miss Fairfax verguckt hat, zunächst kein größeres Problem: Er gibt sich in London als sein eigener Bruder Ernst aus! Gwendolyns Vetter Algernon Moncrieff (Rupert Everett) seinerseits nutzt Jacks Aufenthalt in London, um zu dessen Landhaus zu reisen. Er gibt sich dort für - na, erraten? - genau, für Ernst Worthing aus, Jacks Londoner Bruder. Und er macht sich an Jacks süßes Mündel Emily (Reese Witherspoon) heran.

Selbstverständlich kommt es zu Verwicklungen, als sich Gwendolyn und Emily begegnen und einander erklären, beide mit Ernst Worthing verlobt zu sein. Ja, sie können es sogar beweisen - mit Hilfe ihrer Tagebücher. Da kommen ordentliche Probleme auf Ernst zu - wer immer er auch ist!

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Oscar Wilde ist der Autor der spritzigen Liebeskomödie \"Bunbury - or: The Importance of being Earnest\", die Oliver Parker nun verfilmt hat. (Das Wortspiel mit dem Namen Ernst funktioniert im Deutschen ebenso wie im Englischen.)

Wildes Wortwitz kommt auch im Film zum Tragen, oder genauer gesagt: er trägt den Film. Denn Parker fällt nicht mehr ein, als das Theaterstück leicht gekürzt auf die Leinwand zu verfrachten.

Rupert Everett und Colin Firth albern mit einigem Spaß durch das Stück, Everetts Grimassen sind dabei sehenswert, wenn auch leicht übertrieben. Sehr schräg ihr Duett \"Lady come down\", das auch in der synchronisierten Fassung im Originalton zu hören ist.
Recht blaß bleiben Witherspoon und McConnor.
Ein echtes Highlight ist aber Judi Dench als resolute Tante Augusta.

Altertümlich anmutende Kostüme, Automobile, die von Kutschen überholt werden und very britishes Dienstpersonal geben dem ganzen einen gewissen Flair.

Das Stück ist für das Theater konzipiert, und das merkt man auch dem Film an. Die Kamera hat nicht viel mehr Abwechslung zu bieten als abwechselnd Schauspieler im Salon und Schauspieler im Park zu zeigen. Für ganz großes Schauspielerkino ist das Sujet jedoch eindeutig zu seicht. Eine Verfolgungsszene, in der Algernon vor seinen Gläubigern durchs nächtliche London davonläuft, fällt aus dem Rahmen - kameratechnisch positiv, für die Handlung jedoch völlig überflüssig.

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Fazit: Ein nettes Kabinettstück, aber kein großes Kino. Man kann auch gut abwarten, bis der Film auf Video erhältlich ist, die große Leinwand ist hier eigentlich überflüssig.

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